Kybernetisches Modell

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Das kybernetische Modell der TPA

Das Kybernetische Modell[1][2] ist einer der Pfeiler der Transpersonalen Astrologie (TPA), die von Michael Roscher in den 1980er Jahren formuliert und entwickelt wurde.

Es handelt sich hier um eine Weiterentwicklung, Differenzierung und Verfeinerung der Aufteilung der Planeten in persönliche, gesellschaftliche und geistige Planeten.

Der Kybernetik entsprechend gelten dabei die Planeten einer Gruppe als Regelkreis; sie beeinflussen sich wechselseitig und bilden eine bestimmte Erlebnisebene. Etwa wie ein Temperaturfühler eine Information an ein Thermostat weitergibt, um eine Veränderung in der angeschlossenen Heizungsanlage zu bewirken (soll es kälter oder wärmer werden?).

Das Modell besteht aus vier Regelkreisen:
In jedem Regelkreis gibt es (auf der linken Seite einen passiven, "negativen" Planeten, und einen aktiven, positiven (rechte Seite). Zwischen beiden Polen befindet sich im ersten wie auch im vierten Regelkreis jeweils noch ein Katalysator, eine neutrale/ vermittelnde Instanz.[3]

Die Regelkreise

Der Erste Regelkreis

Der erste Regelkreis, der wichtigste, bildet den sog. Egozyklus ab. Er besteht aus den persönlichen Planeten Sonne, Mond und, als vermittelnde Instanz zwischen den beiden, Merkur. Auf dieser Ebene werden die unmittelbaren persönlichen, egohaften Wünsche und Bedürfnisse realisiert, ge- und erlebt.
Prozessablauf: Im kybernetischen Sinne kann eine Handlung (Sonne) zu einem veränderten Empfinden (Mond) führen, welches nach kurzer Betrachtung (Merkur) ein verändertes Handeln zu Folge hat.

Der Zweite Regelkreis

Im zweiten Regelkreis, der Umweltzyklus, wird aus den persönlichen Planeten Venus (passiv-negativ) und Mars (aktiv-positiv) gebildet. Er stellt für das unmittelbare persönliche Ego den Kontakt mit der Umwelt, mit den Mitmenschen her. In diesem Regelkreis werden wir mit den Bedürfnissen und dem Leben anderer konfrontiert und wägen zwischen Selbstdurchsetzung und Kompromiss, Tatkraft und passiver Aufnahme, Agrression und dem Respekt vor einem Gegenüber ab.

Der Dritte Regelkreis

Im dritten Regelkreis, bzw. Gesellschaftszyklus, sind wir über die gesellschaftlichen Planeten Jupiter (passiv-negativ) und Saturn (aktiv-positiv) mit der Bereichen der Wertvorstellungen, Moral und Ethik verbunden. Sie geben uns Gelegenheit, in der sozialen Welt zu bestehen und uns darin weiterzuentwickeln.

Der Vierte Regelkreis

Im Schicksalssyklus, dem vierten Regelkreis, vemitteln die transpersonalen Planeten Neptun (passiv-negativ), Pluto (aktiv-positiv) und Uranus (vermittelnd-neutral) die nicht persönlich veränderbaren gesellschaftlichen Spielregeln, denen man unterworfen ist. Zur Qualität dieses Regelkreises gehören ebenso schicksalshafte und kollektive Ereignisse, woran schon deutlich wird, dass diese Qualiäten normalerweise nicht ins persönliche gewöhnliche Leben, d.h. in die vorhergehenden Regelkreise, integriert sind, und einen höheren Bewusstseinszustand erfordern und verkörpern.

Der Große Regelkreis

Alle vier Regelkreise sind miteinander verbunden: das Dach bildet der erste, der Unterbau folgend der zweite, dritte und zuletzt der vierte Regelkreis.
Alle Regelkreise bilden Bewusstseinszustände ab. Das höchste Bewusstseinsniveau ist im vierten angesiedelt. Entsprechend verändert sich je nach Entwicklungsniveau der Umfang der miteinbezogenen/ integrierten Regelkreise.

Der instinktivste erste RK funktioniert praktisch immer und ganz automatisch als Teil der bekannten, herkömmlichen und festen Persönlichkeitstruktur. Der zweite Regelkreis erfordert eine Erweiterung des Bewusstseins auf die menschliche Umwelt, der dritte verändert die bisherige Persönlichkeitstruktur/ das persönliche Bewusstsein noch stärker. Gänzlich unpersönlich sind die Herausforderungen durch den vierten Regelkreis, der ein weit vorgeschrittenes, überperönliches und nichtindividuelles Bewusstsein abbildet. Die herkömmliche, subjektive und abgegrenzte Persönlichkeitsstruktur wird hier überwunden.

Mit fortschreitender Persönlichkeits- und Bewusstseinsentwicklung, bzw. Einbeziehung des dritten und vierten Regelkreises verlieren die beiden ersten Regelkreise an Wichtigkeit und ersetzen diese im Idealfall.

Weblinks

Zentrales Element der Transpersonalen Astrologie, das man als eine Vorform systemischen Denkens verstehen kann. Wäscher schlüsselt differenziert auf, welche Philosophie dahinter steht, wie es in der Beratungspraxis eingesetzt werden kann und wie es nach dem Tod Roschers von anderen Astrolog:innen weiterentwickelt wurde.

Literatur

  • Karen Hamaker-Zondag: Die äußeren Planeten in neuer Sicht: Übersinnliche Erfahrungen im Horoskop. 232 Seiten. Chiron-Verlag 2007. ISBN 978-3899971583 Auszug

Quellen und Anmerkungen

  1. Michael Roscher: Der Mond. Chiron-Verlag, Tübingen 2006
  2. Michael Roscher: Venus und Mars. Chiron-Verlag, Tübingen 2008
  3. Da sich sonst die passiven und aktiven Energien der Pole aufheben würden