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Hans Hinrich Taeger: Astro-Energetik

Leo N. Tolstoj - Kurzbiographie und Karmagramm

©Astrodienst AG 2018

Ich kann jetzt nichts anderes sehen, als daß Tag um Tag, Nacht um Nacht vergehen und mich dem Tode näherbringen. Dies allein sehe ich, denn dies allein ist wahr. Alles andere ist unwahr.
Tolstoj

Leo N. Tolstoj wurde am 9. September 1828 gegen 22 h 30 m (Zeit nicht gesichert) auf dem Gut Jasnaja Poljana in Zentralrußland als zweitjüngstes Kind des Grafen Nikolaj I. Tolstoj geboren. Da Vater und Mutter bereits einige Jahre nach seiner Geburt sterben, wird Leo Nikolaj zusammen mit seinen Geschwistern bei verschiedenen Verwandten aufgezogen. Nach einem zweiten Anlauf besteht Tolstoj als Sechzehnjähriger die Aufnahmeprüfung an der Kasana-Universität und studiert dort erfolglos orientalische Sprachen und Jura. Ab 1848 beginnt er das ausschweifende Leben eines jungen Adligen in Moskau und in Petersburg. Über seine »Sünden und Laster« führt er gewissenhaft und selbstkritisch Tagebücher. Diese Angewohnheit behält er bis an sein Lebensende bei. In ihnen spiegelt sich sein innerer Streit zwischen ausgeprägter Sinnlichkeit und moralischer Selbstverurteilung.

Leo TolstoiNach mißglückten sozialen Experimenten, in denen er bereit ist, das Los seiner Leibeigenen zu teilen, indem er die gleiche Arbeit wie diese verrichtet, unternimmt er bereits als 23jähriger mit der »Geschichte des gestrigen Tages« einen ersten literarischen Versuch. Nach kurzem Armee- und Kaukasusaufenthalt beginnt er 1853 mit der Arbeit an »Die Kosaken«. In dieser Novelle beschreibt er, wie ein verfeinerter Aristokrat der Moskauer Gesellschaft sich fernab der Zivilisation den wildlebenden Kosaken anschließt. 1855 entscheidet er sich endgültig für die Laufbahn eines Schriftstellers. »Schreiben, schreiben: Von morgen an will ich mein Leben lang arbeiten oder alles auf geben - Regeln, Religion, Anstand, alles.«

Zwischen 1857 und 1861 unternimmt er zwei ausgedehnte Reisen in die Schweiz, nach Frankreich, Italien, Belgien und Deutschland. Aus Baden-Baden muß er wegen hoher Spielschulden fluchtartig in seine Heimat zurückreisen. Auf seinem Gut Jasnaja Poljana gründet er 1859 eine Schule für Bauernkinder und entwickelt hierbei eine eigene Pädagogik, die z. T. auf Rousseau zurückgeht. In diese Zeit fallen auch seine ersten Ideen einer neuen Religionsgründung: »Diese Idee ist die Gründung einer neuen Religion, die der heutigen Entwicklungsstufe der Menschheit entspräche: der Religion Christi, nur gereinigt von Dogmen und Mystik - einer praktischen Religion, die nicht künftiges Heil verspricht, sondern Heil auf Erden gibt.«

Zur Zeit seiner Heirat mit der achtzehnjährigen Sofia Behr (1862) arbeitet er an seinem berühmten Roman »Krieg und Frieden«, einem Werk über das Rußland während der napoleonischen Invasion, in dem er mit psychologischem Scharfsinn und seiner gewohnten Detailliebe das Goldene Zeitalter des russischen Adels im Kontrast zur unterdrückten Klasse des Bauernstandes porträtiert. Es folgen fünfzehn glückliche Ehejahre, die vom Erfolg seines literarischen Schaffens gekrönt sind. 1873 - 1877 schreibt Tolstoj seinen zweiten bedeutenden Roman »Anna Karenina«. In ihm schildert er das Rußland nach der Reform von 1861, den aufkeimenden Kapitalismus und den Abbau des alten Patriarchats. Diese gesellschaftskritische Beschreibung ist eingebettet in die Geschichte dreier Familien und eben jener Anna Karenina, die nach einem langen und unterkühlten Eheleben ihre Sinnlichkeit entdeckt und Ehebruch begeht.

Unter dem Einfluß von Schopenhauers Pessimismus kommt er in eine christliche Glaubenskrise und versucht diese mit einem ernsthaften Studium der Theologie und der Evangelien zu umgehen. In seinem Buch »Die Beichte« (1879) setzt er sich mit dieser für ihn entscheidenden Krise auseinander. Er gibt das Schreiben zum Leidwesen seiner literarischen Anhängerschaft auf und beginnt damit, eine puritanische und asketische religiöse Sekte zu gründen (»Christlicher Anarchismus«), die sich auf die von ihm postulierten fünf Gebote gründet: »1.) Du sollst nicht zürnen 2.) Du sollst nicht ehebrechen 3.) Du sollst nicht schwören 4.) Du sollst Dich dem Bösen nicht mit Gewalt widersetzen 5.) Du sollst niemandes Feind sein«. Neben dem strikten Befolgen höchster Keuschheitsregeln (in der Erzählung »Die Kreutzersonate« - 1889 - postuliert er sogar das Verbot jedweder Form von Sexualität) setzt er sich für die absolute Gewaltlosigkeit, die Abschaffung von Privatbesitz, die Aufhebung von Regierung und Staat und die Auflösung der Zivilisation ein. Seine frommen Schriften, hinter denen sich eine subtile Haßliebe gegenüber Frauen und die Problematik seiner sexuellen Triebhaftigkeiten verstecken, stehen im krassen Widerspruch zu seinem privaten Leben. Dies wußte niemand besser als seine Frau Sofia, die insgesamt sechzehn Mal von ihm schwanger wurde und die ihm auch noch im hohen Alter zu erotischen Exzessen wider ihren Willen dienen mußte. Die letzten 30 Ehejahre sind von Zwistigkeiten, hysterischen Ehekrisen und offenem Haß erfüllt. Seine Frau kann die doppelte Moral ihres Mannes, der von seinen Anhängern als Heiliger und Prophet verehrt wird, nicht gutheißen. »Wenn nur die Leute, die die Kreutzersonate mit solcher Hochachtung lesen, einen Augenblick das erotische Leben sehen würden, das er führt, und das allein ihn glücklich und heiter macht - sie würden diesen kleinen Gott von dem Sockel herunterholen, auf den sie ihn gestellt haben.« (Tagebuch von Tolstojs Frau Sofia)

Um allem irdischen Besitz zu entsagen, überschreibt Tolstoj 1891 sein gesamtes Vermögen seiner Frau Sofia, aber auch gleichzeitig all die damit verbundene Verantwortung. Außerdem gibt er das Rauchen und Trinken auf und wird strenger Vegetarier. 1901 wird er aus der griechisch-orthodoxen Kirche ausgeschlossen. Der Anlaß ist eine blasphemische Darstellung des Gottesdienstes in seinem Werk »Auferstehung«.

Als ihn seine Frau aus einer überspannten Atmosphäre heraus homosexueller Beziehungen beschuldigt, beschließt er im Herbst 1910, vor seiner Familie zu flüchten, und verläßt klammheimlich am 27. Oktober das Haus. Auf seiner Flucht mit der Bahn erkrankt er jedoch schwer, fällt in ein Koma und verstirbt am 7. November nach kurzer Krankheit auf einer Bahnstation.

(Sonne, Merkur, Venus-Transit Konjunktion Jupiter-Radix; Mars, Jupiter-Transit Quadrat Saturn und Uranus-Radix; Saturn-Transit Quadrat Venus-Radix).

Der Jungfrau-Einfluß in Tolstojs Karmagramm

Menschliche Gesetze - welch ein Unsinn!
Tolstoj

In der Figur von Tolstoj verkörpert sich die Problematik des Jungfrau-Themas im Vorfeld der sich verändernden Wertmaßstäbe des Wassermann-Zeitalters auf eine eindringliche und lehrreiche Art und Weise. In seinem Denken und Handeln machte sich Tolstoj zu einer Art Gewissensinstanz seiner Zeit mit ihrem aufkeimenden sozialen bzw. sozialistischen Bewußtsein, dem Verfall alter Moral- und Tugendvorstellungen und der Anzweiflung glaubensmäßiger und kirchlicher Autoritäten.

In einen Prozeß der Umschichtung und Gärung hineingeboren, muß ein stark jungfraubetonter Mensch wie Tolstoj Amok laufen, da er sich an kein vorgefertigtes Gerüst moralischer und ethischer Gesetze anlehnen kann. In der Zeit der Dekadenz und dem gleichzeitigen Aufkommen verschwommener zukünftiger Perspektiven müssen die Kriterien der beurteilenden Reaktion erst noch sorgfältig überprüft und gewichtet werden. Dies ist jedoch bei der Vorsichtigkeit, Detailliebe und Gründlichkeit der Jungfrau in Relation zu der Kürze einer Lebensspanne ein kaum zu bewältigendes Vorhaben. Dank einer kräftigen Pluto-, Uranus- und Marsstellung und einem sich dem Zeitgeist öffnen wollenden Wassermann- MC wagte es Tolstoj jedoch, von heftigen moralischen Krisen begleitet, der Situation auf der Basis scheinbar neuer Werte und Prinzipien gerecht zu werden. Hierzu mußte er die Zeit natürlich erst einmal detailliert und realistisch durch seine schriftstellerische Arbeit analysieren. Dieser Aufgabe widmete er mehr als vierzig Jahre. Die wichtigsten Ergebnisse hiervon sind seine beiden berühmten gesellschaftskritischen und historischen Romane »Krieg und Frieden« und »Anna Karenina«. Durch sie verschaffte er sich Klarheit über die Diskrepanz zwischen alten und neuen ethischen Vorstellungen, um aus diesem Gegensatz (die Jungfrau arbeitet immer polarisierend) die »wirklich wahren« Werte und Ideale herausanalysieren zu können.

Dies tat er mit einem selbstübersteigenden und eifrigen Pflichtbewußtsein, quasi wie eine wissenschaftliche Untersuchung höchster Tragweite und Brisanz. Wie Laborberichte sind seine präzise und selbstkritisch geführten Tagebücher sowie sein nach moralischer Objektivität strebendes literarisches Werk. Dies mag an einer kleinen Eigencharakterisierung, die eigentlich eine Kritik an seiner noch unentwickelten Jungfrau-Problematik ist, deutlich werden. »Ich bin häßlich, unordentlich und gesellschaftlich unerzogen. Ich bin reizbar, lästig für andere, unbescheiden, intolerant und schüchtern wie ein kleiner Junge. Ich bin fast ein Ignorant. Was ich weiß, habe ich mir selbst beigebracht, stückweise, unzusammenhängend, unsystematisch, und es ist nicht viel wert. Ich bin unkeusch, unentschlossen, unbeständig und auf dumme Weise eitel und leidenschaftlich wie alle Charakterlosen. Ich bin nicht mutig, ich bin nicht methodisch im Leben, und ich bin so träge, daß meine Trägheit fast eine unüberwindliche Gewohnheit geworden ist ...«

Beinahe täglich entwarf er in seinen Tagebüchern neue Pläne, Vorsätze und Gebote. In seiner moralischen Buch führung ging er erbarmungslos in Form von Selbstvorwürfen an die Wurzeln seines von ihm oft als sündhaft empfundenen Lebens heran und rang dabei, in dem ehrlichen Bemühen nach Wahrheit und Reinheit, zwischen den christlich gefärbten Tugenden der verblassenden Epoche des Fische-Zeitalters und denen der Aufklärung, Wissenschaft und klassenlosen Gesellschaft mit ihrer Enttabuisierung seelischer und geistiger Zwänge. Was in diesem Zusammenhang ihm und den jungen Intellektuellen seiner Zeit verhältnismäßig leicht fiel, war das mehr oder weniger theoretische Akzeptieren der Abschaffung der Leibeigenschaft und Sklaverei, und damit verbunden die Initiation zu einer klassenlosen Gesellschaftsform. Die weitaus größeren Schwierigkeiten jedoch bereitete ihnen der Bruch mit den alten sexuellen Traditionen und die Entdeckung einer befreiteren Form von Sinnlichkeit, denn hier galt es, tief verwurzelte Ängste, die durch die jahrtausendealte Verteufelung der Sexualität eine allgemein gültige Grundbewertung erhalten hatten, in der Kürze von nur ein oder zwei Generationen zu überwinden. Es brachen die Staudämme für eines der heikelsten Themen der Vergangenheit zusammen. An dem Konfliktstoff dieser neuen Situation leiden wir - wenn auch nicht immer so stark wie die Generationen des 19. Jahrhunderts - heutzutage immer noch.

Die Progression der sich langsam erweiternden und relativierenden Sexualmoral kann als ein wichtiger Indikator für die Entstehung des Neuen Zeitalters gewertet werden (größere Umbrüche hierzu wird es, als Folge von Plutos Durchwanderung des Skorpions, ab 1984, und schließlich durch den Wassermann, ab 2024, geben).

Für Tolstojs Zeit muß die langsame Enttabuisierung und sittliche Neuorientierung in bezug auf den sexuellen und gefühlsmäßigen Bereich wie ein Schock oder ein moralisches Erdbeben gewirkt haben. Ein immenses Nachholbedürfnis führte dazu, daß man sich von einem Extrem in das andere stürzte und eine wilde Sinnlichkeit zutage förderte, mit der man auch seine Auflehnung und Wünsche nach Abnabelung gegenüber dem religiösen Zeitalter zum Ausdruck brachte. Für einen eher asketischen und auf Läuterung bedachten Menschen wie Tolstoj (starkes Erdelement, besonders Jungfrau) muß diese Zeitanforderung die reinste Hölle gewesen sein, denn um zwischen religiöser und »humaner« Beurteilung des Sexualkodex den »wahreren« herauszukristallisieren, mußte er beide Formen gründlich studieren und praktische Erfahrungen sammeln. Er lebte sozusagen in zweierlei Moral, die er, personifiziert, gegeneinander ausspielte. Er fühlte sich phasenweise sowohl als Christ wie auch als Nihilist, als Gefolgsmann von Jesus und Schopenhauer. »Sonderbar und entsetzlich, es auszusprechen. Ich glaube an nichts, an nichts, was von der Religion gelehrt wird, und gleichzeitig hasse ich nicht nur den Unglauben, sondern verachte ihn.«

In seinem inneren Kampf zwischen Gefühl und strenger Vernunft setzte sich am Ende jedoch eine Art Kompromiß zwischen irrationalen Glaubensvorstellungen und den sich ihm daraus schlußfolgernden vernünftigen Konsequenzen und Prinzipien durch. Nach sorgfältigen praktischen und theoretischen Recherchen über die Perspektiven der neuen Moral ist er im Alter mit großer Entschiedenheit zu den Werten der religiösen Ära zurückgekehrt, um sich den eher zeitlosen ethisch fundierten Gesetzen der metaphysischen Wirklichkeit zu widmen. Als stark jungfraubetontem Menschen erscheint ihm der rein mystische und rituelle Anteil der Religiosität, wie er z.B. in den orthodoxen Kirchen einen prägnanten Ausdruck findet, ein Dorn im Auge. Das Arbeiten im Vorstellungsbereich (Neptun und Fische) ist ihm zu lebensfern. Ihn interessieren eher die Mönchsregeln und Vorsätze als die mystische Hingabe und Auflösung: das Mönchsein selbst. Wie es in solchen Fällen häufig geschieht, werden dann die prinzipiellen und äußeren Rahmenbedingungen zu einer Art Selbstzweck, einem leeren Befolgen von Vorschriften und Geboten. »Was Tolstoj der Welt als christliche Wahrheit verkündete und wie er es auslegte, das ist weit eher die »Wahrheit« Tolstojs als die Wahrheit Christi. Außerdem ging es ihm in den zahlreichen Büchern und Pamphleten über das, was er als christlichen Geist proklamierte, hauptsächlich um die »Gebote« christlichen Verhaltens. Und diese Gebote hätte er mit der gleichen Bereitschaft auch von Mohammed, Konfuzius oder Buddha übernommen. Im Gegensatz zu Dostojevskij, der ebenfalls seinen latenten Unglauben zu bekämpfen hatte und durch diesen Kampf die lebende und lebenspendende Person Christi entdeckte, hatte Tolstoj es nur mit Christi Vorschriften als Vorschriften zu tun. Auch diese übernahm und veränderte er so, daß sie zunächst einmal seinen eigenen Bedürfnissen genügten, womit er die Religion selbst in eine Art berechnenden Opportunismus verkehrte.« (Janko Lavrin).

Vegetarisch zu leben oder sexuelle Enthaltsamkeit zu üben und bestimmte ethische Vorstellungen bewußtseinsmäßig zu befolgen kann auf höhere Art durchaus vernünftig und realistisch sein, um damit möglicherweise günstige und erleichternde Vor-Bedingungen zu schaffen, die den verborgenen mystischen Energien in uns dazu verhelfen, sich entfaltend zu verwirklichen. Wenn man diese Vorbedingungen jedoch mit dem Endresultat, nämlich der Erleuchtung, verwechselt, erstarrt ein lebendiger Prozeß in einem sinnentleerten »Ismus« (vergl.: Jungfrau). Eine von einem weisen Verständnis getragene freiwillige Enthaltsamkeit kann natürlich dazu führen, daß unser feinstofflicher Energiehaushalt weitaus stärker zum Schwingen kommt und wir dadurch in transzendente Bewußtseinszustände gelangen, die ohne entsagende Vorsätze nicht so leicht zu erreichen wären. Bei Tolstoj jedoch ist es nicht der Wunsch nach einem »Unio-mystica-Erleben», der seine Gebote und Vorsätze motiviert, sondern seine im Karmagramm deutlich sichtbare und ungelöste Problematik mit der weiblichen Energie (Mond-Konjunktion-Merkur; Venus-Konjunktion-Saturn; Vesta-Opposition-MC; Krebs-Aszendent). In seinen Erfahrungen mit Frauen konnte er über den sinnlichen Aspekt hinaus nicht deren reine, fürsorgliche und selbstlose Dimension erkennen. Ihm erschien die Frau als etwas Unreines, von dem es sich zu distanzieren galt (Vesta und Mond in der Jungfrau). Er strebte, wenigstens in der Theorie, eine makellose und unbefleckte Beziehung zur Frau an, in der alle gefühlsmäßigen Intentionen kontrollierend unterbunden waren: eine geschlechtlich neutrale, platonische Freundschaft.

An und für sich ist gegen eine derartige Sichtweise, entspringt sie einem emotionsfreien und erkenntnisrelevanten Konzept, nichts einzuwenden. Doch im Falle Tolstojs ist sie eher eine trotzige Reaktion auf seine unverarbeitete sexuelle Problematik (Konjunktion Venus-Saturn; Konjunktion Mars-Neptun) und seine Haßliebe zu Frauen bzw. seiner eigenen Weiblichkeit, oder noch tiefgehender analysiert: gegenüber der magisch-mystischen Wirklichkeit. Seine Jungfrau kann Gefühle nicht zulassen, die sein Krebs-Aszendent fordert. In dieser persönlichen Notsituation greift er, wie viele ähnlich geartete Menschen, unter dem Deckmantel religiöser Enthaltsamkeit nach vermeintlich überpersönlichen Kriterien, macht dadurch aus der Not eine Tugend und verschanzt sich hinter einem Wall von obskuren Gesetzesvorschriften. Da seine Frau als einzige dieses Spiel durchschaute, hat sie ihm in seiner Phase der religiös-asketischen Frömmelei ihren seelischen und geistigen Beistand versagt. Man mag über Tolstojs etwas unglücklich verlaufene religiöse Theorien und sozialkritische Experimente denken, wie man will. Mit etwas astro-energetischem Gespür aber läßt sich die Wirkweise des Jungfrau-Archetyps in seinem Werk leicht herausfinden. Tolstoj ist letztendlich jedoch nicht an der nach Klarheit, Reinheit und Achtsamkeit strebenden Jungfrau gescheitert, sondern an den nicht harmonisch integrierten Oppositions- und Quadratspannungen von Venus, Mars, Pluto, Uranus und an den vom Felderkreis her gestellten Aufgaben einer Auseinandersetzung mit der Welt des inneren Yin, der eigenen Seele und Weiblichkeit (Krebs-Thematik). Hätte er vor seiner Bekehrung (etwa im tantrischen Sinne) Möglichkeiten einer positiven Transformation seiner inneren Gefühle und Instinkte gefunden und diese auf den Sockel selbstloser Vorsätze gestellt, wären sowohl die Anforderungen der Jungfrau als auch diejenigen des Wasser-Elementes erfüllt gewesen und er hätte sich nicht für das eine oder das andere entscheiden zu brauchen. Sein Ringen um höchste Objektivität, um in Einklang mit den reinen und erleuchteten Gesetzmäßigkeiten zu gelangen, sein ernsthaftes Bemühen um Desillusion und Analyse und seine Kämpfe gegen die Übermacht sich verstrickender und Leiden-schaffender Gefühle lassen ihn jedoch als einen liebenswürdigen, wenn auch skurrilen Menschen erscheinen, als jemanden, der das Leben mit seinen überpersönlichen und sozialen Verpflichtungen in seiner karmischen Tragweite ausleuchtet und gewichtet.

Jeder verantwortungsbewußte Astro-Energetiker oder Astrologe sollte ein klein wenig Tolstoj-Charakter in sich tragen. Dies jedoch in geschickter Kombination mit Intuition, Geist und auf der Basis seelischer und mystischer Erlebnisse. Wem das zu moralisch klingt, vergißt, daß er sich mit der Jungfrau-Energie beschäftigt.

Karmagramm von Leo Tolstoj

Horoskop Leo Tolstoy

Karmagramm Taeger

Horoskop Leo Tolstoy

Horoskop Astro-Databank

Stichworte zu Tolstojs Karmagramm

Selbstkritik, moralisierendes Denken: starke Jungfrau- und Ziegenfischbetonung / Konjunktion Venus-Saturn (2. Feld) / Vesta in Jungfrau

Schriftstellerische und künstlerische Ambitionen: Venus-Opposition-Uranus / Mondknoten in der Waage / Venus-Halbquadrat-Merkur / Jupiter im 5. Feld / Merkur-Konjunktion-Mond

Religiöses Puritanertum: Vesta, Sonne, Merkur und Mond in Jungfrau / hohe Ziegenfischbesetzung / Konjunktion Venus-Saturn

Suche nach platonischer Partnerschaft: Uranus-OppositionVenus, Saturn / Ziegenfisch-Planeten im 7. Feld / Wassermann-MC / Jungfraubesetzung

Triebproblematik: Mars-Quadrat-Pluto / Konjunktion Mars-Neptun / Jupiter im Skorpion / Konjunktion Venus-Saturn

Gefühl kontra Vernunft: starkes Erdelement in der Anlage (Planeten in Jungfrau und Ziegenfisch) und starkes Wasserelement (Krebs-Aszendent, Jupiter im Skorpion, MC im 8. Feld)

Realismus, Detailliebe: starke Jungfrau- und Ziegenfischbesetzung / Saturn-Venus Konjunktion (2. Feld) / Vesta am IC / EMH im 6. Feld

Revolutionäres Reformdenken: Merkur-Trigon-Mars, Neptun / Venus, Saturn-Opposition-Uranus / Mars-Quadrat-Pluto / Wassermann-MC / Mars im Ziegenfisch / Jungfraubesetzung / Jupiter-Opposition-Chiron / Chiron-Trigon-Mars

Gleichzeitiges Verlangen nach Luxus und Armut: Venus im Löwen und Jupiter im 5. Feld (Lebensgenuß) im Gegensatz zur Erdelementsbetonung (vor allem Jungfrau) sowie Bestrahlung der Venus durch Saturn und Merkur (Beschränkung) / Medium Coeli im 8. Feld

Starke Popularität zu Lebzeiten: Pluto auf Quadratspitze im 10. Feld (Widder) / Pluto und MC als Spannungsherrscher / Pluto-Quadrat-Aszendent / Mars-Opposition-Aszendent

Konflikte mit der äußeren und inneren Frau (Weiblichkeit): hohe Besetzung des 4. Feldes; Krebs-Aszendent; Mond in der Jungfrau; Konjunktion Venus-Saturn / Vesta am Imum Coeli

Fanatismus, Sektierertum: Pluto (10. Feld) auf der Quadratspitze zu Mars und Aszendent; Konjunktion Mars-Neptun im Ziegenfisch / Jungfraubesetzung / Mars-Opposition-Aszendent / Chiron-Opposition-Jupiter / Spannungsherrscher Pluto / Vesta-Opposition-MC

Zeichenerklärung zum Horoskop

Widder Waage Sonne Saturn
Stier Skorpion Merkur Chiron
Zwillinge Schütze Venus Uranus
Krebs Ziegenfisch Erde Neptun
Löwe Wassermann Mond Pluto
Jungfrau Fische Mars Erde-Mond (EMH)
Vesta Mondknoten
Jupiter Aszendent

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Saturn632' 2"r22s25
Uranus133'45"11n31
Neptun1629'33"6s13
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Hans Hinrich Taeger:
Astro-Energetik

Hans Hinrich Taegers Buch "Astro-Energetik", erstmals erschienen im Jahr 1982, unternimmt den Versuch, die Bereiche altehrwürdiger Astrologie und des traditionellen buddhistischen Weltbildes unter der neuen Bezeichnung »spirituelle Astro-Energetik« zusammenzuführen.

Hans Hinrich Taeger starb im Jahr 2013, und seine Werke drohten in Vergessenheit zu verschwinden. Thomas Siegfried, sein langjähriger Lebensgefährte und Erbe, hat Astrodienst im Jahr 2017 die Rechte zur Online-Publikation von Taegers Bücher erteilt. Wir haben den Inhalt der zweiten Ausgabe nun für diese Online-Ausgabe aufbereitet und freuen uns, dieses aussergewöhnliche Buch hier der astrologischen Community zur Verfügung stellen zu können.

Wir veröffentlichen es kapitelweise und werden nach vollständiger Veröffentlichung auch noch ein druckbares PDF anbieten. Im Inhaltsverzeichnis finden Sie die Release-Daten der einzelnen Kapitel.

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