•    
    Aktuelle Planetenstände
    18-Jun-2018, 06:41 Weltzeit
    Sonne2659'59"23n24
    Mond2848'54"13n44
    Merkur112'56"24n55
    Venus55' 4"20n56
    Mars845'58"21s59
    Jupiter145'36"r14s58
    Saturn632' 2"r22s25
    Uranus133'45"11n31
    Neptun1629'33"6s13
    Pluto2035'29"r21s39
    Mondkn.w630'23"18n39
    Chiron217'52"4n08
    Erklärungen der Symbole
    Horoskop des Moments
| Mein Astro | Forum | FAQ
Menü

Hans Hinrich Taeger: Astro-Energetik

Vesta und der Planetoidengürtel

©Astrodienst AG 2018

Handeln ohne Absicht, sich beschäftigen,
ohne ein Geschäft daraus zu machen,
das Große finden im Kleinen und die Vielen in den Wenigen,
Verletzung mit Freundlichkeit vergelten,
schwierige Dinge vollbringen,
solange sie noch leicht sind,
und große Dinge vollbringen in ihrem Anfang:
dies ist die Methode des Tao.
Laotse

In der modernen Astro-Energetik bzw. Astrologie ist man sich über eine bestimmte planetare Entsprechung der Jungfrau-Energie nicht einig. Man glaubt nicht mehr so recht an die mittelalterliche Zweiteilung des Planeten Merkur, der in seiner sogenannten Nachtseite den Zwillingen und in seiner sogenannten Tagseite der Jungfrau gleichermaßen zugeordnet sein soll. Wie alle elf anderen Tierkreisenergien (inklusive der Erde-Stier-Entsprechung) muß auch die Jungfrau eine eigene planetare Manifestation in unserem Sonnen- bzw. Tierkreissystem besitzen. Die nächstliegende, aber gleichzeitig auch die problematischste Zuordnung zur Jungfrau ist der riesige Kleinplaneten- oder Planetoidengürtel, der sich zwischen Mars und Jupiter befindet und aus über 50000 Miniplaneten besteht, von denen aber nur knapp 2000 regulär erfaßt sind. Die winzigen Planeten, merkwürdig deformierte, frei im All schwebende Felsbrocken mit einem Durchmesser zwischen 770 Kilometern (Ceres) und 1,5 Kilometern (Hermes), haben eine Sonnenumlaufzeit von durchschnittlich viereinhalb Jahren. Die Theorien über die Entstehung des Kleinplanetenringes bzw. dessen physikalische Rechtfertigung sind recht unterschiedlicher Natur. Eine von ihnen besagt, daß sich dort früher einmal ein Planet aufgehalten habe, der mit einem Meteor oder einem anderen Gestirnskörper kollidiert und dabei in Tausende von Trümmerteilen zerborsten sei, die wiederum durch das Kräftefeld von Mars, Jupiter und Sonne in eine Umlaufbahn gezwungen wurden. Andere Theorien gehen davon aus, daß der Planetoidengürtel aus Überresten eines explodierten Jupitermondes bestünde.

Das Symbol des Planetoiden VESTA. Es umschreibt die abgrenzende Behütung (Quadrat) des reinen inneren Feuers (die v-förmige Flamme, die dem leeren Quadrat entspringt).

Was nun auch immer richtig sein mag: der Planetoidenbereich symbolisiert uns in seiner geistigen Interpretation Jungfrauqualitäten wie Zersplitterung, Detaillierung, Ordnung des Chaos (innerhalb der 50000 Kleinplaneten gibt es keine Kollisionen, alles verläuft in kompliziert strukturierten Bahnen) und in seiner Mittlerfunktion zwischen den beiden zum Feuerelement gehörenden planetaren Energien Jupiter und Mars eine Synthese zwischen der initiierenden und spontanen Begeisterungsfähigkeit des Mars und den ausgereifteren Idealen, die der Altersweisheit des Jupiter-Zeus entsprechen. In der astroenergetischen Deutung kann man sagen, daß die Planetoiden und damit verbunden auch die Jungfrau einen neutralisierenden Filter oder Prüfstein zwischen der schnellen Entschlossenheit und Reformfreude des Kriegsgottes Mars und der spirituellen Vervollkommnung durch Konzepte der Philosophie und Religion des Göttervaters Jupiter darstellen. Die Filterkriterien hierbei sind die Vernunft und der kritische Verstand, die den überschäumenden geistigen Zielvorstellungen einen Dämpfer aufsetzen, indem sie die verborgenen Hintergründe und Motivationen systematisch aufklären, um somit neue und möglicherweise belastende karmische Verwicklungen zu verhüten.

Auch wenn es von der Theorie her sehr einleuchtend ist, daß der Kleinplanetengürtel die Überreste eines einstmals zusammenhängenden Jungfrau-Planeten darstellt, ergeben sich doch für die Praxis erhebliche Probleme, da jedes Tierkreiszeichen von Tausenden von Planetoiden besetzt ist, die sich, von der Erde aus gesehen, wie eine dünne Filterschicht über alle zwölf kosmischen Energien legen. Aufgrund der Vielzahl dieser filternden Planeten ist keine individuelle Deutung mehr möglich. Man könnte hieraus höchstens ganz allgemein ableiten, daß der zersplitterte Jungfrau-Planet durch seine materialisierte Feinstverteilung im gesamten Tierkreis eine gleichermaßen allerfassende Wirkung ausübt wie sein Opponent Neptun, der die alldurchwirkende mystische Durchdringung umschreibt. Dies bedeutet dann auf die Menschheit bezogen, daß wir aufgefordert sind, alle zwölf Tierkreisenergien und deren planetare Manifestationen, d.h. die hintergründigen Bedingtheiten unseres individuellen Seinszustandes, kritisch zu erkennen und durch diese Erkenntnis Hingabe und Vertrauen in die äußere und innere Welt zu gewinnen. Diese überindividuelle Wirkung eines diffusen Jungfrau-Planeten entspräche auch dem sozial und kollektiv orientierten veränderlichen Charakter dieses Zeichens.

Trotzdem reizt es natürlich, dem an einer individuellen Deutung Interessierten einen speziellen, energetisch besonders aufgeladenen Punkt des Asteroidengürtels festzumachen, an dem sich, durch praktische Erfahrungen erhärtet, die Jungfrauqualitäten, die ja von der traditionellen Beschreibung dieser Energie her bekannt sind, ausmachen lassen. In diesem Zusammenhang beobachtete man vor allem die vier größten Planetoiden: Ceres, Pallas, Juno und Vesta, für die es seit 1973 auch eine Ephemeride gibt (Bach, Climlas: »Ephemerides of the Asteroides«). Bislang stellte sich heraus, daß der Planetoid VESTA in der individuellen Auslösung am ehesten jungfrauadäquate Wirkungen hervorruft. Der deutsche Astrologe H.-Chr. Meier-Parm hat sich in nahezu fünfzigjähriger Forschung mit der Strahlungsqualität dieses Kleinstplaneten auseinandergesetzt. Er erkannte in ihm Prinzipien der Distanzierung und Separation, der Wertneutralität, Ordnung, Struktur, Weltanschauung sowie der exoterischen und esoterischen Wissenschaften. Vesta, der hellste, gerade noch mit dem geschärften Auge wahrnehmbare Planetoid, hat einen Durchmesser von 434 Kilometern und stand zum Zeitpunkt seiner Entdeckung durch den Bremer Amateurastronomen Olbers am 29. 3. 1807 in 20° Jungfrau. Er hat in seiner Rhythmik Korrespondenzen zum Saturn-Zyklus (ca. 29 Jahre), denn er umwandert die Sonne genau achtmal innerhalb einer vollen Saturnumkreisung.

Wenn wir davon ausgehen, daß die Namensgebung durch Olbers kein Zufall gewesen ist, müssen wir uns mit dem Wesen des römischen Vesta-Kultes auseinandersetzen. Vesta ist die Göttin, die das Herdfeuer bewahrt und schützt, das ewige und heilige Feuer der spirituellen Entwicklung, der Transformation, Erkenntnis, Läuterung und Erleuchtung. Hierfür entwickelt sie selbstlose Achtsamkeit und verantwortungsbewußt-ethische Fürsorge. Sie dient dem Erhalt des Lebens, ohne am Leben selbst beteiligt zu sein. Parm sieht in Vesta eine göttliche Energie, die er weder männlich noch weiblich, weder aktiv noch passiv einordnet, und die eine Vorbedingung für Sein und Nichtsein darstellt (Parm: »Der Planetoid VESTA«). Wenn sie auch in der Mythologie als vorwiegend weibliche Energie umschrieben wird, ist hierbei jedoch nicht der triebhafte, sexuelle oder magische Aspekt des Weiblichen gemeint, sondern der eher androgyne Zustand der Reinheit, Unberührtheit, Tugend und der selbstlos motivierten Mitverantwortlichkeit.

So mußten die Priesterinnen des Vesta-Kultes jungfräulich rein und unbefleckt sein. Sie trugen schmucklose und einfache weiße Gewänder; eine Verletzung des Keuschheitsgelübdes wurde mit einem nationalen Unglück gleichgesetzt: die Verführte wurde lebendig eingemauert. Die vestalischen Jungfrauen galten als größte objektive Schiedsinstanz und genossen im Staate allerhöchste Privilegien. Im Inneren des Tempels schürten sie das ewige Feuer, das sie einmal jährlich, am 1. März, zu erneuern hatten. Die jährliche Entfachung des Feuers unterlag einem strengen Kult. Die Flamme durfte nicht einem anderen Herdfeuer entnommen werden, sie mußte sozusagen jungfräulich aus sich selbst entstehen, indem zwei Hölzer bis zu deren Entzündung aneinandergerieben wurden. In ihren Riten durften sie niemals stehendes Wasser verwenden, sondern mußten dieses aus bestimmten heiligen Quellen und Flüssen in irdenen Gefäßen zur Weihstelle tragen. Alle Umschreibungen des Vesta-Kultes, der Ähnlichkeiten mit den Isis-, Hestia- und Marien-Kulten hat, weisen eine deutliche Analogie zum Tierkreis-Archetypen Jungfrau auf.

Wenn wir davon ausgehen, daß die Gottheit Vesta durch den Planetoiden Vesta eine astro- energetische Symbolspiegelung hat, so würden wir durch ihn zu den prä-existentiell angelegten kosmischen Urbedingungen, den in allen Teilen des Seins auffindbaren Feinststrukturierungen und Gesetzmäßigkeiten gelangen. Vesta führt uns in polarisierende Differenzierung, die sich jenseits von persönlich motivierten Absichten, Wünschen und Trieben aufhält, und ermöglicht es uns, unser Wissen in Gewißheit zu verwandeln, um aus ihr heraus mit Sorgfalt und Umsicht unsere Lebensenergie oder Lebensflamme zu erhalten. Vesta schürt das Licht der Gewißheit. Sie reagiert immer dann, wenn wir gegen unser geläutertes und gereinigtes Wissen etwas tun, was wir von dieser höheren Warte aus eigentlich nicht verantworten können. Wahrscheinlich wird Vesta sehr stark mit dem sogenannten Gewissen Zusammenhängen, wobei dieser Begriff wertneutral und nicht im religiös gefärbten Sinne verstanden werden muß. Sie bewahrt die zeitlosen Werte und Gesetze, denen sich Mikro- und Makrokosmos fügen - die Bedingtheit des Entstehens, den göttlichen Plan. Hierbei entwickelt sie Eigenschaften wie Unbeirrbarkeit, Geduld, Gründlichkeit im Detail, Gewissenhaftigkeit und ein hohes Maß an selbstlosen Tugenden.

Viele o. a. Eigenschaften der Vesta stimmen mit den traditionellen Beschreibungen des Jungfrau-Merkur überein. Man gab ihm in seiner jungfräulichen Zuordnung einen saturnalen, d.h. ernsthaften, wirklichkeitsbezogenen, kritischen und grüblerischen Charakter und spaltete ihn dadurch von seinem ihm innewohnenden uranischen Wesenskern ab. Tatsächlich bestätigen die Erfahrungswerte, daß Merkur während seines Aufenthaltes in der Jungfrau oder in den beiden anderen Erdzeichen Stier und Ziegenfisch in seiner Wirkungsweise verändert ist. Er entwickelt dann mehr Skepsis, Ausdauer, Prinzipientreue und Verantwortung gegenüber der äußeren und inneren Wirklichkeit. Doch dies ist noch längst kein Indiz dafür, daß Merkur nun sein zweites, verborgenes Gesicht zeigt, denn alle anderen Gestirne (von Sonne bis Pluto) werden durch ihren Aufenthalt in Erdzeichen auf ähnliche Weise moduliert und erfahren eine saturnale und erdbezogene Ausrichtung. Vielmehr ist es so gewesen, daß in Ermangelung eines umfassenderen astronomischen Wissensstandes einfach kein Planet greifbar war, der die Jungfrau-Eigenschaften verkörpern konnte, und man gab sich mit konstruierten Behelfslösungen zufrieden. Hierbei wußte man jedoch intuitiv und erfahrungsgemäß genau, welche Charakteristika ein der Jungfrau entsprechender Planet haben müßte. Das sind u.a.: Bemühung um Neutralität und Objektivität, Entwicklung eines streng analytischen und hintergründigen Denkens unter Ausscheidung der Triebe, Emotionen und persönlichen Absichten, Forschergeist, Detailwissen, die ethische Gewichtung, die Wissenstradierung und die intellektuell prüfende Absicherung. Es ist auffallend, daß diese Eigenschaften den Saturn-Qualitäten sehr ähnlich sind. Sie unterscheiden sich jedoch von denen des Kardinalzeichenherrschers Saturn durch ihren Verfeinerungsgrad, subtilere Strukturierungen, ein differenzierteres Ableitungs- und somit Toleranzvermögen und eine bohrendere Gründlichkeit. Ist das höchste Symbol des Saturns der Diamant, so hätte in Analogie hierzu der Planetoidengürtel als Sinnbild eine Schatzkiste mit den verschiedenartigen Edelsteinen.

Als planetare Energie, die im Wechselspiel zum geheimnisvollen Planeten der mystischen Initiation, Neptun, steht, versucht Vesta, das Neptunische, nur sinnlich Erfahrbare wie ein Naturforscher und anonymer Beobachter festzuhalten und abstrakt zu umschreiben. Umgekehrt bemüht sie sich, von der äußeren Wirklichkeit durch feinste deduktive Ableitungen, den absichtslosen und reinen Sinn mystischen Wirkens zu erkennen. So wie Neptuns Illusionskräfte einem Sein aus dem Nichtssein heraus entspringen, so führen auch die Zusammenhänge, die über die planetare Jungfrau-Entsprechung gefunden werden, in letzter Konsequenz zu einer fortwährenden wissensmäßigen Erweiterung und Relativierung, - zu einem »Tun im Nichtstun«. Dabei nähert sie sich dem neptunischen Charakter der Auflösung, Transzendierung und unendlichen Ausweitung an. Die Spezialität der Jungfrau-Planeten besteht also in einer Transzendierung durch wissensmäßige Spezifizierung. Diesen Prozeß können wir sowohl in den esoterischen als auch in den exoterischen Wissenschaften beobachten. Obwohl Exoterik und Esoterik nicht im Widerspruch zueinander stehen, sondern nur von verschiedenen Axiomen aus die gleiche »Wirklichkeit« beschreiben, ist in seiner Kooperation mit Fische und Neptun der jungfräuliche Planetoidengürtel oder eine noch zu entdeckende planetare Jungfrau-Entsprechung eher mit dem esoterischen und mystischen, d.h. dem höheren naturwissenschaftlichen Denken, verbunden. In seiner denkerischen Funktion entwickelt er die kritisch überprüfbaren Voraussetzungen, die der Philosophie, Esoterik oder Religion, aber auch den ethischen Normen der exoterischen Naturwissenschaften zu eigen sind.

Andere Astrologen haben weitere planetare Zuordnungen zur Jungfrau vorgeschlagen. Dieses Spektrum reicht vom z. Zt. noch fiktiven Planeten Transpluto, der wohl mathematisch berechnet, aber noch nicht gesichtet worden ist, über den Fixstern Spica bis hin zur Erde selbst (die wir in der Astro-Energetik jedoch der TierkreisEnergie-Stier zuschreiben). Wahrscheinlich bleibt jedoch, daß die Jungfrau nicht in einem zentrierten Punkt lokalisierbar ist. Wenn auch in Vesta ein großer Teil ihrer Eigenschaften zum Tragen kommt, kann man sie dennoch nicht als ihren alleinigen Vertreter postulieren. Warum sollte auch nicht die esoterisch so bedeutungsvolle Jungfrau-Energie ihr Rätsel und Geheimnis haben? Vielleicht machen ihre Unbeflecktheit, Reinheit und Neutralität eine eindeutige materielle Fixierung unmöglich.

Seit dem ersten Erscheinen dieses Buches (1982) hatte ich in den folgenden sieben Jahren Gelegenheit für eine vertiefte Vesta-Forschung, wobei ich sowohl die Wirkung von Vesta-Transiten als auch von Vesta in individuellen Geburtsbildern mir gut bekannter Menschen beobachtet habe. Dabei war ich mir sehr wohl der Verantwortung bewußt, einen neuen astrologischen Deutungsfaktor einzuführen resp. publik zu machen, und so bin ich der Vesta recht kritisch zu Leibe gerückt, was mir mit Vesta, Jupiter, Mond, Chiron, Ceres und Pallas in der Jungfrau meines eigenen Karmagramms relativ leicht fiel. In diesem Zeitraum ist Vesta mehr als 1 1/2 Runden durch den Tierkreis gewandert, so daß ich am eigenen Leibe all ihre Aspektmöglichkeiten zu spüren bekam und dadurch ein Gefühl für ihre Wirkweise entwickeln konnte. Ich möchte hierbei gleich vorausschicken, daß dieses Feeling durchaus nicht immer angenehmer Natur war (vor allem in Kombination mit Pluto-, Mars- oder Uranusaspekten), da Vesta eine sehr sensible nervliche Empfindsamkeit aktiviert und auf Überbelastungen schnell mit hysterischer Überdrehtheit reagiert, die sich beinahe furienhaft steigern kann, wenn sich mehrebnige Anforderungen chaotisch zuspitzen.

Es scheint Vesta unmöglich zu sein, verschiedene Projekte gleichzeitig in Angriff zu nehmen. Dies macht sie störrisch, wütend und in Kommunikation mit anderen Menschen ungerecht, besserwisserisch und negativ im Denken. Man ist in Gefahr, innerlich Amok zu laufen. Statt in arbeitsamer Aktivität erstarrt man förmlich in Arbeitsunlust und Apathie, wird nörglerisch, haarspalterisch - schlichtweg unerträglich für sich selbst und seine Umwelt. Man steht dann innerlich wie unter einer Hochspannung ohne jede Entladungsmöglichkeit. Man spürt diese elektrische Aufladung sogar rein körperlich im Finger-, Kopf- und Fußbereich. Es ist, als wären irgendwelche Chakrenkanäle blockiert, so daß die Kundalini in den Körperextremitäten festgehalten wird. Physiognomisch meint man festzustellen, daß die Augäpfel weiter heraustreten und die Mundwinkel sich leicht trotzig nach unten ziehen. Kein erfreulicher Anblick für seine Mitmenschen. Hinzu kommt, daß gespannte Vesta-Auslösungen die Tendenz haben, stark auf die Umwelt einzuwirken und andere in eine ähnlich aufgeladene Schwingung zu versetzen. Dies geschieht immer dann, wenn man sich zuviel vorgenommen hat, alte Dinge eine Aufarbeitung verlangen oder wenn man unter Termin- oder Streßdruck steht. Ich kann mir z.B. vorstellen, daß Herzinfarkte oder Kreislauferkrankungen durchaus in einem Zusammenhang mit Vesta-Wirkungen stehen können. Dies wäre ein interessantes Thema für zukünftige Untersuchungen. Eine Auswirkung auf den Magen-Darm-Bereich, wie sie ganz allgemein dem Jungfrau-Thema zugeschrieben wird, habe ich nicht feststellen können.

Absolut anders kann sich Vesta verhalten, wenn man sich ausschließlich für nur ein Arbeitsprojekt entschieden hat, das ohne Zeitdruck und Störungen von außen Schritt für Schritt umgesetzt wird. In diesem Fall zeigt sie sich ganz von ihrer Ausgeglichenheit und enormen Konzentrationsfähigkeit. Sie aktiviert dann in einem eine Art mütterlicher Fürsorge für die Sache und hebt einen aus dem Bereich des persönlichen Selbst und dessen Problematik heraus, wodurch sich Objektivität, Vernunft, Klarschau und Selbstkritik entwickeln können. Auch entsteht eine kameradschaftliche Öffnung gegenüber sachlicher Kritik von außen, wobei andere gerne in den eigenen Arbeitsprozeß einbezogen werden (Teamarbeit). Man muß jedoch aufpassen, daß man durch Vesta nicht in endlose Detailverstrickungen gerät, und sollte ihr bewußt Halt- oder Stopsignale entgegensetzen, die sie, wenn als vernünftig erkannt, auch akzeptiert. Vesta trägt in sich sowohl den Hang zur Perfektion als auch zur Ausdauer. Ein echter Vesta-Mensch ist niemals mit dem zufrieden, was er geleistet hat. Er ringt unentwegt nach größerer Klarheit, Unmißverständlichkeit und bestmöglicher Sachdienlichkeit und strebt mit seiner Arbeit nicht nach persönlichen Vorteilen. Er ist ein ambitionierter Forscher und Arbeiter. Es geht ihm mehr um eine Arbeit der Sache zuliebe und - auf einer stupiden Ebene - sogar nur um Arbeit um der Arbeit willen. Im Extremfall erscheint ihm Lob sogar als äußerst suspekt. Was er jedoch sucht, ist echte Kritik - frei von persönlichen Sympathien oder Antipathien.

Eine weitere Eigenschaft von Vesta ist eine gewisse Umständlichkeit und Sturheit in der Sache. Flexibilität oder Umdenken ist nicht ihre Stärke. Hier müssen andere planetare Energien zu Hilfe kommen. Sie kann eine eselhafte Störrigkeit vermitteln, wenn sie einen einmal gefaßten Denkpfad aufgeben soll. In diesem Sinne ist sie recht konservativ und wenig belehrbar, was aber - positiv formuliert - auch heißt, daß sie einmal als richtig erkannte resp. überprüfte Einsichten zäh festhält und von daher eine gewisse geistige bzw. spirituelle Standfestigkeit gewährleistet. Vesta hält einen dazu an, das eigene Arbeitstempo im Sinne der Wichtigkeit einer (jeder) Sache zu drosseln. Diese zeitliche Verzögerung wird jedoch durch Kontinuität und Ausdauer wieder ausgeglichen.

Von meinem Gefühl her ist Vesta eine weibliche Energie, - weiblich jedoch nicht im Sinne mondhafter Gefühlsumsorgtheit, sondern eine Art von entsexualisierter Weiblichkeit, etwa im Sinne einer strengen Erzieherin, - einer Jungfer in all ihrer positiven wie auch negativen Wesenshaftigkeit, - einer strengen Obwalterin sachdienlicher Tugenden - letztendlich einer vestalischen Priesterin. - Anmerkung: Beobachtungen anderer Großplanetoiden wie Juno, Ceres oder Pallas haben zu keinen eindeutigen empirischen Erfahrungen geführt. Ich möchte ihnen nicht völlig ihre Wirkung absprechen, messe ihnen aber im Vergleich zu der immensen Strahlungsaktivität von Vesta, die jeder leicht durch eigene Beobachtungen nachvollziehen kann, völlig sekundäre Bedeutung zu.

Werbung
Astro Wiki
AstroWiki
Aktuelle Planetenstände
18-Jun-2018, 06:41 Weltzeit
Sonne2659'59"23n24
Mond2848'54"13n44
Merkur112'56"24n55
Venus55' 4"20n56
Mars845'58"21s59
Jupiter145'36"r14s58
Saturn632' 2"r22s25
Uranus133'45"11n31
Neptun1629'33"6s13
Pluto2035'29"r21s39
Mondkn.w630'23"18n39
Chiron217'52"4n08
Erklärungen der Symbole
Horoskop des Moments
Hans Hinrich Taeger:
Astro-Energetik

Hans Hinrich Taegers Buch "Astro-Energetik", erstmals erschienen im Jahr 1982, unternimmt den Versuch, die Bereiche altehrwürdiger Astrologie und des traditionellen buddhistischen Weltbildes unter der neuen Bezeichnung »spirituelle Astro-Energetik« zusammenzuführen.

Hans Hinrich Taeger starb im Jahr 2013, und seine Werke drohten in Vergessenheit zu verschwinden. Thomas Siegfried, sein langjähriger Lebensgefährte und Erbe, hat Astrodienst im Jahr 2017 die Rechte zur Online-Publikation von Taegers Bücher erteilt. Wir haben den Inhalt der zweiten Ausgabe nun für diese Online-Ausgabe aufbereitet und freuen uns, dieses aussergewöhnliche Buch hier der astrologischen Community zur Verfügung stellen zu können.

Wir veröffentlichen es kapitelweise und werden nach vollständiger Veröffentlichung auch noch ein druckbares PDF anbieten. Im Inhaltsverzeichnis finden Sie die Release-Daten der einzelnen Kapitel.

Werbung
WWW.ASTRO.COM ist das grosse Astrologie-Portal mit den vielen kostenlosen Angeboten. Hochwertige Horoskopdeutungen von den weltweit führenden Astrologen Liz Greene, Robert Hand und anderen Autoren und Autorinnen, viele gratis Horoskope und qualitativ hochwertige Information über Astrologie für Anfänger und Profis machen www.astro.com zur ersten Adresse für alle Astrologie-Interessierten.
Homepage - Gratis Horoskope - Astro Shop - Astrologie Wissen - Ephemeriden - Autorinnen und Mitarbeiter - Mein Astro - Direkte Atlas-Abfrage - FAQ - Forum - Kontakt und Impressum - Datenschutzerklärung - Nutzungsbedingungen - Sitemap