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Hans Hinrich Taeger: Astro-Energetik

West meets East

©Astrodienst AG 2018

Die östliche Mystik hat es vor allem darauf abgesehen, den menschlichen Geist von Wörtern und Erklärungen zu befreien. Beide, Buddhisten wie Taoisten, sprechen von einem »Netzwerk von Worten« oder einem »Netz von Begriffen«. Solange wir Dinge erklären wollen, sind wir vom »Karma« gebunden, gefangen in unserem Netzwerk der Begriffe. Worte und Erklärungen zu überschreiten bedeutet, die Fesseln des Karma zu sprengen und die Befreiung zu erreichen.
Fritjof Capra (aus »Der Kosmische Reigen«)

Es gibt nicht so etwas wie ein asiatisches oder ein westlich-astrologisches Luftelement. Die Unterschiede bestehen lediglich in der Interpretation oder Handhabung ein und derselben Uressenz. Wir können also getrost unsere Tierkreiszeichen Waage, Wassermann und Zwillinge resp. deren planetare Entsprechungen Venus, Uranus und Merkur mit den Qualitäten der Luftelementsfamilie des buddhistischen Mandalas (symbolisiert durch den grünen »Amoghasiddhi-Buddha«) in Zusammenhang bringen. In beiden Systemen wird die Luft mit dem schnellen und beweglichen Denken sowie der Harmonisierung durch weise und flexible Handhabung denkerischer Entschiedenheit in Verbindung gebracht. Beide Traditionen erkennen in ihr den Drang zum Perfektionismus und die Problematik, Entscheidungen herbeizuführen. Letzteres kommt bei uns über das gleichnishafte Bild der Waage (abwägendes Denken) und im Nördlichen Buddhismus über das Symbol des Schwertes (Entscheidungen treffen) zum Ausdruck (Schwert = frühes Symbol des Tantrismus für das Luftelement, später durch das Doppel-Vajra ersetzt). Die flexible Verbundenheit mit Allem zeigt sich in unserer astrologischen Interpretation des Luftelements als Hang zu Kommunikation, Diplomatie, Wir-Idealen und Harmoniebereitschaft. Im mehr bildlich orientierten Nördlichen Buddhismus drückt sich dies sowohl im Symbol des Windpferds aus, durch das alle Himmelsrichtungen und Elemente untereinander kommunikativ verbunden werden, als auch im Bild eines Doppel-Vajras oder Mandalas (beide Begriffe sind in ihrer Essenz identisch).

Das Doppel-Vajra- oder Mandala-Symbol des Luftelements bringt die generelle Aufforderung zur Karmavollendung auf allen Elementen-Ebenen zum Ausdruck.

Als einem derart neutralen und egoüberwindenden Element kommt der Mandala-Energie eine gewisse Kühle und ein überpersönlicher Abstand zu, wie wir ihn auch aus der astrologischen Deutung her kennen. Seine Tendenz zur Entpolarisierung spiegelt sich in der (androgynen) Doppelnatur, die männliches und weibliches in sich hermaphroditisch vereinen möchte (z.B. ersichtlich aus den Doppelzeichen Waage, Zwillinge und Wassermann). Im buddhistischen Tantra wird diese Doppelnatur dadurch zum Ausdruck gebracht, daß der Luftelements-Buddha zusammen mit den beiden mythologischen Hauptkontrahenten Schlange und Adler (resp. Naga und Garuda) dargestellt wird. So wird denn sein Thron von acht Vogelmenschen (Garudas/geistige Energien) bewacht, während er selbst von einer Aureole von Schlangen (Nagas resp. Kundalini-Energie/psychische Kräfte) umgeben ist. Seine rechte erhobene Hand symbolisiert Furchtlosigkeit und Schutzgewährung in der Verwirklichung des eigenen Karmas. In vielen Darstellungen trägt er als einziger Elementen-Buddha ein geöffnetes Drittes Auge auf der Stirn, auf dessen Bewandtnis wir später zurückkommen. Er wird auch »Buddha Neid« oder »Buddha Eifersucht« genannt (Wasser-Element= »Buddha Haß«, Erd-Element = »Buddha Stolz«, Feuer-Element = »Buddha Gier«, Äther-Element = »Buddha Ignoranz«), worunter nicht etwa materieller Neid, sondern Erkenntnis-, Wissensvorsprungs- oder Wissensneid etc. zu verstehen ist. Wir würden diese Eigenschaft wohl eher tödliche Neugierde nennen.

Aus der Erkenntnis, daß jede neue Wissensebene unseres polaren Denkens zu neuen karmischen Umsetzungen und Verwicklungen führt, ist der Wissensdrang dieses Elements gleichzeitig mit Vorsichtigkeit, Umsicht und Abwägung gepaart. Als Zeitgenossen eines luftelementgeprägten Zeitalters sind wir voll in all den Wahn der nie endenden Wissensrevolution integriert und versuchen durch ein gepuschtes Lern- und Lebenstempo uns dem jeweils neuesten Erkenntnisstand anzupassen, ihn karmisch zu verwirklichen. Dies bringt uns einerseits in ständigen Vollzugszwang, Unruhe und Nervosität, und vermittelt uns andererseits ein ganzheitlicheres und umfassenderes Wissen von uns selbst und dem kosmischen Ganzen, dem Welten-Mandala. In der buddhistischen Tradition stellt man sich den kommenden Buddha, auch Maitreya, »der Liebende« genannt, als eine Weisheitsemanation des Luftelements vor, dessen Lehren zu einem erweiterten astrologisch-esoterischen Elementenverständnis von Universum und Mensch führen sollen. Im buddhistischen Tantra wird das Luftelement mit der Lichtqualität Grün in Verbindung gebracht, wobei man sich Grün als eine komplexe Verbindung aller Farblichter vorstellt. Worauf sich unser Ausspruch »Grün vor Neid« zurückführen läßt, weiß ich nicht, doch paßt er in das Bild der asiatischen Esoterik. In der östlichen Mythologie werden mit dem Luft- oder Windelement Titanengötterwelten und Planetengottheiten assoziiert, die sog. Asuras, die sich in einem anfangslosen Kampf mit den himmlischen Gottheiten (Devas) befinden. Mit diesen streiten sie sich um die Früchte des wunscherfüllenden magischen Erkenntnisbaumes (Weltenbaum = Analogie zur Wirbelsäule), dessen Wurzeln die Asuras umhegen und dessen Baumkrone (Brahma - oder Scheitelchakra) sich - für sie nur schwer erreichbar - in den himmlischen Welten der Devas entfaltet. In der nachfolgend behandelten Feinstoffanatomie unseres Chakren- und Nadi-Körpers spiegelt sich dies im Spannungsverhältnis des untersten Wurzelchakras (= zentraler Sitz des Luftelements) und des obersten Scheitelchakras (= zentraler Sitz des Äther-Elements) wider.

Während wir uns in der herkömmlichen Astrologie damit begnügen, unsere Elemente, Tierkreiszeichen, Planeten etc. zu analysieren oder durch Astrodrama energetisch bewußt zu machen, geht man im Geistestraining des buddhistischen Tantra (Tantra = Arbeit im Verborgenen) viele Schritte weiter. Man bezieht nämlich die Eigenschaften der Elemente als wesentliche Faktoren in die innere Chakren- und Nadi-Arbeit mit ein. Nadis sind körperanatomisch nicht auszumachende Energiekanäle, die unseren gesamten Körper mit einem filigranen Leitungsnetz durchziehen und durch die subtile, elektrisch zu umschreibende Energien (auch Prana- oder Kundalini genannt) fließen. Sie sind es, die im eigentlichen Sinne unseren Körper beleben, ihn durchgeistigen. Die östliche Akupunktur benutzt einige der Energielinien, die sich auch z.T. auf der Hautoberfläche befinden, um Energiestaus oder Energiemängel durch entsprechende Manipulationen zum Fließen oder Auffüllen zu bringen. Im buddhistischen Geistestraining reduziert man seine Konzentration auf drei Haupt-Nadis, die sich parallel zur Wirbelsäule vom Steißbeinansatz resp. der Sexualgegend über Hals, den höchsten Scheitelpunkt des Schädels bis zum Punkt zwischen den beiden Augenbrauen (Nasenwurzel) hinziehen. Vereinfacht kann man sie sich parallel zueinander vorstellen, wobei sich die linke und rechte Nadi an verschiedenen Hauptpunkten mit der zentralen Nadi knotenförmig überschneiden.

Diese Punkte, Energieschaltstellen, Lotoszentren oder Chakren sind: das Sexualchakra, das Steißbein- oder Wurzelchakra, das Nabel-, Herz-, Kehlkopf-, Scheitel- und Stirnchakra. (Wichtig zu erwähnen wäre z.B. noch das Fußchakra, in dem sich die ruhende Kundalini- oder Schlangenenergie befindet, das jedoch im buddhistischen Tantra kaum Beachtung findet.) In der astrologischen Esoterik wird dem Sexualchakra Merkur, dem Wurzelchakra der Mond, dem Nabelchakra Venus, dem Herzchakra die Sonne, dem Kehlchakra Mars, dem Scheitelchakra Saturn und dem Stirnchakra Jupiter zugeordnet. Inwieweit diese Entsprechungen stimmig sind, vermag ich nicht zu entscheiden. Was sich vom Wurzel- und Sexualchakra ausgehend durch die linke und rechte Nadi nach oben windet, sind feine elektrische Lichtimpulse, die wir Schlangen-, Naga-, Prana-, Kundalini-, Libido- oder Lebensenergie nennen. Sie werden auch in weibliche und männliche, resp. Mond- und Sonnenenergiekanäle unterteilt bzw. ganz allgemein als die Kanäle der inneren Winde oder des Luftelements bezeichnet. In den meisten tantri- schen Übungen stellt man sich die mittlere Nadi als leer vor. Die 7 Hauptchakren stehen in Analogie zu den 5 Elementen: Sexualchakra-Wasser, Wurzelchakra (Aftergegend)-Luft, Nabel-Erde, Herz-Wasser, Kehlkopf-Feuer, Scheitel-Äther, Stirn-Luft. Was wir als Ausstrahlung oder Aura eines Menschen empfinden, sind Folgen elektromagnetischer Intensivierungen über eines der o.a. Chakren. Sind alle Chakren gleichermaßen belebt bzw. hat sich die positiv und die negativ geladene Kundalini über die Schaltstellen auch in die mittlere Nadi gefüllt, spricht man vom Zustand der Erleuchtung, des Erwachens oder der Peak-Eperience, die von tausenderlei mystischen Zuständen der Raum-Zeit-Enthobenheit, Selbstinitiation u.v.m. begleitet ist.

Der Grund, warum ich überhaupt auf den Feinstoffkörper zu sprechen komme, ist die Bedeutung, die das Windelement darin spielt. Die Tibeter sprechen gerne von Winden, die Hindus eher von Kundalini: wir vielleicht lieber von elektrischen Impulsen. Gemeint ist jedoch immer dasselbe. Es ist das Luftelement, das im wesentlichen alle inneren Verbindungen herstellt und das aus tantrischer Sicht nicht nur die Bewußtseinsformen wie Sehen, Hören, Riechen, Tasten, Schmecken transportiert und in Kommunikation zueinander bringt, sondern auch die anderen Elementen-Energien von Wasser, Erde, Feuer und Äther (Wasser-Wind, Erd-Wind, Feuer-Wind, Äther-Wind). Von dem Wunsch nach Harmonie erfüllt (Venus/Waage), dient es allen inneren Energien als eine Art Reittier oder - in Analogie zu Hermes-Merkur - als Mittler zwischen oben und unten, Geist und Psyche, Yin und Yang, profan und heilig. Gleich den geflügelten Füßen Merkurs ist es in ständiger Bewegung, und gleich seinem berühmten Schlangenstab, der nichts anderes symbolisiert als das Kundalini-Nadi-Chakren-System, weiß es um die hermetischen Geheimnisse der Relativität des menschlichen Universums.

Bevor wir die Mandala-Kraft in uns aktivieren, fassen wir noch einmal zusammen, was für ein voraussichtliches Resultat dieses Tun langfristig bringen wird. Durch den »Grünen Weg« verstärkt sich in uns astrologisch gesehen unsere persönliche Venus-, Uranus- und Merkur- resp. Waage-, Wassermann- und Zwillingethematik (auch Planeten des siebten, elften und dritten Feldes). Eine Venus-Waage-Verstärkung bedeutet ein Mehr an magischem Potential (Venus als die große Zauberin), überpersönlicher Liebesfähigkeit (Venus Urania), innerer Blumigkeit, Farbigkeit und Fantasie, esoterischem Wissensdurst, spontaner Hingabefähigkeit, musischen Ambitionen, aber auch Entscheidungs- und Umsetzungsschwierigkeiten (bedingt durch das Gewahrsein karmischer Folgen). Die Intensivierung des Merkur-Zwillinge-Themas beinhaltet eine Forcierung der gedanklichen Vielseitigkeit, Schnelligkeit und Wachheit, der Kommunikationsfreude, sprachlichen Gewandtheit und unorthodoxer Umsetzungen. Aber auch hier besteht wegen der karmischen Verfänglichkeit eine Tendenz zu diplomatischen Kompromissen. Über Uranus-Wassermann verstärkt sich in uns die Intuitionskraft, die Fähigkeit, weite gedankliche Bögen zu spannen, Weisheit aus Paradoxien zu entwickeln, den Zeitgeist zu erfassen, sich Traditionen unverbunden zu fühlen, das Unmögliche als Möglichkeit zu erwägen, verschiedenste Wissensgebiete zusammenzuführen (East meets West) oder zu spontanen Entschlüssen zu gelangen.

Alles in allem entwickelt sich durch Luftelementsaktivierung unser Wesen zu einem bunten und schillernden Geschöpf. Für manch einen schwer greifbar oder einzuordnen. Doch voller genialer Ideen, Intuitionen und mehrschichtig paradoxen Sichtweisen. Schnell, reagibel, fantasiebegabt, improvisationsgewandt und voller blumig-magischer Brisanz. Jederzeit bereit, sich für die Ideale einer ichüberschreitenden Ganzheit hinzugeben. Bald aufbrausend - gewaltig wie ein mächtiger Sturm, bald sprunghaft wie ein böiger Wind, bald sanft wie eine milde Brise, bald schweigend wie eine dornröschenhaft-träumende, unbewegliche Luftsäule, doch allzeit voll der sonderbarsten Überraschungen und Wendungen. - Tantrisch gesehen gibt es dieser Charakterskizze wenig hinzuzufügen. Auch hier werden die Anhänger der Karma-(= Ursache/Wirkung), Prajna-(= Weisheitswissen), Khadga-(= Schwert der Entschiedenheit) oder Vishvavajra-(= Mandala oder Doppelvajra) Familie (alles Bezeichnungen für das Luftelement) als spontan, gedankenaktiv, zaubergewaltig (vor allem in Form der Grünen Tara), wechselmütig und voller Weisheitswissen um geheime karmische Zusammenhänge beschrieben.

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Astro-Energetik

Hans Hinrich Taegers Buch "Astro-Energetik", erstmals erschienen im Jahr 1982, unternimmt den Versuch, die Bereiche altehrwürdiger Astrologie und des traditionellen buddhistischen Weltbildes unter der neuen Bezeichnung »spirituelle Astro-Energetik« zusammenzuführen.

Hans Hinrich Taeger starb im Jahr 2013, und seine Werke drohten in Vergessenheit zu verschwinden. Thomas Siegfried, sein langjähriger Lebensgefährte und Erbe, hat Astrodienst im Jahr 2017 die Rechte zur Online-Publikation von Taegers Bücher erteilt. Wir haben den Inhalt der zweiten Ausgabe nun für diese Online-Ausgabe aufbereitet und freuen uns, dieses aussergewöhnliche Buch hier der astrologischen Community zur Verfügung stellen zu können.

Wir veröffentlichen es kapitelweise und werden nach vollständiger Veröffentlichung auch noch ein druckbares PDF anbieten. Im Inhaltsverzeichnis finden Sie die Release-Daten der einzelnen Kapitel.

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