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Astrologie und Psychologie

Astrologie und Psychologie

Astrologie kann mit einigem Recht als die ältere Schwester der Psychologie bezeichnet werden - existiert sie doch seit mehr als 3000 Jahren.

Beide Disziplinen  beschäftigen sich mit der Psyche, mit dem Wesen des Menschen. Wie in der Astrologie gibt es auch unter den Psychologen unterschiedliche Richtungen und Schulen. Manche bevorzugen wissenschaftliche Ansätze - soweit das bei einer so komplexen Materie wie der menschlichen Psyche möglich ist - andere folgen eher alternativen, ganzheitlichen Konzepten. Letztere zeigen häufig Parallelen zu der Astrologie und lassen sich sehr fruchtbar mit ihr kombinieren. Zu diesen gehört zum Beispiel die Analytische Psychologie Carl Gustav Jungs.

Diese und andere psychologische Richtungen möchten wir Ihnen im Bereich Astrologie und Psychologie vorstellen. Wir wollen ihre Schnittpunkte mit der Astrologie aufzeigen.

Jung’sche Prinzipien

Der Schweizer Psychologe und einstige Freud-Schüler Carl Gustav Jung hat sich vor allem in der späteren Phase seines Schaffens mit den Lehren der Alchimie und Astrologie beschäftigt. Die daraus resultierenden Erkenntnisse zeigen sich deutlich in seiner Analytischen Psychologie. Diese geht ein gutes Stück über die Freud'sche Lehre hinaus.

Zum Beispiel nimmt Freud an, dass ein Kind als "tabula rasa" geboren wird und die Charakterprägung vom ersten Moment des Lebens an stattfindet. Jung dagegen sagt in seinem Buch Psychologische Typen: ... die Disposition wird eben schon in der Kindheit offenbar, da sie angeboren ist und nicht erst im Laufe des Lebens erworben wird.

Dieser Gedanke ist die Grundvoraussetzung der Astrologie. Die Jung'sche Psychotherapeutin und Astrologin Liz Greene ist überzeugt, dass die Astrologie helfen kann, die Natur dieses angeborenen Keims zu erkennen. Die Astrologie kann uns nicht nur etwas über das Selbst sagen, das wir kennen, sondern auch über jenes, das uns unbekannt ist, schreibt sie in Kosmos und Seele. Das Horoskop als "Landkarte der Seele" gibt Hinweise auf verdrängte und noch nicht bewusst gewordene Persönlichkeitsmerkmale. Mit ihm haben wir die Möglichkeit, uns selbst besser kennen zu lernen und dem, was wir sind, näher zu kommen. Das ist auch das Anliegen der Analytischen Psychologie Carl Gustav Jungs. In ihrem Zentrum steht die Individuation: das Zu-sich-selbst-kommen.

Einige der Jung'schen Prinzipien, die ihre Entsprechung in dem Gedankengut der Astrologie finden, werden auf den folgenden Seiten genauer beschrieben. Dabei geht es vor allem um die Begriffe der  “Synchronizität", der "Archetypen" und der "Psychologischen Typen".

Synchronizität

Jung veröffentlichte 1952 den Artikel "Synchronizität als Prinzip akausaler Zusammenhänge". Mit dem Konzept der Synchronizität geht er über die rein kausalen Erklärungsversuche weltlicher Zusammenhänge durch die Wissenschaft hinaus. Er behauptet, dass Ereignisse, die synchron (also gleichzeitig) auftreten, nicht notwendigerweise einen kausalen (also ursächlichen) Zusammenhang haben müssen. Dennoch kann ein Sinnzusammenhang zwischen ihnen bestehen.

Anthony Stevens schildert ein Erlebnis, das Jung selbst hatte: In einem Traum begegnete ihm eine Gestalt, die die Flügel eines Eisvogels hatte. Später malte er die Figur, um das Bild nicht zu verlieren. Während des Malens fand er in seinem Garten einen toten Eisvogel. Eisvögel sind aber in der Gegend um Zürich extrem selten. Für Jung fiel dieses außergewöhnliche Ereignis mit einer starken inneren Bewegtheit zusammen.

Sicher kennen Sie auch die Situationen, in denen Sie ausrufen könnten: "Das kann doch kein Zufall sein!" Etwa wenn Sie ein Buch voller ungewöhnlicher Ideen gelesen haben, und plötzlich sprechen alle Leute Sie auf dieses Thema an, im Fernsehen kommt ein Bericht darüber und beim Surfen im Internet stoßen Sie auch immer wieder auf solche Konzepte. Diese Ereignisse passieren gleichzeitig, aber offensichtlich wird das eine nicht durch das andere verursacht. Hier scheint also ein anderer Zusammenhang am Werk sein.

Brigitte Hamann fasst dieses Phänomen in ihrem Artikel "Gedanken über Astrologie, Synchronizität und Prognose" treffend zusammen:

Ein bestimmtes Ereignis tritt für einen bestimmen Menschen vom zeitlichen Zusammenhang her so auf, daß es für ihn eine spezielle Bedeutung gewinnt, die ihm einen wichtigen Sinnzusammenhang seines Lebens offenbart. Für jeden anderen Beobachter des gleichen Ereignisses wäre es nur ein zufälliges Ereignis, dem er keine besondere Bedeutung beimessen würde, da für ihn keine synchronistische Verbindung zu diesem Ereignis besteht, es sagt ihm nichts Besonderes.

Die Astrologie basiert auf dem Prinzip der Synchronizität. Der "Einfluss der Sterne" ist keiner im kausalen Sinn. Es ist überhaupt kein Einfluss, um genau zu sein. Vielmehr "funktioniert" die Astrologie so, wie es die Inschrift einer Smaragdtafel beschreibt:

Was unten ist, gleicht dem, was oben ist. Und was oben ist, gleicht dem, was unten ist, damit das Wunder des Einen vollendet werden kann.

Das heißt, das, was im Kosmos ist, spiegelt das, was auf der Erde ist, wider. Umgekehrt ist es daher möglich, aus den Planetenkonstellationen Schlüsse darüber zu ziehen, wie diese sich auf der Erde oder im Leben eines Menschen widerspiegeln könnten. Liz Greene:

Die Himmelspositionen reflektieren die Eigenschaften eines Moments und dadurch auch alles, was in ihm entstanden ist. [...] Das eine ist nicht die Ursache des anderen; sie treten zeitlich zugleich auf, sind  synchron, spiegeln einander wider.

Zweifellos ist dies ein erweiterter Begriff der Synchronizität, denn er bezieht sich nicht nur auf eine Person und ihre Beziehung zur direkten Umwelt. Vielmehr bezieht er alles als Teil der Ganzheit Universum mit ein. die Grundhaltung, dass es einen Sinnzusammenhang zwischen Phänomenen gibt, die gleichzeitig auftreten, ist der Astrologie und Jungs Prinzip der Synchronitzität gemein.

Archetypen und das Kollektive Unbewusste

Sigmund Freud gilt das Verdienst, das Unbewusste als denjenigen Teil der Psyche "entdeckt" zu haben, in den unangenehme Erfahrungen verbannt werden. Jung belässt es nicht beim Persönlichen Unbewussten: Er ist der Ansicht, dass nicht nur der Einzelne ein Unbewusstes hat, sondern darüber hinaus das Kollektive Unbewusste die gewaltige Erbmasse der Menschheitsentwicklung beinhaltet. Diese wird, so Jung weiter, in jeder individuellen Struktur wiedergeboren.

Träume können wir als das Tor zum Unbewussten - zum Persönlichen wie Kollektiven - betrachten. Traumgestalten wie der dunkle Verfolger oder das unschuldige Kind sind Symbole. Diese stoßen bestimmte Assoziationen in uns an, die wir mit rationelem Bewusstsein nicht wahrnehmen würden.

Jung hat festgestellt, dass viele dieser Symbole universeller Natur sind. Sie kommen in den Mythen und Märchen aller Völker vor. Das zeigt, dass alle Menschen über ein gemeinsames "Wissen" verfügen. Er nannte sie deshalb "Urbilder" oder "Archetypen". Die Urbilder selbst sind nicht genau zu beschreiben. Liz Greene sieht in den Archetypen Energiestrukturen, die in den Symbolen unserer Umwelt zum Ausdruck kommen. Sie selbst haben keine Form, teilen sich aber in den Symbolen der uns umgebenden Umwelt mit.

In diesem Sinne repräsentiert das Sonnensystem das Symbol einer lebendigen Energiestruktur, die in jedem Augenblick die niedrigeren Lebensformen reflektiert, die in ihr enthalten sind. Das Horoskop jedes Einzelnen ist ein Modell dieser Energiestrukturen. In seinen Symbolen zeigt sich der Same dessen, was das Potenzial dieser Persönlichkeit ausmacht. Jung bezeichnet die Planeten als "Götter", Symbole oder Mächte des Unbewussten. Diese Götter wirken jedoch bei jedem Menschen unterschiedlich.

Astrologisch betrachtet umfasst zum Beispiel das Symbol Sonne den Wesenskern, das Zentrum, die Position des Königs oder Chefs, genauso wie das Lebensschöpfende, Kreative und Spielerische. All diese Bedeutungen gehen assoziativ aus dem einen Symbol hervor, ohne jedoch willkürlich zu sein. Liz Greene sieht Symbole als "Ausdrucksformen des Unbewussen". In  Kosmos und Seele schreibt sie:

Ein Symbol deutet einen Lebensaspekt an oder legt hierzu eine Schlussfolgerung nahe, und seine Deutungsmöglichkeiten sind unerschöpflich und entziehen sich letztlich allen Bemühungen des Intellekts, einen Katalog dieser Bedeutungen aufzustellen.

Ein umfassendes archetypisches Symbol in der Astrologie ist der Horoskopkreis. In allen Kulturen gilt der Kreis als Symbol der Ganzheit. Genau so steht das Horoskop für die Ganzheit des Individuums, für den Archetypus des Selbst.  

Psychologische Typen

Kennen Sie die Situation, dass Sie eine objektiv gemeinte, rationale Äußerung tun und Ihr Gesprächspartner völlig emotional und persönlich betroffen darauf reagiert? Oder: Haben Sie sich schon darüber aufgeregt, dass Ihre Partnerin so fürchterlich auf dem Boden der Tatsachen steht, wo Sie doch so gerne Luftschlösser  mit ihr bauen wollen?

Dieses interessante Phänomen ist altbekannt. Trotz aller Individualität scheinen sich die Menschen in bestimmte "Schubladen" stecken zu lassen.

Carl Gustav Jung erklärt das Phänomen mit der Einteilung in vier Psychologische Typen oder “Funktionstypen". Er hat festgestellt, dass das bewusste Ich vier Wahrnehmungsfunktionen kennt, die bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sind: die Denkfunktion, die Fühlfunktion, die Empfindungs- und die Intuitionsfunktion. Dabei stellen jeweils zwei davon Gegensätze dar: Denken und Fühlen stehen sich als zwei rationale (im Sinne von bewertende) Funktionen gegenüber. Die irrationalen (nicht wertenden) Funktionen des Empfindens und Intuierens bilden das zweite Gegensatzpaar. Natürlich sind nicht alle vier Funktionen in einem Menschen gleich stark ausgeprägt. Eine Funktion ist dominant, während die andere eher "unterentwickelt" ist. Um wirklich ganz zu werden, wäre es wünschenswert, alle vier Wahrnehmungsfunktionen zu schulen. Das ist aber eine außerordentlich schwierige Aufgabe. Jung selbst schreibt in Psychologische Typen:

Der Mensch kann bekanntlich nie alles zugleich und nie ganz vollkommen sein. Er entwickelt stets nur gewisse Qualitäten, und andere lässt er verkümmern. Zur Vollständigkeit reicht es nie.

In der Astrologie werden die zwölf Tierkreiszeichen den vier Elementen Luft, Wasser, Erde und Feuer zugeordnet. Liz Greene sieht in der Viererstruktur der Elemente die "Eckpfeiler der Astrologie". Sie geben Auskunft über die vorherrschende Grundhaltung eines Menschen. Sind in einem Horoskop die Feuerzeichen besonders betont, sprechen die Astrologen vom Feuertypus. Das heißt, seine dominante Form der Wahrnehmung ist feurig. Im Jung'schen Sinne, entspräche das dem Intiutionstypus.

Der Denktyp und das Element Luft

Beim Denk- oder Lufttypus überwiegt die Denkfunktion. Ein solcher Mensch betrachtet die Welt rational. Er analysiert die Dinge nach den Gesetzen der aristotelischen Logik und bewertet sie anhand "objektiver" Kriterien. Ihm fällt es leicht, seine Umgebung in Kategorien zu ordnen. Er kann Kritik üben, Schlussfolgerungen ziehen und Beweise durchführen.

Die astrologische Entsprechung dieser Funktion spiegelt sich in den Luftzeichen Zwillinge, Waage und Wassermann wider. Liz Greene weist in Kosmos und Seele darauf hin, dass das Luft-Element das einzige ist, das im Tierkreis nicht durch Tiere symbolisiert wird. Zwillinge und Wassermann haben menschliche Gestalt, und die Waage ist ein objektives Messinstrument. Greene schreibt:

Luft ist das Element, das für den Menschen am typischsten ist, das von der instinktbeherrschten Natur am weitesten entfert ist; und die Funktion des Denkens wurde vom Menschen als seine größte Gabe entwickelt - oder vielleicht im Laufe der letzten zweihundert Jahre sogar überentwickelt.

Stehen mehrere Planeten und/oder der Aszendent in einem Horoskop in Luftzeichen, so nimmt dieser Mensch die Welt vorwiegend durch die Brille des Denkers wahr. Für ihn gelten Argumente, nicht Gefühle. Bei ausgeprägten Lufttypen ist andererseits häufig die Fühlfunktion "unterentwickelt". Es fällt ihnen unter Umständen schwer, "aus dem Bauch heraus" zu entscheiden und subjektive Kriterien gelten zu lassen. Emotionen zu zeigen oder emotional zu reagieren, kann für sie zum Problem werden.

Es sei hier betont, dass keine Funktion der anderen per se überlegen ist. Alle vier Typen haben wichtige Qualitäten, die für eine ganzheitliche Wahrnehmung und Einschätzung der Welt notwendig sind. Eine überentwickelte Denkfunktion, die alle anderen außer Acht lässt, führt zu Gefühlskälte, Phantasielosigkeit und Kopflastigkeit.

Der Fühltyp und das Element Wasser

Der natürliche Antipode des Denktypus ist der Fühltypus. Oft sind die beiden voneinander fasziniert – nach dem Motto "Gegensätze ziehen sich an". Die Fühlfunktion ist nach Jung ebenfalls eine rationale Funktion. Auch sie bewertet Situationen und Menschen, allerdings nach Fühlkriterien. Nutzt der Denker Argumente, so beurteilt der Fühltyp danach, ob etwas angenehm oder unangenehm ist. Er hat ein ausgeprägtes Gespür für Stimmungen und Atmosphären.

Astrologisch ähnelt der Fühltyp einer Person, in deren Horoskop die Wasserzeichen Krebs, Skorpion oder Fische dominieren. Alle drei stehen in der Astrologie für einen subjektiven Zugang zu ihrer Umwelt. Wasserbetonte Menschen entscheiden oft danach, wie es ihnen geht, nicht so sehr nach vernünftigen Argumenten. Ihnen ist das persönliche Wohlbefinden wichtig, sowohl ihr eigenes, als auch das der anderen. Mitgefühl und Einfühlungsvermögen sind zum Beispiel typische Eigenschaften von Krebs- und  Fischemenschen.

Im Gegensatz zum Lufttypus, liegt die Fähigkeit von Wassermenschen darin, für das Unbewusste offen zu sein. Das Reich der Träume und der Phantasie hat für sie eine besondere Bedeutung. Beispielsweise nimmt der Skorpion  vor allem die instinkthafte, dunkle Seite der "Unterwelt" wahr.

Wenn die Fühlfunktion bei einem Menschen überentwickelt ist, läuft er Gefahr, sich von der "lichten" Welt des Denkens ganz zurückzuziehen. Er wird beherrscht von seinen subjektiven Antrieben, ohne die Vernunft als gültige Messlatte zu akzeptieren. Sind die Reaktionen des Wassermenschen auf persönliche Situationen fast unfehlbar richtig und angemessen (Liz Greene), ist es dennoch wichtig, den Wert der Logik und der Welt der Ideen schätzen und nutzen zu lernen.

Der Empfindungstyp und das Element Erde

Jungs Empfindungstypus verkörpert eine der beiden irrationalen Wahrnehmungsfunktionen. "Irrational" ist hier nicht abwertend gemeint – wie es in unserer vom Denken beherrschten Zeit gern gesehen wird. Es bedeutet lediglich, dass diese Funktion nicht wertet. Sie stellt fest. Der empfindende Mensch tut dies vor allem mit seinen fünf Sinnen. Er verlässt sich auf das, was er sehen, hören, greifen, schmecken und riechen kann. Er ist der Realist unter den Typen, der auf dem Boden der Tatsachen steht.

In der Astrologie findet sich der Empfindungstyp in einer Betonung der Erdzeichen wieder. Stier, Jungfrau und Steinbock orientieren sich an dem, was real ist. Sie be-greifen die Dinge im wahrsten Sinn des Wortes. Der erdbetonte Mensch nimmt die Reize seiner Umgebung auf und sortiert sie - praktisch und nüchtern. Das Materielle und Körperliche ist seine Domäne. Hier ist er stark und hat ein gutes Gespür für das, was machbar und angemessen ist.

Der empfindende Erdmensch verlässt sich auf seine Sinne, manchmal allerdings ohne nach dem Sinn zu fragen. Die Dimension der Bedeutung erschließt sich ihm wesentlich weniger als seinem Gegenüber, dem Intuitionstypus. Ein Beispiel: Die beiden gehen zusammen durch einen Wald. Während der intuitive Mensch die Symbolkraft von Mutter Natur zu schätzen weiß, misst das Auge des Erdbetonte die Baumstämme danach ab, wie viele Möbel sich damit bauen ließen.

Ein Mensch, der nur das Materielle wahrnimmt, verliert leicht den Bezug zum großen Ganzen. Auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zuckt er nur verständnislos die Schultern. Umgeben von Dingen, fehlt ihm deren Bedeutung. Eine besondere Faszination, positiv wie negativ, üben daher für ihn intuitive Typen aus. Und um geistig nicht zu verkümmern, tut er gut daran, seine Sicht der Realität durch die Dimension des Bedeutsamen zu erweitern.

Der Intuitive Typ und das Element Feuer

Intuition ist die Stärke dieses Typus. Wie der Empfindungstyp gilt er als irrational im Sinne des Nicht-Bewertens. Im Gegensatz zu jenem beruht jedoch die Wahrnehmung des Intuitionstyps auf geistigen Konzepten. Sein Wissen erlangt er nicht durch Sammeln und Ordnen von Fakten, sondern durch blitzartige Einfälle, die unvermittelt ins Bewusstsein treten.

Feuer ist das astrologische Element des Intuitiven Typs. Widder, Löwe und Schütze werden ihm zugeordnet. Betonte Feuermenschen tendieren dazu, leicht entflammbar zu sein. Ihre Spontaneität ist fast  sprichwörtlich. Beim Widder steht die Aktion im Vordergrund, die alles andere außer Acht lässt. Löwemenschen wird eine eher kindliche Unmittelbarkeit zugeschrieben. Und schützebetonte Personen erfahren die Welt in visionären Einsichten.

Rein intuitive Menschen laufen allerdings Gefahr, in der realen Welt an harte Grenzen zu stoßen. Wenn sie in ihrem Übereifer die Beschränkungen des Materiellen nicht wahrnehmen, läuft die geistige Energie ins Leere. Ihr Engagement und ihre Weit-Sicht lässt sie oft das Naheliegende übersehen. Große Visionen bleiben unerfüllt und in der geistigen Welt verhaftet.

Der göttliche Prometheus brachte den Menschen das Feuer, die Quelle für ihre geistige Entwicklung. Doch ohne dieses Feuer praktisch in der Realität einzusetzen, wäre es nutzlos geblieben und verpufft. Es hätte keine Spuren hinterlassen. So ist es auch für den intuitiven Feuermenschen wichtig, nicht in geistigen Sphären zu verharren, sondern die Gegenfunktion der Empfindung und des Realistätsbezugs zu würdigen und auszubilden.

Bücher

Ist Ihr Interesse geweckt und Sie wollen die Jung'schen Prinzipien und ihre Zusammenhänge mit der Astrologie tiefergehend erforschen, sei Ihnen folgende Literatur empfohlen. Die Inhalte der vorangehenden Seiten basieren unter anderem darauf:

Liz Greene: Kosmos und Seele.

Anthony Stevens: Das Phänomen C.G. Jung. Biographische Wurzeln einer Lehre.

Peter Niehenke: Astrologie. Eine Einführung.

Jung-Zeit. Journal der C.G. Jung - Gesellschaft Köln e.V., Januar 1999 und Februar 2000.

www.brigitte-hamann.de