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Gewalt im Horoskop - Ursache und Wirkung

mars, mond und gewaltGewalt im Horoskop. Welche Art von Gewalt? Physische? Psychische? Offene Gewalt? Versteckte Gewalt? Der tödliche Hieb? Folter? Terror? Seelische Grausamkeit? Unter allen Lebewesen ist der Mensch – die Krone der Schöpfung – das einzige Lebewesen, das, zynisch gesagt, über das Privileg verfügt, auf allen genannten Ebenen Gewalt auszuüben und auch zu erleiden.

Gewalt: Ein Naturphänomen?

Einschränkend muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass es auch im Tierreich vergleichbare Form von Gewalt gibt. War man früher der Meinung, dass es unter Tieren im Falle von Gewalt nur ums eigene Überleben ging – ein Tier wird von einem anderen Tier gewaltsam gejagt, geschlagen und gefressen –, so zeigen die neuesten Forschungen, dass es auch im Tierreich vergleichbare Formen von Gewalt gibt. So spielt beispielsweise nicht nur die Katze mit der Maus, bevor sie sie frisst. Unter Affen gibt es Mobbing. In neuen Paarbeziehungen töten männliche Raubtiere die Jungen anderer Väter. Tintenfische quälen ihre Opfer und fressen sie später und langsamer als nötig. Vögel begehen Kindstötung oder lassen ihre Jungen im Stich, so dass diese verhungern. Auf den ersten Blick scheinen uns Menschen diese Beispiele zu entschuldigen. Leben und Gewalt scheinen untrennbare Bestandteile der universellen göttlichen Schöpfung alles Lebendigen. Dies allerdings nur dann, wenn wir ignorieren, dass die Menschheit im Laufe ihrer jahrtausendelangen geistigen Entwicklung auch verbindliche ethische und moralische Grundsätze zur Vermeidung von Gewalt entwickelt hat und uns alle Religionen unsere – zumindest – Gott-Ähnlichkeit suggerieren. Es sei denn, nochmals eingeschränkt, Leben und Gewalt bilden auch in dem von uns vorgestellten Schöpfergott oder -Göttern eine Einheit.

Ursachen

Bevor wir uns der Frage widmen, welche Planeten symbolisch für die Ausübung von Gewalt stehen, zunächst einige Gedanken zum Thema Gewalt ganz allgemein und im Besonderen zur aktuell zunehmenden terroristischen Gewalt. Ich beziehe mich dabei im Wesentlichen auf die Ausführungen des Psychoanalytikers Arno Gruen in seinem Buch "Wider den Terrorismus". Seine Hauptthese lautet: Gewalt entsteht dann,

  • wenn die wirklichen Bedürfnisse des Menschen nicht anerkannt werden: Liebe, Empathie

  • wenn – wie es in unserer Kultur üblich ist – Menschlichkeit als Schwäche ausgelegt wird

  • wenn ein Mensch nicht zu einer Identität gefunden hat

  • wenn er seine Ängste und Hassgefühle nur dann bewältigen kann, wenn er sie auf einen äußeren Feind projizieren kann

  • wenn – wie im Mittelalter der Katholizismus und heute beim IS - eine Religion oder wie historisch unter Hitler, Stalin und gegenwärtig lebenden Diktatoren eine Ideologie missbraucht wird, um in ihrem Namen eine moralische Erneuerung herbeizuführen

  • wenn erst die Identifikation mit den Mächtigen zur Entfaltung eines eigenen Selbst führt

  • wenn eine Idealisierung des unschlagbaren Helden vorliegt

Die verwöhnten Söhne

Auf einer anderen Ebene kommt hinzu, dass in unserer noch immer von Männern dominierten Welt Mütter ihre Kinder benutzen – benutzen müssen –, um ihren Eigenwert und ihre Ambitionen zu verwirklichen. Anstatt ihre Kinder zu lieben, verwöhnen sie ihre Kinder, vor allem ihre Söhne. Verwöhnt zu werden, gefällt zwar dem Kind, verhindert jedoch seine Eigenständigkeit und wird auf der unbewussten Ebene zugleich als eine Form der Leibeigenschaft erfahren. Wahre Liebe beruht dagegen darauf, den anderen in seinem Anders-Sein zu akzeptieren. Wenn sich die Söhne dann später vom Einfluss der Mutter befreien, wechseln sie nur die Ursache ihrer Abhängigkeit. Sie befreien sich von der allmächtigen Mutter und unterwerfen sich einer allmächtigen Ideologie oder Religion und deren Führern. Kompensatorisch entsteht aus Mutterliebe Frauenverachtung. Ihren konkreten Ausdruck findet dieser Wechsel aktuell nicht nur beim IS statt.

Hinzu kommt, dass die zunehmende Globalisierung die Orientierungslosigkeit der Menschen fördert. Im Mittelpunkt der dadurch ausgelösten Gewalt stehen nicht – wie suggeriert – das unbedingte Bedürfnis nach persönlicher Freiheit, sondern der unreflektierte Wunsch nach festen Strukturen und nach Erlösung durch die Identifikation mit Autoritäten, denen man sich bedingungslos unterwerfen kann. Indem alle faschistischen Ideologien ihre Gewalt und Mordlust immer hinter hehren Motiven – wie Freiheit für alle, den einzig wahren Glauben usw. – verstecken, verherrlichen sie nur den Tod als letzte Konsequenz.

Würden dagegen die Kinder, vor allem die Söhne nicht verwöhnt, sondern in ihrer Eigenart geliebt, könnten sie erfahren, dass ihre im Entwicklungsprozess notwendig entstehenden Schmerzen zwar schmerzlich sind, aber nicht töten. In der Summe heißt dies: nicht die einzelnen Mütter sind an den Fehlentwicklungen der Kinder schuld, sondern die verinnerlichten Bedingungen der Gesellschaft, die nach wie vor das männliche Prinzip verherrlicht.

Ein unvoreingenommener Blick auf die Motive unserer Entscheidungen und Handlungen zeigt, dass wir von unseren Gefühlen, unseren Instinkten, vom Mond gesteuert werden.

Gewalt-Planeten

Nach diesen allgemeinen Vorbemerkungen nun zur Astrologie. Frage: Welcher Planet oder welche Planeten stehen symbolisch für das Thema Gewalt? Der erste Impuls zielt wahrscheinlich und mit hoher Trefferquote auf Mars. Vielleicht aber nur dann, wenn wir es mit physischer Gewalt zu tun haben. Mit typisch männlichen Formen der Gewalt. Dem brutalen Schläger oder euphemistisch umschrieben dem tapferen Krieger. So weit scheint die Sache klar. Wie steht es aber mit weiblichen Formen der Gewalt? Nun ist es ja so, dass das weibliche Prinzip zumindest auf den Ebenen Krieg, Mord und Totschlag weniger zu offener Gewalt neigt. Sein Lebensauftrag heißt doch: Leben nicht auszulöschen, sondern Leben zu gebären und zu erhalten. Trotz aller äußerer Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Gewalt gibt es jedoch einen Planeten, der bei genauerer Betrachtung sowohl bei Männern als auch bei Frauen als Ursache und ganz grundsätzlich mitverantwortlich ist für die Ausübung von Gewalt. Der Mond. Warum?

Mond

Wenn wir in der über Jahrmillionen zurückreichenden Entwicklungsgeschichte des Menschen bis in die Vor- und Frühzeiten zurückgehen, in eine Zeit, in der das menschliche Bewusstsein aus unserer heutigen Sicht nur eher rudimentär entwickelt war, wir überwiegend von unseren Instinkten, aus den Arealen unseres Stammhirns gesteuert lebten, war Gewalt wohl das einzige Mittel, auf jedes Ausbleiben der Erfüllung unserer instinktiven Wunsch- und Triebkräften zu reagieren. Im Zusammenhang unserer unmittelbaren oder auch längerfristigen Bedürfnisbefriedigung konnten wir unser Verhalten im heutigen Sinne nicht auch nur annähernd rationalisieren.

So ließ sich damals und lässt sich auch heute zum Beispiel Hunger als Urtrieb und als Gefühl dem Mond zugeordnet nicht rational bewältigen. Über Hunger kann man weder mit anderen noch mit sich selbst verhandeln (Merkur), sich mit ihm anfreunden (Venus), ihn auf eine höhere geistige Ebene transferieren (Jupiter) oder auf Dauer durch Fasten (Saturn) bewältigen. Er muss – wenn nicht anders möglich – mit Gewalt (Mars) gestillt werden.

Nun könnte man sagen, dass wir uns evolutionär über dieses frühe Ausgeliefertsein an unsere Instinkte inzwischen erhoben haben. Mit nicht geringem Stolz definieren wir uns heute ja als geistige wenn nicht gar – wie allenthalben propagiert – als spirituelle Wesen. Ein unvoreingenommener Blick auf die Motive unserer Entscheidungen und Handlungen in der Gegenwart zeigt jedoch, dass wir nach wie vor von unseren Gefühlen, unseren Instinkten, vom Mond gesteuert werden. Wir nehmen zwar für uns in Anspruch, als Erwachsene nicht mehr wie als Kinder auf jedes Unwohl-Sein mit Geschrei, mit Zorn, Wut und Tränen, in der Summe mit offener oder versteckter Gewalt zu reagieren. In Wirklichkeit verstecken wir jedoch diese instinktiven Reaktionen oft nur hinter einer zivilisierten Fassade, die jedoch in jedem Augenblick in konkrete Gewalt umschlagen können. Tägliche Berichte in den Medien zeugen nachdrücklich davon, dass wir in diesem Zusammenhang bewusstseinsmäßig immer noch in unseren Kinderschuhen stecken.

Wenn wir vor diesem Hintergrund unsere individuelle astrologische Mond-Verfassung einmal gemäß ihrer Zeichen- und Hausstellung näher betrachten, finden wir sehr schnell die Aktions- und Reaktionsmuster, in denen wir zumindest geneigt sind, Gewalt als Mittel zur Lösung eines wie auch immer gearteten Unwohl-Fühlens oder Unwohl-Seins einzusetzen.

Mars

Wenn wir die einzelnen Stellungen des Mondes in den Zeichen durchspielen, so heißt dies nicht, dass ein jeweils dort zu verortendes Mond-Unwohl-Sein vom Horoskopeigner auch unmittelbar in Form von Gewalt zum Ausdruck gebracht wird. Zur Bestimmung unserer individuellen Disposition zur Ausübung von Gewalt bedarf es also der Beachtung von zwei astrologischen Parametern: Der Mond als Ursache möglicher Gewalt, Mars als Mittel zur Ausübung möglicher Gewalt. Und wie beim Mond stellt sich auch der Ausdruck von Gewalt bei Mars in den einzelnen Zeichen höchst differenziert dar: brutal ausagiert, nur verdeckt wahrnehmbar, oft auch nur in Form von erlittener Gewalt. In welchen Schattierungen Gewalt jedoch auch immer aktiv oder passiv zum Mittel der Durchsetzung der Bedürfnisse unserer Instinktnatur auftritt, es bleibt im Grundsatz Gewalt.

Kompensatorisch entsteht aus Mutterliebe Frauenverachtung.

Um die aus diesen beiden Planetenenergien sich speisende Gewalt möchte ich – in Stichworten – in einem ersten Durchgang zunächst die mond-gesteuerten Ursachen von Gewalt darstellen. In einem zweiten Durchgang dann die daraus folgende Umsetzung von Gewalt im Sinne einer Befriedigung der Mondbedürfnisse. In der Kombination beider Faktoren können Sie dann je nach individueller Stellung von Mond und Mars in Ihrem Horoskop Ihr individuelles Verhältnis zu Ursachen und Ausübung von Gewalt ableiten.

Mond in Widder, Feuer: Das Sprichwort sagt: „Und bist du nicht willig, dann brauch` ich Gewalt.“ Dieses "Du" bezieht sich bei einem Widder-Mond jedoch nicht nur auf Personen, sondern auch auf alle sich nicht gefügig zeigenden Sachen und Gedanken. Niedrige Frustrationsgrenze. Angriff ist die beste Verteidigung. Einer gegen alle. Affektbetont. Entwickelt kein Wir-Gefühl. Erlebt soziale Umwelt unter dem Thema Widerstand, Verteidigung. Sucht emotionale Unabhängigkeit. Gründe: vorgeburtliche Situation: Mutter irgendwie bedroht, ausgegrenzt. Sie ist entweder abweisend oder verfällt in Affenliebe zum Kind. Reagiert bei geringsten Anlässen mit schlechter Laune, mit Beleidigtsein, Zorn. Auf der untersten Stufe: Es ist ihm einfach nur zu kalt oder zu warm. Oder er hat ganz einfach nur Hunger. Und über Hunger kann man nicht diskutieren, er muss unmittelbar befriedigt werden.

Mond in Stier, Erde: Unwohl-Fühlen in seiner einfachsten Form: „gestörte Ruhe“. Fühlt sich schutzlos, seine vor allem körperlichen Grenzen und sein Besitz erscheinen nicht gesichert. "Haste was, biste was." In seinen Gewohnheiten gestört. Verhinderung von sinnlichem, venusischem Genuss. Äußere Lebensumstände entsprechen nicht dem Empfinden von Schönheit, gutem Geschmack, ganz allgemein einem satten Wohlleben. Alles soll sein, wie es immer war. Als Vater oder Mutter: Die Kinder sollen sein, wie alle anderen.

Mond in Zwillinge, Luft: Eine völlig andere Reizschwelle, die, wenn überschritten, zu einer potenziellen Gewaltbereitschaft führt. Sein Wohlgefühl ist gestört, wenn mit der Umwelt kein Austausch oder keine Kommunikation stattfinden. Fragen oder Zweifel nicht artikuliert werden können. Die Luft steht still. Wissenshunger wird nicht gestillt. Es fehlen äußere Reize. Wenn innerhalb der Trias einatmen – Luft halten – ausatmen zum Luftanhalten aufgefordert wird. Kann Stille schwer ertragen. Wasser (Mond) und Luft (Zwillinge) gehen auch in der Natur keine dauerhafte Verbindung ein: Luftblasen steigen nach oben, Kopf und Bauch im Konflikt. Unmittelbares Unwohl-Sein: Wenn auf einen festen Standpunkt festgelegt. Wenn zum Schweigen gebracht.

Mond in Krebs, Wasser: Hier verbinden sich die symbolischen Inhalte des Zeichens und des Zeichenherrschers aufs Innigste. Der zyklisch wechselnde Lauf des Mondes wird von dem Betroffenen als eine Art zweite Natur erfahren. Er befindet sich gleichsam in einem permanenten, zyklisch wechselnden Kampf gegen alle möglichen Formen eines gefühlsmäßigen Unwohl-Seins. Wenn Hunger nach Liebe nicht gestillt wird. Wenn selbst unausgesprochene Wünsche nicht erfüllt werden. Wenn die körperlichen, seelischen oder geistigen "Kinder" bedroht werden. Wenn das eigene oder das familiäre Nest angegriffen oder beschmutzt werden. Wenn wechselnde "Stimmungen" nicht respektiert werden.

Mond in Löwe, Feuer: Hier fragt man sich zunächst, wozu sollte die mitschwingende Sonnenergie noch Gewalt zur Durchsetzung ihrer guten Gefühle brauchen? Aus ihrer Kraft lebt ja alles. Solange der Betroffene – wie die Sonne – angebetet wird, braucht es keine Gewalt. Erst bei versagter Devotion, Missachtung der Eitelkeit, wenn der Thron, auf dem er sitzt, zu wanken beginnt, Autorität missachtet wird, ist Gewalt oft das einzige Mittel, um die alte Herrschaft zurückzugewinnen. Wenn das Recht des Stärkeren ignoriert wird. Die Würde, der Stolz angekratzt werden. Der gesellschaftliche Status ignoriert wird. Schmeichelei ausbleibt. Wenn seine Sonne nicht scheint, er im Schatten steht, andere nicht bescheinen kann. Wenn die scheinbar selbstverständliche Macht, die Größe des Ego hinterfragt werden. Wenn Hilflosigkeit oder Versagen sichtbar werden. Wenn die Löwen-Mähne grau oder schütter wird.

Mond in Jungfrau, Erde: Unter dieser Signatur scheint es nur zwei "Feinde" zu geben, die das Wohlgefühl zu irritieren vermögen: Unordnung und Ineffektivität in allen Lebensbereichen. Sobald etwas nicht am richtigen Platz ist, regt sich kämpferische Gegenwehr. Sobald es nichts zu tun, zu kontrollieren oder zu kritisieren gibt. Solange es keine Sorgen gibt, alle und alles irgendwie "gesund" sind, besteht kein Bedürfnis nach Gewalt. Das Unwohl-Sein ist gestört, wenn etwas nicht vernünftig erscheint oder man nichts zu befürchten hat.

Mond in Waage, Luft. Bei einer derart partnerbezogenen Mondstellung würde man vermuten, dass ein möglicher Gewaltausdruck sich fast ausschließlich auf enger mit den Betroffenen verbundene Menschen richtet. Dem ist jedoch nicht so. Unwohl-Sein entsteht bei ganz allgemein fehlender Harmonie in allen Lebensbereichen. Bei Einsamkeit Kampf um das ergänzende Du. Möglicher Grund für diese Sehnsucht: Mutter oder Vater haben die große Liebe, die Traumliebe nicht geheiratet, sondern sich in eine pragmatische Heirat eingelassen. Wenn der Vater, die Mutter nicht der/die "Geliebte" war. Wenn jegliches Gleichgewicht gestört ist. Venus: Schönheit, Ästhetik, Wohlklang, -geschmack, -geruch. Unwohl-Sein infolge auf sich selbst gerichtete Gewaltbereitschaft, um die zur Selbstzerstörung neigende Schwierigkeit, endgültige Entscheidungen zu treffen, zu kompensieren.

Mond in Skorpion, Wasser: Hier gelingt es in der Regel kaum, sich aus dem aus seinen Vorstellungen gespeisten Gefühl möglicher, vielleicht auch nur imaginärer Bedrohungen zu befreien. Sie setzen den Betroffenen eigentlich permanent unter Druck. Unwohl-Sein, wenn Anspruch auf Absolutheit auf allen Ebenen nicht erfüllt wird. Wenn man den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen scheint. Fehlende oder nicht zu realisierende Perfektion. Nicht-Durchsetzbarkeit von Wünschen oder Vorstellungen. Wenn keine Macht über andere ausgeübt werden kann. Kampf gegen jedes nicht geoffenbarte Geheimnis.

Mond in Schütze, Feuer: Bei dieser Konstellation liegen Gewalt und Gewaltbereitschaft nicht im Blut, sondern lauern in den Köpfen der Betroffenen. Sie liegt in ihren dogmatischen Meinungen bezüglich unumstößlicher geistig-intellektueller Prinzipien und Wahrheiten, in ihren Weltanschauungen, ihrem Glauben, in ihrem Bewusstsein, was das Recht ist. Ihr Recht. Worin der Sinn des Lebens liegt. Unwohl-Sein resultiert aus Kleinigkeiten. Wenn nicht geistiger Führer. Wenn nicht frei und ungebunden. Wenn er sich an profanen Dingen die Hände schmutzig machen muss. Beim Zweifel anderer an seiner Kompetenz.

Mond in Steinbock, Erde: Hier liegt der Anlass zu einer möglichen Gewaltbereitschaft sowohl in äußeren als auch inneren Bedürfnissen des Betroffenen. Die notfalls gewaltsam zu bekämpfenden Feinde: Jede nicht wesensmäßig und substanziell erfüllte Struktur, Ordnung und Gesetzmäßigkeit. Das betrifft dann nicht nur alle äußeren Strukturen der Welt, z. B. die Gesetze, sondern vor allem auch die eigene Ich-Struktur. Unwohl-Sein bei allem nur Spontanen, nur Spielerischem. Als Kind u. U. abgelehnt, Mutter musste wegen Geburt geliebten Beruf aufgeben, Kind: unbewusste Schulgefühle. Unwohl-Sein bei allem, was nur schnell gehen soll. Wenn permanente Bewegung gefordert wird. Das Element Erde möchte in sich ruhen, um in jeder Hinsicht fruchtbar und zufrieden zu sein.

Mond in Wassermann, Luft: Bei dieser Betonung steckt in jeder nicht hinterfragten Ordnung der Keim einer Bedrohung seines unbedingten Bedürfnisses nach Freiheit und Unabhängigkeit. Der uranische Beigeschmack des Mondes fühlt sich – paradoxerweise – nicht von einer Unordnung, sondern von jeder nur regelgemäßen Ordnung in seinem vor allem geistigen Wohlfühlen bedroht. Wenn Grenzen gesetzt werden. Wenn es keine Herausforderung gibt, kein Wagnis möglich ist, wenn Normalität vorherrscht, die Dinge nur ihren Gang gehen. Wenn es zu einer Abhängigkeit in der Gruppe kommt. Freiheit beschränkt wird. Wenn sein scheinbares Recht auf Revolution und Fanatismus beschränkt wird.

Mond in Fische, Wasser: Hier haben wir es überwiegend mit einer eher atmosphärischen Bedrohungslage der Gefühle zu tun, der als Druck aus der Um- und Mitwelt erfahren wird. Fühlt sich wohl als ruhendes Wasser, jede äußere rationale oder emotionale Bewegung, Wind, Sturm, Wellen stören das Wohlgefühl. Fühlt sich unwohl, wenn die Ruhe des "Paradieses" gefährdet erscheint. Nicht wie bei Stier nur die materielle, sondern vor allem die geistige, seelische Ruhe. Wenn die Tagträume gestört werden. Wenn Entscheidungen erzwungen werden. Wenn konkrete Pläne, Taten und ganz allgemein unmittelbare Aktion verlangt werden.

Gruppe und GewaltDieser nur kursorische Durchgang der Mondstellungen im Tierkreis hat vielleicht verdeutlicht, dass in der auf den ersten Blick so freundlichen Planetenenergie des Mondes die Ursachen für ein vielfältiges Unwohl-Sein liegen und als Angriffe auf unsere körperliche, seelische und geistige Unversehrtheit bekämpft werden wollen. Aber wie? Wie kommt es nun über Mars zu einer aktiven Bekämpfung der damit verbundenen körperlichen, seelischen und geistigen Unlust? Welche Waffen benutzt Mars in den einzelnen Zeichen, um Unlust in Lust zu wandeln?

Mars in Widder, Feuer: Die hier anlagemäßig außerordentlich niedrige Frustrationsgrenze gegenüber einem Unwohl-Sein in seinen Gefühlen verführt den Horoskopeigner zu unmittelbaren Handlungen, um seine schlechte Laune, sein Beleidigt-Sein, seinen Zorn zu beseitigen. Er muss dadurch nicht gleich zum Mörder oder Totschläger werden, als kleiner oder großer Berserker oder Choleriker richtet sein Gewaltpotential vielleicht schon genug Schaden an. Im extremsten Fall: heilige Wut. Typischerweise erlischt seine Gewaltbereitschaft im gleichen Augenblick, sobald die Ursache der Unlust beseitigt ist. Nimmt auch eigene Verletzungen in Kauf. Sobald die Luft raus ist, erlischt das Feuer.

Mars in Stier, Erde: Bei der Ursache "gestörte Ruhe" (Mond) stehen nun nicht nur marsische Reaktionen in Bezug auf das eigene Ich, sondern auch auf ein gemeinsames Wir im Vordergrund. Bedrohungen des persönlichen Reviers, des Clans oder der Familie werden als Grenzverletzungen mit Gewalt bzw. Druck nach außen beantwortet. Die einfachste oder auch effektivste Waffe ist der Grenzzaun, passive Gewalt. Alternativen: Sturheit und Trotz. Es gab und gibt wohl keinen Krieg, der nicht auch und vor allem mit territorialen Ansprüchen legitimiert wurde und wird.

Mars in Zwillinge, Luft: Überwiegend verbale Äußerungen von Gewalt, Schreien, lautstarke Drohungen oder nicht enden wollende Fragen oder Zweifel hinterlassen in der Regel keine physisch Toten, sondern nur rational und geistig Verwirrte. Es gelingt dem Betroffenen mühelos, mit seinen Fragen und Zweifeln auch das fundierteste Gedankengebäude eines anderen nicht mit körperlicher, sondern mit nicht minder heftiger verbaler Gewalt ins Wanken, wenn nicht gar zum Einsturz zu bringen.

Mars in Krebs, Wasser: Dieser Mars kämpft nicht, er leidet, sichtbar, spürbar. Wie kein anderes Zeichen verfügt er noch souverän über alle kindlichen Mittel der Gewaltausübung: wechselnde Launen, Schmollen, sublimster Gefühlsterror. Jähzorn. Er benutzt keine sichtbaren Waffen. Er macht sich die Hände nicht blutig. Seine ureigenste Waffe ist analog zum Wechsel des Mondes der Wechsel seiner Launen. Seine Gewalt richtet sich auf die Gefühle, im extremsten Fall auf die Seelenlage anderer.

Mars in Löwe, Feuer: Es gibt sowohl im politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und persönlichen Bereich wohl nur wenige Beispiele, wo im Falle einer sträflichen Missachtung des Stolzes und der Würde eines Löwe-Mars nicht mit kriegerischer Gewalt in Gestalt von im extremsten Fall Krieg, Verfolgung, Völkermord sanktioniert wurde und wird. In weniger gravierenden Fällen mit dramatischen Auftritten, Entlassung der Unbotmäßigen, Verbannung aus dem Kreis der Anbeter.

Mars in Jungfrau, Erde: Bei der Anwendung von Gewalt fließt hier kein Blut, es wird vielmehr versucht – planmäßig –, die Ordnungen, d. h. die aus eigener Sicht Un-Ordnungen der anderen zu bekämpfen. Keine offenen Gefechte, sondern sublime und zermürbende Unterwanderung mittels scheinbar wohlmeinender Kritik. Nörgeln, maulen, besser wissen.

Mars in Waage, Luft: Die eigentliche – meist gegen sich selbst gerichtete – Gewalt liegt bei den Betroffenen im permanenten Kampf, Gewalt zu vermeiden. Erst wenn das Gewalt-Verhinderungs-Potenzial erschöpft ist, wird vor allem mit Liebesentzug marsisch zurückgeschlagen. Oft wird auch erst nach längerer Zeit "Rache" für verursachtes Unwohl-Sein, an das sich der Verursacher überhaupt nicht mehr erinnert, genommen.

Mars in Skorpion, Wasser: Versteht es, seine Gewalt so zu gestalten und zu verbergen, dass die davon Betroffenen das Gefühl haben, sie müssten für die in ihnen mehr oder weniger gewaltsam ausgelösten „Transformationen“ auch noch dankbar sein. Kann mit seiner Gewalt auf den rechten Zeitpunkt warten. Bei schwerer Kränkung: Schlägt nicht zurück, sondern vernichtet. Hier fließt körperliches und seelisches Blut.

Mars in Schütze, Feuer: Werden ihre Ideen vom wahren Recht und einer wahren Sinnsuche nicht erfüllt, gehen die Betroffenen wahlweise mit gegen sich selbst gerichteter Gewalt als Märtyrer oder Fanatiker durchs Feuer oder verurteilen als Kreuzritter oder Großinquisitoren andere, ins Feuer zu gehen. Es werden im Kleinen und Großen "heilige Kriege" geführt.

Mars in Steinbock, Erde: In einem oft gewaltsamen und zermürbenden marsischen Ringen um innere Festigkeit und um die eigene Wahrheit wird kein Pardon gegeben. Dem Körper wird alle Lust und Freude versagt. Im extremsten Falle treffen wir auf den Gewalt gegen sich selbst richtenden Hungerkünstler und seine Geistesverwandten.

Mars in Wassermann, Luft: Kein anderer Mars hat mit seinem Bedürfnis nach Freiheit und Unabhängigkeit in Zusammenarbeit mit Mond so viel Leid und gewaltsamen Tod heraufbeschworen wie die hier zu findenden echten oder nur pseudo-echten Freiheitskämpfer.
Eine von keinem möglichen Umsturz bedrohte Ideologie erscheint ihnen als ein Widerspruch in sich. Das vornehmlich geistige Unwohl-Sein mündet früher oder später in physische Gewalt. Ihre Gewalt äußert sich unsentimental. Die Revolution frisst ihre Kinder.

Mars in Fische, Wasser: Um seines Seelenfriedens willen neigt der Betroffene dazu, durch stilles Leiden auf andere eine nicht zu unterschätzende Gewalt auszuüben. Sein Gewaltausdruck firmiert unter dem Stichwort „schlechtes Gewissen“ der anderen. Geradezu meisterhaft versteht er es, andere mit sanfter Gewalt unter Druck zu setzen. Eine von anderen ausgelöste Gewalt wird oft klaglos ertragen, mit demonstrativer Duldung, und übt dadurch wiederum Druck und Gewalt auf andere aus.

Soweit die unterschiedlichen Ausdrucksweisen von Mond und Mars und wie sie in ihrer Kombination in einem individuellen Horoskop zu einer potenziellen Gewaltbereitschaft führen. Vielleicht helfen Ihnen selbst die nur stichwortartigen Beschreibungen der Ursachen – persönlich gestörtes Unwohl-Sein gleich Mond – und deren Beseitigung – persönliche Abwehrreaktionen gleich Mars –, sich ihr eigenes Spektrum möglicher Gewalt bewusst zu machen.

Peter SchlappAutor: Peter Schlapp, Autor zahlreicher Beiträge und mehrerer Astro-Fachbücher, astrologische Beratungspraxis Frankfurt.
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Original-Artikel von www.meridian-magazin.de
Titelblatt Dieser Artikel ist erschienen in der Meridian-Ausgabe 2017, Nr. 3 mit dem Schwerpunktthema "Saturn-Chiron-Aspekte"

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