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Prometheus unchained: Der Uranus-Zyklus von 1927 bis 2011 - Teil 1

Mann in Ketten»Im Frühjahr 27 blitzte etwas Strahlendes und Neuartiges durch den Himmel.«
F. Scott Fitzgerald, »Geschichten aus der Jazz-‑Ära«

Mittlerweile hat Uranus die zweite Hälfte des Widder-Zeichens erreicht; und zwar mehr als spürbar: Neben eruptiven Freiheitsbewegungen (Arabischer Frühling, Maidan-Aufstand in der Ukraine) sowie der Atomkatastrophe von Fukushima, die den destruktiven Aspekt dieser Konstellation anschaulich und dramatisch illustriert hat, erleben wir mittlerweile auch Manifestationen, die stark auf die letzte Uranus-in-Widder-Phase (1927 - 1934) verweisen. Zum Beispiel das Wiedererwachen von »starken Männern«; sei es in Gestalt von Putin, von Erdogan oder auch von Donald Trump.

Tatsächlich sind politische Befreiungsbewegungen und gesellschaftliche Umbrüche, aber auch technische Innovationen typische Uranus-Merkmale. Uranus gleicht damit einem entfesselten Prometheus, der sich die Ketten vom Leib zu reißen versucht. Aber auch als potenter Schöpfungsgott, der ständig neue Kreationen in die Welt setzt, weiß dieser Planet zu faszinieren. Sein letzter Lauf durch den Tierkreis soll dies illustrieren.

Uranus als Schöpfergott

Der Mythos erzählt uns folgende Geschichte: Zu Beginn taucht Mutter Erde aus dem Chaos auf und gebärt im Schlaf ihren Sohn Uranus (griech.: Uranos). Dieser befruchtet daraufhin seine Mutter mit Regen. Sie gebärt nun alle Pflanzen und Tiere, die seither auf ihr leben; Flüsse, Seen und auch die Meere. Doch Uranus kann mit seinem schöpferischen Werk nicht aufhören. Er schafft u. a. hundertarmige Riesen und auch einäugige Zyklopen, die Namen wie Brontes (Donner), Steropes (Blitz) und Arges (Glanz) tragen. Schließlich erschafft Uranus auch die Titanen. Diese Erfindung wird ihm allerdings zum Verhängnis, denn einer von ihnen, Uranus' jüngster Sohn Saturn (Kronos), wird seinen Vater alsbald vom Thron stoßen.

Wie ein Allround-Künstler, der, besessen von seiner kreativen Arbeit, durchs Atelier wirbelt, schafft Uranus also ständig neue, bizarre und seltsame Gestalten. Sein Mythos veranschaulicht dadurch das kreative Potenzial, das ihm innewohnt. Nicht umsonst ist Löwe-Wassermann die Kreativitätsachse im Tierkreis (Uranus ist Herrscher über das Wassermann-Zeichen). Überall dort, wo Neues geschaffen wird, und sei es nur durch die Kombination von bereits Vorhandenem, ist Uranus am Werk. Der kreative Mensch verwandelt sich während eines Geistesblitzes sozusagen in einen Mini-Uranus, der lustvoll Mutter Erde begattet. Was seine titanischen Schöpfungen danach anstellen, ist ihm dabei zunächst egal.

In unserer Welt drängt sich der Vergleich zu Forschern auf, die die Risiken ihrer Entdeckungen nicht abschätzen; eine Thematik, die Friedrich Dürrenmatt in seinem Theaterstück »Die Physiker« (1962) anschaulich verarbeitet hat. In der Popkultur wird Uranus folgerichtig durch den genialen, aber weltfremden Erfinder verkörpert. Professor Bienlein aus »Tim und Struppi« gehört zu diesem Kreis (1), ebenso wie der Graf von Rummelsdorf aus »Spirou und Fantasio«, Dr. Zarkov aus »Flash Gordon« und natürlich Daniel Düsentrieb aus Entenhausen. Dass die Uranus-Vertreter gerne in Gestalt weiser Mentoren den jugendlichen Helden (Löwe) zur Seite gestellt werden, die sich dann dank deren Erfindungen wagemutig ins Abenteuer stürzen können, unterstreicht einmal mehr die heimliche Nähe der Oppositionszeichen.

Uranus steht für alle technischen Entwicklungen, aber auch für Emanzipation und Gleichberechtigung. Weitere Uranus-Bereiche sind Astrologie, Astronomie und Science-Fiction.

Uranus im Tierkreis

Was bewirkt Uranus mundanastrologisch? Dieser Planet sorgt für die großen, revolutionären Veränderungen in unserer Welt. Wenn er sich mit Jupiter (Schütze), Saturn (Steinbock), Neptun (Fische) oder Pluto (Skorpion) verbindet, bekommt sein revolutionärer Schwung besondere Brisanz und Durchschlagskraft. Jupiter, das Vergrößerungsglas unter den Planeten, potenziert die revolutionäre Energie von Uranus, gibt zudem einen Schuss feurigen Idealismus dazu. Saturn, als klassischer Antagonist von Uranus, dient beim Zusammenspiel wiederum als konservativer, verkrusteter Widersacher, den es zu überwinden gilt. Neptun sorgt in Verbindung mit Uranus hingegen für eine schleichende, subtile Veränderung, die dafür umso größere Ausmaße annehmen kann. Pluto wiederum verleiht den Unterdrückten den Mut, sich gegen ihre Unterjocher zur Wehr zu setzen. Trifft dieser Himmelskörper auf Uranus, dann wird manchmal sogar aus einem harmlosen Dr. Snuggles (2) ein wahnsinniger Baron Frankenstein, der im faustischen Erkenntnis-‑ und Forscherdrang schreckliche Monster schafft (3). Uranus steht außerdem für alle technischen Entwicklungen, insbesondere in Sachen Luft-‑ und Raumfahrt, aber auch für Emanzipation und Gleichberechtigung. Weitere Uranus-Bereiche sind Astrologie, Astronomie und Science- Fiction. Zur Veranschaulichung soll der letzte Uranus-Zyklus dienen, der von 1927 bis 2011 reicht.

Uranus in Widder (1927 - 1934)

Das Widder-Zeichen steht für Männlichkeit, Tatkraft und Aggressivität. »Starke Männer« sind nun an der Macht oder ergreifen sie in dieser Zeitphase (Hitler, Stalin etc.). Uranus in Widder sieht aber auch die Erhitzung der Aktienmärkte und den anschließenden Crash, der die Welt ins wirtschaftliche Elend stürzt (Große Depression) (4). Kein Wunder, dass diese Phase eine wahre Zeitenwende einläutet, überläuft Uranus mit 0° Widder doch einen Kardinalgrad, der dem mundanen Aszendenten gleichkommt. Ähnliche Umbrüche lassen sich später auch bei 0° Krebs, Waage und Steinbock feststellen.

Am 22. Mai 1927, Uranus hat gerade 2° Widder erreicht, ereignet sich in der chinesischen Provinz Gansu ein schweres Erdbeben, das 41.000 Todesopfer fordert. Der Autor Bill Bryson zählt in seinem Buch »Sommer 1927« weitere Ereignisse auf, die in diese Ingress-Phase fallen: »Babe Ruth schlug sechzig Home-‑Runs. Die US-‑Notenbank beging den Fehler, der den Börsencrash von 1929 herbeiführte. Al Capone genoss den letzten Sommer, in dem er hoch angesehen war. »Der Jazzsänger« wurde gedreht. Das Fernsehen wurde aus der Taufe gehoben. Das Radio entwuchs den Kinderschuhen. Sacco und Vanzetti wurden hingerichtet. Präsident Coolidge beschloss, nicht mehr zu kandidieren. Die Arbeiten an Mount Rushmore begannen. Der Mississippi trat über seine Ufer wie noch nie zuvor. In Michigan sprengte ein Verrückter eine Schule in die Luft und tötete beim schlimmsten Massaker in der amerikanischen Geschichte vierundvierzig Menschen. Henry Ford stellte die Produktion des Model T ein und versprach, damit aufzuhören, Juden zu beleidigen. Und ein junger Bursche aus Minnesota flog über einen Ozean und schlug damit die Welt in seinen Bann wie noch kein anderer vor ihm.«(5).

Weitere Ereignisse: Am 5. September 1928 entdeckt der britische Bakteriologe Paul Fleming das Penicillin, am 24. Dezember 1930 führt der Physiker Manfred von Ardenne in Berlin die ersten elektronischen Fernsehbilder vor und - ebenfalls im Jahr 1930 - stellt Franz Kruckenberg seinen Schienenzeppelin vor, ein propellergetriebenes Fahrzeug, das eine Spitzengeschwindigkeit von 230 km/h erreicht.

Kulturell tut sich auch einiges. So entsteht 1927 der Tonfilm, Brechts »Dreigroschenoper« wird 1928 uraufgeführt und Erwin Piscator inszeniert am 23. Januar 1928 eine Aufführung von »Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk«, in der sogar kurze Zeichentrickfilme integriert sind. Die Bühnenbilder dafür liefert der KünstlerGeorge Grosz, der prompt im Dezember 1928 zu einer Geldstrafe von 2.000 Mark verurteilt wird. Angeblich seien seine Bühnenbilder eine Verhöhnung der Religion gewesen. 1928 erscheint Fritz Langs Agententhriller »Spione«, dessen rasant gefilmten Anfangsszenen ganz den Geist von Uranus in Widder einfangen. Dieser Streifen kann durchaus als Urahn der James-Bond-Filme angesehen werden (6).

Am 16. Mai 1929 wird erstmals die phallisch (Widder) anmutende Oscar-Statue in Hollywood verliehen. Im gleichen Jahr veröffentlicht Alfred Döblin seinen Großstadtroman »Berlin Alexanderplatz«, der durch nervöse Assoziationsweise und filmische Montagetechniken (Uranus) fasziniert.Aldous Huxley veröffentlicht 1932 den utopischen Roman »Schöne neue Welt«; ansonsten wird das Science- Fiction-Genre von actionreicher Space Opera dominiert, in der wackere Helden (Widder) fantastische Weltraumabenteuer (Uranus) erleben.

Neben dem Atlantikflieger Charles Lindbergh beweist auch der Droschkenkutscher Gustav Hartmann reinsten Uranus-in-Widder-Pioniergeist: Um gegen die Ablösung der klassischen Pferdedroschke durch moderne Taxis zu protestieren, fährt der Berliner 1928 in einem Rutsch durch bis nach Paris, wo er enthusiastisch empfangen wird. Hartmann wird später als »Eiserner Gustav« sowohl in der Literatur als auch im Film verewigt werden.

Uranus in Stier (1934 - 1942)

Das Zeichen Stier symbolisiert Besitzstände und unsere materiellen Grundlagen, aber auch den Herdentrieb einer Gemeinschaft. Stier hat also immer mit Grund und Boden zu tun. Die Transite der Transsaturnier können folglich in diesem Zeichen sehr aufwühlende, dramatische Auswirkungen haben. Sie können die inneren Strukturen sowie die Festigkeit und den Zusammenhalt eines Staatswesens geradezu umpflügen (7). So fallen in diese Zeit der Spanische Bürgerkrieg (1936) und der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs (1939).

Die Nazi-Gleichschaltung ist ein typisches Phänomen dieser Zeitphase. In den Ingress-Bereich fällt der sogenannte »Röhm-‑Putsch«, mit dem sich Hitler seiner letzten innerparteilichen Gegner entledigt. Die darauffolgende Zeit sieht dann die Etablierung und Konsolidierung (Stier) des NS-Staats.

Der Uranus-Ingress wartet zudem mit zwei schweren Erdbeben auf. Am 30. Mai 1935 bebt die Erde in Belutschistan und fordert 30.000 Opfer (Uranus auf 29° Widder); am 16. Juli folgt ein schwächeres Beben in Taiwan mit knapp 3.000 Toten (Uranus auf 1° Stier).

Stier hat immer mit Grund und Boden zu tun. Die Transite der Transsaturnier können folglich in diesem Zeichen sehr aufwühlende Auswirkungen haben.

Die Stier/Skorpion-Achse symbolisiert auch unser Erbgut, folglich fällt auch die Gründung des nationalsozialistischen Vereins »Lebensborn« in diese Zeit. Dieses Unternehmen wird vom Rasse-‑ und Siedlungshauptamt (Ru- SHA) im Dezember 1935 gegründet und sieht in seiner Satzung vor, dass jeder SS-Mann mindestens vier Kinder zeugen soll, notfalls auch unehelich. Bis 1944 werden in den 13 Lebensborn-Heimen 11.000 uneheliche Kinder geboren. Die SS regelt für sie den Unterhalt, beschafft Geburtsurkunden und gegebenenfalls auch Adoptiveltern. Die Nazi-Kampagne »Entartete Kunst« ist eine weitere unerfreuliche Entsprechung von Uranus im Venuszeichen Stier. Sie erreicht im Sommer 1937 ihren Höhepunkt: In einer Ausstellung in München werden zahlreiche moderne Kunstwerke gezeigt, die mit diffamierenden Unterschriften versehen sind. Täglich strömen fast 20.000 Besucher dort hinein.

Hindenburg Zeppelin in FlammenAm 6. Mai 1937 verunglückt zudem die Hindenburg in Lakehurst (USA); die erste Katastrophe der zivilen Luftfahrt. Der Zeppelin ist das bis dato größte von Menschen gebaute Luftfahrzeug: 246,7 Meter lang und 41,2 Meter breit.

Mit »Becky Sharp« von Rouben Mamoulian (Regie) kommt nun auch der erste Film in die Kinos, der komplett in Technicolor gedreht worden ist (1935). Der Tonfilm hat sich mittlerweile etabliert und schenkt der Welt Klassiker wie Disneys »Schneewittchen und die sieben Zwerge«, den ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm (1937). In Nazi-Deutschland drehtLeni Riefenstahl derweil ästhetisch sehr anspruchsvolle, aber ideologisch fragwürdige Filme wie »Triumph des Willens« (34) oder »Olympia« (38).

Uranus in Zwillinge (1942 - 1949)

Das Zeichen Zwillinge steht für Handel und Verkehr, für Kommunikation und Medien, aber auch für alle Formen der Selbstdarstellung. Mundanastrologisch ist zudem die Außenpolitik - gemeinsam mit den beiden anderen Luftzeichen Waage und Wassermann - seine Domäne.

Als Uranus in das Zwillinge-Zeichen tritt, wendet sich das Blatt im Zweiten Weltkrieg. Hitlers Erfolge durch die Blitzkriege sind nun vorbei. Die Wende wird dann durch seinen Überfall auf die Sowjetunion und durch den Kriegseintritt der USA eingeleitet. Die USA, die astrogeographisch stark vom Zwillinge/Schütze-Zeichen geprägt ist, katapultiert sich dadurch zur Weltmacht. Gleichzeitig wird in dieser Zeit die Grundlage für den Kalten Krieg gelegt; eine bipolare Welt (Zwillinge), in der sich die Großmächte gegenseitig feindlich belauern.

Auch die Gründung der Vereinten Nationen geschieht 1945 unter Uranus in Zwillinge (zusätzlich: Jupiter/Neptun/Chiron-Konjunktion in Waage). Die UNO verkörpert die Intention des Luftelements, Unterschiede zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu schaffen.

In Wissenschaft und Technik tut sich ebenfalls einiges: Im Oktober 1942 durchstößt eine V2-Rakete zum ersten Mal die Grenze zum Weltraum (zusätzlich: Saturn/Uranus-Konjunktion). Mit Colossus I geht im Dezember 1943 dann der erste Supercomputer ans Netz. Die elektronische Rechenmaschine wird im Zweiten Weltkrieg von britischen Codeknackern benutzt, um deutsche Nachrichten zu entschlüsseln. Die Entwicklung und der Abwurf der ersten Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki läuten zudem das Atomzeitalter mit einem Paukenschlag ein.

Am 2. Juli 1947 ereignet sich auch der mysteriöse Roswell-Zwischenfall: An diesem Tag stürzt angeblich in Roswell/New Mexico ein UFO ab. Die Geschichte dieses Vorfalls hält sich bis heute in den Medien und hat bereits zu zahlreichen Spekulationen und Verschwörungstheorien geführt. Uranus befindet sich zur Zeit dieses Crashs auf 23° Zwillinge, einem Tierkreisgrad, den Michael Roscher als »UFO-‑Grad« bezeichnet hat. Eine Zuschreibung, die angesichts dieses Vorfalls mehr als plausibel erscheint. Als Uranus auf 26° Zwillinge steht, wird 1947 auch der DAV (Deutscher Astrologen-Verband) gegründet.

Uranus in Krebs (1949 - 1956)

Das Zeichen Krebs steht für Heimat, Volk, Seele und Geborgenheit. 0° Krebs ist erneut ein Kardinalpunkt; so sieht diese Zeitphase den Beginn des Kalten Kriegs und den der Nachkriegsgesellschaft. Am 5. Oktober 1948 findet ein schweres Erdbeben in Turkmenistan statt, mit mehreren Zehntausenden Opfern (Uranus auf 0° Krebs); am 10. Juli 1949 bebt die Erde dann in Tadschikistan und fordert 12.000 Tote (Uranus auf 1° Krebs).

Zudem findet nun die Geburt (Krebs) des zweigeteilten (Uranus) Deutschlands statt, aber auch die Gründung der Volksrepublik China. Der Koreakrieg (1950 - 1953) ist ebenfalls ein Ereignis dieser Zeitphase. Außerdem wird 1953 im Iran Mohammad Mossadegh gestürzt; am 17. Juni 1953 geschieht dann der Volksaufstand in der DDR.

Uranus in Krebs symbolisiert auch die enormen Flüchtlingsströme nach dem Zweiten Weltkrieg.

Uranus in Krebs symbolisiert auch die enormen Flüchtlingsströme nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele Menschen machen sich nun notgedrungen auf die Suche nach einer neuen (Uranus) Heimat (Krebs). Die zahlreichen Heimatvertriebenen sind folglich eine klassische Erscheinungsform von Uranus in Krebs. Die Vertauschung der Geschlechterrollen erschafft zudem neue, ungewöhnliche Aufgaben für Frauen (Trümmerfrauen).

Im November 1952 wird die erste Wasserstoffbombe getestet (Wasserstoff = Krebs). Gleichzeitig ist dies der Höhepunkt der UFO-Welle in den USA. Die Ufologen-Bewegung hat hier ihren Ursprung. Im Jahr 1953 begründet Wolfgang Döbereiner mit frühen Publikationen zudem sein System der Münchner Rhythmenlehre.

George Orwell veröffentlicht derweil 1949 seine hellsichtige Dystopie »1984«. Das goldene Zeitalter der SF-Literatur ist nun auf dem Höhepunkt. Ray Bradbury veröffentlicht »Die Mars-‑Chroniken« (1950), »Der illustrierte Mann« (1951) und »Fahrenheit 451« (1953). Isaac Asimovs Erzählung »Ich, der Robot« erscheint im Jahr 1952.

Der Science-Fiction-Film erlebt in dieser Phase eine grandiose Wiedergeburt, für die Streifen wie »Endstation Mond« (1950), »Das Ding aus einer anderen Welt« (1951), »Der Tag, an dem die Erde stillstand« (1951), »Gefahr aus dem Weltall« (1953), »Invasion vom Mars« (1953) oder »Kampf der Welten« (1953) stehen.

Uranus in Löwe (1955 - 1961)

Das Zeichen Löwe symbolisiert Stärke, Lebensfreude und das Vaterbild. Der Rock 'n' Roll sorgt in dieser Zeitphase für ein neues, rebellisches Lebensgefühl, von dem sich die Jugendlichen mitreißen lassen.

Das Jahr 1956 sieht nicht nurChruschtschows Versuch einer vorsichtigen Entstalinisierung und einen Arbeiteraufstand in Posen, sondern auch den Volksaufstand in Ungarn, der sich gegen das kommunistische Regime und die sowjetische Besatzungsmacht richtet. Sowohl der Aufstand in Polen wie auch der in Ungarn werden blutig niedergeschlagen. Wichtiges weltpolitisches Ereignis ist ferner die Revolution in Kuba (1959), die später dafür sorgen wird, dass die Welt an den Rand eines Atomkriegs schlittert (Kuba-Krise 1962).

In Kassel eröffnet am 16. Juli 1955 die 1. documenta ihre Pforten und präsentiert avantgardistische, zeitgenössische Kunst. Am 7. Juli 1956 verabschiedet der Bundestag das Gesetz über die allgemeine Wehrpflicht. Einen Monat später verkündet das Bundesverfassungsgericht das Verbot der KPD. 1959 verabschiedet die SPD ihr Godesberger Programm und wendet sich damit vom Marxismus ab. Die Sozialdemokraten wandeln sich dadurch zur Volkspartei und machen sich fit für spätere Regierungsbeteiligungen auf Bundesebene.

Am 4. Oktober 1957 schießt die Sowjetunion den Satelliten Sputnik in den Orbit. Der sogenannte Sputnik-Schock löst ein Wettrennen um die Erforschung des Alls aus. Am 23. Oktober 1958 kündigt Charles de GaulleFrankreichs atomare Bewaffnung an.

Isaac Asimov und Robert A. Heinlein schreiben nun ihre großen SF-Erzählungen. Heinleins umstrittenes »Starship Troopers« erscheint 1959, und ein Jahr später beginnt Isaac Asimovseine »Foundation«-Saga. Auf der Kinoleinwand gibt es in dieser Zeit einen wahren Boom an SF-Filmen: »Metaluna IV antwortet nicht« (1955), »Alarm im Weltraum« (1956), »Die Dämonischen« (1956), »Die Bestie aus dem Weltenraum« (1957), »Die unglaubliche Geschichte des Mr. C« (1957), »Blob - Schrecken ohne Namen« (1958), »Das letzte Ufer« (1959) oder »Die Zeitmaschine« (1960). Überhaupt ist Hollywood in dieser Zeit in das Aufwändige und Monumentale verliebt (zusätzlich: Pluto in Löwe). Filme wie »Die zehn Gebote« (1956), »Ben Hur« (1959) oder »Spartacus« (1960) legen hiervon eindrucksvoll Zeugnis ab.

In der nächsten Meridian-Ausgabe: Uranus in den Zeichen Jungfrau bis Fische.

Anmerkungen
1) Für den ebenso genialen wie schwerhörigen Professor Bienlein hat der Schweizer Wissenschaftler Auguste Piccard Pate gestanden, in dessen Horoskop sich Sonne und Mond im Wassermann befinden. Vgl. Farr, Michael: Auf den Spuren von Tim & Struppi. Hamburg 2006. S. 105 ff.
2) Eine TV-Zeichentrickserie aus den Achtzigerjahren, die von einem verschrobenen, aber genialen Erfinder handelt.
3) In der ersten Hälfte der Dreißigerjahre, als ein Uranus/Pluto-Quadrat am Himmel steht, hat die Mary-Shelley-Geschichte um den viktorianischen Wissenschaftler und seine tragische Schöpfung große Erfolge auf der Kino-Leinwand gefeiert.
4) Ausführliche Beschreibungen dieser Uranus-in-Widder-Zeitphase finden sich auch in den Artikeln: »Zu den Sternen. Uranus in Widder und der Lockruf des Himmels« in: Meridian 2/2011 und»Weltraumhelden, Supergangster und ein Steppenwolf. Wenn der Widder-‑ Archetyp auf Uranus trifft« in: Meridian 1/2012.
5) Bryson, Bill: Sommer 1927, München 2014, S. 549f.
6) Fritz Lang hat außerdem die Indiana- Jones-Reihe vorweggenommen (»Die Spinnen«, 1919) und den Science- Fiction-Film stark beeinflusst (»Metropolis«, 1926; »Die Frau im Mond«, 1929).
7) Siehe: Der Dreißigjährige Krieg, der größtenteils von Pluto in Stier (1610 - 1640) geprägt gewesen ist.

Jörg PetersenAutor: Jörg Petersen, Jahrgang 1974; Studium von Bildender Kunst, Germanistik und Erziehungswissenschaft. Zahlreiche Veröffentlichungen über Astrologie und andere Themen in verschiedenen Zeitschriften. Autor und Illustrator des Kinderbuchs "Die Mobbels" (Emmerich Books & Media, 2014). Demnächst erscheint sein erstes Astrologie-Buch "Schöpferkraft im Tierkreis. Zwölf astrologische Künstlerskizzen" bei astronova.

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Titelblatt Original-Artikel von www.meridian-magazin.de. Dieser Artikel ist erschienen in der Meridian-Ausgabe 2017, Nr. 2 mit dem Schwerpunktthema "Astrologische Zyklen"

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