Astrologie und das Geheimnis der Zahlen

von Peter Schlapp

Tierkreiszeichen und Planeten im Lichte der Zahlensymbolik

Die Fünf

Löwe, Sonne, 5. Haus

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Bei der Betrachtung der Zahl Fünf und ihren astrologischen Analogien, dem Zeichen Löwe, der Sonne und dem fünften Haus stehen drei Begriffe im absoluten Zentrum: Zeugung, Wachstum und Kreativität. Wir haben festgestellt, dass mit dem Erreichen der Zahl Vier und im Zeichen Krebs und unter dem Einfluss des Mondes sowohl bei den Zahlen als auch für die Existenz eines Menschen eine erste fundamentale Basis erreicht wurde. Auf beiden Ebenen wurde einerseits eine Grenze erreicht, andererseits aber auch eine neue Perspektive eröffnet. Diese Grenze und Perspektive werden, wie wir in unserer Untersuchung zur Tetraktys ausgeführt haben, von der Zehn und vom zehnten Zeichen Steinbock und Saturn gesetzt. Die wichtigste Frage, die unter diesen Vorzeichen nun ansteht, heißt: Überwindung der Grenze im Sinne einer Weiterentwicklung hin zur Fünf oder Verharren im gegebenen Stadium der Vier.

Analog zur Symbolik der ungeraden, männlichen Zahl Fünf handelt es sich auch bei dem Zeichen Löwe um ein männliches, das heißt um ein zeugendes Zeichen und bei der Sonne um eine männlich-zeugende Energie. Dass diese Energie notwendigerweise den Charakter einer Zeugung hat, hängt mit der Tatsache zusammen, dass nun sowohl alle Zahlen bis zur Zehn als auch auf dem astrologischen Sektor alle weiteren Aufgaben bis zum Steinbock ja zunächst erst einmal gezeugt werden müssen, bevor sie im weiblichen Steinbock (wieder-)geboren werden können. In diesem Sinne fungieren sowohl die Fünf als auch das Zeichen Löwe und die Sonne als Elemente der Befruchtung aller bereits vorhanden Samen. Das von seiner Bewusstseinslage bisher als Mond-Existenz ausgelegte Leben eines Menschen kann nun zu einer Sonnen-Existenz befruchtet werden und heranreifen.

Arithmetisch setzt sich die Fünf aus zwei unterschiedlichen Summen zusammen
(1 + 4 = 5; 2 + 3 = 5). In einer jeweils männlich-weiblichen Kombination sind darin alle bisher durchlaufenen symbolischen Zahlenstadien enthalten: In der Eins der göttliche Urgrund, in der Vier alle Formen seiner irdisch-materiellen Manifestationen, in der Zwei die erste noch nicht reflektierte Sichtbarkeit des Göttlichen und in der Drei die Fähigkeit zur geistigen Verknüpfung aller Faktoren. Wie stark die Fünf ihren zeugenden Charakter zum Ausdruck bringt, zeigt sich daran, dass jede ungerade-männliche Zahl in der Multiplikation mit fünf am Ende eine Fünf aufweist.

3 x 5 =15    73 x 5 = 365   1.493 x 5 = 7.195

In der Multiplikation jeder geraden-weiblichen Zahl mit fünf ergibt sich am Ende eine Null.

5 x 6 = 30     5 x 88 = 440    5 x 1.244 = 6.220

In Gestalt der Null am Ende des jeweiligen Produktes weist sie auf den Urgrund des Anfangs hin. In der gleichen Weise endet jede Potenz der Fünf mit einer Fünf.

5² = 25        5³ =125

Das heißt, die Fünf gibt ihre Zeugungs-Funktion nicht auf. Sie will sich - wiedererkennbar - fortpflanzen. Wie das Zeichen Löwe und die Sonne sagt sie: Ich bin beziehungsweise Ich zeuge, also bin ich. Mit ihrer Position der Mitte zwischen den Zahlen 1 - 9 beschreibt die Fünf symbolisch einen Ort zwischen Instinkt und Geist, astrologisch zwischen Widder, Mars (1) und Schütze, Jupiter (9).

Zahlengitter mit Fünf in der Mitte

Seit alters gilt die Fünf als die Zahl des Menschen. Wir verfügen über fünf Sinne, unsere Hand verfügt über fünf Finger, unser Fuß über fünf Zehen. In seiner berühmten Proportionsstudie stellt Leonardo da Vinci den Menschen als eine mit fünf Körperendungen, mit den Füßen auf der Erde haftenden, mit den Armen die Welt umfassenden und mit dem Kopf in den Himmel strebende Figur dar.

 

Da Vinci Mann

 

In immer neuen Kombinationen der vier Elemente suchten die Alchemisten nach einem alles umfassenden fünften nicht mehr nur materiellen, sondern geistigen Element, der quinta essentia, der Quintessenz. Sie waren auf der Suche nach einem in der Schöpfung verborgenen alles umfassenden Sinn irdischer Wirklichkeit. Im Kanon der überlieferten symbolischen Bedeutungen taucht die Fünf in vielfacher, oft auch mit einer zwiespältigen Aussage verbundenen Gestalt auf. Die fünf Bücher Mose betonen den Zeugungs- und Wachstumsaspekt: Gott gibt den Menschen ein neues Gesetz. In den fünf platonischen Körpern suchte die antike Welt der göttlichen und irdischen Welt einen sinnlich erfahrbaren körperlichen Ausdruck zu verleihen.

 

Platonische Körper

 

Auf einer trivialen Alltagsebene sprechen wir vom fünften Rad am Wagen. Wir lassen aber auch im Einzelfall Fünfe gerade sein oder bescheinigen - weniger schmeichelhaft - einem Menschen, dass er nicht bis fünf zählen kann und dass er seine fünf Sinne nicht beisammen hat.

Wenn schon die Betrachtung arithmetischer Operationen den Zusammenhang zwischen der Fünf und den Stichworten Wachstum, Zeugung und Kreativität deutlich zeigte, so verstärkt sich dieser Eindruck noch, wenn wir die geometrische Figur der Fünf, das Fünfeck, das Pentagramm oder den Drudenfuß näher betrachten.

 

Drudenfuss

 

Keine andere geometrische Figur vermag, was das Fünfeck kann. Es kann sich unter Erhaltung seiner Form sowohl bis ins Unendliche ausdehnen als auch gleichermaßen schrumpfen.

 

Pentagramm hermetisch

Mit dieser Fähigkeit steht das Fünfeck für die Wahrheit des Hermetischen Gesetzes: Wie im Großen, so im Kleinen, wie in der göttlich-kosmischen, so in der menschlich-irdischen Sphäre, wie im Makro-, so im Mikrokosmos, wie im Himmel, so auf Erden. Wir können die beiden Fünfecke aber auch unter einem anderen Gesichtspunkt betrachten.

 

Doppelpentagramm

 

Im einen Fall gipfelt die Figur in einer Spitze mit der symbolischen Aussage Vater, Himmel, Geist, göttliche Ein-heit. Im anderen Fall gipfelt die Figur in zwei Spitzen mit der symbolischen Aussage Erde, Mutter, Materie, irdische Zwei-heit, Dualität, Polarität.

Nochmals unter den Stichworten Zeugung und Wachstum wollen wir eine letzte Figur vorstellen. Im Verhältnis der Umlaufzeiten der Erde und der Venus kommt es zwischen beiden Planeten innerhalb von acht Jahren zu fünf unteren Konjunktionen, die wiederum ein Fünfeck bilden. Die babylonischen Astrologen nannten dieses Phänomen die Ishtar-Periode.

 

Venuszyklus Sternfigur

 

Die Göttin Ishtar entspricht der griechischen Göttin Aphrodite beziehungsweise der römischen Venus. Das Wirken aller drei Göttinnen wurde symbolisch mit dem Wesen der Fünf assoziiert. Im Zentrum ihres Wirkens stehen Fruchtbarkeit und Liebe. Bei genauerer Betrachtung geht es jedoch unter dem symbolischen Signum der Fünf und astrologisch unter dem Zeichen Löwe und der Sonne um eine besondere Ausformung der Liebe: die begehrliche Liebe, wie sie im Gott Eros Gestalt annimmt. Wir müssen jedoch unterscheiden. Einmal zwischen Eros, dem Sohn aus der Verbindung zwischen Aphrodite und Ares, der als Amor oder Cupido in die römische Götterwelt eingegangen ist. Zum anderen Eros, der im Schöpfungsmythos des Hesiod am Beginn der Zeit zugleich mit Gaia und Tartarus entsteht. In dieser Gestalt steht er für eine Naturkraft unbändiger, auch ungezügelter, umfassender Zeugungskraft, mit der er gleichsam den ganzen Kosmos befruchtet. In letzter Konsequenz sehen wir in ihm eine göttlich-kosmische Manifestation, die kraft ihrer sich nicht erschöpfenden Zeugungskraft den allgegenwärtigen Tod überwindet.

Wenn wir nun alle bisher gefundenen Ergebnisse auf das Zeichen Löwe und die Sonne übertragen, stoßen wir auf eine große Fülle absolut identischer Parameter. Greifen wir zunächst den letzten Gedanken zur Zeugungskraft heraus. Ohne die Sonne als Herrscher-Planet des Löwen gäbe es auf der Erde kein Leben. Mit ihrer Leben spendenden Energie triumphiert sie über alle Formen irdischen Absterbens und Todes. Auf der organischen Ebene ordnen wir die Sonne dem Herzen, dem Rückenmark, dem Solarplexus und unserem Sauerstoffhaushalt zu. Allen diesen Organen ist gemeinsam, dass ohne ihre störungsfreie Funktion das Leben eines Menschen nicht nur gefährdet, sondern unmöglich ist. Aber nicht nur auf der organischen Ebene äußert sich in diesen zentralen Funktionen unser Wille zum Leben und Überleben. Der gleiche Wille fordert uns auf der geistigen Ebene im Zeichen Löwe auf, zu unserem Sonnen-Bewusstsein und damit zum wahren Ausdruck unseres Selbst zu finden. Wie die Fünf als Mitte zwischen den Zahlen eins bis neun, nimmt das Zeichen Löwe und die Sonne die Position eines Mittelpunktes ein, aus dem wir uns entweder in Richtung auf ein geistiges Wachstum in Schütze, Jupiter hin entwickeln können oder im vierten Stadium, Krebs, Mond verharren beziehungsweise in noch weiter zurückliegende Bewusstseinsstadien regredieren. Noch deutlicher werden dieses einerseits unbegrenzte Kreativitäts- und Entfaltungsvermögen und andererseits die Gefahr eines bis zur Bedeutungslosigkeit Schrumpfens aller Wesensanlagen eines Menschen am Beispiel des Fünfsterns (siehe Grafik). Wenn wir uns für einen Augenblick den Fünfstern als ein atmendes Wesen vorstellen, so atmet auch jeder Löwe-betonte Mensch gleichsam in drei Richtungen. Erstens: Er atmet die vor ihm liegenden Aufgaben aktiv ein, integriert sie und befruchtet den in ihm ruhenden Samen eines geistigen Wachstums (Schütze, Jupiter, neuntes Haus). Zweitens: Er hält den Atem an und verharrt im Stadium einer reinen Selbstgefälligkeit. Drittens : Er fällt bei einem Ausatmen einer körperlich-seelisch-geistigen Regression anheim.

Unter diesem scheinbar einfachen, aber bedeutsamen Vorgang des Atmens können wir alle dem Zeichen Löwe und der Sonne zugeordneten - erlösten und unerlösten - astrologischen Aussagen subsumieren. Wie die Zahl Fünf will der Löwe im Mittelpunkt stehen. Gelingt ihm dies nicht, bezahlt er dies mit einer Regression ins vierte Stadium. Er fühlt sich in seinen Gefühlen (Krebs, Mond) und in seinem Stolz verletzt. Gleich der Fünf will er mit dem kreativen Potential seiner Gaben möglichst die ganze Welt befruchten und sich in seinen Zeugungen nachhaltig sichtbar verkörpert sehen. An seinem Großmut, seinem Selbstvertrauen, seinem Optimismus und seiner Leidenschaft partizipieren alle, die mit ihm Umgang haben und sich an den aus seinem Herzen kommenden und auf sie übertragenen schöpferischen Energien erfreuen. Analog zum symbolischen Ausdruck der Fünf sehen wir im Zeichen Löwe und in der Sonne die Aufgabe zur größtmöglichen Selbstentfaltung schlechthin verankert. Da man diese Aufgabe als eine Führungs-Aufgabe - der Hinführung zur lebenserfüllenden Ganzheit, zur Berufung, zum Medium Coeli - beschreiben könnte, ist es nicht erstaunlich, dass sie auch in der alltäglichen Wirklichkeit ihren adäquaten Ausdruck findet und sich in den Berufs- und Karriere-Zielen eines Löwen niederschlagen. Selfmademan, Organisator, Großkaufmann, Offizier, Politiker, in der Summe jede Art Chef-Position entsprechen zumindest in seinen Vorstellungen seinem individuellen Lebensauftrag.

Dass sich Löwe-betonte Menschen in irdischen Angelegenheiten in der Regel nicht mit Kleinigkeiten abgeben, sondern den großen Wurf bevorzugen, stellt nur eine bewusste oder unbewusste Übertragung ihres wahren inneren geistigen Auftrags dar. In kleinen Schritten und falscher Genügsamkeit sind eine Überwindung der saturnischen Grenzen und der im Schützen und unter Jupiter gestellte geistige Auftrag nicht zu erreichen.

Wenn wir davon gesprochen haben, dass im Zeichen Löwe und unter dem Einfluss der Sonne eine Mitte in unserer Bewusstseinsentwicklung erreicht wurde, so kann, wie am Beispiel des Fünfsterns sichtbar ist, daraus auch ein Rückschritt erfolgen, indem wir dann all die mehr oder weniger unerlösten Ausdrucksweisen des Zeichens und des Planeten eindeutig festmachen können: Narzissmus, Selbstverherrlichung, Genussmensch, Prahler, Größenwahn und Eitelkeit. All diese auch in einer Löwe-Sonne-Anlage schlummernden Eigenschaften kommen dann zum Ausdruck, wenn der Betroffene auf die Ebene seiner Gefühle zurückgeworfen wird. Er möchte um jeden Preis Kind bleiben und nicht erwachsen werden. Im Kern beruhen die genannten schlechten Eigenschaften alleine darauf, dass der Betroffene alle bisher erworbenen Fähigkeiten beziehungsweise Bewusstseinsentwicklungen nicht wirklich in sein Wesen integriert hat. Über Widder-Mars fühlt er sich seiner Durchsetzungs- und Bewegungsenergie beraubt, über Stier-Venus fehlt eine gelungene empathisch-sinnliche Auseinandersetzung mit seiner Umwelt, über Zwillinge-Merkur ist ihm eine rationale Verarbeitung seiner Lebenswirklichkeit nicht wirklich gelungen und über Krebs-Mond hat er noch nicht wirklich verstanden, dass die von ihm favorisierte Außenwelt mit der Innenwelt seiner Gefühle und seiner Seele in Einklang stehen sollte. Erst wenn diese unterschiedlichen Erfahrungswelten in eine saturnische Ordnung gebracht werden, steht dem originären Wachstums- und Zeugungspotential der gesamten Löwe-Anlage und ihrer Lebenserfüllung nichts mehr im Wege.

Wie folgerichtig sich sowohl in der Abfolge der Zahlen als auch im Aufbau des Tierkreises beide Systeme organisch und sinnstiftend ineinander fügen, zeigt sich daran, dass wir mit dem Erreichen der Sechs und dem Zeichen Jungfrau mit Merkur genau auf die jetzt notwendigen und heilenden Ordnungsprinzipien stoßen.


Text entnommen aus:

Peter Schlapp
Astrologie und das Geheimnis der Zahlen
Astronova, Tübingen, 2010

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Aktuelle Planetenstände
10-Jul-2014, 12:52 Weltzeit
Sonne18Krebs12' 8"
Mond21Schütze4'42"
Merkur27Zwillinge43'42"
Venus20Zwillinge19' 4"
Mars22Waage24'22"
Jupiter28Krebs41'39"
Saturn16Skorpion43'47"r
Uranus16Widder27'15"
Neptun7Fische21' 3"r
Pluto12Steinbock8'10"r
Mondkn.(w)24Waage35'31"r
Chiron17Fische34'40"r
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