widder

Am 11./12. März 2011 kehrt Uranus ins Zeichen Widder zurück, wo er letztes Jahr schon einmal war - von Ende Mai bis Mitte August 2010. Die neuen Impulse von damals setzen nun definitiv eine Bewegung in Gang. Uranus in den Fischen hat in den vergangenen acht Jahren alte Träume mit neuem Geist versehen. Uranus in Widder wird in den nächsten acht Jahren neues Neuland erobern. Wenn Uranus, der erste Gott der griechischen Mythologie, das erste Zeichen des Tierkreises betritt, stehen alle Zeichen auf Anfang. Im Element Feuer schreit der Himmelsgott "Heureka, ich hab's" - mutige Anführer, Macher, Abenteurer und Pioniere preschen vor. Die gewaltige kollektive Dimension von Uranus wird deutlich, wenn wir einen Blick auf die Geschichte werfen. Wir tun dies mit einem Text von Liz Greene aus dem Buch "Jenseits von Saturn", in dem sie tief in das Wesen von Uranus schaut.

Uranus - Wenn eine Idee die Vorstellungskraft der Menschen ergreift

Uranus ist der erste Gott in der griechischen Mythologie, der himmlische Vater, der das Universum erschafft. Er entsteht aus dem Schoß von Gaia, der Mutter oder dem Chaos, und vermählt sich mit ihr. Uranus gehört dem Reich der Luft und des Himmels an. Er ist ein Himmelsgott, der Gott der Ideen, und fliegt auf den Flügeln der Gedanken. In esoterischen Kreisen wird er manchmal als der göttliche Verstand bezeichnet. Platon schrieb über die göttlichen Urideen, auf die sich alle weltlichen Formen aufbauen. Dabei geht er davon aus, dass vor der Erschaffung des Universums bereits etwas vorhanden war: die Idee oder Vorstellung von einem Universum.

Also hat Uranus etwas mit einem Ideenmuster zu tun, einer ordnenden Kraft, die sich noch nicht physisch manifestiert hat. Uranus findet im Mythos schließlich ein schlimmes Ende, weil er von seinem Sohn Kronos kastriert wird. Seine abgetrennten Genitalien fallen ins Meer, das von seinem Samen befruchtet wird. Aus dem Schaum entspringt Aphrodite, die Göttin der Liebe. Uranus ist ein Fruchtbarkeitsgott, allerdings nicht in einem erdhaften Sinne. Er befruchtet uns mit kreativen Gedanken, mit dem Geist. Wir können in unserer Geschichte überall dort seine Handschrift erkennen, wo eine neue großartige kreative Idee im Kollektiv auftaucht.

"Um die Zeit von Uranus' Entdeckung herum stellte die Idee der Demokratie und der Freiheit des Einzelnen eine gewaltige, die Gesellschaft verändernde Kraft dar. Während der Französischen Revolution diente der Leitsatz Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit als Rechtfertigung für die Schreckensherrschaft. Die französische Monarchie wurde im Namen einer Idee entthront."

Um die Zeit von Uranus' Entdeckung herum stellte die Idee der Demokratie und der Freiheit des Einzelnen eine gewaltige, die Gesellschaft verändernde Kraft dar. Während der Französischen Revolution diente der Leitsatz Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit als Rechtfertigung für die Schreckensherrschaft. Die französische Monarchie wurde im Namen einer Idee entthront. Diese Idee hatte eine gewaltige Kraft, die in ganz Frankreich große Veränderungen bewirkte. Ideen können in der Welt genauso viel wie wirtschaftliche Zwänge bewirken. Sie brechen aus dem Kollektiv hervor und bemächtigen sich der Gedanken eines Volkes. Und dann gibt es nichts, was sie aufhalten könnte, denn dann greifen auch keine Unterdrückungsmaßnahmen mehr.

Während der italienischen Renaissance nahm eine andere Idee die Menschen gefangen, welche schwerwiegende Veränderungen in der Gesellschaft hervorrief. Es war die Vorstellung, dass die Natur des Menschen göttlich sei. Das klingt für uns ziemlich einfach, war es zur damaligen Zeit allerdings ganz und gar nicht - es war pure Ketzerei. Wenn Menschen Gott sind, dann brauchen sie keine Mittelsmänner, um ihnen den Willen Gottes auszulegen. Sie sind fähig, selbst mit dem Göttlichen in Kontakt zu treten. Und wenn sie ohne Mittelsmänner auskommen können, dann brauchen sie auch die Kirche nicht länger für ihr Heil. Vielleicht brauchen sie die Kirche für ein Gemeinschaftserlebnis oder zur Inspiration, aber sie sind nicht längermirandola von ihr abhängig, um Gottes Gnade zu erfahren. In dieser Vorstellung lag eine gewaltige Macht: Sie erlaubte den Menschen, ohne Furcht vor "Beschmutzung" andere Philosophien und Gottesbilder zu erforschen. Sie brachte auch die kreative Blüte hervor, die wir nun die Renaissance nennen. Und sie gab den Menschen ihre Würde zurück, denn nun waren sie nicht mehr nur von der Erbsünde befleckte Würmer, die ihr Leben von Schuld und Angst beladen fristen mussten. Pico della Mirandolas "Oratio" beginnt mit den Worten: "Welch großes Wunder ist der Mensch! Er vereint in sich die Natur der Götter und der Dämonen."

Wenn eine Idee plötzlich die Vorstellungskraft der Menschen mit so einer Macht ergreift, bringe ich das mit Uranus in Verbindung. Das Schwierige an diesen Ideen ist der Umstand, dass sie der himmlischen Welt entstammen - und daher sind sie normalerweise ein wenig zu fortgeschritten für die Welt. Die Vorstellung von der göttlichen Würde der Menschen, welche die kreativen Köpfe der Renaissance ergriff, war ziemlich schwer zu verdauen. Wie nicht anders zu erwarten, wurde dieses Gedankengut unterdrückt, weil uranische Ideen der sie ausbrütenden Kultur unvermeidlich himmelweit voraus sind.

"Wenn eine Idee sich plötzlich in der äußeren Welt manifestiert, hat sie bereits eine Reise aus den Tiefen herauf hinter sich und nimmt die Färbung des Tierkreiszeichens an, das Uranus gerade durchläuft. Dieses Zeichen repräsentiert den Lebensbereich, der von der neuen Idee verändert und umgewandelt wird. Einige wenige Menschen werden zu ihrem Sprachrohr, und sie beginnt innerhalb der Gesellschaft wie Hefe aufzugehen."

Wenn eine Idee sich plötzlich in der äußeren Welt manifestiert, hat sie bereits eine Reise aus den Tiefen herauf hinter sich und nimmt die Färbung des Tierkreiszeichens an, das Uranus gerade durchläuft. Dieses Zeichen repräsentiert den Lebensbereich, der von der neuen Idee verändert und umgewandelt wird. Einige wenige Menschen werden zu ihrem Sprachrohr, und sie beginnt innerhalb der Gesellschaft wie Hefe aufzugehen. Jedoch dauert es sehr lange, bis die weltlichen Formen genügend verändert werden können, um einer Idee den notwendigen Raum zu geben. Und es dauert ausgesprochen lange, bis einzelne Menschen die Fähigkeit erlangen, sie in ihr Leben zu integrieren - ohne dabei furchterregende Zerrformen zu entwickeln. Jung war der Ansicht, dass es ungefähr 80 Jahre dauert, bis sich ein aus dem kollektiven Unbewussten auftauchender Bewusstseinsinhalt seinen Weg durch die verschiedenen Ebenen der Gesellschaft gebahnt hat. Dies entsprang seiner persönlichen intuitiven Einschätzung, da es uns natürlich nicht möglich ist, solche Dinge zeitlich genau zu bemessen. Aber die Zeitspanne, die er angibt, entspricht grob der Zeit, die Uranus benötigt, um zu einem bestimmten Zeichen zurückzukehren. Der Uranus-Zyklus dauert 84 Jahre.

Die Propheten, Visionäre und Künstler sind diejenigen, die eine neue Idee anscheinend bereits wahrnehmen, während sie noch in den tiefsten Tiefen vor sich hinköchelt. Irgendwann erlangt sie bei der breiten Masse Beliebtheit, doch bis dahin ist der/die Prophet/in bereits auf dem Scheiterhaufen verbrannt oder ruiniert worden. Dann hört man die Menschen sagen: "Wir haben eine fantastische neue Idee. Warum erlassen wir nicht ein paar neue Gesetze, um sie aufzunehmen?" Und schließlich wird einer Handvoll uranischer Menschen, die diese Idee zuallererst hatten, die Ehre erwiesen - und das, obwohl es ursprünglich eine ketzerische Idee war. Uranus' Problem im Mythos ist, dass er von Kronos/Saturn kastriert wird. Er wird erst viel später durch Aphrodite "rehabilitiert" und in eine kreative und harmonische Kraft verwandelt, die in der Welt gern gesehen ist.

Lassen sie uns nun zu unserer Gebirgsdarstellung zurückkehren und uns die Reise einer uranischen Idee vorstellen, wie sie langsam vom Grund bis nach oben in das Leben und die Gedanken einzelner Menschen wandert. Wie Sie sich erinnern, zeichnete ich Saturn auf der Grenze zwischen dem Individuum und dem Kollektiv ein. Also stellt Saturn die erste Instanz dar, auf die eine neue Idee trifft, wenn sie sich ihren Weg nach oben in die äußere Welt bahnt. Saturn ist die Grenze, die mich von Ihnen trennt. Menschen mit einem starken Aspekt zwischen Saturn und Uranus in ihrem Geburtshoroskop verspüren meiner Erfahrung nach das Aufwärtsstreben dieser neuen Strömungen und Ideen besonders stark. Diese Gruppe von Menschen wird wohl als Erstes davon erfasst, das gilt insbesondere für Menschen mit einer Saturn/Uranus-Konjunktion. Bei ihnen taucht ein starkes Bedürfnis nach Veränderungen auf der ideologischen Ebene auf. So werden sie freiwillig oder unfreiwillig zum Sprachrohr der neuen Idee, bevor diese gesellschaftlich anerkannt wird.

"Saturn stellt die erste Instanz dar, auf die eine neue Idee trifft, wenn sie sich ihren Weg nach oben in die äußere Welt bahnt. Menschen mit einem starken Aspekt zwischen Saturn und Uranus in ihrem Geburtshoroskop verspüren meiner Erfahrung nach das Aufwärtsstreben dieser neuen Strömungen und Ideen besonders stark. Diese Gruppe von Menschen wird wohl als Erstes davon erfasst, das gilt insbesondere für Menschen mit einer Saturn/Uranus-Konjunktion."

Ein Mensch mit einem starken Uranus-Aspekt zu Sonne, Mond, Merkur oder Mars wird ebenso das Aufsteigen einer neuen Idee spüren. Allerdings werden sich die Auswirkungen hier mehr im persönlichen Leben bemerkbar machen. Wenn Uranus zum Beispiel die Venus aspektiert, wird die Person diese neue Idee in ihren Beziehungen ausleben, ohne sich notwendigerweise der "neuen Idee" bewusst zu sein. Wenn Uranus auf Saturn trifft, ist die Auswirkung eine völlig andere. Bei diesem Kontakt passt etwas ganz und gar nicht zusammen. Es entsteht das Gefühl, dass dringend etwas getan werden müsste, denn da klopft etwas laut und beharrlich an die Tür. Wenn man dem Klopfen kein Gehör schenkt, besteht die Gefahr, dass die Tür eingetreten wird. Saturn ist der Gestalter der Form und interessiert sich für weltliche Belange. Daher ist es für ihn eine Notwendigkeit, etwas Praktisches mit der neuen Idee zu tun. Der Mond fühlt sich mit Uranus zusammen vielleicht einfach sehr rebellisch, während Merkur und Uranus viel Zeit damit zubringen, sich mit neuen Dingen zu befassen und über sie nachzudenken. Doch Saturn muss sie ganz konkret in seiner Welt anwenden können.

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Entnommen aus:
Liz Greene
Jenseits von Saturn
Die äusseren Planeten und ihre Zyklen

Chiron Verlag, Tübingen 2009
(aktualisierte und erweiterte Neuausgabe; erste Ausgabe 1985 bei Kailash; engl. Originaltitel: The Outer Planets and their Cycles)

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Aktuelle Planetenstände
18-Sep-2014, 04:14 Weltzeit
Sonne25Jungfrau11' 2"
Mond18Krebs35'54"
Merkur21Waage12'25"
Venus15Jungfrau26'41"
Mars2Schütze51'35"
Jupiter13Löwe35'21"
Saturn19Skorpion20'18"
Uranus15Widder17'24"r
Neptun5Fische39'39"r
Pluto11Steinbock0' 7"r
Mondkn.(w)19Waage32'27"r
Chiron14Fische55'25"r
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