Thomas Ring: Seminar 1974 in Kopenhagen
Heinrich Schütz

Ja, nun wollen wir einen nehmen, bei dem wir die Zeit genauer wissen. - Es ist Heinrich Schütz.

Jetzt möchte ich Sie mal bitten. Wie würden Sie da in der Deutung hineingehen?

PN: Große Verbreitung der Kräfte.

TR: Bitte? - Ja, ja es ist eine Verteilung sozusagen rund herum. Und das würde .. worauf würde das schließen lassen? - Nun, auf eine gewisse Fülle, ja? - eine Fülle der Produktion und ..

Ja, nun die Frage, wie fängt man überhaupt an mit der Deutung eines solchen .. Beim Aszendenten ist auffällig, daß hier der Jupiter ist, und Jupiter in Zwillinge - in einem Zeichen, in dem er nicht ganz Zuhause ist. Was können wir von Zwillinge aus sagen?

PN: Zwiespaltigkeit.

TR: Bitte? Wie? - Ja. - Etwas ähnliches haben wir bei Kepler, in Keplers Horoskop auch. Kepler ist .. also neben dem sehr steinbockbetonten ernsten Forscher, der gute Erzähler. - Also das Erzählende, das Parlando, nicht?, das ist irgendwie da, und das kommt in manchen Sachen .. z.B. in der Historie von der Auferstehung durch, indem eine ganze Begebenheit sozusagen erzählt wird. - Und dann in den Chören, da in den .. na, in den Psalmen Davids, da ist es wieder das Fließende, das Aufeinanderfolgende, eins geht aus dem anderen hervor - und entsprechend den labilen Zeichen: das hin und her, ja? - Also ich empfinde .. als nicht-Musiker da empfinde ich es so wie Wellen, eine Welle löst die andere ab. - Und nun bei .. also mit Jupiter, da haben wir bei Jupiter die Beziehung zu Religio, also die echte Beziehung zur Religion, zum religiösen Inhalt.

Und nun, wenn wir von Inhalt sprechen .. jetzt natürlich müssen wir auf das Zentrum sehen, Sonne. Und Sonne Opposition Saturn. Das heißt, wieder als Hauptproblem .. solche Oppositionen sind Hauptprobleme - der Kampf um die Form. Der Kampf des Inhaltlichen mit der Form.

Sehr amüsant ist vielleicht bei hier Jupiter in Zwillingen, wenn Sie an die Historie von der Auferstehung denken - wenn er das Überpersönliche bringt, also wenn er Christus bringt oder die Engel - daß er dann im Duet .. nicht? daß er zwei Stimmen .. das in zwei Stimmen darstellt. Also nicht wie man naturalistisch darstellen würde, in einer Stimme - sondern es ist sozusagen für ihn .. das Überpersönliche .. nun, ein Miteinander von Kräften.

Was hat dieser Saturn da im 12. Feld zu sagen? - Oder einmal so erst gesehen: Vom Horizont aus ist immer wichtig der Planet, der am höchsten über dem Horizont ist, und das ist in dem Fall Uranus. Das heißt, das was uranushaft ist, also das irgendwie Revolutionäre, das Umstürtzerische, das spielt hier eine Rolle. - Ich betrachte ihn zwar als Ende der Renaissancemusik, aber schon als Übergang zu etwas Neuem.

Und nun das im 12. Feld da, der Saturn im Widder mit der Sonne-Opposition. - Es ist jetzt wieder eine andere Auffassung des 12. Feldes, als Sie es in der Tradition finden. - Wenn Sie aus der Biographie sehen, wie er sich um die Leute seines Orchesters gekümmert hat, um die soziale Stellung. - Nicht? also natürlich in der Zeit gesehen. Sie müssen sich die Zeit des 30jährigen Krieges vorstellen. - Dann diesen versoffenen Kurfürsten, ein Kurfürst der kaum je nüchtern war. Ein fürchterlich zerfahrener Mensch .. und der natürlich die Hochvatern bestimmt hat. - Und dem gegenüber nun Schütz, der genau immer gedrungen hat darauf, daß die Musiker hier ihr Geld ausgezahlt bekommen haben, also etwas was damals gar nicht so einfach war wie heute. Damals waren die Soldaten wichtiger natürlich wie die Musiker. - Also diese saturnische .. - und Saturn in Widder - diese Hartnäckigkeit, mit der er darauf gedrungen ist.

Dann den Mond in Krebs .. Sie sehen also hier in der Opposition Uranus/Venus - diesen Punkt, den nenne ich immer den "harmonisierenden Faktor". Also hier ein Trigon (Uranus/Mond), und hier ein Sextil (Venus/Mond). Da kommt also in der Spannung zwischen Uranus und Venus, im künstlerischen eine Spannung, der nach Neuformen strebt - das hier in Betracht: Mond in Krebs. Was würden Sie da nun sagen?

NN: Die ausgleichende Wirkung des Mondes ...

TR: Bitte? - ausgleichend ... ja!

NN: .. die ist sehr stark in diesem Aspekt.

TR: Und nun im Krebs, also in dem kardinalen Zeichen des wäßrigen Trigons? - Ja da können wir vielleicht, wenn wir die vier Kardinalpunkte nehmen, etwas anführen. - Bei Widder haben Sie als kardinales die Rhythmik. - Bei Krebs: die Melodik - bei Waage: die Harmonik - und bei Steinbock: das Polyphone. Nicht? - So daß wir also hier als ausgleichendes Element zu dieser Spannung eben das Melodische haben. - Ich glaube, daß das doch sehr zu spüren ist bei ihm. Nicht? das ist keine errechnete Musik, sondern es fließt irgendwie aus dem Inneren heraus. - Ja aber Sie müssen nun was sagen, Sie sind ja Musiker.

NN: Ja seine letzten Werke waren überhaupt nur melodisch, rein melodisch!

TR: Ja. - Übrigens auch wenn Sie die Schriften sehen, also die Schriften der Spätzeit und der Frühzeit. - Die Schriften der Spätzeit haben das .. also was auch Bach hat, nicht?, dieses so .. na, so kurvenmäßig Fließende. - Am Anfang mehr .. doch mehr steif, und dann ist es immer fließender geworden. Nicht? also das ist der Gesamtlauf in seiner Entwicklung.

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