Thomas Ring: Seminar 1974 in Kopenhagen
Haydn

Ja jetzt werden wir einen bringen, bei dem wir die Zeit genau wissen. - Ja das ist Haydn.

Also da haben wir Aszendent Schütze mit Mars und Uranus. - Wieder von Uranus her die Neuerung. Und im Widder haben wir die Sonne, Saturn und Merkur, das heißt, fünf in feurigen Zeichen. Hier können Sie wohl einige Dynamik erwarten ja?

Und hieroben da den Jupiter in Waage, der kulminiert: der Sinn .. sozusagen der Sinn am oberen Meridian .. es liegt ja etwas schräg - der Jupiter in Waage - damit ist er der gute, harmonische, welteingepasste, oder sozialeingepasste Mensch.

Man kann sagen, hier, von da aus (Widder) und von da aus (Schütze) - eigentlich der Meuterer, nicht?, oder das .. ja wie ein Rennpferd, also der nur auf die Bahn losgelassen werden braucht - und nach außen hin also die verbindliche, freundliche Geste. - Er war ein sehr merkwürdiger Mensch.

PN: Der ausgleichende Punkt in Schütze ist vielleicht auch etwas symphonisch .. ich weiß nicht - diese symphonische .. Beethoven, Sibelius, Haydn - Symphoniker.

TR: Aha-ja. Ja und dann also die übersteigerte Produktion ja?

PN: Ja, ich denke an die symphonische Linie, also diese Bogenspannung wie Schütze eigentlich ...

TR: Achso! diesen Bogen, ja ja. - Na-ja also im ansteigenden Bogen, nicht? die raschen Arbeiten. Sie wissen ja, wie rasch er eine Symphonie zusammengebaut hat. - Und dann das Absinken wieder - und dann wieder das Neue, nicht?

PN: Ich denke genau an Form, an die symphonische Form wie eine Art Schütze-Form sozusagen.

TR: Aha! ja.

PN: .. weil es wirklich eine Bogenspannung par excellence ist.

TR: Ja, das ist eben .. von daher können Sie es .. ja ..

PN: .. mit Beethoven und Sibelius wie die große Symphoniker.

TR: Ja, ja ja. - Ja, und schließlich hat er ja die symphonische Form eigentlich geschaffen nicht? - Das ist ja das Uranische, das Neuernde, das Neue. Und zugleich .. - ja also auch die Quartetform, nicht? - und zugleich aber Jupiter in Waage - also das ist in eine schöne Ordnung gebracht - daß es schulmäßig gelehrt werden kann sogar.

Sie hatten gesagt ... (LB: Sonne/Saturn) .. die Partnerschaft da, was würden Sie da sagen, mit diesem Mond im Zwillinge da?

PN: Nicht gelungene Zwiespaltung.

TR: Ja - da kann man den Kanon "Altes böses Weib" verstehen ja?

PN: Mit zwei Verhältnissen.

TR: Ja, also nicht?, die .. mit der Ehe ist es nicht so sehr viel los. Da kann man also nicht die große Harmonie erwarten. Es ist ganz .. Ja, das ist auch wichtig, nicht? Die Figur ist ja ganz nach vorne gebaut, zum Aszendenten hin. - Das ist die Hauptspannung: am Meridian - und das hin zum Aszendenten. Also die ganze Aktivität liegt in seiner Einzelperson, und die Partnerschaft das ist eine verschwommene und etwas dissonante Sache.

LB: Sein gewissensfühlung und Pflichtfühl..

TR: Bitte?

LB: Sein Pflichtfühl und .. es war .. ja wie heißt es .. sein Gewissen war sehr stark aktiviert in seiner Arbeit ...

TR: Ja - ha ja - auch ..

LB: .. auch wegen Saturn/Sonne. Auch daß er ganz spät dazu gekommen ist, Musik zu schreiben. Er hatte zuerst gewisse Hindernisse zu überwinden, also Haydn.

PN: Aber dieselbe Konstellation hatte ja Mozart, und er ist doch nicht spät dazu gekommen!

TR: Nein, also der Konjunktion von Saturn und Sonne .. ja-e - jetzt ist aber ein Unterschied. Bei Mozart haben wir die Konjunktion (das wollen wir sehen) in Wassermann. Und hier ist es in Widder. Also bei Widder haben Sie häufig .. ja, eine der Erscheinungen .. dieses Einspurige, Scheuklappenartige. Also wenn da Saturn die Form eines Pflichtgedankens bekommt: "Ich bin der Diener vom Grafen Esterházy" ja? - und: "das verlangt man von mir" - dann geht es einspurig da weiter. - Da ist das bei Mozart anders. Da ist es in Wassermann, da gehört er sozusagen der ganzen Menschheit. - Aber hier gehört er, vom Widder aus .. ist das auf das eine Ziel gerichtet.

PN: Bei Mozart ist die Ordnung auch anders, nicht wahr? Da ist Saturn und ..

TR: Ja, ja ja, die Reihenfolge ist anders. -

Und mit der Opposition .. Sie wissen ja auch, was mit seinem Kopf passiert ist nach dem Tod?

NN: Nein ..

TR: Nicht? daß ein .. Damals war ja die Physiognomik von Gall besonders akut. Und da hat ein Liebhaber diese .. na, Frenologie nannte man es - er hat dem Haydn, dem toten Haydn den Kopf abgeschlagen und den Schädel gesammelt. Und dann ist der Graf Esterházy gekommen: "Das war mein Diener, mein Angestellter - der Kopf gehört mir!" Und .. ja .. und die Diener haben ihm einen falschen Kopf verkauft. Nicht? für das Lösegeld haben sie ihm beide einen anderen Kopf gegeben. So daß man auch heute nicht ganz sicher ist, ob das jetzt der eigentliche Kopf ist, den er da bekommen hat. Nicht? also etwas Merkwürdiges.

PN: Aber das steht wohl nicht im Kosmogramm?

TR: Nein, nein, aber hier bei Saturn Konjunktion Sonne, da kann man solche makabere Sachen erwarten auch. Na, Sie wissen bei Baudelaire sind auch einige makabere Sachen. Bei Mozart mit seinem Begräbnis, man weiß ja auch gar nicht, wo er begraben ist usw. (Ich glaube, jetzt kommt ...)

NN: Können wir jetzt eine kurze Pause machen?

TR: Aha ja. Ja also jetzt erholen wir uns vom Haydn.

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