Thomas Ring: Seminar 1974 in Kopenhagen
Grundkursus - Die Mondknoten

Ja, ist nun noch etwas aufzuholen? - Ich glaube, wir sind bald wieder so weit was? - Bitte ja?

LB: Sonst können Sie vielleicht ein bißchen über die Mondknoten hier sagen.

TR: Ach, über Mondknoten.

LB: Nur skizzenhaft.

TR: Ja, ja ja. -

Also was ist der Mondknoten überhaupt? - Stellen Sie sich vor: die Planeten bewegen sich fast durchweg in einer Ebene, in der Ekliptik, nicht? - Einmal etwas drüber, einmal drunter. - Diese Bahn wird nun geschnitten von der Mondbahn. Hier gibt es einen Schnittpunkt, in dem es aufwärts geht - das ist der aufsteigende Mondknoten - und einen, in dem es abwärts geht.

Diese Mondknoten werden gewöhnlich nicht beachtet. Aber die sind sehr bedeutsam, wenn wir einmal aus unserer Epoche herausdenken und uns klar sind darüber. - Wir haben überwiegend seit einigen Jahrtausenden eine männlich bestimmte Gesellschaft. Das Taghelle, das rational Erklärbare usw. gilt .. überhaupt also in unserer Leistungsgesellschaft. - Es gibt außerdem aber .. und das ist der Vorzug der Frauen - ein unbewußtes, vegetatives Leben. - Wenn wir mit Frauen zu tun haben, sind wir dauernd überrascht, nicht? .. dann denken wir, das stimmt nicht in unsere logische Welt hinein. Und .. das ist aber - nicht?, da wir ja alle ambivalent sind - etwas was wir auch alle haben.

Der aufsteigende Mondknoten ist sozusagen der Einstieg in dieses unbewußte, vegetative Leben - und der absteigende Mondknoten der Ausstieg.

Das gibt uns unter Umständen ganz bestimmte Deutungen. Z.B. bei Strindberg, da haben wir den absteigenden Mondknoten zwischen Saturn und Venus - die sind an sich in Konjunktion. - Und hier .. also wenn wir das noch in Zeit umsetzen - das wollen wir also heute nicht berühren - dann haben wir die Pariser-Zeit, in der er also sein "Inferno" geschrieben hat, nicht? - Das nicht-bewältigen des Problems zwischen Venus und Saturn, das nicht-fertigwerden vor allen Dingen mit der Weiblichkeit, das nicht-verarbeitet-haben auf unbewußten Weg - hat als Ausstieg diese Psychose ergeben. Verstehen Sie?

Also es geht durchaus nicht auf in dem, was wir da konstellativ aufgezeichnet haben und nun da deuten, in dem allen was ich Ihnen gesagt habe, sondern das unbewußte Leben, das spielt eine ganz bedeutsame Rolle.

Also zum Beispiel .. ich möchte sagen: Achten Sie auf Ihre Träume. Da meldet sich das am stärksten. - Es ist so wie ein Traumleben.

Es ist sogar so .. also wenn wir in der Wirklichkeit ausgehen und viele Schicksale untersuchen, ja dann ist es so, als ob wir von einem kosmischen Individuum geträumt werden - daß wir Schicksale einfach deuten können wie Traumsymbole. - Aber das führt jetzt weiter. Das führt in die transzendentale Welt hinein.

Ich glaube, die Zeit ist auch um.

NN: Sie haben .. 10 Minuten zurück.

TR: Ah so! Ja, na gut! Also dann bitte noch weitere Fragen.

PN: Können Sie vielleicht ein anderes Beispiel mit Mondknoten nehmen als dieses Strindberg, wo es eine Konjunktion ist?

TR: Aha ja - gut. - Wenn wir hier diese vier Ebenen nehmen, dann ist es in mancher Konstellation so - nicht?, von den Zeichen aus gesehen - daß eine Ebene ausfällt. Also wenn kein Planet in luftigen Zeichen ist, dann heißt das nun nicht, daß das ein dummer Mensch ist - sondern seine Geistigkeit, die ist irgendwie seelisch und organisch betont usw., aber in der Äußerung ist er vielleicht etwas ungeschickt. Er ist durchaus nicht dumm, nicht?, aber er ist ungeschickt in der Äußerung. Er greift dahin. - Nun kann der aufsteigende Mondknoten hierin sein. Dann ist es so, daß das was wir eine spirituelle Geistigkeit nennen - ich weiß nicht, ob Ihnen das geläufig ist, was das ist. Das ist also nicht intellektuell, sondern eine seelisch erlebte geistige Welt. Das kann jetzt in der unbewußten Verarbeitung dann etwa zu ganz richtigen Resultaten führen. Können Sie sich das vorstellen ja?

Oder man hat nichts in erdhaften Zeichen. Das ist z.B. bei mir der Fall. Aber der Mondknoten ist in Stier. Das heißt, das Umgehen mit den Tatsachen bringt einem allmählich dazu, daß man das Materielle berücksichtigt - oder das auch auf sich nehmen und hineinstellen.

PN: Ich möchte fragen: Mondknoten in Stier .. haben Sie nicht absteigende.. oder aufsteig..?

TR: Der aufsteigende Mondknoten. - Also der Aufsteigende ist immer der Einstieg. - Und ob man jetzt die Dinge, denen man sich stellt, also die Tatsachen verarbeitet oder nicht - das ist eine Sache des unbewußten Lebens.

Also zum Beispiel .. na ja, wollen wir bei dem bleiben .. Wenn man in relativ jungen Jahren - also ich habe es dann in den Kriegen erlebt - verantwortlich ist für ein paar hundert Mann. Man muß materiell denken .. (also was mich nie beschäftigt) .. aber daß die Leute alle zu essen hatten, oder daß man ein Marschtempo so ansetzt, daß die Fußkranken mitkommen. - Also wenn man das ernst nimmt, wenn man jetzt sich in die Verantwortung hineinkniet, dann kann man ein Verhältnis bekommen zu dem, was einem sonst gar nichts angeht. Verstehen Sie? - Nicht? - aus dem heraus. Und wenn das jetzt richtig verarbeitet ist, dann kann es sogar zu einer Routine werden und kann eine Ebene beleben, die wir sonst gar nicht haben.

Oder - ja, sagen wir mal, also es ist nichts in Feuerzeichen - das Organische ist unbetont. Ja, dann haben wir eine .. relativ ein impulsleeres Wesen. Es ist alles da. Es ist alles in Ordnung. Er denkt richtig. Er fühlt richtig. Und die materiellen Dinge sind in Ordnung. - Aber er ist impulslos, ja? - Und jetzt ist aber der aufsteigende Mondknoten etwa in Widder, Löwe oder Schütze. Dann kann von daher - indem man sich die Aufforderung gibt, etwas zu tun, und in ein Unternehmen hineingeht - das entstehen. Also zum Beispiel .. ja, man verpflichtet sich dann für eine Expedition. Und es reizt einem gar nicht. - Nicht? "Was geht mich in Afrika an." - Aber ich verpflichte mich dann. Und .. na, das ist so wie der Appetit beim Essen kommt - während der .. oder in der Begebenheit - auf einmal kommen allmählich auch Impulse und eine Stellung zu dem hier.

BHP: Kan du oversatte et sporgsmal for mig? Sporg hvordan han vil tyde, hvis maneknuderne star i kvadratur til f.eks. en eller anden planet. - Sa er de begge to i aspekt pa een gang.

PN: Die Frage ist, wenn Mondknoten in Quadratur z.B. zu einem Planeten steht. Gibt es dann eine gegenseitige Quadratur zu ab- und aufsteig... ?

TR: Nein, beim Mondknoten ist es wieder so, es ist keine Kraft. Es ist nur aufnehmend -und kann natürlich also gehemmt werden etwa, oder beeinflußt. - Nicht?, gehemmt bei Saturn-Aspekten - oder irgendwie gestört, aufgerührt bei Mars-Aspekten usw. - aber gibt keinen Aspekt von sich. Verstehen Sie? - setzt keine Kraft dagegen. Man ist sozusagen dann hilflos dem ausgeliefert. Bitte?

PN: Wie am Aszendent-Punkt. Es ist auch kraftlos.

TR: Ja - ja auch. Also Sie kennen das beim Einschlafen, ja? Viele Leute können nicht einschlafen. Was machen sie dann? Nicht? da denkt man "ich müßte jetzt schlafen .. es ist ja schon elf Uhr, oder zwölf Uhr .. oder drei .." - und dann können Sie gerade nicht schlafen. Es geht alles mögliche durch den Kopf. Das heißt also, dieses Abstellendes vom Bewußtsein aus, das gelingt nicht. - Untersuchen Sie mal die Konstellation. Da können Sie z.B. das häufig finden - Nicht?, der Einstieg ins Unbewußte, das ist ja das Einschlafen - der ist eben gestört, nicht? Also aus dem allein kann man es natürlich nicht sagen, sondern es ist eines der Anzeichen.

PN: Dann soll er auch aufwachen. - Wird das auch diffizil sein, weil es auch im Quadratur zum absteigenden ..?

TR: .. Ja - ja, dann gibt es z.B. das Heilmittel. Also wie lernt man einschlafen? Na, meistens werden da Tabletten genommen - fürchterlich, nicht? Je mehr man Tabletten nimmt, um so schlimmer wird es. - Nein, sondern .. Jetzt bedenken Sie - nicht?, das Einschlafen, also ins Unbewußte gehen .. ist ja die seelische Ebene - hier regiert das Bild, ja? - Versuchen Sie, das Bewußtsein abzustellen - und es tauchen Bilder auf. - Aber jetzt denken Sie nicht, das Bild ist das und das. Also .. na, was kommt mir? .. was weiß ich! .. ein Haus, ein Neubau, oder irgendwas. - "Aha! das bedeutet, ich wünsche mir ein neugebautes Haus!", oder sonst was - nein. Denken Sie gar nichts, sondern schauen Sie sich nur das Bild an. - Und im bloßen Anschauen sind Sie schon hinge.... Verstehen Sie? Nicht? Das rührt dann etwas ...

Ja, in der .. na, es gibt ja eine Ästhetik. Also heute, trotz allem werden heute doch über Ästhetik geschrieben. - Meistens sagt man: eh eh eh was brauchen wir heute .. die Ästhetik, nein! - Wie geht das vor sich? - also der künstlerische Akt?

Beim Maler ist es so - also das was man gewöhnlich "Apperzeption" nennt, das Bewußtwerden eines aufgenommenen Reizes, eines sinnlichen Reizes, ja? - das ist beim ... also in der normalen Apperzeption verwandelt sich das in ein Begriff. Im eigentlichen .. Ich nenne es "das eigentlich Malerische". - (Das hat übrigens der Konrad Fiedler entdeckt, der Freund von Hans von Marius.) - Beim eigentlichen Maler geht der sinnliche Eindruck über .. ohne daß man denkt, das ist das und das .. und verwandelt sich in eine Gestalt. - Verstehen Sie? - Eine Umgestaltung ist das. - Und wenn das ein Kreis oder eine Quadrat oder sonst etwas - es gestaltet sich um, ohne daß man denkt. - Wenn Sie denken, dann ist es schon aus wieder mit .. Verstehen Sie? - Also hier ist die Apperzeption ein Aufnehmen des sinnlichen Bildes, und die Umwandlung in ein anderes Bild.

Und das machen Sie bitte beim Einschlafen und dann, sofort sind Sie weg, sind Sie im Unbewußten. - Also auch wenn man auf den aufsteigenden Mondknoten da eine Quadratur hat von Mars, nicht? Dann heißt es also nur, das was marsisch ist, also die Aktivität - hier in dem Fall die bewußte Aktivität - auszuschalten ja?, und nur die Bilder zu sehen.

Sie sehen, das führt also in alle möglichen psychischen Zustände hinein.

Ja, ist noch eine? .. - Achso! Schluß! - Aber trotzdem haben wir vielleicht Verdauungsreste - geistige ja?

 

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