Thomas Ring: Seminar 1974 in Kopenhagen
Grundkursus - Mars und Venus

Jetzt mal das zweite hier - Mars und Venus.

Hier geht es um die Konzeption. - Also das ist natürlich nicht nur etwa geschlechtlich zu nehmen, trotzdem ja, Sie wissen ja, Aries/Aphrodite also das klassische Paar ist - darauf hat es auch Bezug - sondern, es geht hier um den Augenblick - um den lebendigen Augenblick. Das was die Griechen "Kairos" nannten - das, in dem Aktivität und Empfangsbereitschaft zündet, sich vereinigt. - Na! für Musiker ist das sehr brauchbar, nicht? - Das ist der zündende Augenblick, in dem etwas entsteht .. ja: "tun und lassen", könnte man hier sagen, nicht? daß beides also nun gerade eine Vereinigung eingeht. - Und wenn wir Grundbegriffe nehmen, dann haben wir hier: Selektion - und hier: Harmonie.

NN: Können wir eine kurze Pause machen, während das Film ..?

TR: Wie? Eine Pause machen?

NN: Ja .. der Film ist aus.

TR: Achso! ja - ja ja gut.

Jetzt nach der Pause ist es vielleicht angebracht, Sie nach Verdauungsresten zu fragen - nach geistigen ja? Also wenn etwas noch offen geblieben ist, oder fraglich in Ihnen, dann bitte ich Sie, sich zu äußern vom Bisherigen.

Nicht?, wenn wir rekapitulieren: also die ganze Existenz betreffend, haben wir dieses Ja und das Nein. - Dieses impulsmäßige Bejahen des eigenen Wesens - der Wesenskern hier: Sonne -- und das Abschirmen dagegen, der Schutz, das Saturnische, in seinen verschiedenen Entsprechungsformen. Oder in der untersten Entsprechung - also bei der Angst - da gelingt eben der Schutz nicht. Da bin ich schutzlos dem Andringenden ausgesetzt. - Sie kennen das Gefühl, nicht? Es ist .. es geht nicht ohne die Haut.

Ja das kann natürlich ganz verschieden sein. Zum Beispiel, also wenn man .. na, ich bringe es als Beispiel .. von den Kriegen, mit denen ich immerhin 7 Jahre zugebracht habe - wenn man von der Westfront gekommen ist, von diesen dauernden Explosionen, und man war in einem Wald, in dem es still war - da hat man Angst bekommen. - Draußen nicht! - Es hat auch mit der Gewohnheit zu tun. Es ist nicht die gewohnte Sicherheit, die man draußen sich dann erworben hat. "Ach, das ist ja auch egal! Kannst jeden Augenblick getroffen werden! Kommt gar nicht darauf an!" Nicht? - da war das schon erledigt! - Aber im Wald - alleine - in der Stille - da könnte etwas passieren, oder .. Nicht? es ist auch gar nicht zum Bewußtsein gekommen, sondern das Einsame, das Andringen der Stille - auch das kann Angst auslösen. Zum Beispiel werden manche von Ihnen etwas kennen - also die Meditation, - Das heißt, die Stille in sich erleben, und in Form der Angst vielleicht ja? .. Also sonst sind wir .. im gewohnten Getriebe, sonst sind wir sicher - in dem, worin wir uns bewußtseinsmäßig bewegen. Und nun sollen Sie auf einmal dieses Bewußtsein wegschicken - Na, dann ist die Angst da! - Oder noch mehr: wenn man das, was wir nennen: "den Astralleib" austreten läßt - dann ist es ja .. also wie ein Tod, wie ein Sterben. - Na ja!

Also das betrifft hier - dieser Gegensatz (Sonne/Saturn): die ganze .. die Existenz als Ganze. Das hier, Funktion - also das Mond-Element: jeden Augenblick. Wobei wir hier eine eigenartige Beziehung haben. Hier (Sonne/Mond): von Kern zur Peripherie, und hier (Mond/Saturn): von Anfang zu Ende. Daher z.B. also auch praktisch für die Deutung. Die Jugend, die Kindheit: da schauen Sie auf die Mondstellung. - Das Alter, die Altersverfassung: auf die Saturnstellung. Das ist Anfang und Ende (Mond und Saturn) - aber nicht nur im Lebensganzen, sondern in jedem Augenblick, oder bei jeder Unternehmung.

Ja, zum Beispiel - wieder für Komponisten, Schriftsteller usw. zu empfehlen - die berühmte Angst vor dem weißen Papier. Also wenn Sie mit .. sich auf das Saturnale einstellen, oder auf diese Achse überhaupt (Sonne/Saturn), dann soll hier gleich das Grundwichtige da auf's Papier kommen, und da geht es nicht! - Behelfen Sie sich mitten um! - Fangen Sie irgendwie an! - Das was am Anfang zu stehen hat - also das ist für alle Schriftsteller wichtig - was am Anfang zu stehen hat, das kann sich vielleicht erst später herausstellen. - Oder behelfen Sie sich irgendwie. - Die Colette, die hat da auf die Frage, wie das ist mit dem weißen Papier, gesagt: "Ja, dann nehme ich einfach blaues!" Verstehen Sie? - auch das! - Man kann sich mit irgend etwas behelfen. - Oder wenn es Ihnen zu weiß ist, na! warten Sie ab, bis es dämmert, oder ziehen Sie da die Heben zu, nicht?, dann ist es nicht mehr weiß, dann schreiben Sie leichter.

Ja, und so ist es jetzt also mit dem Mondhaften .. Ich möchte sagen, mit diesem etwas Traumhaften, mit diesem Dämmerzustand auch psychisch. Wenn Sie die Dinge nicht genau scharf bewußtseinsmäßig erfassen vielleicht. - Also aus dem Gefühl dafür .. ja für das, was Sie vorhaben, kommen Sie leichter in den Anfang. - Das (Mond) ist immer der Anfang -- und das hier (Saturn) das Ende. Oder - na! wir kommen dann auf entsprechende Prinzippien. Hier ist das Krebs-Prinzip -- und da das Steinbock-Prinzip - mondhaft und saturnisch. Da haben Sie den Gegensatz, nicht nur zwischen Romantik und Klassik, sondern zwischen der ewigen Keimsituation, also dem immerwährenden Werden, dem Entstehen --- und der Perfektion. Das was heute ja so besonders geschätzt ist: die fertige Form. - Damit können Sie ja natürlich nicht anfangen, und das ist im Grunde genommen das Abtötende, ja? - Also mit der ewigen Keimsituation braucht man natürlich auch länger. Da ist man vielleicht dann mit 90 Jahren so weit, daß man weiß, wo man anfangen kann. Und .. ja ja Sie lachen! - Ich behaupte auch, mit 80 Jahren kommt man langsam aus der Pubertät. - Ja, wenn man nun aber mit Steinbock .. also das von Geburt an hat, dann wird man von Anfang an auf die Perfektion, auf die fertige Form hinstreben. - Nicht? Wir haben hier auch .. Sie haben überall Gegensatzbegriffe - den Gegensatz: Inhalt und Form. Also wenn Sie sich nicht vom Inhalt getragen fühlen, und einfach das so und so sich äußern müssen, dann kultivieren Sie wenigstens die Form - das Saturnale. Das ist zugleich wieder ein Schutz. Nicht? Also überall finden wir diese Querbegriffe.

Ja, wenn Sie jetzt eine Sonne/Saturn-Konjunktion haben - das haben wir, ich möchte aufzählen, bei Dante, bei Dürrer, bei Mozart, bei Haydn, bei Baudelaire, bei Schopenhauer - eine ganze Reihe von Leuten. Das sind alles Meister der Form, verstehen Sie? Da ist Inhalt und Form zugleich da. Es ist oft vom väterlichen Erbe her. Nun Sie wissen, bei Mozart - bei Haydn auch zum Teil - vom Vater her ein gewisses Formenarsenal übernommen worden. Es sind zugleich die beiden Vatersymbole nämlich, Sonne und Saturn. - Also, Sie können eine bestimmte Problematik gleich so erfassen.Und wenn Sie nun Sonne und Saturn in Opposition haben, dann wissen Sie - nicht? wenn Sie die Elemente richtig verstanden haben - hier ist Inhalt und Form in einer Spannung zueinander. Hier ist es zweierlei. Also es wird dem Menschen sehr schwer gelingen, das, wovon er eigentlich getragen ist, inhaltlich in die adequate Form zu bringen.

Ja, nun also weiter. - Das bezieht sich hier auf die Existenz im Ganzen - und das auf die Konzeption des brennenden Augenblicks. Da haben wir die Elemente: Selektion und Harmonie.

Selektion - nun, Sie wissen, das heißt Auslese. Das ist nun nicht so zu verstehen, wie es die Darwinisten verstehen. Da ist die Selektion etwas, was übrig bleibt, ja? .. Es kann auch durch Zufall sein ja? Irgendeine Art ist besonders begünstigt und pflantzt sich fort, und die andere nicht. Aber das meinen wir hier nicht, sondern wir meinen das Selektive in uns - die selektive Kraft - das heißt, die Durchsetzungskraft. Na, wie heißt das Dänisch?

NN: Evne til at satte igennem.

TR: Ja. Also, es geht von uns aus, und wir setzen uns durch. Nicht? Also es ist eine gewisse Aktivität nötig - und damit haben Sie z.B. auch .. Sie wissen ja, das ist hier das vorwiegend männliche und das weibliche Element. - Also wir haben es etwas schwerer, nicht? Wir müssen aktiv uns erst bemerkbar machen.

Ja, und nun mit der Harmonie. Also bitte das nicht auf das weibliche Geschlecht sumarisch zu beziehen - es ist gar nicht so harmonisch. - aber etwas ist da, was da hingehört, also im Venushaften - ein Ausgleichen, ja? Also etwa nicht wie beim Marsischen, nicht? Da wird sozusagen Reiz gegen Reiz gesetzt. Also wenn Sie sehr marsisch sind, dann sind Sie gewissermaßen reizbar, und wenn man Sie aggressiv anspricht, dann geht es allmählich hoch, und Sie müssen etwas dagegen tun.- Bei Venus ist immer die Tendenz des Ausgleichs. Also etwas dahin bringen, wo man das versteht: "Na ja!, der Kerl ist eben so - oder er ist ja nicht dressiert!" - oder irgend etwas, was sonst als chockierend empfunden wird, das wird irgendwie ausgeglichen, das wird auf eine Form gebracht, in der man das billigt. Also das Zedieren .. - Sie wissen auch, was ein Zedieren ist? - also ein Gewähren, ein Billigen - das ist das Venushafte.- Bei Mars also das kämpferische Motiv. - Nicht umsonst hat man ja den Kriegsgott aus dem geformt. - Überhaupt wäre hier zur Mythologie zu sagen. Es gibt nämlich da so einen Einwand: die Astrologie, die ist so eine Art Namensfetischismus. Weil der Mars nun eben der Kriegsgott war, und die Venus die Liebesgöttin, deutet man ihnen die Eigenschaften heraus. - Also bitte, nehmen Sie es umgekehrt, ja? - Es ist in uns ein kämpferisches Element, und in uns ist also dieses, das was venushaft ist: das Entgegenkommende, das Harmonisierende usw. - und für diese Kräfte in uns hat man in der Mythologie diese Gestalten geformt. Verstehen Sie? - Nicht? Also die Mythologie ist ein Hineinprojizieren von Kräften, die wir in uns haben.

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Aktuelle Planetenstände
11-Jul-2014, 12:44 Weltzeit
Sonne19Krebs9' 1"
Mond5Steinbock47'34"
Merkur28Zwillinge30'37"
Venus21Zwillinge30'41"
Mars22Waage51'26"
Jupiter28Krebs54'49"
Saturn16Skorpion42'51"r
Uranus16Widder27'47"
Neptun7Fische20' 7"r
Pluto12Steinbock6'41"r
Mondkn.(w)24Waage26'14"r
Chiron17Fische33'35"r
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