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Das zwölfte Haus und unsere pränatalen Prägungen

von Martin Banger

Schwierige Prägungen im Horoskop

AugeWo finden wir im Horoskop Hinweise auf die Grundlagen für Ängste, Konflikte, Depressionen und Neurosen? Sind die Zeit und die Umstände, die psychologisch als deren Ursprung gelten können, dort überhaupt differenziert sichtbar? Auf den ersten Blick scheint Astrologie die frühen Thesen von Janov und Grof zu unterstützen, immerhin arbeiten wir mit der Konstellation des Geburtsmomentes und leiten hieraus alle Stärken und Konflikte eines Menschen ab. Doch wir kennen auch den speziellen Bereich Heim, Familie, Kindheit, – das vierte Horoskophaus befasst sich mit diesen Angelegenheiten. Finden wir das vierte Haus schwierig belegt, gilt dies als Anzeichen für seelische Wunden in den ersten Lebensjahren. Das Horoskop lässt allerdings weitaus deutlichere Einblicke in die prägende Vergangenheit zu.

Alle harten Aspekte im Horoskop sind mit schwierigen Erfahrungen verbunden, in der Kindheit wie im Erwachsenenalter, aber nicht alle haben für die seelische Entwicklung das gleiche Gewicht. Sind die Symbole der Seele – Mond, Neptun, Pluto und die Wasserhäuser – betroffen, können verdrängte oder unbewusste Inhalte besonders schwere Folgen haben. Bei einem Sonne-Saturn-Quadrat, so schmerzhaft es sich bemerkbar macht, wird, solange die Wasserhäuser nicht betroffen sind, ein verdrängtes frühkindliches Trauma kaum je zu vermuten sein. Hier weist Astrologie übrigens auf die Grenzen der beliebten „Es-geschah-in-der-Kindheit“-Geschichte hin. Vielleicht haben wir einen strengen oder kühlen Vater gehabt, doch der besitzt sicher noch andere Seiten. Wir sind es, die mit Sonne-Saturn auf die Welt kommen und genau diese Qualität beim Vater, bei Lehrern und bei Autoritätspersonen herausfiltern. Eine Therapie sollte diesbezüglich lösungsorientiert arbeiten und sich nicht lange mit den Übeltätern aus der Kindheit befassen (hier zum Beispiel: einen Lernprozess anregen, mit sich und anderen wohlwollender umzugehen).

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Sind die Wasserhäuser betroffen oder mischen Mond, Neptun oder Pluto mit, wird die Suche nach den verdrängten oder unbekannten Ursachen notwendiger Teil eines therapeutischen Prozesses. Das vierte Haus zeigt, ob uns die Erfahrungen der Kindheit eher verunsichert haben oder die Basis für ein gesundes Selbstvertrauen legten. Schwierige Faktoren in diesem Horoskopbereich können eine Therapie erforderlich machen, die die Wunden der Kindheit aufdeckt und zur Heilung bringt. Während die freundlichen Prinzipien im vierten Haus seelische Kraftquellen anzeigen, kann alles, was sich im achten und zwölften Haus befindet, generell mit Verletzungen verbunden sein, die zur Lösung drängen.

Verletzungen des vierten Hauses sind weitgehend bewusst, die des achten nur noch bis zu einem gewissen Grad und von daher auch weit schwieriger zu lösen. Hier geht es häufig um Zwänge und die verdrängten Ursachen von Ängsten, um heftige Emotionen und die Konfrontation mit Macht und Ohnmacht. All dies kann selbstverständlich in Verbindung mit den Erfahrungen der frühen Kindheit stehen. Wir finden hier aber auch familiäre Verwicklungen, die dem Haus-acht-Betonten ein psychisches Opfer abverlangen. Und Haus acht betrifft existentielle Ängste. Die Angst vor Vernichtung (auch in finanzieller Hinsicht), vor dem Tod und vor sexueller Hingabe werden wir in einer Psychoanalyse oder Gesprächstherapie nur selten ablegen – hier sind Techniken hilfreich, die uns mit unseren Urängsten konfrontieren und uns offenbaren, dass wir die Begegnung mit ihnen überleben. Die Quellen für die Ängste und Zwänge des zwölften Hauses jedoch bleiben unbewusst, solange sie nicht bearbeitet werden - und damit oft ein Leben lang. Doch weder mit den klassischen noch mit modernen konfrontativen Therapien können wir diesen begegnen. Hier geht es um Ursachen, die sich unserer Erinnerung verschließen, weil sie vor der Zeit liegen, als uns Sprache zur Verfügung stand: familiäre Verstrickungen, Ereignisse in der pränatalen Phase und vielleicht sogar karmische Zusammenhänge.

Das zwölfte Haus war für mich lange Zeit ein Rätsel, und ich weiß, dass es auch anderen so geht, die sich mit der Astrologie befassen. Beschreibungen des zwölften Hauses sind oft etwas nebulös, was natürlich in der Natur Neptuns und des Zeichens Fische liegt. Wir wissen, dass es mit Anstalten, Rückzug, dem Unbewussten zu tun hat, mit Inspiration, Ängsten, Verwirrung und der Erfahrung von Grenzenlosigkeit. Wir kennen die Stichworte, die diesem Bereich zugeordnet werden, doch wo ist das übergeordnete Thema?

Lange Zeit habe ich keine Definition des zwölften Hauses gefunden, die mich zufrieden stellen konnte. Eine der für mich stimmigsten, auf die ich erst sehr spät gestoßen bin, hat Howard Sasportas formuliert. Hier fand ich auch den einen der zwei mir in der Literatur bekannten Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Ängste pränatalen Zeit und dem zwölften Haus. So schreibt Sasportas: In den meisten Fällen stehen Planeten und Zeichen im zwölften Haus mit dem in Beziehung, was die Psychologen den „Nabelschnureffekt“ nennen. Dieser Theorie zufolge ist der sich entwickelnde Embryo nicht nur für die physischen Substanzen empfänglich, die die Mutter zu sich nimmt, sondern auch für ihren allgemeinen Seelenzustand während der Schwangerschaft. Ihre Einstellung und ihre Erfahrungen übertragen sich auf den Fötus in der Gebärmutter. Das, was sich auf diese Weise auf das Kind überträgt, zeigt sich in den Stellungen im zwölften Haus. Ist Pluto dort zu finden, so hat die Mutter möglicherweise während der Schwangerschaft traumatische Erlebnisse gehabt. Das Kind bringt dann ein Gespür für die Gefahren des Lebens und die Furcht vor irgendwelchem lauernden Unheil mit auf die Welt.

Sasportas erwähnt anschließend den Fall einer werdenden Mutter, bei der während der Schwangerschaft ein Hirntumor diagnostiziert wurde und deren Kind mit Pluto im zwölften Haus auf die Welt kam. Veröffentlicht wurden diese Zeilen 1985, zu einer Zeit, als die Idee, es könne eine Beziehung zwischen dem Erleben der Mutter in der Schwangerschaft und der Prägung des Kindes bestehen, als extreme Außenseitermeinung gegolten hat.

Laut Sasportas muss es zwar Psychologen gegeben haben, die dies als Nabelschnureffekt bezeichneten, in der Literatur konnte ich allerdings keine Quelle dafür ausfindig machen. Selbst von Janov ist nicht bekannt, dass er diese Möglichkeit damals schon in Betracht gezogen hätte. Eine meiner Inspirationen, die mich veranlassten, mich tiefer mit dem Thema auseinanderzusetzen, waren diese Zeilen des leider früh verstorbenen Howard Sasportas, der seiner Zeit ganz offensichtlich weit voraus war, ein erster Impuls kam, wie bereits erwähnt, durch zwei überraschende Rückmeldungen in meiner Beratungspraxis. Sehr viel später stieß ich auch bei der holländischen Astrologin Karen Hamaker-Zondag auf die von ihr 1990 geäußerte Vermutung, das zwölfte Haus könne mit den letzten Monaten der Schwangerschaft zu tun haben.

Wieso Haus zwölf?

Für mich ist es selbstverständlich, dass der Aszendent die Geburt repräsentiert; aus Gesprächen mit Astrologen und Astrologieinteressierten weiß ich allerdings, dass diese Kenntnis nicht allgemein verbreitet ist. Dabei legen wir so großen Wert darauf, die genaue Geburtsminute zu ermitteln, um den Aszendenten bestimmen zu können. Die Position des Aszendenten ist untrennbar mit dem Geburtszeitpunkt verbunden, der Aszendent ruft (oder flüstert): „Hier komme ich!“, er beschreibt das Hinaustreten ins Leben - sowohl den Moment des physischen Hinaustretens aus dem Mutterleib als auch die Art und Weise, wie jemand in neue Situationen geht und sich anderen gegenüber präsentiert. Transite über den Aszendenten markieren immer einen Neubeginn, den Start eines neuen Zyklus´, den Impuls für einen Neuanfang.

Hunderte von Klientengesprächen haben mir im Laufe der Zeit bestätigt, dass jeder schwierige Aspekt auf den Aszendenten entweder eine Komplikation während der Geburt anzeigt oder eine schwere Lebenssituation der Mutter um die Geburt herum. Steht zum Beispiel Saturn am Aszendenten, ist die Geburt meist verzögert und langwierig, was mit einer schwierigen materiellen Situation der Eltern und der dadurch belasteten Haltung der Mutter durchaus zusammenhängen kann. Ein Mensch Neugeborenes mit Saturn-Aszendent, dessen Lebenshaltung von Sorgen, Schwere und Depressionen dominiert wird, findet in einer Psychoanalyse sicher Anlass, die frühe Kindheit zu durchleuchten. Am meisten profitieren wird er von einer Therapie, die die perinatalen Umstände klärt und das Geburtstrauma auflöst.

Wenn wir uns fragen, wo im Horoskop die pränatale Phase abgebildet sein könnte, ist es naheliegend, den Bereich vor dem Geburtspunkt in Betracht zu ziehen, also das zwölfte Haus, das als introvertiertes gilt, als Bereich des Unbewussten, des Unsichtbaren, des Eins-Seins. Wir können Haus zwölf als das deuten, was am Ende aller Entwicklung steht – Auflösung, Tod, Hingabe, Verschmelzen, aber auch als das, was vor dem Aszendenten, dem Punkt der Geburt, stattfindet: die pränatale Zeit. Mit dem Aszendenten offenbaren wir uns, treten in die Welt, mit der Tendenz, das lichtvolle erste Haus - das „Ich bin“ – zu erobern. Hinter uns liegt das Dunkel des zwölften Hauses, die Zeit der Schwangerschaft.

Vielleicht gibt es noch andere Möglichkeiten, vorgeburtliche Themen aufzuspüren, man könnte einen noch weiter vor dem Aszendenten liegenden Bereich im Horoskop in seiner Beziehung zur pränatalen Phase erforschen oder ein eigenes Horoskop des zwölften Hauses erstellen, also eine spezielle Technik anwenden, die von manchen Schulen praktiziert wird. Denkbar wäre auch die Untersuchung des Neumondes vor der Geburt und die Betrachtung des Horoskopes zu diesem Zeitpunkt. Und so, wie ich Transite vor der Geburt in die Analyse der Fallgeschichten einbezogen habe, ist dies möglicherweise auch mit den sogenannten konversen Progressionen sinnvoll.

Ich habe mich in meiner Untersuchung auf das zwölfte Haus beschränkt, so wie es sich im Horoskop abbildet, und soviel Bestätigung für diese These gefunden, dass das Besprechen vorgeburtlicher Zusammenhänge fester Bestandteil meiner Beratungstätigkeit geworden ist, sofern dieses Thema für den Klienten eine Rolle spielt.

Bevor ich näher auf die Ergebnisse meiner Untersuchung eingehe, möchte ich einige Beschreibungen des zwölften Hauses aus der astrologischen Literatur aufführen und sie kommentieren. Es geht hier nicht um Kritik an diesen Deutungen, nicht um richtig oder falsch, sondern darum, dass die meisten dieser Beschreibungen augenblicklich einen erweiterten Sinn bekommen, nimmt man die Beziehung zur pränatalen Phase in die Betrachtung mit hinein.

 

1.  Howard Sasportas. Astrologische Häuser und Aszendenten. 2. Auflage, München 1997. S. 138.

Bildnachweise:
Auge: CC0 Public Domain by Alexas_Fotos, via pixabay.com
Embryo: CC0 Public Domain by nikosapelaths, via pixabay.com
Neugeborenes: CC0 Public Domain by Sanjasy, via pixabay.com

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