Planetenpolarität im Partnervergleich

Was ist eine Polarität auf der Planetenebene?

Das Gesetz der Polarität findet nicht nur in der Physik und anderen Naturwissenschaften Anwendung, sondern in allen Lebensbereichen, über die sich der Mensch in seiner irdischen (dreidimensionalen) Welt wahrnimmt. Auch die Planetenpaare Sonne/Mond, Mars/Venus, Jupiter/Saturn und Uranus/Neptun unterstehen in ihrer astrologischen Symbolik der Polarität im Sinne von männlich/weiblich. Genauer gesagt, sie stehen jeweils in polarer Ergänzung zueinander, wie wir später noch sehen werden. Wenn sich die Astrologen einer Terminologie bedienen, nach der alle im Geburtshoroskop eingezeichneten Himmelskörper als «Planeten» bezeichnet werden, heißt dies natürlich nicht, dass die Astrologen nicht wüssten, dass die Sonne ein Fixstern ist und der Mond ein Trabant der Erde. Im engeren Sinne wird ja in der Astrologie nicht zuletzt deshalb die sehr zutreffende Bezeichnung «Himmelslichter» für Sonne und Mond verwendet. Vor allem sie stehen auf klassische Weise in polarer Ergänzung zueinander, was ihre Deutungssymbolik anbelangt.

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Wenn wir von den drei Ebenen, die in der astrologischen Deutungstechnik grundlegend voneinander unterschieden werden, sprechen – von der Planetenebene, der Zeichenebene und der Häuserebene –, dann sind Sonne und Mond der Planetenebene zugeordnet.
Auf dieser Planetenebene unterstehen sowohl die beiden Himmelslichter Sonne und Mond als auch drei Planetenpaare unseres Sonnensystems dem männlich/weiblichen Polaritäts-Prinzip und bilden Gegensatzpaare. Diese astrologische Einteilung leitet sich nicht von der physikalischen Beschaffenheit der Gestirne ab, sondern ist durch ihre Verbindung zur Planeten-Mythologie der Hochkulturen vom Altertum bis zur Gegenwart entstanden. So spielten die griechischen Götter Uranos (als Vater des Zeus) und Poseidon (der Meeresgott Neptun bei den Römern, der heute noch Fluten und Meeresbeben anzeigt) schon Jahrtausende vor der astronomischen Entdeckung von Uranus und Neptun im Bewusstsein der Menschen eine Rolle.

1. Sonne (männlich) und Mond (weiblich) entsprechen sich polar auf der wesenhaften Ich-Ebene.

Über Sonne und Mond und über die von ihnen beherrschten Zeichen Löwe und Krebs drückt sich das Wesen unserer Seele ganz persönlich und unmittelbar aus. Über das Häusersystem unseres Geburtshoroskops zeigt sich, wie wir sie im 4. (Mond-)Haus und im 5. (Sonne-)Haus konditionieren.

Diese beiden Häuser, vor allem aber das 4. Haus, geben Hinweise darauf, welchen prägenden Einfluss die Herkunftsfamilie – vor allem die Eltern – auf unser Verhalten dem eigenen Geschlecht gegenüber ausgeübt hat und noch ausüben.

Für die eigene Geschlechtszugehörigkeit bleibt das Verhältnis eines Jungen zum Vater über das 5. Haus (Sonne) und das eines Mädchens zur Mutter über das 4. Haus (Mond) später von Bedeutung.

Sonne und Mond sind ansonsten keine primär erotischen Prinzipien. Dagegen kommt das Verhältnis zwischen dem Erwachsenen-Ich und dem Kind-Ich im Menschen, das über die Geschlechtszugehörigkeit hinausführt, zum Ausdruck.

2. Mars (männlich) und Venus (weiblich) entsprechen sich polar auf der Begegnungsebene zwischen dem Ich und dem Du.

Über Mars und Venus und über die von ihnen beherrschten Zeichen (Widder und Waage) drücken sich unsere Durchsetzungskraft, unser Harmoniebedürfnis und unsere Kontaktbereitschaft aus. In diesen Bereichen spielen Sexualität und Erotik eine direkte und aus dem unmittelbaren Bedürfnis heraus empfundene Rolle. In dem von Venus außerdem beherrschten Zeichen Stier und dem von Mars mitbeherrschten Zeichen Skorpion drückt sich das Wechselspiel zwischen Geben und Nehmen über den eigenen Besitz (2. Haus) und den gemeinsamen Besitz (8. Haus) aus.

Über das Häusersystem unseres Geburtshoroskops zeigt sich, wie wir unsere Mars- und Venus-Anlagen einerseits im 1. und im 2. Haus, andererseits im 7. und im 8. Haus konditionieren. Die Achse Aszendent-Deszendent, an der das 12. mit dem 1. und das 6. mit dem 7. Haus zusammentrifft, spielt dabei die Hauptrolle zwischen dem Ich und dem Du.

Auf der Häuserebene haben Mars und Venus ebenfalls eine wichtige polare Funktion. Das am Aszendenten beginnende 1. Haus hat Widder-Qualität und das am Deszendenten beginnende 7. Haus hat Waage-Qualität. Auf der Achse zwischen dem Aszendenten und dem Deszendenten liegen unsere Kontaktmöglichkeiten. Planeten im 1. Haus, insbesondere jene in Konjunktion mit dem Aszendenten, lassen sich marshaft als «gesunder Egoismus» konditionieren und zeigen an, wie wir uns im Leben einbringen. Planeten im 7. Haus, insbesondere jene in Konjunktion mit dem Deszendenten, zeigen an, welcher Art unsere Kontakte sind und wie unsere Begegnungen, vor allem die mit dem anderen Geschlecht, ausfallen. Hat zum Beispiel der eine Partner Uranus im 1. Haus, der andere Partner Uranus im 7. Haus, so ist das eine indirekte Planeten-Entsprechung zwischen Mars und Venus. Dieses Beispiel ist so ähnlich zu werten, wie wenn ein Partner Uranus in Konjunktion mit seinem Mars hat und der andere Uranus in Konjunktion mit seiner Venus, mit dem Unterschied, dass die Polarität auf der Planetenebene – für sich betrachtet – nicht die einzelnen Betätigungsfelder (Häuser) berücksichtigt. Für eine bessere Übersichtlichkeit richten wir unsere Aufmerksamkeit in erster Linie auf die Planetenebene.

3. Jupiter (männlich) und Saturn (weiblich) entsprechen sich polar auf der Gesellschaftsebene, auf der es um Lebenseinstellungen und Normen geht.

Über Jupiter und Saturn und die von ihnen beherrschten Zeichen Schütze und Steinbock drücken sich unsere philosophischen Qualitäten und unsere Position, die wir in der bestehenden Gesellschaftsordnung als angemessen empfinden, aus.

In unserem Geburtshoroskop zeigt sich vor allem im 9. und im 10. Haus, wie wir unsere Jupiter/Saturn-Anlage konditionieren. Die Hauptrolle spielt dabei die Himmelsmitte (MC), an der das 9. und das 10. Haus zusammentreffen. Dort ist das Lebensziel und alles, wohin wir im begrenzten Rahmen unserer raum-zeitlichen Welt streben, angezeigt.

Sexualität und Erotik dienen innerhalb dieses Rahmens dazu, einer bestimmten Weltanschauung Ausdruck zu verleihen, oder dazu, die gesellschaftliche Position in der Öffentlichkeit zu demonstrieren.

4. Uranus (männlich) und Neptun (weiblich) entsprechen sich polar auf der höheren Bewusstseinsebene von Intuition und Allverbundenheit («Alles ist eins»).

Über Uranus und Neptun und die von ihnen beherrschten Zeichen Wassermann und Fische drücken sich unsere ideellen (Uranus) und freiheitlichen (Uranus) Motive einerseits und unsere transzendentalen (Neptun) Fähigkeiten sowie unsere Neigungen, Hintergründiges (Neptun) zu durchschauen, andererseits aus.

Im 11. und 12. Haus unseres Geburtshoroskops zeigt sich, wie wir Uranus- und Neptun-Qualitäten konditionieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Aszendent als Berührungspunkt zwischen dem 12. (neptunischen) und dem 1. Haus, da vorgeburtliche Ereignisse und unsichtbar Vorausgehendes die Persönlichkeit mitprägen.

In Bezug auf Sexualität und Erotik haben wir hier einen polaren Gegensatz einerseits dadurch, dass Uranus die Neigung zu Wechselspielen zwischen Nähe und Distanz ausdrückt, und andererseits dadurch, dass Neptun die Neigung zu gelegentlicher Zurückgezogenheit bei zugleich sehnsüchtiger Allverbundenheit mit dem Partner zeigt. Das Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz ist Neptun aber wesensfremd. In beiden Fällen vertragen die Partner kein ständiges Zusammensein, das sich aus einer pragmatischen Zweckgebundenheit heraus ergeben würde. Diese Abneigung gegen zu viel Routine und zu viel Gewohntes geschieht aber aus jeweils verschieden gelagerten Motiven heraus. Bei Neptun ist es die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren. Ist Neptun am Ziel seiner Wünsche angekommen, ist er so ernüchtert, dass er fluchtartig den Ort des Geschehens verlässt.

Uranus und Neptun wirken nicht direkt als komplementäre Ergänzung in der persönlichen Liebe, sondern bewirken einen indirekten oder gar ungewollten Zusammenhalt, der teils als geistige Anregung, teils als Störung der alltäglichen Ordnung empfunden wird. Auf einer höheren geistigen Ebene ergänzt man sich aber über sie. Deshalb kann diese geistige Polarität für künstlerische und erfinderische Menschen sehr fruchtbar sein.

Merkur und Pluto finden sich in keinem Gegensatzpaar mit einem anderen Planeten.

Merkur ist ein geschlechtsneutraler Planet und wirkt in erotisch-sexueller Weise nur im Zusammenspiel mit anderen Planeten, die eine erotische Eigenwirkung haben. Er hat als sonnennaher Planet auf der Ich-Ebene von Sonne und Mond eine ausgleichende und vermittelnde Funktion. Eher geschlechtsneutral wirken auch die von ihm beherrschten Zeichen Zwillinge (schwach männlich) und Jungfrau (schwach weiblich). Über das 3. und 6. Haus konditionieren wir unsere Merkur-Eigenschaften ebenfalls auf eine eher geschlechtsneutrale Art der Anschaffung von Schulwissen und Werkzeugen und der Alltagsbewältigung. Hier kann die Sexualität eine verbalerotische und zweckorientierte Rolle spielen. Man weiß über verschiedene Sexualpraktiken Bescheid, kennt aber nicht das dazu passende Gefühl. So kann Merkur als der alte «Gott der Händler und der Diebe» sexuelle Botschaften für die Konsumwerbung oder solche mit pornografischem Inhalt transportieren, ohne wirklich berührt zu sein. Er bleibt gern an der Oberfläche der Verbalerotik und des Voyeurismus. Merkur hilft uns auch dabei, dass wir nicht alle sexuellen Wünsche in die Tat umsetzen müssen. Es reicht uns manchmal, einen Roman mit erotischem Inhalt als Ersatz für eigene sexuelle Wünsche zu lesen. Ein großer Teil unseres Kulturbetriebes profitiert von den verbalerotischen Botschaften, die unseren Merkur ansprechen.

Pluto hingegen ist grundsätzlich eine unterschwellig sexuell wirkende Komponente im Horoskop. Das von ihm beherrschte Zeichen Skorpion (teilweise auch das Mars-Zeichen Widder, in dem Pluto Nebenherrscher ist) und alle darin stehenden Planeten sind erotisch eingefärbt und dies meist auf eine subtile und zugleich massive Weise, die uns nur wenig bewusst ist. Auf dem Betätigungsfeld des 8. Hauses – weniger auf dem des 1. Hauses – können wir uns als erotisch-sexuelle Wesen über unsere Erbmasse, die Gene, nach unserer jeweiligen Erbgesundheit entfalten und unser Überleben als Sippe sichern. Die am stärksten sexuell wirksame Planetenkombination von Pluto ist die mit Venus. Das gilt sowohl für einen Aspekt im Geburtshoroskop als auch bei der Synastrie von zwei Horoskopen. Zumindest auf der Häuserachse vom 2. Haus (das dem Zeichen Stier entspricht) zum 8. Haus (das dem Zeichen Skorpion entspricht) gibt es eine indirekte Polarität zwischen den beiden Planeten. Vom System der Gegensatzpaare her gesehen ist Pluto aber ein Einzelgänger.

Pluto passt sich im Gegensatz zum neutralen Merkur nicht an, sondern ist in jeder Hinsicht bestimmend und durchschlagend. Pluto ist auch aus astronomischer Sicht ein Außenseiter im Sonnensystem und kaum größer als Merkur. Da seine Laufbahn elliptisch ist, befindet er sich manchmal innerhalb der Neptun-Laufbahn. Es gibt eine astronomische Theorie, die besagt, dass er ein ausgebrochener Neptun-Mond sei, der in eine eigene Sonnen-Laufbahn geraten ist. Pluto «eiert» mit seinem Nachbarplaneten Charon um einen gemeinsamen Drehpunkt. Damit können wir uns eine Eselsbrücke bauen: Er bringt uns durch sein Eiern aus der Fassung, er wirft uns aus der Bahn, wenn er zum Beispiel im Transit über einen unserer persönlichen Planeten geht.

Die vier Ebenen der Gegensatzpaare

Männlich
Weiblich
Ebene
Sonne Mond Ich-Ebene
Mars Venus Kontakt-Ebene
Jupiter Saturn Gesellschaftsebene
Uranus Neptun Bewusstseinsebene

 

Wie funktioniert die Polarität zwischen zwei Planeten im Partnervergleich?

Sonne-Mond Polarität über Venus

Nehmen wir ein Beispiel mit Sonne und Mond als Polarität zwischen zwei Horoskopen an: Als gemeinsamen Planeten, mit dem Sonne und Mond jeweils aspektiert sind, nehmen wir die Venus. Im Horoskop des Mannes steht zum Beispiel der Mond im Trigon zur Venus, im Horoskop der Frau die Sonne in Opposition zur Venus. Das Verbindende oder der gemeinsame Nenner ist die Venus. Die komplementäre Ergänzung haben wir zwischen seinem Mond und ihrer Sonne. Sein Trigon bedeutet für sich betrachtet, dass er Frauen anzieht, deren erotische Weiblichkeit (Venus) mit der mütterlich-fürsorglichen Weiblichkeit (Mond) übereinstimmt. Ihre Sonne/Venus-Opposition bedeutet für sich betrachtet, dass sie Männer anzieht, deren aktive Lebensgestaltung (Sonne) über Harmonie, Schönheitssinn und materielle Werte (Venus) zum Ausdruck kommt. Beiden ist das Streben nach Harmonie und teuren Werten gemeinsam.

Diese Sonne/Mond-Polarität über die Venus ist nicht bewusstseinsbildend, wie das mit Uranus der Fall wäre, sondern schlägt sich auf der praktischen materiellen Ebene und in der Freude an schönen Dingen nieder. Wäre nun der Mann der Sonne-Partner und die Frau der Mond-Partner, hätten wir ebenfalls eine Ergänzung über die Venus, aber die Frau wäre mit ihrer eigenen Weiblichkeit (Mond) und der Mann mit seiner eigenen Männlichkeit (Sonne) konfrontiert. Die Grundlage der Beziehung wäre dann nicht die Anziehung über seine Anima und ihren Animus (das sind die im Verborgenen liegenden gegengeschlechtlichen Komponenten in der Seele, durch die man sich im anderen widerspiegeln kann), sondern sie läge in der Ergänzung zwischen zwei Menschen, die zwar ihrer äußeren Geschlechtszugehörigkeit gemäß aufeinander eingestimmt sind, aber nur im Sinne einer Verstärkung der eigenen Vorzüge. Von daher gesehen müssten sie nicht einmal Mann und Frau sein, um gut miteinander zu harmonieren.

Sonne-Mond Polarität über Uranus

Nehmen wir außerdem ein Beispiel mit einem Mond/Uranus-Aspekt im Horoskop des Mannes und einem Sonne/Uranus-Aspekt im Horoskop der Frau. Hierzu haben wir auch ein Fallbeispiel (siehe Herbert und Angelika, Seite xxx). Die Aspekte zu Uranus bedeuten, dass jemand eine Anlage zur Experimentierfreudigkeit und zu plötzlichen Entschlüssen hat, die er am liebsten sofort in die Tat umsetzen möchte. Zwei Menschen mit dieser Aspektierung in ihren Horoskopen passen in ihrem Wesen wunderbar zusammen, weil zwischen ihnen ständig der Reiz des Gegensätzlichen von männlich/weiblich (Sonne/Mond), bei allem, was sie miteinander unternehmen, auf uranische, das heißt auf unberechenbare und spontane Art, zur Wirkung kommt. Auch hier läuft die komplementäre Ergänzung über Anima und Animus in Form einer gegenseitigen Spiegelung zwischen dem Innen und dem Außen ab. Anders verhielte es sich, wenn der Mann der Sonne-Partner und die Frau der Mond-Partner wäre. Dann wäre der Mann mit seiner Männlichkeit und die Frau mit ihrer Weiblichkeit konfrontiert, was dazu führt, dass jeder seine ihm von der Erziehung her zugeteilte geschlechtskonforme Rolle spielt, ohne auf den anderen eingehen zu müssen.

Wechselspiel zwischen Planeten und Zeichen

Eine weitere Möglichkeit einer Ergänzung durch Polarität im Horoskopvergleich liegt im Wechselspiel zwischen Planeten und Zeichen. Die Anwendung dieser Möglichkeit ist in der Partnerschaftsastrologie altbekannt und hat sich gut bewährt. Daher sollte diese Möglichkeit für eine Verfeinerung oder Ergänzung unserer Methode nicht vergessen werden.

Ein Beispiel hierfür: Der eine Partner hat die Sonne in einem Feuerzeichen, der andere Partner den Mond. Die wohltuendste Entsprechung ist nicht etwa die von Sonne und Mond im selben Zeichen oder gar eine Konjunktion in der Synastrie, weil dadurch die Spannung manchmal zu groß ist. Am wohltuendsten wirken Sonne und Mond in verschiedenen Zeichen desselben Elements. Zum Beispiel: Er hat seine Sonne im Widder, sie hat ihren Mond im Schützen oder im Löwen. Es muss kein Trigon zwischen seiner Sonne und ihrem Mond zustande kommen, obwohl dies die Sache noch perfekter machen würde. Es reicht, wenn Sonne und Mond der Partner in einem anderen Zeichen desselben Elements stehen. Ein anderes Beispiel: Sein Mond steht im Steinbock, ihre Sonne im Stier. Die Partner haben durch dasselbe Element trotz der Polarität auf der wesenhaften Ich-Ebene eine Gemeinsamkeit und werden daher nicht allzu stark miteinander konfrontiert. Wenn die polar entgegengesetzten Himmelslichter Sonne und Mond zum Beispiel beide in der Jungfrau oder beide im Steinbock stehen, ist das im Partnervergleich zwar eine Verstärkung von Gleichem mit Gleichem. Der Nachteil ist aber, dass dadurch eine Konkurrenzsituation entstehen kann.

Verstärkungen durch Gleiches oder Anziehung durch Polarität – was wiegt mehr?

Was ist, wenn beide Partner denselben Aspekt haben? Was ist, wenn beide ein Venus/Uranus-Quadrat haben oder wenn der eine Partner eine Venus/Uranus-Konjunktion hat? Hier taucht die Frage auf, ob sich dies ungünstiger auf die Partnerschaft auswirkt als eine Entsprechung durch polaren Kräfteausgleich. Die Antwort darauf kann nicht immer eindeutig mit Ja oder Nein beantwortet werden. Unzählige Horoskopvergleiche bestätigen aber, dass alle wichtigen Partnerschaften zwischen Mann und Frau beides aufzuweisen haben, damit eine solche überhaupt erst zustande kommen kann. Dabei fällt auf, dass es bei den überwiegend auf sexueller Anziehung und Abwechslung beruhenden Beziehungen mehr Entsprechungen durch polare Gegensätze gibt. Wenn bei einem Paar überwiegend gleiche Aspektierungen in den Horoskopen vorhanden sind, dann können sie trotzdem eine praktisch funktionierende Partnerschaft haben. Der Reiz des Neuen dürfte allerdings gering sein. Es besteht die Gefahr, dass die Beziehung einschläft.

Indirekte Polarität durch Häuserbesetzung

Wenn ein Paar keine Polarität auf der Planetenebene hat, besteht die Möglichkeit, dass es eine indirekte Polarität in Form einer Häuserbesetzung durch Planeten hat. Diese Polarität kann nicht so stark gewertet werden wie die Polarität auf Planetenebene, weil sie in die Bereiche der Verwirklichung von Anlagen auf bestimmten Betätigungsfeldern geht.

Über eine Venus/Pluto-Verbindung (Venus und Pluto sind kein Gegensatzpaar) oder eine indirekte Venus/Mars-Kombination (zum Beispiel Venus im 1. Haus des einen mit Mars im 7. Haus des anderen Partners) kann sich eine die Erotik fördernde indirekte Polarität zeigen. Mit anderen Worten: Wenn zum Beispiel der eine Venus im 1. Haus und der andere Venus im 7. Haus hat, ist das eine wechselwirksame Verbindung. In der psychologischen Astrologie sagt man auch: Das 7. Haus ist das 1. des anderen und umgekehrt: Das 1. ist das 7. Haus des anderen usw.

Wir halten fest: Über diese Methode erhalten wir eine Polarität zwischen den Partnern. Sie äußert sich aber nicht direkt über die Planeten und zielt nicht so primär auf Polarität zwischen den Partnern ab wie der direkte Vergleich auf der Planetenebene. Wenn wir uns also eine indirekte Polarität über die Häuserbesetzung durch Planeten anschauen, dann wissen wir, dass zum Beispiel das 1. Haus mit Mars gleichgesetzt wird, das 2. mit Venus usw.. Venus im 1. Haus wirkt wie eine abgeschwächte Mars/Venus-Konjunktion und Mars im 2. Haus ebenfalls.

Welche Paare haben die besten Chancen?

Was das Verhältnis zwischen dem sich polar Ergänzenden einer komplementären Gegensätzlichkeit einerseits und dem verstärkenden Gleichen andererseits anbelangt, so stehen jene Paare am besten da, bei denen beides in den Geburtshoroskopen etwa zur Hälfte vorhanden ist. Sie haben damit zwar nicht die Gewähr, dass ihre Beziehung langfristig gut geht, aber sie haben jedenfalls bessere Karten als diejenigen, die fast nur Gleiches verbindet oder deren Anziehung fast ausschließlich auf Polarität beruht. Nicht für alle gilt aber genau das Gleiche. Wir können noch in zwei Hauptgruppen unterteilen:

Paare mit vielen gegenseitigen Verstärkungen fühlen sich mit ihrem Partner deshalb besonders wohl, weil er mit ihnen viel gemeinsam hat. Bei solchen Paaren kann man auch feststellen, dass sie nicht so sehr wegen der Anziehung aufgrund von Gegensätzlichkeit zusammen sind, sondern mehr aus dem Wunsch nach Gleichheit heraus. Zugleich ergibt es sich sehr oft, dass nur einer von beiden die betreffende Anlage praktisch lebt. Er lebt sie sozusagen für den anderen mit und wird für diesen damit zur Projektionsfläche. Der Nachteil dessen kommt spätestens bei der Trennung ans Licht, wenn der projizierende Partner die Projektion zurücknehmen muss, weil sein Partner als Projektionsfläche wegfällt. Viele haben schon nach kurzer Zeit wieder einen neuen Partner mit ähnlicher Planeten-Betonung, weil sie es gar nicht schaffen, die Projektion zurückzunehmen. Auf diese Weise bekommt der projizierende Partner kaum jemals die Möglichkeit, seine Anlage selbst zu entwickeln. Lebt nur der eine der beiden Partner eine Anlage wie beispielsweise Mond/Mars (Impulsivität, Handeln aus dem Instinkt), begibt sich sein Partner in eine große Abhängigkeit von ihm. Der eine übernimmt für den anderen das instinktive Handeln, die Impulsivität und die Strategie des Angriffs als beste Verteidigung. Von einem Ruhepol im Sinne der Ausgewogenheit der Kräfte kann dann nicht die Rede sein. Man spürt zwar die Ähnlichkeit, ihr fehlt aber die Dynamik einer auf komplementärer Gegensätzlichkeit beruhenden Planeten-Entsprechung
Eine überwiegend auf Ähnlichkeit beruhende Partnerschaft finden wir bei älteren Jahrgängen häufiger als bei jüngeren. Bei den älteren Jahrgängen hat die auf Gegensätzlichkeit beruhende erotische Spannung in der Regel keine so große Bedeutung wie bei den auf komplementärer Gegensätzlichkeit beruhenden leidenschaftlichen Liebesbeziehungen frisch Verliebter.

Paare, deren Anziehung ausschließlich auf Gegensätzlichkeit beruht, brauchen sich zwar nicht über Langeweile zu beklagen, sie kennen aber nicht so viele gemeinsame Möglichkeiten wie jene, die sich durch viel Ähnlichkeit miteinander verbunden fühlen. Die Anziehung über die persönlich wirkenden Gegensatzpaare wie Sonne/Mond oder Mars/Venus ist grundsätzlich nötig, damit Dynamik in die Partnerschaft kommt. Beispiel: Sie hat Sonne/Uranus-Konjunktion, er Mond/Uranus-Konjunktion.

Die Verstärkung durch Gleiches ist aber ebenso nötig, damit die Partnerschaft einen Ruhepol erhält. Fehlt zugleich Gegensätzliches, bleibt die Beziehung statisch. Außenstehende empfinden eine solche Partnerschaft häufig als tot. Anzeichen dafür ist das Fehlen von neuen sexuellen Anreizen oder die mangelnde Bereitschaft, dem anderen überraschend Geschenke zu machen. Fehlt hingegen Gleiches, können die Partner keinen Ruhepol miteinander finden. Überwiegt die Anziehung durch komplementäre Ergänzung, werden die Partner wie bei einer Zentrifuge aus der Beziehung hinausgeschleudert. Die meisten Paare ohne gleiche Anlagen trennen sich nach wenigen Jahren, obwohl ihre Beziehung sehr aufregend und abwechslungsreich gewesen sein kann.

Entnommen und adaptiert aus:
Arnfried Haupt:
Planetenpolarität im Partnervergleich -
Der Schwerpunkt der Beziehung im Horoskop.

Chiron Verlag, Tübingen, 2007.

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Aktuelle Planetenstände
16-Apr-2014, 23:15 Weltzeit
Sonne26Widder52'41"
Mond17Skorpion13'50"
Merkur17Widder1'35"
Venus12Fische0'35"
Mars15Waage52'19"r
Jupiter13Krebs4'24"
Saturn21Skorpion43'16"r
Uranus13Widder18' 1"
Neptun6Fische49'59"
Pluto13Steinbock34'45"r
Mondkn.(w)28Waage22'53"
Chiron15Fische58'49"
Erklärungen der Symbole
Horoskop des Moments
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