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Leben in zwei Welten
Innerhalb und außerhalb bekannter
Grenzen
Wenn ich auf das zurückblicke, was ich mit
Uranus, Neptun und Pluto in Transiten und Progressionen erlebt
habe, dann wird mir eines ganz klar: Sie wirken sowohl innerhalb
uns bekannter Grenzen und Muster als auch außerhalb.
In unserer gewohnten täglichen Wirklichkeit sehen wir die
Wirkung von Uranus beispielsweise, wenn der Kühlschrank oder
der Fernseher kaputtgehen, von Neptun, wenn eine Leitung leckt,
und von Pluto in einer defekten Kanalisation. Oder wir spüren
Uranus, wenn wir Hummeln im Hintern haben und kündigen, um
eine neue Lebensrichtung einzuschlagen. Neptun spüren wir
als Konzentrationsstörungen oder, schlimmer, indem wir Opfer
von Klatsch und Tratsch werden. Pluto konfrontiert uns plötzlich
mit heftigen Emotionen und Dingen, die wir stets verdrängt
hatten.
Astrologen erklären auch gerne mit einem Augenzwinkern, dass
unter Uranus-Einwirkung auf konkreter Ebene mehr zu Bruch geht
als normal und man es zugleich auf psychologischer Ebene mit dem
Thema «brechen» zu tun bekommt, zum Beispiel, indem
man aus allem «ausbrechen» möchte, was einen behindert.
Gerade so, als ob diese innere Unruhe sich noch deutlicher in den
Vordergrund schieben will, indem sie mehr Scherben als sonst sichtbar
macht. Allein über die vielen konkreten und psychologischen
Auswirkungsmöglichkeiten könnte man ein ganzes Buch schreiben.
Was in Bezug auf die äußeren Planeten auch auffällt,
ist, dass die harmonischen Aspekte in Transiten und Progressionen
ganz und gar nicht immer in angenehmen oder freundlichen Ereignissen
zum Ausdruck kommen und dass auf der anderen Seite Konfliktaspekte
durchaus besonders positive Entwicklungen auslösen können.
Es ist natürlich immer so, dass die jeweils individuelle Konfiguration
im Geburtshoroskop ein Wörtchen mitredet. Aber ich habe auffallend
oft gesehen, dass ein Mensch mit Trigonen des transitierenden Plutos
zu bestimmten anderen Planeten in ihrem Horoskop in heftige Schwierigkeiten
gerieten, ohne dass Pluto in ihrem Geburtshoroskop von Natur aus
einen Spannungsaspekt mit dem Radix-Planeten hatte. Der guten Ordnung
halber: Wenn sich dort auch ein Spannungsaspekt befindet, dann
kann der Betroffene durchaus den kreativen Umgang mit dieser Energie
lernen, denn eine temporäre Verbindung zwischen Pluto in Transit
oder Progression und dem Radix-Planeten muss auch noch lange nicht
immer zu Problemen führen.
Ich habe erlebt, wie Menschen auf ehrliche und
solide Weise große
Siege erreicht haben, auch mit Quadraten von Pluto im Transit,
und ich habe Menschen von ihrem Thron stürzen sehen mit Trigonen
von Pluto. Es gibt Menschen, die mit Oppositionen und Quadraten
von Neptun Durchbrüche im musikalischen Bereich erzielten,
während andere mit Trigonen von Neptun alkoholkrank oder drogensüchtig
wurden. Ich habe Menschen erlebt, die bei Sextilen und Trigonen
von Uranus völlig durchdrehten, und Menschen, die in der Computerwelt
Furore machten unter Spannungsaspekten von Uranus. Kurz, es scheint,
dass die drei äußeren Planeten sagen wollen, dass die
Art eines Aspektes weniger wichtig ist als die Tatsache einer Verbindung
selbst.
Noch schwieriger wird es, wenn wir sehen, dass sie sogar ein doppeltes
Spiel spielen. Ich habe Menschen erlebt, die in einer Phase, in
der sie in heftige Machtkämpfe mit ihrem Chef verwickelt waren,
der sie zu Unrecht entlassen wollte, oder auf andere Weise gegen
Dinge angehen mussten, die mit ihren eigenen Schatten, aber auch
mit den Schatten anderer zu tun hatten, nachhaltig wirkende Träume
mit tiefen Einsichten hatten und dadurch eine enorme psychische
Reife erzielten. Probleme auf der einen Ebene bei zugleich überwältigenden
positiven Erfahrungen auf einer anderen Ebene also.
Ein einfaches Beispiel ist der Monat, in dem ich
den Traum über
die parallele Welt hatte, der auf mich einen unauslöschlichen
Eindruck machte und der Impuls dafür war, alles, was ich bis
dahin mit Imagination, Träumen und Schamanismus an Erfahrung
gesammelt hatte, einmal systematisch zu ordnen. Ich muss zugeben,
dass mich der Umgang mit dieser Materie fasziniert. Ich fühle
mich wohl, wenn ich dort eintauche. Pluto stand damals in stationärem
Transit auf meiner Sonne. Auf alltäglicher Ebene suchten wir
zu dieser Zeit nach einem Büro und einem Seminarhaus. Die
vorhandenen Räumlichkeiten waren schon seit Jahren zu klein
und machten ein effizientes Arbeiten nahezu unmöglich. Wir
fanden ein altes Haus, das vom Keller bis zum Dachboden renoviert
werden musste, aber nach dem Umbau vom Raumangebot her ideal gewesen
wäre. Ein abgesackter Fußboden, der neu verlegt werden
musste, und ein gefährlicher Dachboden passen natürlich
wunderbar zu Pluto. Doch dank der Achtsamkeit unseres sehr aufmerksamen
Maklers kamen wir dahinter, dass der Makler des Hausverkäufers
etwas über das Haus wusste, was er uns nicht erzählt
hatte: Das Haus durfte auf Beschluss der Gemeinde gar nicht renoviert
und sollte im Gegenteil sogar abgerissen werden, weil nach einem
neuen Bebauungsplan für diese Stelle lediglich Gartenland
vorgesehen war. Es durfte also weder instand gesetzt werden noch
durften Mauern ersetzt oder der gefährliche Dachboden erneuert
werden. Kurz, unter demselben Pluto-Transit bekamen wir es mit
einem unehrlichen Makler zu tun, der wichtige Informationen zurückgehalten
hatte und uns eine überteuerte Bruchbude verkaufen wollte,
mit der wir aufgrund der Bebauungspläne der Gemeinde nichts
hätten anfangen können.
Auf der einen Ebene die Auseinandersetzung mit
List und Betrug und auf einer anderen Ebene der Widerschein eines
größeren
und faszinierenden Universums in Form eines lange nachwirkenden
Traums. Dieses Beispiel zeigt, dass es nicht leicht ist, die äußeren
Planeten als prognostisches Instrument zu nutzen, denn sie können
sich in starken Extremen äußern, und das unter ein und
demselben Aspekt.
Wenn Sie nun kein Auge für «die andere Welt» haben,
dann ist die Prognose mit den äußeren Planeten viel
einfacher. Dann beziehen Sie sich ausschließlich auf die
konkrete Ebene. In dem oben angeführten Beispiel würde
in dieser Betrachtungsweise der unzuverlässige Makler im Vordergrund
stehen. Dennoch bleibt ein Problem bei der Deutung, das ich eben
schon ansprach: die Unberechenbarkeit der Auswirkung, da der transitierende
Pluto sowohl in einem Quadrat als auch in einem Trigon Probleme
hervorrufen kann. Meistens wird dieser Umstand «wegpsychologisiert»,
indem man behauptet, diese so stark unterschiedlichen Auswirkungen
würden vom «Niveau der betreffenden Person» und
ihrer Fähigkeit abhängen, Dinge zu verarbeiten. Ich fürchte,
wir täuschen uns hier selbst mit einer Scheinsicherheit und
maßen uns Urteile an, die nicht zutreffen. Wie soll man so
beispielsweise mit Menschen umgehen, die wirklich aufrichtig an
sich arbeiten und plötzlich einen unangenehmen Kundalini-Durchbruch
erleben? Sie haben diese negativen, unangenehmen Nebenwirkungen,
die häufig als Vorboten einer neuen Lebensphase auftauchen,
gerade weil sie intensiv an sich gearbeitet haben. Wir sollten
keine vorschnellen Urteile fällen und lieber genau die Fakten
und Phänomene betrachten. Reine Beobachtung und dann das Beobachtete
als Grundstoff für die neue Lebensphase betrachten, in die
derjenige nun eintritt. Mit dieser Haltung können wir dafür
sorgen, dass man das Schiff von Kapitän Cook doch sieht und
es nicht aufgrund vorgefertigter Meinungen oder Fixierungen unsichtbar
bleibt.
Auswirkungen in
der Welt
Die äußeren Planeten wirken in unserer strukturierten
Welt, in unserer Welt mit klaren Vorgaben und Gesetzen, erkennbar
und eindeutig. Diese Welt funktioniert auf der Ebene des Alltäglichen
seit den Anfängen der klassischen Mechanik ja auch ganz gut.
Auf einer anderen Ebene aber scheinen die äußeren Planeten,
jeder auf seine Weise, diese strukturierte Welt aufrütteln
zu wollen, als ob sie die scheinbaren Sicherheiten und alles, was
Halt bietet, untergraben und durcheinanderbringen wollten. Werfen
wir einen Blick zurück auf die Beispiele in den vorigen Kapiteln,
dann sehen wir, dass die äußeren Planeten immer dann
aktiv waren, wenn es um das Durchbrechen und Überschreiten
von Grenzen ging. Ob es dabei nun um spontane Körperaustritte,
schamanistische Erlebnisse, Kundalini-Durchbrüche oder systematische
Versuche mit LSD ging – sobald die äußeren Planeten
beteiligt sind, kommen Dimensionen ins Spiel, die erst sichtbar
und spürbar werden, weil wir plötzlich über bisherige
Grenzen hinausblicken können.
Der Planet Saturn wurde in der Antike häufig als der «Hüter
der Schwelle» charakterisiert. Wenn wir das Terrain Saturns,
die Klarheit, die Begrenzung und Abgrenzung, verlassen, dann betreten
wir unbekanntes, grenzenloses Neuland.
Grenzen jeglicher Art haben es immer dann schwer, wenn die äußeren
Planeten einwirken. Wir können natürlich sagen, dass
unter Uranus-Einfluss Grenzen durchbrochen oder unter Neptun-Einfluss
Grenzen untergraben werden, doch das ist nur ein kleiner Teil der
Geschichte, weil wir sie noch immer viel zu konkret zu betrachten
versuchen. Die äußeren Planeten sind auf einer Ebene
wirksam, die zum großen Teil nicht sichtbar ist. Und wenn
sie sich in konkreten Ereignissen manifestieren, können ihre
Auswirkungen sich sehr ähneln, obwohl die dahinterliegende
Dynamik sich sehr stark unterscheidet.
Ein Haus kann beispielsweise nach einer Explosion einstürzen.
Diese Explosion kann sowohl mit Uranus als auch mit Pluto zu tun
haben. Uranus steht dabei mehr für die plötzliche, unerwartete
Variante, die einen unversehens in eine neue Situation versetzt,
wie ein Kurzschluss oder ein Blitzschlag. Uranus steht in der Regel
nicht in Zusammenhang mit sich langsam aufbauenden Spannungen,
die dann zu gegebener Zeit zur Entladung führen. Uranus hat
vielmehr mit plötzlichen Veränderungen zu tun, die schnell
und unvorhergesehen geschehen und extreme Folgen haben.
Pluto dagegen verursacht einen Umbruch oder eine Explosion als
Folge eines langwierigen und allmählichen Spannungsaufbaus,
vergleichbar mit einem Vulkanausbruch, der nicht einfach so stattfindet,
sondern als Ventil funktioniert, um die im Erdinneren kumulierten
Spannungen mit einem Schlag abzubauen. Wir sehen also von außen
sowohl bei Pluto als auch bei Uranus den gleichen Einsturz – doch
die dahinterstehenden Prozesse sind jeweils völlig andere.
Neptun höhlt Grenzen aus und verwischt sie. Neptun kann ein
Gebäude langsam zerbröckeln lassen, zum Beispiel durch
Einwirkung von Feuchtigkeit oder Schimmel, durch Nachlässigkeit
bei der Instandhaltung und Pflege. Auch Pluto kann ein Gebäude
auf diese Weise zerfallen lassen, doch stehen andere Abläufe
dahinter, zum Beispiel das absichtliche Ziel eines Projektentwicklers,
eben dieses Gebäude zerfallen zu lassen, um die Genehmigung
für den Abriss und den Neubau eines größeren Objektes
zu erhalten.
Das Problem ist, dass sich Ereignisse äußerlich sehr ähneln
können und man ihnen nicht immer ansehen kann, welche Prozesse
den sichtbaren Symptomen zugrunde liegen. Im Fall der äußeren
Planeten müssen wir damit rechnen, dass das, was wir in der
konkreten Welt sehen können, mit einer viel größeren,
verborgenen Welt verbunden ist.
Bei der Beschäftigung mit den drei äußeren Planeten
in Transiten und Progressionen stoßen wir noch auf ein weiteres
Problem. Vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs begannen Neptun und
Pluto, am Himmel ein Sextil zu bilden, ein Aspekt, der auch noch
in den ersten Dezennien des 21. Jahrhunderts bestehen bleibt. Das
bedeutet: Immer wenn Pluto im Transit einen Aspekt mit einem anderen
Planeten eingeht, ist Neptun mit sehr großer Wahrscheinlichkeit
ebenfalls daran beteiligt. Und als Neptun noch im Steinbock stand,
während Pluto schon in den Schützen gelaufen war, übernahm
Uranus seinen Platz, und wir sahen ein Sextil zwischen Uranus und
Pluto. In solchen Perioden ist es noch schwieriger, die einerseits
unsichtbaren, andererseits aber doch sehr einschneidenden Auswirkungen
der äußeren Planeten auseinanderzudividieren. Ich habe
es versucht und liste weiter unten die Resultate meiner Beobachtungen
auf.
Die äußeren Planeten können wir jeweils allgemein
charakterisieren, sie dann bezüglich ihrer psychologischen
Bedeutung betrachten, und wir können schließlich versuchen,
weiter reichende Dimensionen zu entdecken, die ich im Folgenden «schamanistisch» nenne.
Eine ausführliche Beschreibung der allgemeinen und der psychologischen
Auswirkungen dieser Planeten habe ich in Kapitel 3 schon vorgenommen,
daher sollen diese Aspekte hier nur kurz wiederholt werden.
Uranus
Allgemeine Merkmale
das Aufbrechen bestehender Muster, das Unerwartete und Blitzartige,
Erneuerung, Veränderung, Schock, Explosion, Heftigkeit
Psychologische Merkmale
Drang nach dem Durchbruch und der Befriedigung; der Wunsch,
sich beengender Fesseln zu entledigen; die Neigung, heftig, unvermittelt
und ungeduldig zu reagieren; die Neigung zu Trotz und Eigensinnigkeit,
zu Kreativität und Ursprünglichkeit; das Bedürfnis
nach einem geistigen Verständnis von allem und daraus resultierend
ein Bedürfnis nach einem Ideal oder einer Utopie
Schamanistische Auswirkungen
das Aufbrechen von Grenzen des Denkens und gängiger Auffassungen,
um neue Modelle zu erproben; das Erkennen, dass Zeit und Raum begriffliche
Modelle sind; die Suche nach bahnbrechenden Erklärungsmodellen
oder Denkmustern, die nicht in das übliche Weltbild passen,
ob es dabei nun um die Thesen von Gurdjieff, experimentelle Physik
oder Astrologie geht – Hauptsache, es handelt sich um ein
umfassendes Denkmuster mit symbolischer oder unbekannter Dimension;
die Suche nach einem perfekten System hinter den unvollkommenen
irdischen Dingen, die Suche nach einem Ideal oder einer Utopie,
die weniger gesellschaftlich als vielmehr kosmisch begründet
ist; die Erfahrung eines plötzlichen Aufblitzens von Licht
und Energie, ein unerwartetes Aufbrechen üblicher Grenzen
und Beschränkungen: notwendige Bestandteile jeder sogenannten
paranormalen oder übersinnlichen Erfahrung.
Uranus ist die Energie, die wie keine andere eine Bombe unter
vorhandenen Mauern zündet und so den Blick frei macht, um
weiter zu sehen als bisher. Dieser Blick ist noch sehr geistig
und braucht daher noch einen Halt, der sich vorzugsweise als schönes
Ideal oder perfektes Modell manifestiert: ein Modell, das auf Zahlen
und Fakten basiert oder auf elementaren Naturgesetzen, wird hier
als sehr ansprechend empfunden.
Uranus selbst ist nicht die Energie, die uns mit allem verbindet,
was lebt. Das ist vielmehr die Qualität von Neptun. Man kann
sagen, dass Uranus sehr schnell die Voraussetzungen schafft, um
Neptun erfahren zu können.
Neptun
Allgemeine Merkmale
das Grenzenlose und das Chaos, der Verwischende und der Nebel,
das Auflösen und Spalten, das Ungreifbare, Untergrabende,
Aushöhlende, das Geheimnis, Inspiration und Religion, Mystik
und Mysterium
Psychologische Merkmale
der Drang nach Erlösung und das tiefe Bedürfnis nach
dem Einheitserleben und der Erfahrung, mit allem verbunden zu sein,
was lebt; die Fähigkeit, sich in das Leben anderer einzufühlen,
das Subtile, Unausgesprochene zu spüren und zwischen den Zeilen
zu lesen; die Neigung, sich geheimnisvoll zu geben und gar nicht
oder sehr zurückhaltend zu reagieren
Schamanistische Auswirkungen
die tiefe Erfahrung der Verbundenheit mit dem All und des sich
Auflösens im großen Ganzen, was sich paradoxerweise
sehr gut in einer Bewahrung der eigenen Individualität äußern
kann; das Betreten anderer «Räume» oder «Bereiche»,
die durch Uranus aufgeschlossen oder aufgebrochen wurden; die Fähigkeit,
Zeit und Raum zu transzendieren und gleichzeitig im Jetzt und in
der Vergangenheit und in der Zukunft zu sein; die Erfahrung, dass
Heute, Gestern und Morgen in einem unteilbaren Jetzt anwesend sind:
Es ist dies weniger ein bewusstes Verstehen, dass Raum und Zeit
Gedankenmodelle sind, sondern vielmehr ein Erleben und Erfahren
einer Wirklichkeit, in der Zeit und Raum relativ sind. Daher kommt
auch der Verlust greifbarer Grenzen, von Zeit und Raum, wodurch
die Harmonie mit allem, was lebt, auch als authentisch und wahrhaftig
erfahren wird; das Erkennen, Teil eines großen Ganzen und
mit diesem unwiderruflich verbunden zu sein, was mit der Erkenntnis
gekoppelt sein kann, dass man an diesen anderen Dimensionen aktiv
teilhat und dass darin enorme schöpferische Kräfte verborgen
sind, an denen man ebenfalls teilhat und also auch Gebrauch davon
machen kann. Die Nutzung dieser Kräfte selbst ist dann aber
nicht mehr Neptuns Sache, sondern eher die von Pluto.
Pluto
Allgemeine Merkmale
Demontage bis auf die Grundmauern, möglichst noch tiefer,
um zu transformieren und in einer neuen Form wieder aufzutauchen
(Planet des Lebens und des Todes): Nichts bleibt, wie es war; Kontakt
mit dem absoluten Kern aller Dinge, der Lebenskraft, aber auch
der Finsternis; die Unterwelt und das, was dort verborgen liegt
Psychologische Merkmale
der Drang zur Transformation und zur Transzendenz, zur Konfrontation
mit den eigenen Schattenseiten unter gleichzeitigem Aufbau von
Abwehrmechanismen; das Hervorrufen und Durchmachen einer Krise
ebenso wie psychisches Wachstum; die Neigung, sich mit Verdrängtem
und Projektionen auseinanderzusetzen und die Bereiche, in denen
man psychisch noch nicht ausgereift ist, unwiderruflich auf die
Tagesordnung zu setzen; gleichzeitig der Drang, all dies zu übertünchen,
indem man Macht über andere auszuüben versucht und diese
manipuliert
Schamanistische Auswirkungen
grundlegende Erfahrungen, die für alle Zeit verändern;
transformierende Erfahrungen, nicht durch Einordnung in ein neues
System (Uranus) oder durch Abtauchen oder Durchströmenlassen
(Neptun), sondern durch ein absolutes «Fassen» und «Sehen» tieferer
Wahrheiten und der Grundfesten der Wirklichkeit: daraus resultierend
auch die Erkenntnis der Beziehung zwischen Materie und Geist auf
einer schöpferischen und kreativen Ebene; magische Erfahrungen,
Erfahrungen, durch die die materielle Seite des Lebens unerklärliche
Veränderungen erleben kann; Zeuge sein von Dingen, die allen
bekannten Naturgesetzen widersprechen; eine totale Umkrempelung
der Sicht auf das Alltagsleben; die Erfahrung, dass Zeit und Raum
elastisch sind, in Größe und Abstand relativ, und dass
man Teil eines großen dynamischen und ewig schöpfenden
Jetzt ist: Aus der Erkenntnis der allumfassenden Einheit erwächst
die Erkenntnis der enormen Kraft und Bedeutung des Einzelnen und
dessen großer Verantwortlichkeit; die Fähigkeit, auch
im täglichen Leben diese Kräfte zu nutzen
Nach solchen Erfahrungen kann man sich nicht mehr hinter den alten
Ausreden «andere tun es auch nicht» verstecken. Man
weiß nicht nur intuitiv oder theoretisch, dass es andere
Bewusstseinsebenen oder Welten gibt (Uranus), sondern man fühlt
die Verbundenheit mit dem Ganzen. Man ist Teil dieses Ganzen, darin
aufgelöst (Neptun), doch gleichzeitig als einzelner Teil davon
erkennbar. Und man weiß, dass man sich verändert wie
der Kosmos, dessen Teil man unwiderruflich ist (Pluto). Das Leben
ist nichts Einzelnes, und so wie der Körper die Summe seiner
Teilen ist, so besteht auch das Einzelwesen aus einer zeitlich
begrenzten Beziehung zwischen größeren Teilen, zu denen
es stets Zugang hat. Pluto kann magische Kräfte verleihen,
aber auch eine absolute Synchronisation mit einer anderen Ebene,
wodurch auf Erden Wunder zu geschehen scheinen: Yogis, die lebendig
begraben werden und doch nicht sterben. Verstorbene Yogis, deren
Leichname sich nicht zersetzen und deren Haare noch lange weiterwachsen.
Entnommen aus:
Karen Hamaker-Zondag:
Die äußeren Planeten in neuer Sicht.
Übersinnliche Erfahrungen im Horoskop.
Chiron Verlag, Tübingen, 2007.
Dieses Buch können Sie hier
bestellen:
www.astronova.com
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