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Mythen und Planeten

von Ernst Ott

Prometheus sieht die Zukunft

Mythen und Planeten

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Astrologie, die Kunst der Zukunftsdeutung, geht letztlich auf Uranus zurück, den Gott des gestirnten Himmels. Die Muse Urania beschützt die Astrologen. Prometheus als Enkel des Uranus ist in gewissem Sinne auch Astrologe, er sieht nämlich die Zukunft voraus. Schon sein Name bedeutet »der Voraus-Erkennende« oder »der Voraus-Denkende«, ein typischer Uranus-Name. Prometheus wusste, dass Jupiter den großen Opferhaufen haben wollte, und er weiß auch im Voraus, welches Übel in der schönen Pandora steckt.

Pandora ist ein Geschenk und eine Idee Jupiters. Eines Tages sagt er zu Vulkan: »Was dieser Prometheus kann, das können wir schon lange, mach' auch mal einen Menschen, am besten eine verführerische Frau. Ich brauche sie für eine Kommandoaktion auf der Erde.« Vulkan erschafft dieses Menschenwesen, dem alle Götter gute Gaben mitgeben. »Nun, Pandora«, sagt Jupiter, »du bekommst einen erstklassigen Mann: Gehe zum Bruder des Prometheus, er wird sich freuen.« Und mit einem bösartigen Lächeln gibt er ihr eine Dose in die Hand: »Schenke sie ihm; der Rest ergibt sich dann von selbst.«

Das Unheil naht

Pandora und EpimetheusSo klopft Pandora eines Tages bei Prometheus' Bruder an, lächelt verführerisch und sagt: »Guten Tag, ich bin ein Geschenk Jupiters an dich.« Der Bruder des Prometheus ist hingerissen. Er trägt den Namen Epimetheus, und das heißt »der Nachher-Erkennende«. Er vergisst also schlagartig, was sein voraus erkennender Bruder ihm eingeschärft hatte. Diese Warnung lautete: Nimm nie ein Geschenk des Jupiter an! Das Misstrauen gegen anmaßende Götter und deren große Versprechungen ist noch heute den Kindern des Uranus und den Wassermanngeborenen eigen. Die Realität gibt ihnen übrigens meistens recht.

»Und was ist in dem Behälter?«, fragt Epimetheus. Neugierig öffnen die beiden die Geschenkdose des Jupiters. Sie ist als Büchse der Pandora bekannt geworden, ursprünglich eine Pyxis, ein runder Topf oder eine Büchse mit Deckel.

Wie ein Hornissenschwarm entweicht nach dem Heben des Deckels das Geschenk Jupiters an die Sterblichen: Arbeit, Krankheit, Betrug und alle denkbaren Übel der Welt, die an jenem Tag für uns Menschen begannen. Vielleicht sollten wir künftig doch etwas voraus erkennender reagieren, wenn wieder mal besonders liebenswürdige Vertreter an der Haustüre klingeln und uns fantastische Geschenke versprechen…

An den Kaukasus gekettet

Prometheus hat das alles vorausgesehen, sogar ohne sein Jahreshoroskop zu berechnen. Aber er ist machtlos, denn zu jenem Zeitpunkt hat er bereits seine Strafe für den Feuerraub angetreten. Jupiter lässt ihn an das Kaukasus-Gebirge anketten, ohne Essen, ohne Trinken und ohne Schlaf, während täglich Jupiters Adler seine Leber frisst, die dann über Nacht wieder nachwächst, um erneut gefressen zu werden.

PrometheusAuch diese sadistische Fantasie Jupiters – die uns Astrologen mit unserem freundlichen Jupiter-Bild zu denken geben sollte – hat Prometheus schon vorausgesehen, und dennoch nicht anders entschieden. Hier sehen wir, wozu uranischer Rebellionsgeist fähig ist: Im vollen Bewusstsein dieser zu erwartenden Strafe eine mutige Tat zum Wohl der Menschheit zu wagen!

Eines Tages sagt Neptun zu Jupiter: »Der arme Kerl tut mir unendlich leid. Nun hängt er schon jahrelang am Felsen. Kannst du ihn nicht erlösen?« Jupiter bestimmt: »Der Rebell wird erst erlöst, wenn ein Gott für ihn seine Unsterblichkeit aufgibt!« Prometheus muss fast dreißig Jahre lang aushalten, einen Saturnzyklus lang. Dann meldet sich Herkules bei Prometheus und ruft: »Ich kenne einen Unsterblichen, der unbedingt sterben möchte!« Prometheus nimmt seinen letzten Stolz zusammen, um höhnisch zu antworten: »Das muss ein Irrtum sein. Ich kenne diese Götter-Bande, sie hängen an ihren Privilegien ärger als die Menschen am Geld.«

Doch einer von ihnen, der weise Kentaur Chiron, hat eine sich nie schließende Wunde und sagt: »Unsterblich heißt bei mir unendlich leiden. Da ist sterben besser.« Nun ist beiden geholfen, Prometheus wird losgekettet, Herkules erschießt noch den Adler, und Chiron findet Ruhe im Grab.

Prometheus und Chiron – zwei Gewinner

Diese beiden mythologischen Menschenfreunde wurden später oft mit Christus verglichen, der sich für die Menschheit opferte. Aber opfert sich Chiron? Nein, er gibt seine Unsterblichkeit im eigenen Interesse ab. Chiron ist ein Halbgott, demnach halb Mensch, halb Gott. Erlösung aber bringt seiner schmerzenden Wunde nicht das Gottsein, sondern seine Sterblichkeit. Sterben wie ein Mensch, das sehnt er sich herbei! Prometheus gibt dem Chiron dessen menschlichen Anteil zurück. Hier treffen sich zwei Götter, die menschliches Leid kennengelernt haben, und sie erlösen sich wechselseitig.

Neue Ideen für eine menschlichere Zukunft

So erschuf Prometheus die Menschen, litt für sie, brachte ihnen immer wieder neue Freiheiten und bewahrte sie vor Ungerechtigkeiten der Oberen. Noch ein letztes Mal schafft es der nun wieder losgekettete Prometheus, der Menschheit zu helfen, indem er seinen Sohn Deukalion vor einer Art Sintflut bewahrt. Jupiter ist nämlich wieder einmal unzufrieden mit dem Menschengeschlecht und will es in einer weltweiten Flut ertränken. Doch Prometheus warnt seinen Sohn rechtzeitig und gibt ihm den Ratschlag, ein großes Schiff zu bauen. Nach neun Tagen geht die Überschwemmung zurück, Deukalion und seine Frau Pyrrha landen auf dem Parnass-Gebirge und stellen fest, dass sie die einzigen überlebenden Menschen sind.

Deukalion und PyrrhaSollen sie nun bis zu ihrem Ende so einsam bleiben? Der Mythos erzählt, dass sie ein Orakel über die Zukunft des Menschengeschlechts befragen. Am Parnass wird später das berühmte Orakel von Delphi gegründet. Es ist also zu vermuten, dass Deukalion und Pyrrha diese Stelle aufspüren und dort das Vorgängerorakel aufsuchen, das einer heiligen Schlange der Göttin Gäa geweiht ist. »Nehmt die Knochen eurer Mutter und werft sie hinter euch!«, spricht die Orakel-Schlange. Deukalion sagt: »sollen wir tatsächlich die Knochen aus dem Grab unserer Mutter ausgraben?« Pyrrha überlegt: »Es ist vielleicht symbolisch gemeint. Was bedeutet Mutter? Ist das nicht das Orakel von Gäa, der Mutter Erde.«

Die Knochen der Mutter Erde, das sind die Steine! Also gehen die zwei Menschen über Land und werfen alle Steine, die sie finden, hinter sich auf die Erde. Aus Pyrrhas Steinen werden Frauen, aus Deukalions Steinen werden Männer. Es entsteht eine neue Menschheit. Für Prometheus beginnt die Zukunft heute neu. Seine Kinder gründen ein besseres und menschlicheres Zeitalter in seinem Geist, nämlich mit eigener Hand, ohne unterwürfigen Götterglauben, doch in Ehrfurcht vor der Göttin Erde. Und in entscheidenden Lebenslagen befragen sie das Orakel. Auch das gefällt dem vorausschauenden Prometheus.

Bildnachweise:
Pandora (Ausschnitt): Paolo Farinati [Public domain], via Wikimedia Commons
Prometheus (Ausschnitt): By No machine-readable author provided. Atoma assumed (based on copyright claims). [Public domain], via Wikimedia Commons
Pyrrha und Deukalion (Ausschnitt): Virgil Solis [Public domain], via Wikimedia Commons

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