DIE MONDKNOTENACHSE -
Der Schlüssel zum Horoskop

von Howard Sasportas


Dieses Buch ist die Mitschrift eines Seminars, das im Rahmen der Astrologieausbildung des "Centre for Psychological Astrology" in London abgehalten wurde. Der vorliegende Ausschnitt wurde leicht gekürzt.


Der absteigende Mondknoten und das lunare Prinzip

Um den südlichen (absteigenden) Mondknoten zu erklären, werde ich zunächst einiges über den Mond sagen und was ich unter dem lunaren Prinzip verstehe. In welchem Zeichen auch immer sich Ihr südlicher Mondknoten befindet, es zeigt an, wie die Energie des absteigenden Mondknotens arbeitet. Das Haus, in dem der südliche Mondknoten steht, verweist auf den Lebensbereich, in dem sich diese Energie ausdrückt. Das Gleiche gilt für den nördlichen Mondknoten. Beim südlichen Mondknoten finden wir bestimmte Antriebe in uns, den Drang, zurückzugehen, einen instinkthaften Wunsch, ein Verlangen, das Gewohnte zu tun. Man handelt nach dem Instinkt, automatisch, oder nach dem Prinzip des geringsten Widerstandes. Diese Begierde wird mit dem Zeichen und Haus des südlichen Mondknotens in Verbindung gebracht. Es handelt sich um instinktive Eigenschaften, Tendenzen oder Seinsweisen. Es ist die Art, wie wir der Welt instinktiv begegnen.

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Was ich betonen möchte ist, dass wir alle irgendwo in uns eine wesentliche Spaltung haben, einen starken Drang in zwei verschiedene Richtungen. Es handelt sich um einen wesentlichen Konflikt zwischen dem instinktiven, triebhaften und gewohnten Handeln in bestimmten Situationen, und der Fähigkeit, uns dafür zu entscheiden, bewusst anders zu handeln als wir es normalerweise tun würden.

In ihrem Buch The Inner World of Choice beschreibt Frances Wickes Momente in unserem Leben, in denen wir an einem Ende angekommen sind und es zwei Wege gibt, für die es sich zu entscheiden gilt. Wir können in ein altes Muster zurückfallen und in gewohnter Weise reagieren, oder wir betrachten die Situation und sagen: "Nein, ich möchte jetzt nicht so handeln wie ich es immer tat." Hier kann man sich entscheiden. Wir können sagen: "Ich werde es dieses Mal bewusst anders machen. Ich werde etwas Neues einbringen". Dann haben wir es geschafft, zu agieren und nicht nur zu reagieren. Denn der südliche Mondknoten ist eher der reaktive Part, jeweils gefärbt von der entsprechenden Position in Haus und Zeichen. Wir handeln so, weil es uns vertraut ist, dies so zu tun – wir handeln prompt und entsprechend unserer Natur.

Der nördliche Mondknoten jedoch bringt uns jedoch eher zum aktiven Handeln und weniger zum bloßen Reagieren. Wir können uns entscheiden, wir können verschiedene Wege erkennen und denjenigen frei wählen, der nicht gerade der instinktivste ist. Es ist die bewusstere Möglichkeit. Deshalb bezeichne ich den nördlichen aufsteigenden Mondknoten als solar – vom Prinzip her. Er kommt vom Herzen und vom Kopf und weniger aus dem Bauch heraus.

Mondgöttinnen

Mit Mythen kann man das, was ich beim Südknoten als "Mondprinzip" bezeichne, ganz gut verstehen, weil es sich hier um einen Drang aus der Vergangenheit handelt, um das Instinktive und Gewohnte. Die Mythen werden uns zu einem besseren Verständnis helfen. Wenn der absteigende Mondknoten in Ihrem Leben zum Zug kommt, dann handeln Sie nach dem Mond, dann reagieren Sie einfach nur instinktiv und treffen keine eigene Wahl. Sie werden von Gefühlen geleitet und alles, was Sie tun, geschieht unwillkürlich und aus Gewohnheit.

Ich setze nun die Mondgöttin Ishtar, eine babylonische Göttin, mit dem südlichen Mondknoten gleich. Ich nehme Ishtar als Symbol, weil sie sich allem, was daherkommt, oder allem, was sie fühlt, hingibt. Ishtar ist die Gattin von Tammuz. Sie leben sechs oder sieben Monate im Jahr in absoluter Glückseligkeit zusammen. Sie verkörpert die Natur und die Erde, während Tammuz den Leben spendenden Geist darstellt. IshtarEr gibt ihr Geist, er macht sie fruchtbar und sie sind sehr glücklich miteinander. Das ist Frühling und Sommer. Alles blüht und gedeiht, und Ishtar gibt sich der Freude hin. Dann geschieht etwas. Als der Sommer vorbei ist und der Winter kommt, wird sie wütend auf Tammuz und tötet ihn. In manchen Versionen wird er einfach von irgendwem getötet. Er steigt hinab in die Unterwelt. Anstatt sich der Freude und Ekstase hinzugeben, wird Ishtar traurig und verzweifelt, fühlt sich leer. Sie ist betrübt und trauert um ihn. Es ist Winter. Es ist eine Zeit des Ausgesperrtseins. Der kreative Geist fehlt. Dann geht sie in die Unterwelt, und meistens streitet sie mit ihrer bösen Schwester, um ihren Gatten zurückzubekommen. Sie erhält ihn zurück, und für die nächsten sechs oder sieben Monate sind sie wirklich glücklich und selig zusammen und kommen bestens miteinander aus. Alles blüht. Nach einer gewissen Zeit verurteilt sie ihn zum Tode. Oder sie bekommen Ärger und er stirbt. Sie wird traurig und fühlt Schmerz und Elend. Das ist die zyklische Natur des Lebens, die der Mond symbolisiert.

Beim absteigenden Mondknoten geben wir uns der Freude hin. Dann kommt der Schmerz und wir geben uns dem Schmerz hin, dann geben wir uns wieder der Freude hin, und dann wieder dem Schmerz. Es geht hier darum, sich dem jeweiligen Gefühl, das auftaucht, zu öffnen, und mit diesen Empfindungen zu leben, anstatt zu sagen: "Wie sollte ich mich fühlen? Wie sollte ich sein?" Wir sind das, was wir fühlen. Rein emotional. Es ist, als hätten wir zehn Planeten im Krebs. Es ist das, was man im Moment fühlt. Was wir an einem Tag empfinden, gilt am darauf folgenden Tag schon nicht mehr. Wir erlauben uns, all das zu fühlen. Manche Menschen werden dadurch fast wahnsinnig, weil sie nicht wissen, womit sie demnächst rechnen können. An einem Tag fühlt man sich so, am anderen Tag wieder ganz anders.

Dieses Bild sollten wir im Kopf haben, wenn wir unseren südlichen Mondknoten nach Zeichen und Haus betrachten, weil es eine Art des Seins beschreibt, der man sich unwillkürlich hingibt oder in die man sich hineinbegibt. Es ist eine Art, die wir sehr früh in unserem Leben entwickelt haben, oder, wenn Sie an die Theorie von Karma und Reinkarnation glauben, dann ist es eine bestimmte Seinsweise, die wir schon oft zuvor gelebt haben, ein Lebensstil oder eine Seinsweise, die uns sehr vertraut ist.

Ich möchte, dass Sie den absteigenden Mondknoten als etwas betrachten, das in diesem Leben instinkthaft ist, jedoch aus einem früheren Teil dieses Lebens – aus der Kindheit stammt. Ich muss nicht ganz bis in frühere Leben zurückgehen, um dem absteigenden Mondknoten einen Sinn abzugewinnen, Sie können das aber tun, wenn Sie wollen. Ich denke, Sie können den südlichen Mondknoten als etwas Instinktives verstehen, als etwas, das sehr früh in unserem Leben geformt wurde. Oder wir sind einfach nur mit einer Neigung auf die Welt gekommen, genau jenes automatisch zu tun.

Einige von den Lektionen, die wir bereits gelernt haben, die wir als etwas Vertrautes in dieses Leben mitbrachten, und die uns in früher Jugend beigebracht wurden, sind gut. Sie werden diese nicht wegwerfen wollen, denn Sie brauchen sie noch. Das ist so, als würde man lernen, dass die eingeschaltete Herdplatte heiß ist, indem man sie anfasst. Es ist eine nützliche Erfahrung. Sie werden das nicht vergessen können. Es wird bestimmte Qualitäten des Zeichens geben, in dem sich Ihr absteigender Mondknoten befindet, und bestimmte Eigenschaften bezüglich des Lebensbereiches, der durch das Haus angezeigt wird, in dem er steht, die besagen, dass Sie angeborene Gaben besitzen. Sie haben angeborene Talente. Sie haben bestimmte Fähigkeiten.

Tracy Marks sagt in ihrem Buch Astrologie der Selbstentdeckung, man solle das Beste aus seinem absteigenden Mondknoten herausholen, die besonderen Fähigkeiten, die er einem beschert, einfordern, bewahren und weiterentwickeln. Mit einem südlichen Mondknoten in der Waage hat man eine angeborene Fähigkeit, Kompromisse zu schließen, auszugleichen oder diplomatisch zu sein. Das bedeutet nicht, dass man das nie tun sollte. Es bedeutet nur, dass man Probleme bekommt, wenn man es zu automatisch macht, wenn man es in jeder Situation vollführt. Wo es doch manchmal besser wäre, wenn man anders reagieren und sich mehr durchsetzen würde, wenn man egozentrischer wäre. Nur, wenn man den absteigenden Mondknoten übertreibt, wenn man immer auf das Gewohnte zurückgreift oder in dieser Lebenssphäre stecken bleibt, dann bekommt man gerade dadurch auch Probleme.

Der aufsteigende Mondknoten und das solare Prinzip

Wir kommen nun zum aufsteigenden Mondknoten. Als Beispiel nehme ich hier Isis und Osiris. Ich hatte gesagt, dass Isis die ägyptische Mondgöttin ist. Eines der Symbole für Isis ist die Schlange mit dem Kopf nach unten. Während Isis den Instinkt und die zyklische Seite der Natur symbolisiert, steht Osiris für Vernunft. Er war Lehrer für das Volk. Er brachte ihm Mathematik und Ackerbau bei. Wir sehen hier bereits ein solares Prinzip des Nordknotens. Isis und Osiris bringen Horus zur Welt, der mit dem Adlerauge. Horus steht gleichzeitig für Sehen und Handeln. Das möchte ich betonen. Horus ist eine Kombination von Bewusstheit und Handlung. Er verkörpert die erweiterte Wahrnehmung, und auf der Basis des erweiterten Bewusstseins handelt er. Es geht darum, das ganze Bild zu sehen, Konflikt und Spannung zu erkennen. Man muss erkennen, dass man die Wahl hat, und dass man dann eine Entscheidung fällt oder auf der Basis der Bewusstheit handelt.

Denken Sie an diese beiden Wörter – Wahrnehmung und Handlung. Wir werden darauf zurückkommen, wenn wir die Polarität des nördlichen und südlichen Mondknotens klären werden. Beim aufsteigenden Mondknoten befinden wir uns in einer Situation, in der wir eine Entscheidung fällen müssen, die konstruktiver oder entwicklungsfördernder ist. Wir müssen dies tun, selbst wenn es nicht dem instinktiven Weg entspricht, selbst wenn es nicht unwillkürlich geschieht. Wenn wir über den aufsteigenden Mondknoten sprechen, dann geht es um eine kleine Anstrengung, die gemacht werden muss, um diese Eigenschaften zu entfalten oder uns in diesem Lebensbereich zu entwickeln. Wir werden auch auf den Willen zu sprechen kommen. Ich möchte den Willen definieren. Es geht um den Vergleich von Instinkt und Wahl, einerseits um vorprogrammiert oder stereotyp und andererseits um die gewollte Entscheidung für eine verantwortungsvolle Handlung, bei der man nicht nur reagiert. Wenn Sie Ihr Leben betrachten, werden Sie feststellen, dass Sie oft auf dieser Wippe stehen, wo Sie zwischen den beiden Wegen hin- und herwanken. Sie werden erkennen, dass immer das Gleiche passiert, wenn Sie den gewohnten Weg wählen. Wenn Sie aber eine neue Entscheidung treffen, dann können ganz neue Dinge geschehen.

Sonnengötter

Wir hatten über die Mondgöttinnen gesprochen, die mit allem, was kommt, einfach mitgehen, und die sich jedem, der ihnen begegnet, hingeben. Die Sonnengötter sind anders. GilgameshDer Mythos von Gilgamesch ist ein interessantes Beispiel hierfür. Er ist ebenfalls babylonischen Ursprungs. Gilgamesch ist ein solarer heldenhafter Gott, deshalb werde ich ihn als Symbol für den nördlichen Mondknoten verwenden. Er hat eine Aufgabe. Er muss irgendwohin gelangen. Er hat ein Ziel. Er hat die Entscheidung getroffen, einen bestimmten Weg einzuschlagen. Als er seinem Ziel entgegengeht, wer läuft ihm da über den Weg? Ishtar, die Mondgöttin. Sie sagt: "Komm mit mir." Sie will ihn verführen und von seiner Wahl abbringen, von dem, was er bewusst erreichen will. Mit dieser Verführung kommt er ganz gut klar. Er sagt: "Vielen Dank, aber ich habe zu tun."

Diese einfache Geschichte möchte ich genauer betrachten. Es geht darum, wie wir von Instinkten und Gefühlen geleitet werden und dadurch von dem abgebracht werden, was wir bewusst erreichen oder inuns entwickeln möchten. Folgendes Beispiel habe ich vor vielen Jahren schon einmal in einem anderen Zusammenhang vorgetragen. Es ist eine Geschichte über Diana Whitmore. Sie ist einverstanden, dass ich sie erzähle. Diana leitet ein Lehrinstitut für Psychosynthese in England. Ursprünglich studierte Diana bei Assagioli, der die Psychosynthese entwickelt hat. In der Psychosynthese geht es um psychologisches Wachstum, bei dem die gesamte Person in Betracht gezogen wird. Assagioli war bereits alt und krank, und Diana hat ihn gepflegt als er starb. Er sagte zu ihr: "Ich möchte, dass Du anfängst zu lehren und Vorträge über Psychosynthese hälst, weil ich denke, dass Du viel davon verstehst." Wenn man mit jemandem spricht, der gerade stirbt, dann passiert es oft, dass der Sterbende einem einen Auftrag gibt. Assagioli knechtete Diana regelrecht. Als er zu ihr sprach, reagierte sie völlig entsetzt. Die Idee, diese Verantwortung zu übernehmen, vor einer Gruppe zu stehen und einen Vortrag zu halten, erschreckte sie zutiefst. Ihre unmittelbare Reaktion, ihre instinktive Reaktion – ihr südlicher Mondknoten – war: "Nein!" Am liebsten wäre sie wollte davongelaufen.

Beobachten Sie diese Art von Reaktion in Ihrem Leben. Sie können versuchen, sie mit dem Haus und dem Zeichen Ihres absteigenden Mondknotens in Bezug zu setzen. Möglicherweise kann die Reaktion mit Ihrem Mond in Verbindung stehen und manchmal sogar mit Ihrem Saturn, wenn Sie instinktiv davonrennen möchten oder wenn Sie das Gefühl haben, weglaufen und sich verstecken zu müssen. Oder das Gegenteil tun wollen von dem, wozu Sie aufgefordert werden. Dianas instinktive Reaktion war absoluter Terror.

Der aufsteigende Mondknoten kann wählen. Als Diana das Entsetzen überwunden hatte, sagte sie: "Ich möchte Assagiolis Arbeit fortführen." Was sie tat, ist interessant. Sie leugnete nicht, dass sie sich so sehr davor fürchtete, vor Menschen zu reden. Sie visualisierte vielmehr den Teil in sich, der sich so sehr fürchtete, verwundbar war und unsicher über ihre Fähigkeit war, es gut machen zu können. Diana stellte sich diesen Teil von sich selbst als kleines Kuscheltier vor, und bevor sie eine öffentliche Rede hielt, nahm sie das Kuscheltier auf den Arm und sprach mit ihm. Sie sagte: "Mach’ dir keine Sorgen. Ich weiß, dass du da bist, aber ich werde nicht zulassen, dass du die Herrschaft über mich gewinnst. Ich habe dich, aber ich bin nicht du." Sie akzeptierte es, aber dann beschloss sie, nach vorne zu gehen und die Aufgabe anzutreten, zu lehren und Vorträge zu halten.

Ich versuche diese Geschichte als Beispiel für eine instinktive Reaktion zu verwenden. Hätte Diana alleine aus Angst gehandelt, dann wäre sie niemals nach vorne gegangen. Das wäre dann so gewesen, als hätte der absteigende Mondknoten die Kontrolle übernommen. Man handelt automatisch. Diana musste eine gewisse Anstrengung unternehmen, ohne zu leugnen, dass ihre furchtsame Reaktion da war. Ich glaube, wenn sie gesagt hätte: "Oh, großartig, ich werde Vorträge halten, ich habe keine Angst, es wird gut gehen", dann wäre sie nach vorne gegangen, hätte zu sprechen begonnen und plötzlich wäre ihre Angst da gewesen. Es ist besser, anzuerkennen, dass diese Angst da ist und sie zu integrieren, jedoch von einer anderen Warte aus. Wenn man das tut, wird man heldenhafter und solarer, weil man nicht von der Mondgöttin verführt wird.

Ich möchte die Mondseite nicht abwerten. Ich denke, es gibt Momente, wo wir unseren Gefühlen mehr Raum geben und sie akzeptieren müssen. Wir müssen unsere Gefühle immer akzeptieren und ihnen ihren Platz lassen. Aber wir dürfen uns nicht ausschließlich vom Gefühl leiten lassen. Ich rede nicht nur von Gefühlen. Mit einem aufsteigenden Mondknoten in einem Wasserzeichen müssen Sie regelrecht Gefühle entwickeln. Dann kann es bedeuten, dass Sie nicht gewohnheitsmäßig alles mit dem Verstand steuern, sondern, dass Sie ihre Gefühlen mehr zulassen. Es geht darum, nicht einfach das zu tun, was automatisch kommt, sondern darum, die instinktive Antwort anzuerkennen, und dann gemäß Zeichen und Haus des Nordknotens eine Entscheidung zu treffen.

Wille und Wahl

Die Spannung oder der Konflikt, den die Mondknotenachse beschreibt, hilft uns, den Willen zu entwickeln und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Nachfolgend einige Definitionen des Willens. Der Wille ist das "geistige Mittel, das Bewusstsein in Handlung umwandelt." Ich glaube, dass das eine sehr klare Definition ist – der Wille nimmt Bewusstsein auf und leitet es in eine Handlung über. Es gibt ein japanisches Sprichwort: "Wissen und nicht handeln ist wie nicht wissen." In dem Stück Warten auf Godot , gibt es eine interessante Stelle, an der jemand sagt: "Was sollen wir tun?" Der andere antwortet: "Lass uns gehen!" und dann folgt als Bühnenanweisung: Niemand bewegt sich. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Eine andere Beschreibung des Willens lautet "Brücke zwischen Wunsch und Handlung". Diese Definitionen sollten Sie auf sich wirken lassen, um den Willen zu begreifen. Ich bringe dies alles in Bezug zum Lebensbereich des nördlichen Mondknotens. Jemand sagte einmal: "Erinnerung ist das geistige Organ der Vergangenheit. Wille ist das geistige Organ der Zukunft." Jedes Mal, wenn wir eine Entscheidung treffen müssen, oder wenn wir dem aufsteigenden Mondknoten nach Zeichen und Haus gerecht werden sollen, schöpfen wir neue Möglichkeiten. Der Wille ist der Sitz der Willensäußerung. Ich mag folgende Definition: "der verantwortungsvolle innere Antreiber." Wir sprechen über eine kleine Anstrengung, über das Bewusstsein darüber, dass man eine bestimmte Richtung wählt. Wille ist der Akt zwischen Einsicht und Handlung. Es gibt etwas zwischen Einsicht und Handlung, das man als Anstrengung oder Entschlossenheit erfährt. Es ist nicht instinktiv. Es ist nicht das, was wir aus Gewohnheit tun.

Hier noch eine weitere Definition: "Der Wille ist der Teil der psychischen Struktur, der die Fähigkeit hat, Wahlen zu treffen und durchzuführen." Wir Menschen haben ein sehr entwickeltes Cortex, das ist der Teil des Gehirns, der für Entscheidungen zuständig ist. Dieser steht im Gegensatz zum reptilienhaften" Gehirn, des instinktiven, stereotypen Teils des Gehirns. Wenn man das Cortex entfernt, dann bleiben manche Funktionen trotzdem erhalten. Das Cortex ist für das bloße Überleben und für Körperfunktionen nicht notwendig. Die Entwicklung des Cortex bedeutet, dass wir die Fähigkeit haben, verschiedene Situationen zu sehen und dann eine Entscheidung zu treffen. Dadurch unterscheiden wir uns von den Tieren, weil diese stärker vorprogrammiert und instinkthafter sind.

Ich würde den aufsteigenden Mondknoten mit diesem Bereich des Gehirns in Verbindung sehen – mit der Cortex – und den absteigenden Mondknoten eher mit dem animalischen oder instinktiven Gehirn. Lassen Sie uns das noch deutlicher ausdrücken. Tracy Marks gibt bestimmte Richtlinien für die Arbeit mit den Mondknoten. Zuerst muss man ihrer Meinung nach die Lebensweise des absteigenden Mondknotens neu überarbeiten. Das heißt nicht, dass man den absteigenden Mondknoten wegwirft. Aber man muss das Tierkreiszeichen und den Lebensbereich, der durch das Haus angezeigt wird, in dem der absteigende Mondknoten steht, so konstruktiv und nutzbringend wie möglich entwickeln, weil es sich um angeborene Talente und Tendenzen handelt.

Wir überarbeiten unseren südlichen Mondknoten, wir erhöhen ihn, wir versuchen, den Südknoten von einer höheren Ebene aus zu leben. Das wird noch deutlicher, wenn wir uns die Achse betrachten. Als nächstes, sagt Tracy Marks, müssen wir den aufsteigenden Mondknoten wecken. Als drittes, müssen wir die Achse integrieren und beide Mondknoten in eine harmonische Beziehung zueinander bringen - nicht den einen oder den anderen leben, sondern die Achse ausbalancieren und harmonisieren. Die Zeichen besagen, wie wir unsere Mondknotenenergien ausdrücken, und die Häuser verdeutlichen, wo wir sie zum Ausdruck bringen.

Tracy Marks spricht sehr viel über die Herrscher der Mondknoten. Damit meint sie die Planeten, die über das Zeichen regieren, in dem sich der nördliche bzw. südliche Mondknoten befindet. Wenn der aufsteigende Mondknoten im Widder steht, dann ist Mars der Herrscher des aufsteigenden Mondknotens. Wenn der absteigende Mondknoten in der Waage steht, dann ist die Venus Regentin des absteigenden Mondknotens. Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, wie Ihre Mondknoten funktionieren, dann schauen Sie sich die Herrscher des jeweiligen Mondknotens an. Wo stehen sie in Haus und Zeichen? Ich habe festgestellt, dass das stimmt. Mit dem aufsteigenden Mondknoten im 5. Haus hat man vermutlich die Aufgabe, den Selbstausdruck und die Kreativität mehr zu entwickeln, weil das 5. Haus das Haus des Selbstausdruckes ist. Der aufsteigende Mondknoten ist dort, wo wir etwas entwickeln müssen und Waage und das 5. Haus besagen, dass man sich selbst auf kreative oder harmonische Weise ausdrücken soll. Wenn sich nun die Venus, Herrscherin des Nordknotens, im 10. Haus befindet, dann kann man daraus eine Karriere machen. Wenn die Venus sich im 11. Haus aufhält, dann wird sich diese Kreativität mehr in Gruppen entfalten. Wenn Venus im 12. Haus steht, könnte sie sich mehr in Krankenhäusern oder Institutionen entfalten, oder auf privater Ebene. So kann man auch mit dem Herrscher des absteigenden Mondknotens vorgehen. Um einen Sinn dafür zu bekommen, wo Ihre Südknotenenergie sich ausdrücken kann, suchen Sie sich den Planeten, der über das Zeichen herrscht, in dem sich der absteigende Mondknoten befindet, und sehen Sie, in welchem Haus er steht. Das gibt Ihnen mehr Informationen.

Entnommen aus
Howard Sasportas:
Die Mondknotenachse - Der Schlüssel zum Horoskop.
Chiron Verlag, Tübingen, 2003.
(leicht gekürzte Fassung)

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