Eva und Lilith, die Rivalinnen

von Lianella Livaldi Laun

 

Dieser Ausschnitt ist dem Buch "Lilith in der Partnerschaft" entnommen. Die Autorin verfügt über eine jahrelange Erfahrung als Beziehungsberaterin. Sie beleuchtet alle Gesichtspunkte einer Partnerschaft mit dem Lilith-Prinzip. Sie zeigt, welche Funktion dies für das eigene Erleben einer Beziehung im Leben einer Frau oder eines Mannes spielt. Neben diesen ausführlichen Deutungen für das Geburtshoroskop bespricht sie Lilith auch im Partnervergleich, im Composit und im Begegnungshoroskop und macht ihre Erkenntnise durch viele Beispiele aus dem Leben anschaulich.

Lilith, Eva und die Rippe

Erst nachdem Lilith das Paradies verlassen hatte und nie mehr zu Adam zurückkehren wollte, erschuf Gott Eva aus dessen Rippe.

Es ist interessant festzustellen, dass die Natur im Gegensatz zu dem "Rippenmythos" steht. Bis 35 Tage nach der Zeugung sind alle Menschen weiblich. Erst dann bestimmt ein Gen, das SRY, dass etwa die Hälfte der Embryos männlich werden muss. "Ist der Mann eine Mutation der Frau?", fragt sich Olaf Leitner in seinem Buch "Das Dschungelbuch der Liebe". [1]

Auf jeden Fall berichten die alten Mythen, dass Eva gefügiger als Lilith war und Adam bis zum Sündenfall mit ihr zufriedener als mit seiner ersten Frau gelebt hat. Im Sohar I 19b wird berichtet: "Sobald Lilith Eva sah, die sich an Adams Seite klammerte, wurde sie von dieser Gestalt an die übernatürliche Schönheit erinnert, und sie floh hinauf ... und lebte am Roten Meer, bis Adam und sein Weib sündigten." Danach, so erfahren wir weiter aus dem Sohar, nahm Lilith nachts von Adam wieder Besitz.

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Die Rivalität zwischen Eva und Lilith ist im Sohar sehr lebendig ausgedrückt. Zwei Frauen, die für den gleichen Mann kämpfen. In diesem Werk werden beide Frauen eindrücklich beschrieben: Eva, die Mutter aller Lebenden, die Frau, die als Lebensspenderin und zärtliche Mutter gilt, und Lilith, die Kindermörderin, die Tod und Verwüstung verursacht. Adam war von Liliths Ungehorsam schwer enttäuscht. In einer patriarchalischen Gesellschaft wurden alle Frauen als Hexen abgestempelt, die die Erwartungen der Männern enttäuschten. Verdrängte Enttäuschungen, die der kleine Junge von damals an der Mutter erlebt hat, führen dazu, dass Frauen, die die männlichen Bedürfnisse nicht befriedigen, als böse oder unvollkommen abgestempelt werden. Das abgespaltete Bild von der Frau: einerseits als Teufelin und andererseits als Heilige, stammt aus dieser Enttäuschung des Kindes, dessen Mutter natürlich niemals völlig in der Lage gewesen ist, all seine Wünsche und Fantasien zu befriedigen oder diesen zu entsprechen.

Pamela Ball schreibt in ihrem Buch "Erotische Träume" [2]: "Mit der Einteilung der Frauen in die Archetypen gute und böse Frau, Madonna und Hure, nettes Mädchen und Schlampe versuchen die Männer den Einfluss zu verringern, den Frauen seit ihrer Geburt hatten und haben. Auf diese Weise versuchen sie die Verwirrung über ihre eigene Sexualität - und die der Frauen - zu umgehen, indem sie Frauen in eine dieser Rollen drängen, ohne auf irgendeinen anderen Aspekt der Persönlichkeit einer Frau einzugehen."

Die beiden Seiten der Weiblichkeit

Jede Frau erfährt Eva und Lilith in den Gezeiten ihres weiblichen Zyklus. Eva wird durch die erste Hälfte des Zyklus symbolisiert, in der Zeit bis zur Ovulation und der Empfängnisbereitschaft, während Lilith herrscht, wenn bei der Ovulation keine Empfängnis stattfindet. Lilith steht auch für den Menstruationsschmerz in der Phase des prämenstrualen Syndroms. Es war früher - und noch heute in manchen Kulturen - die Zeit, in der die Frauen sich allein in die Wildnis zurückzogen haben. In jeder Frau sind Eva und Lilith verborgen, wir bringen sie mit uns auf die Welt und leben diese zwei Prinzipien abwechselnd in unserer Existenz. Manche Frauen leben eine Seite mehr als die andere, sodass der verdrängte Anteil im Bereich der Schatten(-Seiten) angesiedelt ist, aber niemals ganz aus ihrem Leben verschwindet.

Lilith und Eva Lilith wurde von Gott unfruchtbar gemacht. Da sie keine Milch in ihren Brüsten hatte, war sie unfähig, menschliche Kinder zu nähren. In dem Mythos heißt es, dass die Eifersucht Liliths gegenüber Eva so stark und mächtig war, dass ein einzelner Tropfen ihres Menstruationsblutes mit so viel Gift und Bitterkeit geladen war, dass sie damit Menschen und Tiere töten und Städte verwüsten konnte. Die Rache Liliths zielte darauf ab, die Beziehung zwischen Eva und Adam zu zerstören. Ihr raffinierter Plan war es, Eva in Form einer Schlange zu verführen, sich vom Baum der Erkenntnis zu bedienen und Adam zu überreden, den Apfel zu verspeisen. So gelang es Lilith den paradiesischen Zustand in der Beziehung zwischen Adam und seiner neuen Frau abrupt zu unterbrechen.

Eva war imstande ihre Bedürfnisse in einer Liebesbeziehung zu befriedigen, Lilith konnte dies nicht. Sie wehrte sich gegen Abhängigkeit und Unterwerfung. Sie musste frei sein, um ihre Individualität auszuleben und zu definieren. Deswegen nahm sie aus freien Stücken die Verbannung in die Wüste in Kauf. In unserer modernen Welt verkörpert Lilith die Frau, die freiwillig ein kinderloses Dasein wählt, um sich als kreativer Mensch in einem anderen Bereich des Lebens ausdrücken zu können. Lilith-Herrschaft im Horoskop, z.B. im Aspekt zum AC, zur Sonne oder zum Mars, könnte diesen Aspekt des unabhängigen Weibes symbolisieren. Die Frau, die Lilith stark in sich trägt, will sich selbständig ausdrücken. Sie will sich frei bewegen und handeln. Sie wird als Egoistin betrachtet, weil sie sich weigert, in ihren Beziehungen verbindlich gebunden zu sein. Sie will nicht, dass Bindungen sie daran hindern, so zu werden wie sie werden will. Und sie steht zu ihren Zielen und folgt ihrem eigenen Lebensplan.

Freiheit und Gebundenheit

So schreibt auch Barbara Black Koltuv dazu: "Eine Frau, die wachsen und sich psychisch entwickeln will, muss die Lilith-Qualitäten Freiheit, Bewegung und Instinktivität für sich integrieren."

Eva hingegen kann die Frau sein, die sich an ihren Mann klammert, welche die Liebe und Anerkennung nur durch den Status als Ehefrau und Mutter sucht.

Dieser Konflikt ist meisterhaft in dem Buch "L´addio" von Paola Calvetti [3] dargestellt, einer Schriftstellerin, die in Italien lange als Journalistin für La Repubblica arbeitete. Die Geschichte spielt in den fünfziger Jahren und erzählt die Liebe von zwei Freundinnen für denselben Mann. Olga liebt Giulio seit Jahren, sie sind befreundet, und eine tiefe Liebe verbindet die beiden. Cecilia betrügt Olga heimlich mit Giulio und lässt sich von ihm schwängern. Er ist von ihrer passiven Weiblichkeit fasziniert. In ihr sieht Giulio die Mutter seiner Kinder. Mit ihr träumt er von Frieden und Ruhe. Er ist ein berühmter Musiker und braucht eine Frau, die sich selbst nicht in den Vordergrund stellt. Olga, selber auch eine begabte Künstlerin, ist zu leidenschaftlich, zu exklusiv in ihrer Liebe zu ihm. Sie macht ihm mit ihrer Intensität Angst. Er heiratet schließlich Cecilia, kann sich aber auch nicht von Olga trennen. Olga, tief verletzt wegen des Verrats der besten Freundin und des Mannes, den sie liebt, holt sich ihn wieder zurück - und zwar eine Stunde vor seiner Eheschließung. Giulio und Olga treffen sich und lieben sich ein Leben lang hinter dem Rücken von Cecilia, die unwissend ihre Rolle als Gattin und Mutter hervorragend spielt.

Olga beobachtet Cecilia aus der Ferne, die zum zweiten Mal von Giulio schwanger ist: "Das Verhalten Cecilias strahlte Sicherheit aus. In einer nicht offensiven Weise brachte diese Frau ihre Macht zum Ausdruck. Während sie einem neuen Leben vorübergehend Schutz bot, bewahrte sie sich selbst auch vor der gefühlsmäßigen Einsamkeit. Ihr Mann wird ihr nun für weitere Wochen zur Verfügung stehen, hilfsbereit, kooperativ.

Mühevoll lasse ich die Monate vor diesem Abend Revue passieren: Giulio schien in keiner Weise verlegen, ließ in meinem Herzen keinerlei Verdacht aufkeimen. Kein Hinweis, kein noch so schüchternes Bekenntnis wegen dieses unerwarteten Kindes. Wird es ein Junge oder ein Mädchen sein? Wo ist der Unterschied? Warum sagt er mir nichts davon? Schließlich hat er sie deshalb geheiratet, oder etwa nicht? Ich bin nur die schmackhafte und etwas sündige Cremespeise zum Nachtisch." [4]

Die Rolle der Sexualität

Es gibt noch einen weiteren Aspekt im Leben jeder Frau, der von Eva und Lilith symbolisiert wird. Wir erleben ihn im Ausleben der Sexualität. Eva steht für die junge, unerfahrene Frau, die von dem Mann verführt und in die Wonne der körperlichen Liebe eingeführt wird. Eva ist mit der Erfahrung verbunden, Liebe und Sex als unzertrennlich auszuleben. Ihr sexuelles Verlangen ist mit der Fortpflanzung eng verbunden. Eva ist die Verkörperung der männlichen Träume vom häuslichen Glück. Sie darf ihre Sexualität nur mit dem richtigen Mann und in einer festen Beziehung erleben.

Lilith dagegen stellt das Verlangen nach sexuellen Abenteuern dar. Barbara Black Koltuv schreibt in ihrem Buch "Lilith", dass die verführerische, transformative Kraft des Weiblichen von Frauen normalerweise nicht bewusst erfahren wird, bis sie die zweite Lebenshälfte erreicht haben. Erst im Zenit ihres Lebens erleben Frauen die Freude, völlig lebendig und aktiv in dem Ausleben ihres Verlangens zu sein. Viele Frauen lernen die echte Befreiung auf körperlicher Ebene kennen, nachdem sie Kinder geboren und Werte geschaffen haben. Frauen sind sich oft erst in der zweiten Hälfte des Lebens völlig über ihre sexuellen Vorlieben und Bedürfnisse bewusst. Sie sind mit ihrem Körper vertraut, sie brauchen nicht mehr geleitet zu werden, sie wissen selbst, was ihnen Lust und Befriedigung bringt. Barbara Black Kultov stellt es wie folgt dar: "Sehr oft, im Zenit ihres Lebens, wird eine Frau von einem mächtigen, lilith-artigen Wunsch nach einem Mann wie Adam, 'dessen Schönheit wie die Sonnenscheibe ist', ergriffen. Liliths Verlangen nach Adam, ihrer uranfänglichen anderen Hälfte, wie die Sonne nach ihrem Mond." [5] In dieser Phase des Lebens besteht die Möglichkeit, dass die Frau wieder zu Adam zurückkommen kann, nicht mehr als ergebene Gemahlin, sondern als Geliebte. Dieser Adam kann der eigene Mann sein, zu dem eine neue Form der Beziehung möglich geworden ist, oder er kann ein ausgewählter Liebhaber sein, der sie ergänzt.

Der Traum der Maria-Regina

Der Traum einer Frau namens Maria-Regina, den sie bei einem Transit von Lilith im Wassermann in Opposition zu ihrer Sonne im Löwen träumte, veranschaulicht diesen Gedanken:

"Ich bin in einem großen, modernen Bildungshaus. Es ist mit einem sandfarbenen Teppichboden ausgelegt und wirkt sehr hell. Ich habe dort ein Zimmer, habe kein Gepäck dabei - der Traum wird undeutlich. Dann komme ich wieder in dieses Haus, vom Bahnhof her, ich habe ein leichtes Kleid an, es regnet, und ich komme völlig durchnässt an der Rezeption des Bildungshauses an. Es sind die Salzburger Hochschulwochen. Ich sage zu der jungen Frau an der Rezeption: 'Ich habe ein Zimmer reserviert.' Mir ist klar, dass ich kein Gepäck dabei habe, keine Papiere, kein Geld. Ich sage, ich habe in Freiburg studiert. Sie glaubt mir nicht und fängt an, mich zu überprüfen, stellt Fragen über Freiburg, wie das Münster heißt usw. Ich spüre, dass sie mir nicht glaubt und es immer unwahrscheinlicher wird, dass ich hier ein Zimmer bekomme. Da sehe ich links meinen Vater den Flur entlang auf die Rezeption zukommen. Er sieht sehr gut aus, etwa 20 Jahre jünger, und er ist auch größer als in der Realität. Mein Vater ist sehr gut und edel gekleidet mit einem beigen Anzug und einem hellgelben Pullover. Er zieht gewichtiges Gepäck - einen großen Koffer auf Rollen - hinter sich her. Ich gehe ihm ein, zwei Schritte entgegen, wir umarmen uns, mein Kopf liegt an seiner Schulter. Er sagt zu mir und der Dame an der Rezeption: 'Ich bin hier wegen eines Vortrages über die Erotik der Königin der Nacht. Ich will mir hier den Raum anschauen.' Ich sage ihm, dass ich kein Geld und keine Papiere dabei habe. Doch mir ist klar, dass jetzt alles in Ordnung kommt. Wir gehen in den Raum, in dem der Vortrag stattfinden soll. Dann macht einer von uns beiden den Vorschlag, dass Johannes (mein jüngster Bruder) meine Papiere und mein Gepäck holen soll."

Wir wollen uns jetzt nur auf die zentrale Thematik im Traum konzentrieren, auch wenn ein Traum unterschiedliche Botschaften und Themen enthält. Die wichtigste Thematik in diesem Traum ist die Königin der NachtErotik der Königin der Nacht. Wir haben diesen Traum in unserer Ausbildungsgruppe unter der Leitung von Dr. Hellmut Hark, Jungscher Analytiker und bekannter Traumdeuter, erarbeitet. Ich möchte das Ergebnis unserer Arbeit durch die Worte von Maria-Regina wiedergeben: "Ich habe als Kind durch meinen Vater alle Mozart-Opern und auch die Gestalt der Königin der Nacht kennen gelernt; im Urlaub hörten wir früher gemeinsam Radioübertragungen von Opernaufführungen der Salzburger Festspiele. Meine Eltern waren einige Male auf den Salzburger Hochschulwochen; mein Vater besitzt einen hellgelben Pullunder. Ich heiße Maria-Regina, übersetzt Königin, und mein Vater hat diesen Namen für mich vorgeschlagen. In dem Traum erscheint mein Vater wie in einem goldenen Licht. Ich bin sehr erleichtert, ihn zu sehen, und habe das Vertrauen, dass jetzt alles in Ordnung kommt.

Beim Aufwachen weiß ich: Das ist ein wichtiger Traum für mich. Meinen Vater sehe ich im Traum als einen Überbringer einer bedeutsamen Botschaft. Es interessiert mich, was sich hinter dem Vortragsthema verbirgt. Damit 'alles in Ordnung kommt', ist es wichtig, dass ich mich mit dem Thema des Vortrages beschäftige, dem Eros und der Erotik der Königin der Nacht.

Bei der Traumarbeit in der Ausbildungsgruppe wurde ich auf die Gestalt der Lilith hingewiesen, eine Symbolfigur aus dem Umkreis der Schöpfungsgeschichte, die auch mit der Gestalt der Königin der Nacht assoziiert wird."

Für die Arbeit mit diesem Traum ist dieses Zitat hilfreich gewesen: "Der Vater prägt die Liebesfähigkeit der Frau - ähnlich wie der Vater in dem kleinen Mädchen die erste Verliebtheit hervorlockt, so erweckt im weiteren Leben der Vater durch seine Ausstrahlung in der Realität und durch sein Erscheinungsbild in den Träumen die Liebesfähigkeit, den Eros und die Beziehungsmöglichkeit der Tochter und prägt dadurch ihre Begegnungsmöglichkeit mit dem Partner." [6]

Deswegen ist es auch nicht zufällig, dass Maria-Regina ihren Traum unter einem Transit träumte, der die Sonne (Vaterbild, Erfahrungen mit dem Vater) aktivierte. Lilith, die Königin der Erotik, stimulierte mit ihrem Transit die seelischen Erinnerungen, die mit dem Vater und dem Erwachen der Sexualität in dem kleinen Mädchen Maria-Regina verbunden sind. Das Vaterbild ist in ihrem Horoskop mächtig: Die Sonne steht im eigenen Zeichen Löwe und bildet eine Konjunktion zu Pluto. Dieser Vater bekommt im Horoskop von Maria-Regina eine bedeutsame Rolle und übt einen starken Einfluss auf ihre Psyche aus.

Wenn wir das Radix-Horoskop weiter betrachten, bemerken wir auf den ersten Blick die dominante Stellung Liliths. Der Schwarze Mond befindet sich in Konjunktion zum MC und zu Saturn. Regina ist Theologin, die wilde Seite Liliths ist hier bis jetzt unbekannt gewesen.

Die Konjunktion zu Saturn hatte die Auswirkung des Schwarzen Mondes und seine Entwicklung in der Persönlichkeit der Horoskopeignerin blockiert. Sie nahm Lilith in ihrem Leben nicht wahr. Die Erotik, die von Lilith symbolisiert wird, war Maria-Regina fremd. Bis zu dem Zeitpunkt, als sie unter dem Transit der Lilith über die Sonne diesen Traum hatte, der ihr diese neue Dimension offenbarte. Die Zeit ist reif, um einen anderen Aspekt ihrer Sexualität kennen zu lernen, die ihr bisher nicht bekannt gewesen war. In der zweiten Hälfte ihres Lebens wird Regina nun aufgefordert, sich mit der Erotik der Königin der Nacht auseinander zu setzen. Deswegen kommt sie in dem Hotel ohne Papiere und Gepäck an, da diese ihre alte Identität bekannt geben. Mit der Integrierung des Lilith-Prinzips fängt eine neue Phase an und eine neue Identität beginnt zu wachsen. Im Traum wird sie aufgefordert, ihre Weiblichkeit neu zu definieren.

Cher und die jungen Liebhaber

Ich habe oben erwähnt, dass die Frau in der Phase ihres Erwachens die Möglichkeit verspürt, zu Adam als ihrem Geliebten zurückzukehren oder aber sich einen Liebhaber zu suchen, der sie besser ergänzt.

In dem bereits erwähnten Buch von Paola Clavetti verliebt sich Cecilia, die Ehefrau, im Alter von 40 Jahren in einen jüngeren Geigerspieler und lebt diese Affäre aus, ohne dass ihr Mann Giulio davon erfährt. Sie braucht die Macht der Mutterschaft nicht mehr auszuüben, um einen Mann an sich zu binden. In der späteren Beziehung zu dem Geigerspieler hat sie sich selbst und ihre Weiblichkeit entdeckt.

Die Sängerin Cher sagte während eines Interviews zu ihrem 45. Geburtstag: "Ich habe mich für jüngere Männer entschieden, denn sie sind viel sanfter und versuchen nicht, mich zu beherrschen. Als junge Frau habe ich mich genug herumkommandieren lassen müssen - nie wieder. Es ist für mich wichtig, Stärke zu besitzen, denn dadurch bekomme ich eine bessere Sicht von mir selber. Bei jüngeren Männern fühle ich mich wie eine Art Pionier. Und wenn ich helfen kann, die Liebe zu jüngeren Männern gesellschaftsfähig zu machen, will ich das tun."

Cher hat Lilith im Haus der Liebschaften, dem 5. Haus, in Opposition zur Sonne. Diese Stellung von Lilith lässt erkennen, dass Cher eine Frau ist, die den Mut besitzt, über ihr Liebesleben sehr offen zu sprechen und die Liebe so zu erleben, wie sie es gern hat. Die Liebe zu jüngeren Männern wird vom Mond im 7. Haus im Trigon zu Merkur symbolisiert. Dieser Aspekt zeigt, dass Cher sich in der Rolle der erfahrenen, reifen Frau, die jüngere Männer in das Geheimnis der Liebe und der Erotik einführt, wohl fühlt. Lilith im 5. Haus ist eine Art Wegbereiterin und Initiatorin in Sachen Erotik. Und ihre Venus in den Zwillingen lässt sie im Herzen jung bleiben.

Wenn eine Frau nur ihre Eva-Seite lebt, ist sie gerne von jemandem abhängig, und dieser Jemand ist oft der Mann, den sie liebt, sie ist ihm ergeben, genauso wie sie früher ihrem Vater ergeben war. Sie ist passiv und immer bemüht, die Ansprüche des Geliebten zu erfüllen. In der Partnerwahl sucht sie "Adam", einen Partner, der sie dominiert und sie führt.

Ist eine Frau eher von ihrem Lilith-Wesen geprägt, dann ist sie hingegen willensstark, reagiert heftig gegen alle Ungerechtigkeiten und lehnt sich gegen jegliche Autorität auf. Sie ist sich und anderen gegenüber anspruchsvoll. Sie bewertet die sexuellen Leistungen ihrer Liebhaber, und wenn sie sie nicht mehr befriedigen, sucht sie sich einen neuen. Samael ist ihr idealer Gefährte. Die Mutterschaft hat Anziehungskraft für sie, weil sie diese als Herausforderung empfindet, fürchtet aber, dadurch ihre Freiheit zu verlieren und verzichtet aus diesem Grund oft darauf, weil ihr Wesen sich nach Unabhängigkeit und unendlichen Weiten sehnt.

In den meisten Fällen trägt jede Frau von beiden Archetypen etwas in sich. Frauen, die sowohl Eva wie auch Lilith in ihrem Wesen Raum geben, sind bereit, die von ihnen geliebten Menschen zu verteidigen, lehnen aber ein Opfer zum Selbstzweck ab. Sie versuchen Arbeit und Familie zu vereinbaren, und oft gelingt es ihnen sogar. Gelegentlich lassen sie sich gerne von einem starken Mann beherrschen, doch ist dies nur ein Spiel. Wird die Herrschaft übermächtig, wehren sie sich dagegen und weigern sich, dem "Adam" ganz und gar zu Willen zu sein.

Die Lilith im Manne

Aber auch der Mann hat eine Aufgabe in seinem Leben zu erfüllen. Er muss ebenfalls Eva und Lilith in seiner Seele integrieren. Ein Freund von mir hat sich diesbezüglich wie folgt ausgedrückt: "Im Grunde genommen sollte jeder heranwachsende und heranreifende Mann zuerst 'seiner' Lilith begegnen, ehe er, gereift durch die Einführung in die Liebe durch Lilith, seine Eva selbst 'verführen' kann - dies natürlich alles nur, wenn er sich in patriarchalischen Glaubenssystemen bewegt! Ist es jedoch sein Anliegen, eine selbstbewusste und gleichwertige Frau an seiner Seite zu wissen, so kommt er nicht umhin, sich nicht nur von der kraftvollen weiblichen Energie verführen zu lassen, sondern sich dieser zu stellen und daran zu wachsen und zu reifen.

Entnommen aus:
Lianella Livaldi Laun:
Lilith in der Partnerschaft.
Selbstverwirklichung durch den Schwarzen Mond.
Chiron Verlag, Tübingen, 2005.

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[1] Olaf Leitner, "Das Dschungelbuch der Liebe", Berlin, 1999, S. 39.
[2] Pamela Ball, "Erotische Träume", Wien, 1999, S. 36.
[3] Paola Calvetti, "L´addio", Mailand, 2001, S. 174.
[4] Ebd., S. 174.
[5] Barbara Black Koltuv, "Lilith", Berlin 1994, S. 66.
[6] Kathrin Asper, Renee Nell und Helmut Hark: "Kindträume, Mutterträume, Vaterträume", Olten, 1990, S. 184.

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