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Astrologie und Handschrift

von Klaus Wessel

SchriftWir erinnern uns, dass die Astrologie früherer Zeiten durchaus meinte, zu weitgehenden charakterlichen Zu- und Festschreibungen befähigt und berechtigt zu sein. Als einer der ersten trat dem Th. Ring Verfasser der Astrologische Menschenkunde, mit seiner »revidierten Astrologie« entgegen, indem er deutlich die Grenzen der astrologischen Aussage benannte. Dazu kamen neue Ausrichtungen, u.a. beeinflusst durch die Humanistische Psychologie, die das oft so Statische der astrologischen Aussage zugunsten einer prozessorientierten Sicht zu überwinden suchte. Zwar ist der alte Streit um das leidige Problem des Determinismus in der Astrologie noch immer nicht überwunden, doch hat er allenfalls einen mittelbaren Einfluss auf die konkrete Deutung. Für den Großteil der astrologischen Schulen gilt wohl, dass sorgsamer als in früheren Zeiten darauf geachtet wird, Zuschreibungen nicht voreilig zu Festschreibungen des jeweiligen Charakters geraten zu lassen.

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Offenbar sahen sich beide, Astrologie wie Grafologie, vergleichbaren Versuchungen ausgesetzt. Auch in der Grafologie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die Stimmen deutlicher, die zur Selbstbeschränkung im diagnostischen Urteil aufriefen. Doch auch die Grafologen entkamen nicht dem Dilemma der Tatsache, dass ihrem Tun die Anerkennung als erfahrungswissenschaftlich fundierte Methode verwehrt blieb. Bis heute gilt, dass die Versuche einer schriftpsychologischen Validierung grafologischer Persönlichkeitsdiagnostik aus der Sicht der Psychologie kaum je zu befriedigenden Ergebnissen geführt haben. Der Astrologe aber stößt hier schnell auf vertraute Verhaltensmuster. Auch seinem Tun wird immer wieder die „Validität“ abgesprochen. Auch er hat erfahren müssen, dass den Versuchen, der Astrologie Akzeptanz auf dem Feld der Wissenschaften zu verschaffen (etwa mit den Methoden der Statistik), wenig Erfolg beschieden war. Wir brauchen dem hier nicht weiter nachzugehen. Diese Probleme der meist vergeblichen (oft genug im Ansatz auch fragwürdigen) Versuche der Legitimierung des eigenen Tuns der etablierten Wissenschaft gegenüber sind jedem Astrologen nur allzu gut bekannt.

Tatsächlich aber scheint es so, als sei die Grafologie in einer noch schwierigeren Lage als die Astrologie. Letztere befindet sich zwar seit Jahrhunderten in einem Zustand dauernder Erklärungsnot, ist aber daran gewachsen und hat sich dem steten Druck gegenüber behaupten können – dies aber auch gerade deswegen, weil sie aufs Ganze dem „Legitimationsdruck“ und seinen fragwürdigen Ansprüchen und Zudringlichkeiten hat widerstehen können. Hinzu kam (und kommt weiterhin), dass der Status der Ausgrenzung der Astrologie nicht allein Nachteile gebracht hat, sondern auch Freiheiten, die ihr ein großes Maß an Vielfalt und neuen Impulsen beschert haben. Anders dagegen verlief die Entwicklung der Grafologie: in dem Bemühen um dauerhafte Anerkennung durch die akademische Psychologie setzte sich die analytische Methode zunehmend gegenüber dem synthetischen Blick durch. Als Beispiel sei hier das über lange Jahre vielfach genutzte Werk Grafologische Diagnostik (1961) von Müller/Enskat genannt. Auf rund 300 Seiten wird der Lehrstoff auf fast 250 Kapitel verteilt. Erreicht wurde ein bis dahin ungekanntes Maß an Deutungskategorien. In ungemein minutiöser Weise wird in dem Werk versucht, das gesamte Feld des Grafologischen mit Hilfe von hunderten und aberhunderten von Eigenschaftsbegriffen zu erfassen. Dem erfahreneren Astrologen muss nicht eigens erläutert werden, dass hier die Weichen zwangsläufig falsch gestellt worden waren. Das Bemühen um ein Höchstmaß an Akribie und ausgefeilter Begrifflichkeit zielte bei den Autoren darauf, den Beweis für die Verlässlichkeit der grafologischen Diagnose auf dem Wege der maximal differenzierten Analyse zu erbringen. Zwangsweise stellt sich das zugegeben abgegriffene Bild vom Wald ein, der einem der Überzahl der Bäume wegen abhanden zu kommen droht. Aus dem Blick geraten war – entgegen den Beteuerungen der Autoren – in diesem Buch letztlich das zentrale Thema der Grafologie: die Deutung der Schrift aus der bildlichen Anschauung heraus. Es hat seinen guten Grund, dass wir vom Schriftbild sprechen – wie wir in gleicher Weise vom Geburtsbild sprechen.

Die Parallelen zur Astrologie liegen auf der Hand: auf beiden Feldern ist der „synthetische“ Blick, eben die Gesamtschau gefordert. In beiden Fällen verlocken etliche Einzelelemente zur Deutung. Jeder Astrologe weiß, dass die bloße Aufsummierung der Detailbefunde kein gültiges Bild des jeweiligen Horoskopeigners erbringen wird, ja dessen Eigenart gar gänzlich verfehlen kann.

Es ist bekanntlich nicht ratsam, denjenigen, für den die Astrologie Neuland bedeutet, schlagartig mit der Fülle der so verschiedenen astrologischen Techniken und Schulen zu konfrontieren. Wie soll ein Anfänger sicheren Boden unter den Füßen gewinnen, wenn ihm gleich zum Auftakt die Verzwicktheiten der Häuserproblematik zugemutet werden? Ähnliches gilt für den Erstzugang zur Grafologie. Auch hier empfiehlt es sich, den Leser nicht gleich mit den unterschiedlichen Schulen zu konfrontieren. Das vorliegende Buch hat folglich einen hinführenden Charakter. Die Beschränkung in thematischer wie in methodischer Hinsicht ergibt sich zwingend aus dem eben Gesagtem.

HandschriftWie bringt man nun Geburtsbild und Schriftbild zusammen? Der Leser mag sich fragen, welche Elemente des Horoskops sich im Schriftbild finden – etwa so: der Mars steht im Steinbock, dazu noch im Quadrat zu Saturn – also wird dieses bedeutungsschwere Thema auch scharfe Winkel im Schriftbild ergeben. Das mag so sein, aber ein derartiger Abgleich muss zwangsläufig neben Treffern auch Nieten zeitigen. Gehen wir allein in dieser Weise vor, laufen wir Gefahr, gegen alle guten Absichten wieder in die Falle der isoliert aufgerufenen Einzelelemente zu geraten.

Selbstverständlich wird man meist in der Strichführung oder im Raumbild den solaren Antrieb wiederfinden. Und selbstverständlich ist es legitim, das Schriftbild daraufhin zu befragen, inwieweit sich in ihm beispielsweise die Signatur des Merkur findet. Will man aber einen echten Gewinn aus dem jeweiligen Vergleich der Bilder finden, wird man wechselweise unterwegs sein müssen, sich in beide Richtungen bewegen müssen. Vom Horoskop zum Schriftbild, aber vor allem auch vom Schriftbild zum Horoskop.

Man lasse sich zudem nicht vorschnell von einer scheinbar offensichtlichen Diskrepanz von Schriftbild und Horoskop entmutigen. Gerade hier lohnt die eingehende Betrachtung. Welche Schlüsse sind beispielsweise zu ziehen, wenn die Schrift eines im Wassermann Geborenen nur wenig an positiv verstandener Durchkreuzung der Normen dokumentiert? Wenn dieses Schriftbild zudem statt der erwarteten Originalität ein Übermaß an Uniformität aufweist – was im Übrigen keineswegs selten ist, strebt doch der Wassermann letztlich bei aller Individualität die geistige Übereinstimmung mit dem Kollektiv an. Gerade derartige Differenzen erweisen sich als fruchtbar für die Ausdeutung. Gefragt werden kann im Falle erheblicher Unterscheide zwischen Schrift und Horoskop auch, welche Möglichkeiten der Entwicklung in diesem Falle ungenutzt blieben. Man gerät rasch in Sackgassen und zu Trugschlüssen, wenn man versucht, im Schriftbild jedem einzelnen Planeten, womöglich auch noch dessen Aspekten, auf die Spur zu kommen. Doch es lohnt sich in jedem Fall, der Frage nachzugehen, inwieweit der zentrale Lebensantrieb, im Horoskop angezeigt durch den Sonnenstand, im Schriftbild Verwirklichung gefunden hat.

Das individuelle Schriftbild ist gewöhnlich von großer Konstanz. Eine grundlegende Veränderung der Schrift bei Erwachsenen dergestalt, dass man glaubt, zwei gänzlich verschiedene Schriften vor sich zu haben, ist eher selten. Dennoch unterliegt der individuelle Schriftzug sichtbaren Veränderungen. Sie sind oft Folge langjähriger Entwicklungen, nur selten stellen sie sich in spontaner Weise ein. Wenn ja, dann so gut wie immer infolge eines bedeutsamen Ereignisses. Diese Veränderungen gehen oft Hand in Hand mit rhythmischen Auslösungen im Horoskop, mit Direktionen, Progressionen und natürlich auch mit den Transiten der langsamen Planeten. Grundsätzlich sollte jede schriftliche Äußerung zunächst als Dokumentation der gegenwärtigen Situation des Betreffenden gewertet werden. Es versteht sich in diesem Zusammenhang von selbst, dass Schriftstücke, die unter abnormen Bedingungen zustande kamen (z.B. momentane Hektik, Alkoholrausch) für die grafologische Aussage weitgehend wertlos sind. Es ist aber ein verbreiteter Irrtum, nur das sorgsam-konzentriert Geschriebene sei für die Deutung verwertbar. Auch eine flüchtige Notiz lässt weitreichende grafologische Aussagen zu.

Otto von Bismarck

Enge – Winkel

Handschrift
BismarcksDie Handschrift Bismarcks (Sonne im Widder, AC im Löwen, Mond im Steinbock) hat schon in der Frühzeit der Grafologie das Interesse auf sich gezogen. Der Begründer der modernen Grafologie selbst, Jean Hippolyte Michon (1806-1881), hat nicht versäumt, sie zu kommentieren. Er sieht in dieser Schrift Ordnung, Genauigkeit, auch den Blick auf das Kleine gegeben, daneben aber auch “teutonische Schroffheit“ und Unbeugsamkeit. Michon, dem der Bezwinger Frankreichs wohl nicht unbedingt in Sympathie zugetan war, spricht weiter von einer Einbildungskraft, die der Schreiber, „ein ungestümer Renner, dessen Feuer gebändigt ist“, fest im Griff habe. Die Schrift sei regelmäßig und methodisch bemessen. Michon kann Bismarck den Respekt nicht versagen, dieser habe wie kaum ein Politiker zuvor Wollen und Denken in die Tat umgesetzt, sich aber auch von der unheilvollen Maxime leiten lassen, dass Gewalt vor Recht gehe. Bekannt ist bis heute Bismarcks Wort, die großen Fragen der Geschichte würden mit “Blut und Eisen“ entschieden. Michon nennt Bismarck einen „Schlagetot und Haltefest“ und verweist auf die Wortendungen in der Form ausgesprochener Keulenzüge.

In der Schrift Bismarcks lassen sich die widdertypischen Merkmale studieren: Eile, der pulsierende Rhythmus, die so typische ungemein dranghafte Vorwärtsbewegung, Linearität, das Vorherrschen der Winkel (hier ist stets die Lernausgangsschrift zu beachten – eine Schrift wie die Bismarcks wird sich heute wohl nicht mehr finden). Bismarcks Schrift wirkt enorm verdichtet, die Enge hat ein Maß erreicht, das bei aller verfügbaren Konzentration nicht nur auf Egozentrik, sondern vor allem auf angelegten Fanatismus, auf Verbissenheit schließen lässt. Vor allem wird überdeutlich, dass Bismarck keinesfalls der souverän in sich Ruhende war. Bismarck selbst – auch darin ganz Widder – war so ehrlich, zuzugeben, seine Härte sei eine angelernte, er selbst sei ganz Nerven, die Selbstbeherrschung, die er an den Tag lege, sei eine immer wieder mühsam zu erringende. Der scharfe Winkel und die massive Verengung sind hier die offenkundigen Parallelen. So bleibt es nach Knobloch erstaunlich, „wie jemand es fertigbringt, soviel Auftrieb, das heißt auch soviel Erregbarkeit und Dranghaftigkeit in die Hand zu bekommen, und zwar mit gewaltsamen Mitteln, ohne dabei störende Bremseffekte hervorzurufen.“ (Knobloch; Grafologie, S.186). Knobloch ordnet die Schrift Bismarck übrigens der Gruppe der „Übersteuerung“ zu.

Horoskop BismarckEine so ausgeprägte Winkelschrift ist kaum denkbar ohne eine wie auch immer im Einzelnen gegebene Verbindung von Mars und Saturn. Sie ist im Bild Bismarcks in indirekter Weise, dafür aber gleich mehrfach gegeben. Mars als Regent über Sonne und MC findet sich im Wassermann, der klassischen Domäne Saturns. Saturn selbst wird dort angetroffen, und die Konjunktion der beiden Planeten ist noch weit, doch applikativ (die Mars/Saturn-Verbindung im sechsten Haus im Wassermann findet ihre direkteste Entsprechung natürlich in der Bismarck‘schen Sozialgesetzgebung). Bismarck wurde bei einem abnehmenden Halbmond im Steinbock geboren. Der abnehmende Halbmond selbst hat Steinbockcharakter (wie der zunehmende Krebscharakter hat und der Vollmond in Entsprechung zur „Reflexion“ der Waage steht). Bedeutsam ist schließlich auch die Konjunktion von Bismarcks Steinbockmond mit dem absteigenden (südlichen) Mondknoten. Die Mondknotenachse auf der Polarität von Steinbock und Krebs ist einem Staatsmann angemessen, der das Werk der nationalen Einigung erfolgreich vorantreiben und abschließen konnte. Bekanntlich aber war die Reichsgründung alles andere als ein demokratischer Akt, Vertreter des Bürgertums waren erst gar nicht zur Kaiserproklamation nach Versailles geladen worden. Die Verbindung von Mond und südlichem Knoten im Steinbock stellte konsequent das konservative gegen das demokratische Prinzip. Der erhebliche Kraftakt, der hier vonnöten war – man denke etwa an die Sozialistengesetze – hat in der Handschrift Bismarcks seinen sprechenden Niederschlag gefunden.

Bildnachweise:
Alle Schriften außer Bismarcks: pixabay.com
Bismarck Horoskop und Handschrift: Autor bzw. Verlag

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