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Die vier Grundtypen der Persönlichkeit im Horoskop

Horst Bredthauer

Das Wirken der vier Elemente im Werdensprozess der Persönlichkeit

Der, welcher wandelt diese Straße voll Beschwerden,
wird rein durch Feuer, Wasser, Luft und Erden
.
- Mozarts: Zauberflöte -
.

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Schon mit der Entstehung der Temperamentenlehre unter Hippokrates und Polybos – noch als die „Vier-Säfte-Lehre“ dargestellt – war die Vorstellung verbunden, dass jedes der vier Elemente bzw. jeder der vier Säfte aufeinanderfolgend im Umlauf der vier Jahreszeiten zur Herrschaft gelange und zugleich auch in viel größeren Zeitabständen in vier Phasen des menschlichen Lebens. Demnach dominiert das Wasser-Element während der „phlegmatischen“ Kindheit, das Luft-Element während der „sanguinischen“ Jugend, das Feuer- Element während der „cholerischen“ Reifezeit und das Erd-Element ährend des „melancholischen“ Alters. [1]

Aus heutiger entwicklungs- und sozialpsychologischer Sicht scheint mir diese Zuordnung nicht mehr begründbar. Wenn überhaupt, ließen sich eher folgende Zuordnungen annehmen:

Die Kindheit wird dominiert vom Wasser-Element, weil die emotionale Verbundenheit mit den Eltern von zentraler und existentieller Bedeutung ist. Das Jugendalter gehört dem Erd-Element, weil das Hineinwachsen in die Gesellschaft im Vordergrund steht, der Heranwachsende in besonderem Maße mit den sozialen Normen und Regeln konfrontiert wird, sich also normativ bzw. sittlich ins Leben einstimmen muss und dabei die eigenen realen Grenzen und Möglichkeiten ausloten bzw. lernen muss, sein Leben danach auszurichten.

Das Erwachsenenalter wird vom Feuer-Element beherrscht, weil vor allem in dieser Phase der einzelne Mensch ohne den Schonraum der Kindheit und Jugend herausgefordert ist, sich existentiell im Wettbewerb mit anderen zu behaupten, sich mit seinem Anliegen einzubringen und sich in seiner Selbst ändigkeit zu verwirklichen.

Das Alter wird überwiegend vom Luft-Element bestimmt, weil der Mensch nun mit Erreichen des Rentenalters unabhängiger von Verpflichtungen, welche die Arbeit und das Aufziehen der Kinder mit sich bringen in neu gewonnener Freiheit sich den Interessen und Beziehungen widmen kann, für die es vorher an Zeit mangelte, und sein nun reicheres Wissen und zur Weisheit gesteigertes Bewusstsein vermitteln kann, wofür es bis dato noch nicht so die Möglichkeit und Gelegenheit gab.

Leider krankt unsere materialistisch geprägte Gesellschaft daran, das Alter nicht angemessen zu würdigen und zu nutzen auf Grund eines übertriebenen und überschätzten Jugend- und Körperkults. Abgesehen von diesen großen Abschnitten des Lebens weisen entwicklungspsychologische Erkenntnisse darauf hin, dass der Mensch innerhalb dieses weiten Rahmens noch in kürzeren, zum Teil in äußerst kurzen Lebensphasen durch die Energiefelder der vier Elemente hindurchgeht und in Wechselwirkung mit seiner gleichfalls durch die vier Elemente mitbestimmten individuellen Veranlagung davon geprägt wird. Das beginnt offenbar schon mit der Entwicklung des Fötus während des Übergangs von der pränatalen Phase in den Geburtsvorgang bis zum Geburtsmoment, wie der Psychiater, Psychotherapeut und Philosoph Stanislav Grof durch Rückführungen Erwachsener zu den Erfahrungen während der Geburtsphasen mit Hilfe von LSD oder „holotropem“ Atmen eindrucksvoll gezeigt hat. Es ist hier nicht der Ort, auf den Charakter dieser komplexen Erfahrungen im ganzen einzugehen, sondern lediglich deutlich zu machen, dass die von Grof „perinatale Grundmatrizen I-IV“ genannten Erfahrungsmuster während der vier Geburtsphasen u.a. auch einen Durchgang durch die vier Elemente zeigen.

So bezieht sich die I. perinatale Grundmatrix auf die Situation unmittelbar vor dem Beginn des Geburtsvorgangs, in der der Fötus noch grundsätzlich ungestört in völliger Einheit mit der Mutter im Fruchtwasser schwimmt. Die erinnerte Erfahrung ist hier u.a. ein „ozeanisches Gefühl“, durch das sich „das Individuum in grundlegender Einheit mit anderen Menschen, der Natur, dem ganzen Universum und dem Schöpfungsprinzip erlebt... In dieser Phase ist es möglich, sich im Ozean oder als der Ozean selbst zu erleben, oder sich als Qualle, Fisch oder Delphin zu empfinden“ – ein deutlicher Hinweis auf den durch das Wasser-Element bewirkten Zustand der Entgrenzung, des Wandels und der Verbundenheit. Da dieser Zustand als „häufigste Erlebnisse und Bilder (neben dem des Ozeans) das Paradies, den Garten Eden, den Himmel, Elysium, das Tao, die Einheit von Atma und Brahma oder das Tat tram asi der Upanishaden beinhaltet“, [2] erklärt sich auch die während des Erdenlebens vom Wasser-Element bewirkte Sehnsucht nach der Rückkehr ins Paradies bzw. nach Religion im Sinne von Rückbindung.

Die II. perinatale Grundmatrix wird wirksam mit Beginn des Geburtsvorgangs, also mit dem Einsetzen der Wehen, jenen periodischen Kontraktionen der Gebärmutter, die dem Fötus deren Grenzen spürbar werden lassen. In Bezug auf diesen ersten Geburtsabschnitt wird u.a. die Erfahrung wachgerufen, in einem „Käfig“ oder „Kerker“ [3] oder „klaustrophobischen Raum“ eingesperrt zu sein und sich dabei in einer ausweglosen Lage zu befinden, was auf die durch das Erd-Element sowohl bewirkte Eingeschränktheit des irdischen Lebens des Menschen durch Normen, feste Strukturen und scheinbar endgültige Verhältnisse hinweist als auch auf dessen zunächst durch Einsamkeit, Schuld und Angst gekennzeichnete Grundbefindlichkeit. Zugleich erwächst aus diesem Leiden ja aber erst die Bereitschaft und Fähigkeit zur Transzendenz – wie wir gesehen haben – im Sinne einer Überschreitung der im Außen vorgegebenen Grenzen im Geiste, d.h. einer Hinwendung zu den eigenen inneren Einsichten und Vorstellungen und ihre Realisierung, also Umsetzung in Resultaten größtmöglichster Bedeutung für die Gesellschaft, da diese unverlierbar in der Vergangenheit bewahrt bleiben.

Die III. perinatale Grundmatrix wird wirksam beim Hindurchdringen des Fötus durch den Geburtskanal. Eine der erinnerten Erfahrungen bezieht sich auf das „Freisetzen gewaltiger Energie“, u.a. beim „Abschuss einer Rakete“, also für den Antrieb zur Fortbewegung auf ein Ziel hin. Dabei hat die „Person“ das Gefühl, „nicht hilflos“ sondern „aktiv beteiligt“ zu sein.
Die Steigerung des Personalitäts- und Ich-Gefühls findet auch darin ihren Ausdruck, dass der Betreffende sich „mit allen möglichen Personen identifiziert, die die verschiedenartigsten Rollen spielen“ oder mit den „großen Taten von Superhelden“. Die Energie wird aber auch eingesetzt als „aggressive Energie im Kampf mit der Mutter, mit einem Ungeheuer, Tier oder Krieger“ u.a., eben als Trennkraft, um sich als Person zu behaupten, wozu ja gut passt, dass das Kind mit dem Kopf zuerst durch den Geburtskanal dringt. Dabei gehen Schmerz und Lust, „Qual und Ekstase“ ineinander über, passend dazu, dass der Mensch sich als „Opfer und Täter“ gleichzeitig fühlt, bedingt durch den Trennungsschmerz gegenüber der Mutter und der Lust am verheißungsvollen Gewinn von immer mehr Eigenständigkeit.

Es wurden auch „Vulkanausbrüche“ erinnert als besonders treffendes Bild für die Beseitigung von Bisherigem zugunsten von neuen Werdensmöglichkeiten. Das Schaffen von neuen Entwicklungsmöglichkeiten findet in erinnerten Bildern von „der Entdeckung und Bezwingung neuer Kontinente, gefährlicher Abenteuer und waghalsiger Unternehmungen“ Ausdruck. Ebenfalls werden mythologische und religiöse Motive erinnert wie „der Kampf zwischen Dunkelheit und Licht“, die Konfrontation mit „gut und böse vor dem Jüngsten Gericht“, das reinigende „Fegefeuer“, der „Vogel Phönix“, der verbrennt und schöner entsteht als zuvor, die darauf hinweisen, dass es darum geht, eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen. Es sind besonders eindrucksvolle Schilderungen der vom Feuer-Element bewirkten Erfahrungen.[4]

Die IV. perinatale Grundmatrix bezieht sich auf die Schlussphase der Geburt, der endgültigen Trennung vom Mutterleib, die mit der eigenen Atmung des Kindes und der Durchtrennung der Nabelschnur gegeben ist.

Unter den erinnerten Erfahrungen ist für unser Thema das Erleben des „Ich- bzw. Ego-Todes“ besonders interessant, „das unwiderrufliche Ende der philosophischen Identifikation mit dem, was Alan Watts als das ‚von Haut umhüllte Ich’ bezeichnet“ [5] :„ Auf diesem kosmischen Tiefpunkt angelangt, durch den der Mensch Niederlage, Zerstörung und Tod erlebt hat, öffnet sich plötzlich alles zu einem weißen, blendenden Licht hin... der Moment der Wiedergeburt umfasst Visionen strahlender, als göttlich empfundener Lichtquellen, himmlisch blauer kosmischer Räume, Regenbogenspektren, stilisierter Pfauenfedern, himmlischer Wesen wie Engel, wie die kosmische Sonne oder Brahma.... (oder den Eintritt) in den Olymp oder das Elysium... Typisch für diesen Zustand sind brüderliche Gefühle für alle Mitmenschen und die Würdigung und Wertschätzung von Beziehungen der Freundschaft und Liebe....Das auf diesen Erfahrungsbereich eingestimmte Individuum entdeckt bei sich selbst... Gerechtigkeitssinn, die Würdigung des Sch önen... wie auch die Achtung vor anderen.“[6]

Es zeigen sich hier deutlich – wie oben dargelegt – die Wirkungen des Luft-Elements: Die Wendung vom Ich zum Selbst als der göttlich-geistigen Sphäre im Inneren, die den Menschen teilhaben lässt an der idealen Geordnetheit der Dinge, und ihm erst die Realisierung seiner Freiheit und Selbstbestimmung ermöglicht und damit erst seines eigentlichen Menschseins in harmonischen Beziehungen zu anderen Menschen und zu seiner Umwelt (Abb. 14).

Doch kaum ist der Mensch geboren, scheint er erneut durch die Energiefelder der vier Elemente während seiner Entwicklung hindurchzugehen, wenn auch innerhalb des schon größeren Zeitraums von ca. sieben Jahren, wie die von S. Freud vor allem an der sexuellen Entwicklung orientierten und entsprechend bezeichneten Entwicklungsphasen es zeigen. Auch wenn aus heutiger psychologischer Sicht diese Betrachtung wohl als zu eng erscheint, so lassen die mit diesen Phasen verbundenen allgemeineren Charakteristika sie doch als brauchbar erscheinen.

Die „orale“ Phase (ca. 0.-1¾. Lebensjahr) ist dadurch gekennzeichnet, dass über den Kontakt zur Mutterbrust die Einheit des Kindes mit der Mutter wie einst im Mutterleib weitgehend fortbesteht. Ähnlich wie einst über die Nabelschnur empfängt der Säugling nun über den Kontakt Mund-Mutterbrust flüssige Nahrung und ähnlich wie einst in der Gebärmutter nun über den engen Hautkontakt mit der Mutter Geborgenheit. Dabei hat sich gezeigt, dass es für den Säugling überlebenswichtig ist, dass er nicht nur Nahrung von der Mutter erhält, sondern auch Wärme, Nähe, Zuwendung und Zärtlichkeit. Davon hängt, wie Erik Erikson herausgefunden hat, für den Menschen das „Urvertrauen“ zur Welt ab. Die Übereinstimmung mit den dargestellten Wirkungen des Wasser-Elements ffällt ins Auge.

Element Wasser
Verbundensein mit der Mutter; Empfinden der Einheit; Identifikation mit dem Ozean oder mit Lebensformen des Wassers wie Algen, Qualle, Fisch oder Delphin; Fehlen von Grenzen

 

 

 

Element Erde
Gefangensein im Käfig; Identifikation mit Gefangenen; Einschränkung der Versorgung; Gefühl der Energie und der Angst; Gefühle der Einsamkeit, Hilflosigkeit, Minderwertigkeit, Hoffnungslosigkeit, Schuld


 

 

 

Element Feuer
Einengender Einfluss der Mutterbindung; Verlangen nach Unabhängigkeit; Kampf ums Überleben, Wettkämpfe, Eroberungen; Täter und Opfer zugleich; Spiel von Rollen; Vergnügungen; Sexualität; Begegnungen mit dem Feuer; Feuer der Revolution, das im Herzen brennt; reinigendes Feuer (Fegefeuer); Vogel Phönix, der im Feuer stirbt und aus der Asche schöner aufersteht; Kombination aus spirituellem Streben und Sexualität; Spektrum roter Farben

 

Element Luft
Erleichterung und Entspannung; Paradoxerweise das Gefühl, vernichtet zu werden; Prozess kann zum Stillstand gebracht werden; Ich-Identifikation; wenn freier Lauf Ich-Tod (Bezug zum Selbst im Sinne Jungs): Visionen von strahlend weißem, goldenen Licht und übernatürlich schöner Landschaft; Verspüren tiefer spiritueller Befreiung und Erlösung

Abbildung : Durchgang durch die vier Elemente während der vier Geburtsphasen, den sogenannten perinatalen Matrizen nach S. Grof.

In der „analen“ Phase (ca. 1¾.-3½. Lebensjahr) ist die Aufmerksamkeit des Kindes verstärkt sowohl auf die feste Nahrung gerichtet, die es jetzt mit den nun vorhandenen Zähnen kauen kann (S. Freud spricht hier vom „Bemächtigungstrieb“) und seine Exkremente, als auch auf die Kontrolle dieses ganzen Vorgangs mittels der Kaumuskel und des Schließmuskels bzw. der Empfindungen, die es dabei hat. Das Kind sieht sich also zum einen mit dem Stofflichen in seiner Wertigkeit und Verwertbarkeit konfrontiert, mit dem, was es in Besitz nimmt und wieder hergibt und mit der Unterscheidung von mein und dein, also mit Abgrenzung. Zum anderen geht es in der Auseinandersetzung mit der Mutter um den rechten Ort und die rechte Zeit für diesen Vorgang, als die „Schlacht um das Töpfchen“ bezeichnet. Es geht für das Kind also um die Lösung des Konflikts von Selbst- und Fremdbestimmung, der ebenso in der Übertragung auf andere Situationen als „Trotzverhalten“ gegenüber der Mutter zum Ausdruck kommt. Erstmals geht es für das Kind darum, Regelungen akzeptieren zu lernen und zu verinnerlichen, die es mit der Gemeinschaft, für die zunächst überwiegend die Mutter steht, in Einklang bringen. Dafür winkt als Belohnung mehr Sicherheit und Anerkennung.

Deutlich zeigen sich in dieser Entwicklungsphase des Kindes die Wirkungen des Erd-Elements. In der „ödipalen“ Phase (ca. 3½.-5¼. Lebensjahr) wird das Kind auf den Geschlechtsunterschied des Menschen aufmerksam. Seine Schau- und Zeigelust veranlasst es, aktiv im Spiel, z.B. beim „Doktorspiel“, die unterschiedlichen Geschlechtsorgane wahrzunehmen. Das hat die Konsequenz, dass für das Kind nicht mehr nur die Mutter die ganze Welt ist, sondern auch der Vater dazu gehört, der den „Geruch der Außenwelt“ mitbringt, wenn er von der Arbeit kommt. Er berichtet davon, wie er sich als Einzelwesen in der Welt außerhalb des Elternhauses behauptet und einbringt und dabei um seine Position im Wettbewerb mit anderen kämpfen muss, vermittelt also dem Kind das männliche Prinzip, jene Trennkraft, die dem Kind hilft, sich von der Mutter ein Stück zu lösen.

Damit ist für das Kind die von Freud vom griechischen Ödipus-Mythos abgeleitete „ödipale“ Situation gegeben, die darin besteht, dass der Junge anfängt mit dem Vater um die Gunst der Mutter und das Mädchen mit der Mutter um die Gunst des Vaters zu rivalisieren. Auch die sexuellen Regungen nehmen nun „die Richtung auf eine Person“ bzw. auf „ein Objekt“ (S. Freud). Normalerweise begreifen die Kinder bald, dass die Eltern ihnen überlegen, vor allem ja schon vergeben sind, mit der Folge, dass sie sich den gleichgeschlechtlichen Elternteil zum persönlichen Vorbild nehmen und sich mit diesem identifizieren. Diese auch mehr von Eigeninitiative und Selbstausdruck bestimmte Phase zeigt deutlich die Wirkungen des Feuer-Elements.

Daran schließt sich eine Phase, die Freud im ganzen „Latenzzeit“ (7.-12. Lebensjahr) genannt hat. Damit bezeichnet er einen Lebensabschnitt, in dem das Kind sich von seinen körperlich-sexuellen Regungen deutlich distanziert, weil es diese noch nicht konstruktiv verwenden kann, zugunsten einer Umlenkung der Antriebsenergien auf geistig-seelische Anliegen, ein von Freud „Sublimierung“ genannter Vorgang für den Gewinn „mächtiger Komponenten für alle kulturellen Leistungen.“ [7] Nun hat sich gezeigt, dass das Kind sich vor allem im ersten Abschnitt dieser Latenzzeit (ca. 5¼.-7. Lebensjahr) verstärkt dem „Als ob- oder Symbolspiel“ widmet, vor allem in dessen fortgeschrittenster Form des „kooperativen Rollen oder Sozialspiels“, z.B. wenn das Kind mit anderen zusammen „Familie beim Einkauf“ spielt und dabei aus Stühlen „Autos“ und gelben Klötzen „Bananen“ werden, was dieser Lebensphase auch die Bezeichnung „Spiel- oder Märchenalter“ (Ch. Bühler) eingebracht hat. Es fordert vom Kind vor allem beträchtliche „kognitive und soziale Leistungen“.

Das Kind muss die Fähigkeit realisieren, „sich gegen den Augenschein etwas vorzustellen und gemäß dieser Vorstellung zu handeln... Auf der geistigen Ebene taucht das Kind in die neuen Welten der Vorstellung, der Phantasie und des Spiels ein....(Hinzu kommt) die Veränderung vom Selbstbezug zum Bezug auf andere Personen oder als Personen gedachte Objekte“ [8] Zugleich entwickelt das Kind in solchen Spielen die Fertigkeit, freier und unabhängiger gegenüber den Eltern zu handeln bzw. seinen Beitrag in die Gruppe einzubringen. Deutlich zeigen sich hier verstärkt die Wirkungen des Luft-Elements.

Interessanterweise ist es aber auch nun gut möglich, die Lebensjahre von ca.1-7 unter der Bezeichnung „frühe Kindheit“ als einen Lebensabschnitt anzusehen, der im ganzen betontermassen unter dem Einfluss der Wasser-Elements steht, denn das Kind lebt in dieser noch weitgehend in enger Verbundenheit mit den Eltern bzw. hält sich überwiegend in dem von Gefühlen und Intimität bestimmten, vor allem Geborgenheit im Sinne von „Nestwärme“ vermittelnden kleinen Schutzraum der Familie auf.

Die anschließende 7-Jahresphase, wobei die Jahre vom 6.-8. Lebensjahr als Übergangsphase angesehen werden können, die „späte Kindheit“, wird dann vom Eintritt des Kindes in die Schule bestimmt, deshalb auch treffend als „Schulkindalter“ bezeichnet, und damit wird das Kind in aller Deutlichkeit und Ernsthaftigkeit, wenn auch noch schonend („Schonraum der Schule“) mit den Anforderungen des gesellschaftlichen Verhaltenshorizontes konfrontiert, die weniger emotionaler als sachlicher und normativer Natur sind. Wie einst die Wehen beim beginnenden Geburtsvorgang dem Fötus signalisierten, dass nun die Gebärmutter zum „Gefängnis“ geworden ist, erfährt das Schulkind, wenn auch in abgemilderter Form, die Einschränkungen seines Körper- und Gefühlslebens durch die Sachanforderungen und sittlich gebotenen Normen und Regeln der Gesellschaft.

Dabei handelt es sich nun keineswegs um ein Negativum, sondern der innere psychische und physische Reifungsvorgang fordert das Kind auch dazu heraus, zu lernen, seine Emotionen und emotionsbezogenen Verhaltensweisen zu kontrollieren und auf diese Weise soziale Kompetenz zunächst vor allem im Umgang mit Eltern, Lehrern bzw. Lehrerinnen und anderen Kindern zu erwerben. Außerdem erfolgt im Zuge der verstärkten Hinwendung zur realen Welt eine Entwicklung, die einst die Psychologin Ch. Bühler als Übergang vom „Märchen- zum Robinsonalter“ bezeichnet hat, und die durch die Vermittlung von gesellschaftlich geordnetem Wissen durch die Schule und die Medien zusätzlich zum individuellen Erfahrungswissen auch zu einer Steigerung der Sach- und Fachkompetenz führt. Diese Entwicklung zeigt sich auch auf der Spielebene, da das Kind nun „Regelspiele“ bevorzugt, bei der die Regel unabhängig von äußerer Kontrolle zur Verpflichtung wird und deren Wettbewerbscharakter Leistungsvergleich und Leistungsmotivation herausfordert. [9]

Es sind hier die Wirkungen des Erd-Elements zu erkennen. Die nächste 7-Jahresphase vom ca. 14.-21. Lebensjahr mit dem 13.-15. Lebensjahr als Übergangsphase, die als „Jugendalter“ gilt, wird seit langem als „Sturm- und Drangzeit“ angesehen, als eine Zeit extremer Ausprägungen des Erlebens und Verhaltens. Heute ist man sich in der Entwicklungspsychologie zumindest darin einig, dass es um eine „Stärkung der Ich-Funktionen“, den „Aufbau von Ich-Identität“ (E. H. Erikson) geht und meint damit, „ob und in welcher Form der Jugendliche zu Werten, Zielen und zur Übernahme gesellschaftlich als relevant erachteter Rollen kommt“. [10] Der Jugendliche sucht also Antwort auf die Fragen „Wer bin ich? Wer möchte ich werden?“ Dieses Verlangen nach Eigenständigkeit bzw. Personalität, nach Selbstbehauptung gegenüber dem Anpassungsdruck der Gesellschaft und nach Selbstausdruck wurde hier bereits als die Wirkung des Feuer-Elements dargestellt.

Die vierte 7-Jahresphase, vom 21.-28. Lebensjahr mit dem 20.-22. Lebensjahr als Übergangsphase, als „frühes Erwachsenenalter“ bezeichnet, zeigt ein gesteigertes Maß an Freiheit und Unabhängigkeit, in Form der endgültigen Ablösung von den Eltern im Sinne „emotionaler Autonomie“, der „Selbstbestimmung und Selbstverantwortung der Person“, des Bekenntnisses zu „eigenen Überzeugungen und Werten“, „finanzieller Unabhängigkeit“, kurzum „der Gleichberechtigung mit Erwachsenen“. Dieser Emanzipationsprozess nimmt dann in der Zuerkennung der „Volljährigkeit und des aktiven Wahlrechts“, dem „Auszug aus dem Elternhaus“ und dem Eingehen mannigfacher neuer Beziehungen zur Umwelt nach eigenen Vorstellungen, ggfs. auch „der Ehe und der Elternschaft“ und dem Erlangen einer beruflichen Position Gestalt an. [11] Er kann als vom Luft-Element bestimmt angesehen werden.

Nehmen wir nun die anfangs dieses Kapitels erwähnten noch weiter gespannten Lebensabschnitte hinzu, entsteht der Eindruck, dass der Mensch in seiner Entwicklung Phasen unterschiedlicher Zeitspannen, die z.T. ineinander greifen, durchläuft, die jeweils von den Wirkungen eines der vier Elemente dominiert werden, wobei die Reihenfolge „Wasser, Erde, Feuer und Luft“ immer dieselbe bleibt. Bisher sind hier aber nur die für alle Menschen gleichermaßen geltenden Entwicklungsphasen betrachtet worden. Hinzu kommt, dass auf Grund astrologischer Erfahrungen der einzelne Mensch auch noch in ganz individueller Weise von diesen Energiefeldern beeinflusst wird, wie es z.B. die 7-Jahresphasen der „Münchener Rhythmenlehre“ [12] erkennen lassen, bei der die Wasser-Erde- und Feuer-Luft-Polaritäten mit jeweils unterschiedlichem Schwerpunkt der Pole aufeinander folgen. So entsteht eine Ahnung davon, wie schon die einfachen persönlichkeitsformenden Parameter der vier Elemente am komplexen Entwicklungsgeschehen des menschlichen Individuums in Wechselwirkung mit seiner Umwelt beteiligt sind.

Wenn bedacht wird, dass Persönlichkeit sich als ein im dynamischen Wechselspiel von veranlagten Dispositionen und wechselnden Umweltbezügen vollziehender Werdens- und Entwicklungsprozess darstellt, nimmt es nicht Wunder, dass ein Mensch zu unterschiedlichen Zeitphasen seines Lebens auch entsprechend unterschiedlich als mal dem einen und mal dem anderen Grundtyp zugehörig erscheinen kann. Es ist wohl so, dass bei einem Menschen eine Grundfunktion am stärksten angelegt ist, und er gut beraten ist, diese auch als Hauptfunktion zu betätigen. Doch diese will im Zuge der Selbstentfaltung erst einmal entdeckt und entwickelt werden, was alles andere als selbstverständlich ist! So ist es doch die jeweilige Umgebung, die eine in bestimmter Weise veranlagte Grundfunktion mehr oder weniger stark herausfordert.

Wenn z.B. ein Mensch mit einer stark veranlagten Verstandesfunktion in einem den Intellekt wenig anregenden oder diesem gar feindlich gesonnenen Milieu heranwächst, wird er seine Intellektualität meist in sich zurückdrängen und die Grundfunktion zur Hauptfunktion zu entwickeln trachten, die in dieser Umgebung besonders hoch im Kurs steht, auch wenn dadurch seine Persönlichkeit ein Stück verbogen wird. Im Geburtshoroskop dieses Menschen kann sich dieser Sachverhalt z.B. so darstellen, dass das Luft-Element wohl besonders stark ausgewiesen erscheint, aber Aspekte Saturns oder/und anderer transsaturnischer Planeten darauf hinweisen, dass es erheblicher Entwicklungsarbeit bedarf, es auch als Hauptfunktion zum Ausdruck bringen zu können.

Vor allem wenn bei einem Menschen zwei oder mehrere Grundfunktionen relativ gleich stark veranlagt sind, was häufiger der Fall ist, erscheint er in verschiedenen Lebensabschnitten jeweils betontermassen einem anderen Grundtyp zugehörig, bis er vielleicht schließlich und endlich den seiner Persönlichkeit am authentischsten Grundtyp realisieren kann. So kann es z.B. sein, dass ein Mensch mit dem Luft-Elements als stärkster veranlagter Grundfunktion zunächst während der Kindheit und Jugend trotz eines schwächer veranlagten Erd-Element als handlungsbetonter Typ und im frühen Erwachsenenalter trotz eines schwächer veranlagten Feuer-Element als willensbetonter Typ in Erscheinung tritt und erst im späten Erwachsenenalter als luft- bzw. verstandesbetonter Typ zu seiner vollen Selbstentfaltung gelangt.


Notes:
  1. Klibansky/Panofsky/Saxl, a.a.O., S. 48f.
  2. S. Grof: Auf der Schwelle zum Leben, S. 24f.
  3. S. Grof in: Abenteuer der Selbstendeckung, S. 38f.
  4. Vgl. S. Grof: Auf der Schwelle zum Leben, S. 27-29 u. Das Abenteuer der Selbstentdeckung, S. 47-52.
  5. S. Grof: Das Abenteuer der Selbstentdeckung, S. 55.
  6. S. Grof in: Auf der Schwelle zum Leben, S. 31f.
  7. Vgl. S. Freud: Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie, S. 71, 53.
  8. Vgl. Oerter-Montada: Entwicklungspsychologie, S. 226, 194.
  9. Vgl. Oerter/Montada, a.a.O., S. 224, 230.
  10. Ebenda, S. 265-67.
  11. Ebenda, S. 319-21.
  12. W. Döbereiner: Astrologisches Lehr- und Übungsbuch, Bd.1, S. 147f.

Entnommen aus
Horst Bredthauer
Die vier Grundtypen der Persönlichkeit im Horoskop
Persönlichkeit als Balanceakt der vier Elemente

Astronova, 2009

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