Finsternisse astrologisch deuten

Claudia von Schierstedt

Wer hat nicht schon einmal in einer Vollmondnacht das Naturschauspiel beobachtet, wie sich der Mond verfinstert und für einige Zeit stockfinstere Dunkelheit herrscht? Seltener hingegen kann man die gespenstisch anmutende Dunkelheit und die unheimliche Stille einer totalen Sonnenfinsternis erfahren, die ganz plötzlich mitten am Tag innerhalb weniger Minuten eintritt.

Finsternisse ziehen von allen astronomischen Vorkommnissen die größte Aufmerksamkeit auf sich, da sie für jeden deutlich erkennbar in Erscheinung treten. Daher gehören Finsternisse auch zu den ersten geschichtlichen Ereignissen, die taggenau überliefert wurden. Die historische Geschichtsschreibung hat uns Dokumente mit exakten Daten von Finsternissen in der Vergangenheit hinterlassen. Da wir heute Finsternisse problemlos exakt berechnen können, stellen diese historischen Quellen einen wichtigen Anhaltspunkt zur Datierung geschichtlicher Ereignisse dar. Bereits seit dem Jahr 747 vor unserer Zeitrechnung gibt es Aufzeichnungen über Finsternisse. Bei den Kelten hatten die Menschen bereits eine Regelmäßigkeit in der Wiederkehr von Finsternissen erkannt und bemühten sich, diese schon im Voraus berechnen zu können. Der Astronom Dr. G. S. Hawkins kam aufgrund seiner Beschäftigung mit den englischen Steinkreisen in Stonehenge und Avebury zu dem Schluss, dass bereits um 1500 v. Chr. sternkundige Priester mit Hilfe der berühmten Monolithen Finsternisse beobachtet und vorhergesagt haben.

Finsternisse
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In früheren Zeiten fürchtete man Finsternisse oft als Vorboten schlimmer Ereignisse. Mondfinsternisse wurden dabei mit Hungersnöten und Naturkatastrophen in Verbindung gebracht, die besonders das Volk betrafen. Sonnenfinsternisse galten hingegen als Vorzeichen für schwierige Zeiten des Herrschers und damit des Landes. In den alten Kulturen in Babylon oder bei den Maya berechneten Priester das Eintreten von Finsternissen voraus, indem sie die Breite des Mondes kurz vor dem erwarteten Neumond beobachteten. Da das Volk diese Ereignisse fürchtete, erwartete man von den Priestern eine Vorwarnung vor deren Eintreten. In manchen Kulturen wurden beim Eintritt einer Finsternis Menschenopfer dargebracht, um sich vor den vermeintlich schädlichen Wirkungen des Schauspiels am Himmel zu schützen. So wurde beispielsweise im 7. Jahrhundert vor Christus in Akkad zum Schutz des Herrschers ein Ersatz-Herrscherpaar eingesetzt, das 100 Tage regierte und dann als Menschenopfer dargebracht wurde. Auch einige römische Herrscher versuchten den Wirkungen von Finsternissen zu entkommen, indem sie ihre führenden Staatsdiener ermorden ließen. Für manche Herrscher wurden Finsternisse zu Gelegenheiten, sich ihrer Feinde oder Konkurrenten zu entledigen.

Angesichts dieser Vorgeschichte, die auf den Finsternissen lastet, darf man sich nicht wundern, dass sie im Allgemeinen mit negativen und dunklen Wirkungen in Verbindung gebracht werden. Finsternisse sind jedoch besser als ihr Ruf, und - wie alle anderen Konstellationen auch - nicht einseitig positiv oder negativ in ihrer Wirkung.

Was ist eine Finsternis?

Eine totale Finsternis ist ein für den Menschen mit bloßem Auge deutlich sichtbares Phänomen am Himmel. Während einer Mondfinsternis kann man beobachten, wie sich ein schwarzer Kreis langsam vor den Mond schiebt und die Mondscheibe immer mehr verdeckt. Bei einer totalen Mondfinsternis wird der Mond zum Zeitpunkt der größten Verfinsterung vollständig verdeckt und für kurze Zeit unsichtbar. Nach der vollständigen Verdunkelung wird das Mondlicht wieder sichtbar, während die schwarze Scheibe wie von Geisterhand gezogen langsam wieder vor dem Mond verschwindet.

Die Beobachtung einer Sonnenfinsternis ist hingegen eine ganz andere Erfahrung. Die Sonne verfinstert sich für den Beobachter nicht langsam, sondern sehr plötzlich. Man kann nicht mit bloßem Auge beobachten, wie eine schwarze Scheibe die kreisförmige Fläche der Sonne immer mehr abdeckt. Der Grund dafür ist die Helligkeit der Sonne. Erst kurz bevor die Sonnenscheibe vollständig verfinstert ist, kann man die Verfinsterung der Sonne sehen. Plötzlich wird dann für ein paar Minuten der Tag zur Nacht, die Pflanzen schließen ihre Blüten, die Vögel werden still und die Sterne am Himmel werden sichtbar.

Ursache für die Verfinsterung der Sonne ist das Eintreten des Mondes in das Sichtfeld zwischen einem bestimmten Ort auf der Erde und der Sonne (siehe Abbildung). Der Mond verdeckt in diesem Fall die Sicht auf die Sonne und wirft einen Schatten auf den Ort des Beobachters auf der Erde.

Sonnenfinsternis

Voraussetzung für eine Sonnenfinsternis ist demnach, dass Mond und Sonne von der Erde aus gesehen in Konjunktion stehen. Folglich kann eine Sonnenfinsternis nur während eines Neumondes eintreten. Im Horoskop einer Sonnenfinsternis stehen daher Sonne und Mond immer in Konjunktion miteinander.

Wie bereits erwähnt sehen wir bei einer Mondfinsternis, wie sich langsam eine schwarze Scheibe vor den hellen Mond schiebt. Dieser schwarze Kreis ist der Schatten, den die Erde wirft. Der Mond leuchtet nicht aus sich heraus, sondern wird von der Sonne angestrahlt. Er reflektiert das Sonnenlicht. Wenn nun zwischen Sonne und Mond ein Körper (die Erde) tritt, steht der Mond in dessen Schatten und kann von der Sonne nicht mehr bestrahlt werden (siehe Abbildung). Nur dann wird der Mond dunkel und unsichtbar. Dieser Körper muss so groß sein, dass sein Schatten den Mond vollständig bedeckt. Die Erde ist so groß, dass ihr Schatten den Mond bedecken kann, wenn sie zwischen Mond und Sonne tritt. Immer wenn die Erde zwischen Mond und Sonne steht, haben wir Vollmond. Daher kann eine Mondfinsternis auch nur bei Vollmond auftreten. Im Horoskop sehen wir dann eine Opposition zwischen Sonne und Mond.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass eine Finsternis immer durch eine Konstellation der drei Körper Sonne, Mond und Erde entsteht.

Zeitpunkt der Finsternis

Für die Erstellung eines deutbaren Finsternishoroskopes muss sich der Astrologe für eine bestimmte Uhrzeit entscheiden. Manche Astrologen benutzen die Uhrzeit der stärksten Verfinsterung, manche den Beginn der Verfinsterung und einige geben die Uhrzeit der mit einer Finsternis einhergehenden Neumond- oder Vollmondkonstellation als signifikante Zeit an. Welcher Zeitpunkt ist nun astrologisch relevant? In den meisten überlieferten astrologischen Werken wird entweder der Zeitpunkt der exakten Konjunktion oder Opposition zwischen Sonne und Mond, oder der Zeitpunkt der größten Verfinsterung verwendet. Dieser letztgenannte Zeitpunkt der stärksten Verfinsterung erscheint vor allem hinsichtlich der Regeln für die Wirkungsstärke einer Finsternis logisch.

Die alten Astrologen, insbesondere Ptolemäus und Lilly, benutzten zwar für die Erstellung des Finsternishoroskops den Zeitpunkt der Konjunktion oder Opposition der beiden Lichter, verfolgten aber die Entwicklung einer Finsternis über mehrere Stunden parallel zum Horoskop und den Häuserstellungen. Dabei wurde in die Deutung miteinbezogen, in welchem Haus eine Finsternis begann, in welchem Haus die größte Verfinsterung stattfand und in welchem Haus sie wieder verschwand.

Wie häufig treten Finsternisse auf?

In jedem Jahr treten durchschnittlich 4-5 Finsternisse auf. Sonnenfinsternisse fallen immer in die Nähe des Zeitpunktes, an dem die laufende Sonne über einen der beiden Mondknoten transitiert, also etwa zweimal im Jahr. Manchmal gibt es bis zu vier Sonnenfinsternisse in einem Jahr. Mondfinsternisse erscheinen in der Regel etwa zwei Wochen vor oder nach einer Sonnenfinsternis. Es gibt jedoch auch Jahre, in denen es zu keiner Mondfinsternis kommt, und Jahre mit bis zu drei Mondfinsternissen.

Bei so vielen Finsternissen ist deren Einteilung in bedeutende und weniger bedeutende sehr wichtig. Ein ausschlaggebendes Kriterium ist dabei die Stärke der Verfinsterung. So wirkt eine totale Finsternis stärker als eine partielle.

Deutung von Finsternissen

Nachdem in den vorherigen Kapiteln die technischen Grundlagen der Finsternisse besprochen wurden, komme ich nun zum astrologischen Teil: der Deutung. Die Technik der Deutung von Finsternissen geht auf die früheste überlieferte astrologische Publikation zu diesem Thema zurück, das zweite Buch der Tetrabiblos von Ptolemäus. Nahezu alle Autoren, die sich nach Ptolemäus mit den Finsternissen befasst haben, bauen auf seinen Deutungsansätzen auf und ergänzen diese je nach eigener Erfahrung. Zunächst nun einige ganz einfache Grundregeln zur Deutung von Finsternissen:

  • Sonnenfinsternisse wirken im Allgemeinen stärker und auffälliger als Mondfinsternisse. Das mag daran liegen, dass sich die Wirkung von Sonnenfinsternissen offensichtlicher und in konkreten äußeren Ereignissen zeigt.
  • Je stärker die Verfinsterung, desto stärker wird die Wirkung einer Finsternis sein.
  • Je mehr Planeten durch starke Aspekte zusätzlich an der Finsternis beteiligt sind, desto länger und stärker wird diese wirksam sein.
  • Der wichtigste Punkt, der bei einer Finsternis beachtet werden muss, ist der Tierkreisgrad, auf dem das verfinsterte Licht (Sonne oder Mond) steht. Dieser Grad wird im folgenden als 'Finsternisgrad' bezeichnet.

Finsternisse sind als astrologisches Phänomen eine Art Zwitter zwischen einer zyklischen Erscheinung und einem Horoskop. Daher ist die Deutung von Finsternissen dementsprechend vielschichtig. Neben dem zyklischen Zusammenhang werden sie beispielsweise in der Mundanastrologie auch als Einzelhoroskop betrachtet oder in der Individualastrologie in Verbindung mit Radixhoroskopen untersucht. Das wichtigste Element für ihre Deutung ist der Finsternisgrad mit den ihn begleitenden Konstellationen.

Die qualitative Wirkung von Finsternissen lässt sich mit derjenigen von Pluto vergleichen. Man könnte fast sagen, dass Finsternisse in ihrer Wirkung für die antiken und mittelalterlichen Astrologen die Funktion des damals noch unentdeckten Planeten Pluto erfüllt haben. Im Gegensatz zu der häufig vertretenen Meinung, dass Finsternisse immer negativ seien, habe ich bei meinen Untersuchungen die Beobachtung gemacht, dass Finsternisse in erster Linie sehr kraftvoll, intensiv und transformierend wirken und zwar im angenehmen (positiven) wie im unangenehmen (negativen) Sinne. Ebenso wie bei Pluto-Auslösungen können Ereignisse, die mit Finsternis-Konstellationen im Zusammenhang stehen, sowohl schicksalhafte Tragödien als auch große Erfolgsgeschichten sein. Gemeinsam ist beiden Ereignissen, dass das Pendel des Schicksals weit, oft auch extrem ausschlägt.

1. Beispiel: Das Zugunglück von Eschede

Im Juni 1998 ereignete sich in Deutschland die größte Zugkatastrophe seit über 30 Jahren. Der betroffene ICE 884, ein Hochgeschwindigkeitszug mit dem Namen 'Wilhelm Conrad Röntgen', befand sich auf seiner üblichen Strecke von München nach Hamburg. In München war der Zug am 3. 6. 1998 um 5:47 Uhr fahrplanmäßig gestartet. Auf dem Streckenabschnitt zwischen Hannover und Hamburg, in der Nähe des kleinen Ortes Eschede entgleiste einer der vorderen Waggons bei einer Geschwindigkeit von 200 km/h und prallte frontal gegen einen Brückenpfeiler. Die Brücke stürzte auf einige Waggons des Zuges; alle nachfolgenden Waggons schoben sich wie eine Ziehharmonika zusammen und verkeilten sich ineinander. Innerhalb weniger Minuten waren Hilfskräfte am Ort des Geschehens; später wurden die Notfallteams durch Einheiten der Bundeswehr, des Bundesgrenzschutzes und der britischen Armee unterstützt. In Hannover fand zur gleichen Zeit 'zufällig' ein Unfallchirurgen-Kongress statt und in Celle eine ökumenische Tagung. Die Teilnehmer dieser Tagungen unterstützten sofort tatkräftig die Hilfsmaßnahmen. So konnten viele Menschen gerettet werden. Trotzdem starben 101 Menschen bei oder infolge des Unglückes und 300 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Die spätere Untersuchung ergab als Unglücksursache einen Radbruch beim dritten Waggon, der sich bereits sieben km vor der Unfallstelle ereignet hat, und auch für die Passagiere des Zuges deutlich spürbar bzw. hörbar war.

Soweit die Fakten. Die astrologische Analyse dieses Ereignisses steht in engem Zusammenhang mit der vorangegangenen totalen Sonnenfinsternis. Am 26. 2. 1998 um 17:37 Uhr GMT gab es eine totale Sonnenfinsternis. Diese Finsternis war in Deutschland nicht sichtbar, da sie erst nach Sonnenuntergang eintrat. Und doch entfaltete sich die Wirkung dieser Finsternis an einem deutschen Zug mit deutschen Passagieren. Diesen Punkt betone ich an dieser Stelle deshalb, weil laut Ptolemäus eine Finsternis nur dann wirken soll, wenn sie an dem betreffenden Ort auch sichtbar war.

Als sich am 3. 6. 1998 das schwere Zugunglück bei Eschede ereignete, berechnete ich zunächst die Horoskope auf den exakten Zeitpunkt des Unglücks und auf den Abfahrtszeitpunkt des Zuges aus seinem Heimatbahnhof München. Ich erkannte den Zusammenhang mit der letzten totalen Sonnenfinsternis vom 26. 2. 1998. Der Glückspunkt befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks auf 7°25' Schütze nahezu exakt im Quadrat mit dem Finsternisgrad bzw. in Konjunktion mit dem laufenden Pluto und somit war diese Konjunktion auf die Minute genau der Auslöser des Unglücks.



Meiner Beobachtung nach sind sehr häufig Hauptachsenkontakte die Auslöser für größere Unglücke und Ereignisse. Wenn keine Hauptachsenkontakte vorhanden sind, liegt fast immer ein exakter Bezug zum Glückspunkt vor, der sich aus dem Aszendenten und dem Abstand zwischen Mond und Sonne errechnet. Der Glückspunkt bewegt sich also mit etwa der gleichen Geschwindigkeit durch den Tierkreis wie der laufende Aszendent.

Eine weitere auffällige Konstellation ist die Opposition zwischen dem sehr schnell laufenden Mond und Jupiter. Im Abfahrtshoroskop fehlen noch 40 Bogenminuten bis zum Exaktwerden dieser Opposition. Zum Zeitpunkt des Unglückes ist diese Opposition bereits Vergangenheit.

Untersucht man das Abfahrtshoroskop gemäß den Elektionsregeln für Abfahrtshoroskope, entdeckt man darin einige problematische Konstellationen. Der Zug als Ganzes und die Passagiere als Schicksalsgemeinschaft innerhalb des Zuges werden vom Aszendenten und dem Herrscher des 1. Hauses repräsentiert. Der Herrscher des 1. Hauses, Merkur, läuft in eine applikative Konjunktion mit Mars, und beendet damit einen Zyklus. Normalerweise ist dabei nur der letzte Grad des Zyklus sehr gefährlich. Merkur und Mars werden sich aber erst in mehr als 3° treffen, was üblicherweise keine extrem gefährliche Konstellation darstellt. Doch müssen wir immer auch die übrigen Zusammenhänge am Himmel in Betracht ziehen; und zwar besonders die Konstellationen, die mit dieser Konjunktion in Beziehung stehen. Da wäre die Opposition zu Pluto und das Quadrat zur Mondknotenachse zu nennen. Diese Aspekte verschärfen die Situation, so dass auch bereits bei einem größeren Orbis der applikativen Konjunktion Gefahr im Verzug ist. Der Mond als Kosignifikator für die Reisenden steht unmittelbar vor einer exakten Opposition zu Jupiter. Saturn als Herrscher des 9. Hauses steht für die Reise bzw. die Fahrt. Saturn befindet sich ebenfalls am Ende eines Zyklus oder Lebensabschnittes, da er sich auf dem letzten Grad eines Tierkreiszeichens und damit unmittelbar vor dem Wechsel in ein neues Zeichen befindet.

Diese Konstellationen lassen darauf schließen, dass bald (Mond/Jupiter-Opposition) etwas passieren wird, wobei für viele Beteiligte ein Lebensabschnitt zu Ende gehen wird (Zyklusende des Merkur/Mars-Zyklus und Saturn auf 29° Widder). Durch den Bezug dieser laufenden Konstellationen zur letzten totalen Sonnenfinsternis ist das Ereignis auffällig und einschneidend und bringt eine starke und transformierende Wirkung.

Die Medien berichteten ausführlich über das Zugunglück von Eschede. Dabei wurde auch bekannt, dass der verunglückte Zug den Namen 'Wilhelm Conrad Röntgen' trug. Ich fragte mich, ob das Unglück auch im Horoskop von Röntgen sichtbar sein würde. Die Zusammenhänge, die zwischen dem Horoskop von Röntgen, den laufenden Transiten und den fälligen Direktionen bestehen, sind überwältigend.

Wie sich Finsternisse auf Radixhoroskope auswirken, ist anhand des Geburtsbildes von Conrad Röntgen sehr gut nachvollziehbar. Der Finsternisgrad der totalen Sonnenfinsternis vom 26. 2. 1998 auf knapp 8° Fische fällt ins Quadrat zur MC/IC-Achse des Röntgen-Horoskopes. Die auslösende Merkur/Mars-Konjunktion am Unfalltag steht dabei exakt auf dem MC des Röntgen-Horoskops. Dies zeigt deutlich, dass Horoskope von Namenspaten wirksam sind. Wir haben die gleichen astrologischen Zusammenhänge auch beim Untergang der 'Bismarck' mit dem Horoskop des Namenspaten.

Doch nicht nur das Radixhoroskop von Conrad Röntgen zeigt die Wirkung einer Finsternis auf ein Geburtsbild deutlich. In den Horoskopen von Opfern des Zugunglücks von Eschede erwartete ich ebenfalls auffällige Planetenbesetzungen in Aspektbeziehung zum Finsternisgrad auf 8° Fische. Ein am 26. 2. 1926 geborenes Opfer hatte die Sonne auf 7°-8° Fische. Ein am 1. 7 .1964 geborenes Opfer hatte ein T-Quadrat bestehend aus Saturn auf 5° Fische, Uranus auf 7° Jungfrau und Mars auf 10° Zwillinge. Ein am 23. 12. 1988 geborenes Opfer hatte die Mondknotenachse auf 8° Fische-Jungfrau und die Venus auf 7° Schütze. Ein am 11.10.1994 geborenes Opfer hatte Saturn auf 6,5° Fische. Nimmt man die Spiegelpunkte hinzu, ergeben sich noch einige zusätzliche Konstellationen, die mit dem Finsternisgrad in Verbindung stehen. Die aufgezählten Daten sind keine Auswahl. Ich konnte nur diese vier Daten von Opfern recherchieren und alle vier haben im Horoskop einen wichtigen Bezug zum Finsternisgrad.

Damit möchte ich nicht behaupten, dass jeder, der auf 8° Fische wichtige Konstellationen hat, während der Zeit der Wirksamkeit dieser Finsternis sterben muss, oder einen schlimmen Unfall erleiden wird. Dazu sind immer mehrere Faktoren notwendig. Nur sind bei einem solchen Zusammenhang außergewöhnliche Ereignisse sehr wahrscheinlich.

Beim nächsten Fallbeispiel werden wir sehen, dass sich Finsternisse durchaus nicht immer auf der dunklen Seite des Lebens auswirken müssen.

2. Beispiel: Von der Monarchie zum Parlamentarismus

Der Wechsel zur Regierungsform des Parlamentarismus im Jahre 1918 gehört in der deutschen politischen Geschichte zu den wichtigsten und prägendsten Ereignissen auf dem Weg zur modernen Demokratie. Die Abdankung des deutschen Kaisers infolge des verlorenen 1. Weltkriegs bedeutete für die herrschende Schicht große Umstellungen und Machtverlust, doch langfristig gesehen war das am 28. 10. 1918 beschlossene verfassungsändernde Gesetz, das den Übergang zum parlamentarischen Regierungssystem darstellte, der Beginn des Weges zur demokratischen Staatsform und der damit verbundenen Freiheit und Chancengleichheit für die verschiedenen gesellschaftlichen Schichten.

Für einen Astrologen stellt sich sofort die Frage: Wie spiegelt sich dieses so wichtige Ereignis im Horoskop von Deutschland wider? Das verwendete Deutschland-Horoskop basiert auf der Kaiserproklamation von Wilhelm I. im Spiegelsaal von Versailles. Obwohl faktisch bereits zum 1. 1. 1871 Deutschlands Existenz als einheitlicher Staat begonnen hatte, symbolisiert doch der Zeitpunkt der Proklamation des Kaisers den Höhepunkt im Vereinigungsprozess von Deutschland.

Dieses Horoskop funktioniert gut im Zusammenhang mit den wichtigsten geschichtlichen Ereignissen. Man kann es als Mutter aller Deutschland-Horoskope betrachten, da die Hauptachsen in allen Folgehoroskopen immer wieder an wichtigen Oppositionen vorkommen. Ferner sind 12° Zwillinge und 12° Wassermann wichtige Punkte im Tierkreis, die sich in den Horoskopen der Weimarer Republik, des Dritten Reichs, der BRD und der DDR und auch im Wiedervereinigungshoroskop widerspiegeln.

Doch nicht nur in Mundanhoroskopen, die verschiedene geschichtliche Abschnitte Deutschlands markieren, findet man die Wiederkehr der Hauptachsen auf 12° Zwillinge/Schütze und 12° Wassermann/Löwe. Auch die Horoskope herausragender Herrscher und Politiker haben Planeten in diesen Gradbereichen: Der Jupiter von Kaiser Wilhelm II. steht beispielsweise auf 12° Zwillinge, und auch der Jupiter des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl steht auf 12° Zwillinge; Bismarcks Saturn kommt auf 10° Wassermann zu stehen und Konrad Adenauers Venus befindet sich ebenfalls auf 10° Wassermann.

Doch kehren wir nun zu unserer eigentlichen Untersuchung zurück. Im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 28. 10. 1918 betrachten wir die letzte vor diesem Ereignis liegende totale Sonnenfinsternis am 8. 6. 1918.


Der Finsternisgrad fällt auf exakt 17°16' Zwillinge. Der Jupiter im ersten Haus des Deutschland-Horoskopes steht auf exakt 17°16' Zwillinge. Der Finsternisgrad befindet sich also auf die Bogenminute genau auf Deutschlands Jupiter! Eine solche Exaktheit kommt selten vor, und ist dementsprechend bedeutungsvoll, wenn sie tatsächlich eintritt. Da alle Planeten, die im 1. Haus eines Horoskopes stehen, den Menschen, bzw. das Land als Ganzes mitrepräsentieren, ist dieser Jupiter für Deutschland sehr signifikant.

Aus dem sehr exakten Bezug zwischen dem Finsternisgrad und dem Jupiter des Deutschland-Horoskopes allein ist bereits die für Deutschland herausragende Zeitqualität während der Wirkungszeit dieser Finsternis ersichtlich. Um jedoch die für die Gesellschaft des Landes so weitreichende Veränderung noch deutlicher zu sehen, müssen wir etwas tiefer in die zeitlichen Muster des Deutschland-Horoskops einsteigen.


Zu diesem Zweck werfen wir einen Blick auf die Sonnenbogendirektionen am 28. 10. 1918. Die wichtigsten Faktoren in einem Horoskop sind zweifellos der Herrscher des Aszendenten und die Sonne. Beide stehen im Deutschland-Horoskop Ende Steinbock auf 27° und 28°. Vorgeschoben stehen Sonne und Merkur auf 16° bzw. 17° Fische im Quadrat zum Jupiter im 1. Haus und damit auch im Quadrat zum aktuellen Finsternisgrad. Diese Konstellationen werden durch den laufenden Mars, der am 28. 10. 1998 auf 19° Schütze stand, akut ausgelöst. Über die Finsterniswirkung hinaus deuten noch andere dirigierte Faktoren auf einen größeren Wandel hin, wie aus der Abbildung zu entnehmen ist.

An diesem Beispiel wird deutlich, dass eine Finsternis nicht zwangsläufig negative Ergebnisse bringen muss, sondern sehr positive Veränderungen herbeiführen kann.

Auszug aus Claudia von Schierstedt:
Finsternisse astrologisch deuten.
Chiron Verlag, Tübingen, 1999.

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