Das zweite Haus
von Dana Gerhardt

Versuchen Sie einmal - wie ein schelmischer Junge, der eine Maus in einen Raum voll pubertierender Mädchen wirft - das Thema "Geld" bei einem Metaphysiker-Treffen fallen zu lassen. Und beobachten Sie, wie viele von ihnen sich auf den Tischplatten drängen. Wenn wir über das zweite Haus sprechen, müssen wir über Geld reden. Und doch ist Geld in vielen spirituellen Kreisen ein Schimpfwort. Sich nach Geld zu sehnen ist ein Affront für den Geist und definitiv uncool (außer natürlich bei den spirituellen Lehrern, deren Hände immer offen für Spenden sind). Auch die Astrologie ist da keine Ausnahme. Mehr als einmal habe ich gehört, dass es Blasphemie sei, für eine Beratung Geld zu verlangen, da Astrologie eine "Gabe" sei (das könnte das Streben des Berufsstandes nach einer Anerkennung als "Wissenschaft" erklären). New Age Leute dagegen mögen Geld. Sie murmeln Affirmationen und magische Mantras, um mehr davon zu bekommen. Wenn Sie nicht genug davon haben, so meinen sie, sei es ein Zeichen, dass Ihre Gedanken uncool sind.

Ob Geld nun schmutzig ist oder böse -- oder vom Geist inspiriert -- oder, was wahrscheinlicher ist, Energie, aber neutral, so ist die Frage "Wie kann ich mehr davon bekommen?" unter den top drei der meisten Klienten. Oft folgt gleich darauf die Klage "wenn ich doch nur nicht Geld verdienen müsste!" Welch Tragödie, dass die Welt von uns erwartet, Malermeister, Versicherungvertreter und Kreditsachbearbeiterin zu sein, wo doch unsere Seele danach schreit, eine bedeutendere Persönlichkeit zu sein, Künstler, Philosophin, Abenteurer. Geld verdienen zu müssen scheint ein erbärmlicher Umweg zu sein. Ich habe auch schon gehört, dass Gott mehr Tellerwäscher als Könige braucht, aber warum hat uns Gott dann nicht mit einer brennenden Sehnsucht nach Teller waschen ausgestattet? Dieses Dilemma ist besonders für die Pluto in Löwe Generation akut, deren Traum vom kreativen Selbstausdruck so leidenschaftlich ist -- obwohl sie von Pluto in Krebs Eltern aufgezogen wurde, für die Geld - dessen Sicherheit, dessen Status - der bessere Preis war.
Außer Liebesbeziehungen verursacht wenig so viel Sehnsucht, Sorge, Missgunst oder Verwirrung. Die Astrologie platziert den finanziellen Status, mitsamt den Einstellungen und Bedingungen, die ihn fördern oder behindern, im zweiten Haus. Wenn Sie Ihre Geldgeheimnisse lüften wollen, müssen Sie durch dieses Haus reisen. Was Ihnen dort begegnet enthält jedoch den Schlüssel zu viel mehr als nur zu Ihrem Bankkonto.

In ihrem Buch "Sacred Contracts" identifiziert die intuitive Heilerin Caroline Myss die energetische Basis des zweiten Hauses [1]. Obwohl Myss keine Astrologin ist, hat sie ein hervorragendes Verständnis der archetypischen Energien. Um den Zustand Ihres zweiten Hauses zu diagnostizieren, schlägt sie vor, dass Sie sich einen Lebensbereich anschauen, in dem Sie sich ständig ohnmächtig fühlen. Obwohl dieser Konflikt in anderen Bereichen, die mit anderen Häusern verknüpft sind, an die Oberfläche kommen kann -- z.B. in Beziehungen (7. Haus) oder Ihrer Karriere (10. Haus) -- meint sie, dass diese Ohnmacht sehr wahrscheinlich aus negativen Einstellungen in Ihrem zweiten Haus stammt. In anderen Worten, der Schlüssel zu Ihrer Macht in der Welt -- oder deren Fehlen -- liegt hier.

Das zweite ist ein "nachfolgendes" Haus. Das heißt, es folgt auf ein wichtiges Haus an einer Achse. Die Eckhäuser (1, 4, 7 und 10) sind nach John Frawley der "strukturelle Schlüssel zu einem Horoskop, so wie die Hauptbalken in einem Dach" [2]. Planeten in einem Eckhaus sind stärker, haben mehr Handlungsvollmacht. Sie bilden die Säulen Ihres Lebens: Ihre Persönlichkeit, Ihr Heim und Ihre Familie, Ihre Beziehungen, Ihre Karriere. Ein Planet, der im Transit durch ein Eckhaus geht, bringt oft dramatischere Veränderungen mit sich als wenn der gleiche Planet durch ein anderes Haus wandert. Transite durch Eckhäuser können Themen anstoßen, die auch nach dem Ende des Transits lange nachwirken.
Das bedeutet nicht, dass nachfolgende Häuser weniger wichtig sind. Vielmehr ist es so, dass ihre Bedeutung mit dem Haus verknüpft ist, das davor kam. Nachfolgende Häuser spielen notwendigerweise eine unterstützende Rolle. Sie sollen das festigen, was im Eckhaus angestoßen wurde. Das nachfolgende fünfte Haus, zum Beispiel, herrscht über Kinder, Romantik und Kreativität -- aber sie alle haben eine gemeinsame Aufgabe zu erfüllen. Als Aktivitäten fördern sie die Essenz des Selbst, die vom Zuhause und von der Familie im vierten Eckhaus genährt wurde. Ebenso überprüft und/oder stärkt die sich vertiefende Intimität - finanzielle wie sexuelle - des nachfolgenden achten Hauses die Beziehungen, die sich im siebten gebildet haben. Auf ähnliche Weise können die gesellschaftlichen Netzwerke des elften den beruflichen Status, der im zehnten Haus entwickelt wurde, bestätigen oder untergraben.

Die Rolle des zweiten Hauses ist es daher, das zu unterstützen, was auch immer im ersten geboren wurde. Ein starkes zweites Haus sichert nicht nur Ihr Überleben, es kann aus Ihnen eine Kraft machen, mit der gerechnet werden muss. Wenn Sie zum Beispiel ein Land wären, würde das zweite Haus Ihr Staatsvermögen, Ihr Bankensystem, die Gesundheit Ihrer Exportwirtschaft und Ihrer Ernten beschreiben. Wenn Sie ein Land wären, das einem anderen den Krieg erklärt, würden Sie im zweiten Haus Ihre Verbündeten, Ihre Munition und Ihre Waffen finden. Oder wenn Sie Kläger in einem Rechtsstreit wären, würde das zweite Haus des Rechtsstreits die Menschen anzeigen, die als Zeugen für Sie aussagen würden. Ein starkes zweites Haus kann den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust ausmachen.

Das erste Haus zeigt Ihren Eintritt in das Leben und das zweite zeigt, was Sie hier hält. Es enthält alles, was Sie "mein eigen" nennen. Durch das zweite Haus erstrecken Sie sich in die Welt hinein und befestigen Ihr Da-Sein. Als Baby fängt es damit an, dass Sie Ihre eigenen Finger und Zehen erkennen, das Essen, das Sie mit Ihrem Mund aufnehmen, den Teddy, den niemand außer Ihnen mit ins Bett nehmen darf. Mit Ihrem Wachstum müssen Sie diesen Prozess des sich Festigens fortsetzen, was gleichzeitig Ihren Erst-Haus-Prozess der Selbstfindung vertieft. Sie lernen immer mehr darüber wer Sie sind, durch die Dinge, die Sie besitzen wollen, die Ressourcen, die Sie brauchen, den Wert, den Sie sich selbst zuschreiben.

Das zweite Haus herrscht sowohl über das, was Sie mit Geld kaufen können (Besitz und materielle Ressourcen) als auch darüber, was Sie nicht kaufen können (Talente, Selbstachtung und Werte). Wenn Sie im Beruf unglücklich sind, kann es sein, dass Sie für die Arbeit, die Sie tun, Ihre natürlichen Talente nicht nutzen, die durch das Zusammenspiel von Zeichen, Planeten im und Herrscher des zweiten Hauses angezeigt werden. Der Mond im oder als Herrscher des zweiten Hauses zeigt zum Beispiel starke intuitive Fähigkeiten, emotionale Empfindsamkeit, den Wunsch zu nähren an. Und wenn dieser Mond nicht gerade in Steinbock, Jungfrau oder Stier ist, kann ein Buchhalterberuf zur Folter werden. Vielleicht gefällt Ihnen auch was Sie tun, aber Sie verdienen nicht genug damit. Warum geht Ihr Kollege einfach ins Büro des Chefs und fragt nach einer Gehaltserhöhung, während Sie es nicht könnten, selbst wenn Ihr Leben davon abhinge? Er hat eine durchsetzungsfähige Merkur/Mars Konjunktion im zweiten, während Sie sich mit Ihrer Sonne in zwei quadrat Pluto selbst im Weg stehen.

Der Boden Ihres zweiten Hauses muss bearbeitet werden. Sie müssen das, was Sie dort finden, umwandeln. Als Kind war dieses Haus ein wahrhaftes Paradies, ein Garten Eden. Alles, was Sie brauchten -- Zehen, Essen und Teddybären -- war wie durch Zauberei einfach da. Doch als Sie dann größer wurden, lernten Sie, dass Gärten Pflege brauchen. Die Reben müssen geschnitten werden, Obstbäume gepflanzt, Blumen gedüngt. Die Erde ist ein Paradies, aber sie ist auch voller Realitäten. Krankheiten können Ihren Garten zerstören, Raubvögel Ihre Ernte stehlen. Wenn Sie nicht lernen, wie Sie den Ertrag Ihres Gartens vergrößern können, werden Ihre Bedürfnisse nicht gestillt, Ihre Wünsche nicht erfüllt. Wenn Sie darauf warten, dass Manna vom Himmel fällt, werden Sie verhungern.

Mit anderen Worten, in diesem Haus müssen Sie in der Wirklichkeit ankommen. Sie müssen lernen, wie Sie dessen Ressourcen nutzen, schützen und verwalten können oder Sie werden in Ungnade fallen. Jeder, der ein Problem mit Geld hat, ist dahingehend schlichtweg naiv.

John ist 49 Jahre alt. Er hat kaum nennenswertes Erspartes und eine Menge Schulden. Einen Großteil seines Erwachsenenlebens hat er damit gekämpft, einige Niedriglohn-Jobs zu halten. Die letzten 10 Jahre hat er vom Einkommen seiner Freundin gelebt. Der Wohltäter Jupiter in der sorgfältigen Jungfrau herrscht über die Spitze seines zweiten Hauses. John ist ein talentierter Künstler und Handwerker. Seine Mosaikschmuckdesigns sind wirklich außergewöhnlich. "Sie sind wie Malereien in Stein", meinte ein Freund einmal begeistert. Und dennoch macht er seinen Schmuck nur selten. Selbst in seinen fruchtbaren Zeiten konnte er seinen Lebensunterhalt damit nicht bestreiten. Als ich mit John sprach, habe ich erfahren, dass sein Vater, ein Zimmermann und Bühnenbildausstatter in den Hollywood-Studios, seinen Sohn wiederholt davor gewarnt hatte, mit den Händen zu arbeiten. Da er sein eigenes Arbeiterleben verabscheute, schloss sein Vater, dass man, wenn man mit den Händen arbeitete, kein Geld verdienen könne. Der Künstler in Johns zweitem Haus lag ohnmächtig und wie ein aufgespießter Schmetterling zappelnd unter dieser schwerwiegenden Aussage.

Der Herrscher von Johns zweitem Haus, Jupiter, steht selbst unter der Herrschaft des Planeten der Hände und des Handwerks, Merkur. Beide Planeten sind in einem engen, analytischen Aspekt zu Pluto. Planeten in schwierigem Aspekt zu Pluto zu konstruktiv nutzen ist in der Regel aussichtslos, außer etwas (ver)wandelt sich grundlegend. Die meiste Zeit fühlte sich John wie gelähmt -- unfähig seine Kunst auszuüben, unfähig irgendetwas anderes zu tun. Da Johns Hände seine beste Ressource waren, führte die Entwertung durch seinen Vater dazu, dass er sich wertlos fühlte. Und für einen Großteil seines Erwachsenenlebens hat John, finanziell und auch sonst, unbewusst bewiesen, dass das stimmte.

Patti hat Jupiter in Krebs im zweiten Haus, konjunkt Mond und Uranus. Als Sie zur ersten Beratung zu mir kam, hatte sie ebenfalls Geldprobleme. Patti ist eine begabte, gebildete Frau, aber unter ihren letzen Anstellungen waren einige, die ziemlich schlecht bezahlt waren und von denen ihr keine gefiel. Tatsächlich hatte sie gerade so eine Anstellung gekündigt und wollte wissen, was sie als nächstes tun sollte. Sie hasste es, finanziell von ihrem Mann abhängig zu sein.

Wir brauchten ein paar Sitzungen, um die finanziellen Geheimnisse von Pattis zweitem Haus zu lüften, aber mit der Zeit bekamen wir ein klares Bild. Als Kind bekam sie mit, wie ihr Vater ihre Mutter erbarmungslos kritisierte, wann immer sie Geld ausgab. Patti beschloss, an dem ganzen Geld, das sie bekam, festzuhalten (Krebs). Sie konnte das Wohlwollen ihres Vaters gewinnen, indem sie ihr Taschengeld sparte. Später wurde es ihr auch wichtig, für ihr eigenes Geld zu arbeiten, denn das bedeutete Unabhängigkeit und Freiheit als Frau (Mond/Jupiter/Uranus). Wenigstens hieß es, dass sie nicht von einem Ehemann kritisiert werden konnte!

Die Konjunktion in Pattis zweitem Haus ist eine begabte Kombination; sie hat eine Fülle an Talenten, die sie erforschen kann. Als Jugendliche interessierte sie sich für Musik, aber das uneingeschränkte Missfallen ihres Vaters hat sie schwer getroffen. "Damit kannst du kein Geld verdienen", murrte er. Also trat Patti in seine Fußstapfen und machte einen Universitätsabschluss in seinem Fachbereich. Aber seltsamerweise konnte sie damit auch kein Geld verdienen. Patti hat schließlich das Geheimnis am Grund ihres zweiten Hauses gelüftet: Die Entwertung ihrer kreativen Gaben durch ihren Vater war für sie unterschwellig zur Gleichung geworden "Du kannst nur mit Dingen Geld verdienen, die du nicht gerne machst." So hat sie eine Geschichte von Jobs, die sie hasste. Ihr Ärger über diesen Handel hat ihr Gehalt immer niedrig gehalten.

Eines der größten Probleme mit den Gesinnungen und Werten des zweiten Hauses ist, dass sie - jedenfalls am Anfang - übernommen wurden. Ich erinnere mich, wie ich vor Jahren einmal beim Therapeuten saß und darüber klagte, dass ich eine Versagerin sei, weil ich keinen Mercedes fuhr. "Aber Dana", erwiderte mein Therapeut, "du bist mir nie wie jemand vorgekommen, dem solche leeren Statussymbole wichtig sind." Was für ein befreiender Moment! Mein Vater wollte mich in einem Mercedes sehen; das hätte ihm gezeigt, dass es seine Tochter endlich geschafft hätte. Ironischerweise kaufte ich mir Jahre später tatsächlich ein Luxusauto (allerdings keinen Mercedes). Venus herrscht über die Spitze meines zweiten Hauses; ich mag Luxusgüter! Bis zu dem Zeitpunkt als ich das Auto kaufte, hatte sich mein Einkommen beträchtlich erhöht. Ich war schließlich in meine eigenen Werte bezüglich Geld hineingewachsen.

In seinen Ausführungen zum zweiten Haus macht Dane Rudhyar eine wichtige Feststellung: Wir müssen diesen Bereich verwandeln, damit er unserem individuellen Sinn und Schicksal entspricht. [3] Tun wir das nicht, sind wir letztlich nur Diener der Vergangenheit, Vertreter von Geistern, und unsere Leben werden von unseren Vorfahren gelebt. Besitz muss benutzt werden, sagt Rudhyar. Das bedeutet, dass wir ihm den Rhythmus unserer Individualität aufprägen -- ob das materieller Besitz ist, unsere natürlichen Gaben oder das Geld, das wir ausgeben. Im zweiten Haus müssen wir führen und seinen Inhalten eine persönliche Bedeutung geben (denn genau so unterstützt das zweite Haus wirklich das erste). Rudhyar empfiehlt, dass wir das, was wir haben dem widmen, was wir sind, denn es ist das Sein, das dem Haben Bedeutung verleiht. "Nichts ist vergeblicher und spirituell leerer als zu haben ohne zu sein, und das gilt für alle Arten von Besitz." [4]

John hat das Glück, mit einer Frau zusammenzuleben, die an sein Talent glaubt. Aber ihre jahrelange liebevolle Unterstützung haben John nicht bei seiner künsterischen Entwicklung weitergeholfen. Erst als Lysa die Nase voll hatte und von ihm verlangte, dass er seinen Anteil selbst verdienen solle, ging John das emotionale Risiko ein, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen.Lysa hat einen guten Sinn für's Geschäft und verleiht seiner neuerdings keimenden Karriere viel Schwung. Aber die entscheidenden Schritte, nämlich seine Arbeit in der Öffentlichkeit anzubieten, sei es in einem Marktstand zu sitzen oder auch nur zu hören, wie seine Auftragsarbeiten bei den Kunden ankamen, macht John alle selbst. Er wird reifer, wenngleich das Herausschälen aus der alten Haut und das Bilden der neuen schmerzhaft ist. Das braucht Mut. John hätte es nicht geschafft, ohne die dornige Notwendigkeit Geld verdienen zu müssen.

Aus diesen Gründen schöpfe ich Verdacht, wenn ich höre, wie Leute sich darüber beklagen, dass die Notwendigkeit Geld verdienen zu müssen ihr spirituelles Leben ruiniert oder sie von ihren persönlichen Zielen abbringt. Geist und Materie sind untrennbar mit einander verbunden. Wir leben in konkreten Körpern, auf der Erde, und müssen aus gutem Grund eine Beziehung zu den materiellen Dingen aufbauen. Materie gibt dem Geist Form. Was gibt es für eine bessere Art, zu wachsen und die Seele zu entwickeln als in der Konfrontation mit den harten Kanten des Materialismus. Wenn wir unseren Weg zum Wachstum einfach nur in der Phantasie oder mit dem reinen Willen erreichen könnten, würden wir jemals aus dem Äther herabsteigen?

Die moderne Astrologie weist Venus die Herrschaft über das zweite Haus zu. Die traditionelle Astrologie macht Jupiter und Stier zu ihren Mitherrschern. Wahrscheinlich sind alle drei wichtig, um ein vollständiges Bild des zweiten Hauses zu erhalten. Venus beschreibt sicherlich den Geschmack, den Stil, in dem man gerne leben würde. Um das Selbstwertgefühl von jemandem zu beurteilen, erzählen die Aspekte zu Venus auf jeden Fall eine wichtige Geschichte. Aber es ist auch hilfreich, zu schauen, wo die erdende, festigende Kraft des Stiers zum Ausdruck kommt. Des weiteren trägt auch der aktuelle Transit des nördlichen Mondknotens durch Stier (noch bis Dezember 2004) zur Betonung der Themen des zweiten Hauses bei. Kollektiv werden sicher einige mit einem stärkeren Bedürfnis reagieren, mehr Geld für Sicherheit auszugeben (zum Beispiel um den Krieg gegen den Terrorismus zu unterstützen). Andere könnten das Bedürfnis haben, die Finanzen des Staates in Ordnung zu bringen (und sich mit den Defiziten und der Arbeitslosigkeit auseinanderzusetzen). Auf der persönlichen Ebene werden sich viele darauf konzentrieren, ihre Finanzen zu stabilieren.

Jupiter ist der Planet des Wohlstands. Man kann kaum das Wohlstandspotential eines Menschen einschätzen, ohne die Stärke dieses Planeten zu untersuchen. Nichtsdestoweniger habe ich mir lange Zeit Gedanken über folgende Beobachtung gemacht: Menschen, von denen ich weiß, dass sie massive Geldprobleme hatten, haben oft Jupiter im oder als Herrscher des zweiten Hauses -- während die erfolgreicheren oft Saturn im zweiten Haus haben. Das widerspricht der konventionellen Weisheit, die besagt, dass Jupiter Glück und Saturn Unglück bringt.
Vielleicht ist das deshalb der Fall, weil wir nicht mehr in einer traditionellen Welt leben -- als der Familienbesitz das eigene finanzielle Schicksal bestimmte, als es schwierig war, von einer Schicht in die nächste zu wechseln, als Saturn die Grenzen eines Lebens beschrieb und nicht die Anstrengungen, sie zu überwinden. Jupiter bringt die Erwartung von Privilegien mit sich -- obwohl die meisten, die ich kannte mit Jupiter in oder als Herrscher von Haus zwei, aus der Mittelschicht kamen. Dennoch, ihr Anspruchsdenken ist stark ausgeprägt. Unabhängig vom eigentlichen Kontostand fühlten sie sich in Bezug auf die Zukunft immer sicher. "Etwas wird sich ergeben", sagen sie. Und in der Regel tut es das auch. John, zum Beispiel, hatte immer ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen, auch Geld für Schuhe, seine Masseurin und seine Zahnarztrechnung, obwohl er jahrelang kein Einkommen hatte.

Jupiter herrscht über das zweite Haus meiner Schwester. In meinem sitzt Saturn. Als wir beide schwanger waren, machte ich mir Sorgen, wie ich die bevorstehenden Verpflichtungen bewältigen könnte, die Kosten für Kinderbetreuung, die Krankenversicherung für das Baby, Kleider, Windeln, Essen. Meine Schwester war entspannt und glücklich. Sie lebte von einer Schwerbeschädigtenrente und der Staat kam für alle Kosten auf. Ich verdiente sechs mal so viel wie sie -- aber wer von uns das größere Glück hatte bleibt offen! Der Unterschied zwischen Jupiter und Saturn erinnert mich an die Fabel vom Grashüpfer und der Ameise. Die Ameise arbeitet den ganzen Sommer, während der Grashüpfer völlig unbesorgt um die Zukunft spielt, bis der Winter kommt und es kein Essen mehr gibt. Ich war schon immer eine Zweithaus-Saturn-Ameise. Ich spare und arbeite viel. Aber ich kenne viele Jupiter-Grashüpfer, die den ganzen Sommer über spielen und trotzdem nicht verhungern, wenn der Winter seinen Tribut fordert. Es scheint in dieser Welt Platz für beide zu geben. Daher überlasse ich es Ihnen zu entschieden welcher Planet ein Segen im zweiten Haus ist und welcher ein Fluch.

Sicher können Sie in dem ganzen Artikel meinen Saturn in zwei sprechen hören. Aber ich habe einen Geschmack von dem sorglosen Geist des Grashüpfers bekommen, als Transit-Jupiter das letzte Mal durch mein zweites Haus ging. Ein neuer Geist des Vertrauens kam in mein Leben und brachte eine Orgie des Selbstwertes mit sich, die an dem Tag begann, als Jupiter die Spitze meines zweiten Hauses überquerte. Es war, als ob ein feiner Passatwind geradewegs hereingeweht wäre und meine Segel aufgebauscht hätte. Ich begann mich selbst zu schätzen. Sehr. Und unter der hochgezogenen Augenbraue meines vorsichtigen Saturns, der immer Angst und ein schlechtes Gewissen hatte, wenn ich einkaufte, fing ich an hemmungslos und ohne Schuldgefühle Geld auszugeben. Fast jedes Wochenende wurde zum Einkaufsbummel.

Als Jupiter dann mein drittes Haus betrat, legten sich einige der Exzesse dieser Zeit ( wer konnte schon einkaufen gehen, ich war zu beschäftigt mit Schreibkram!). Und doch - meine neu entdeckter Selbstwert blieb mir erhalten. Tatsächlich erhöhte sich mein Einkommen drastisch, nicht als Jupiter durch mein zweites Haus ging, sondern nachdem er ins dritte getreten war. Sicher war das die Folge der positiven Samen, die während des vorhergehenden Transits gesät wurden. Es begann ein neuer 12-jähriger Geld-Zyklus, der sehr anders war als der vorige.

Natürlich ist Geld nicht alles. Es ist nicht einmal das, was ich an meinem zweiten Haus am meisten genieße. All seine Kämpfe und Erfolge reichen viel tiefer als Geldscheine. Trotzdem ist Geld für eine schnelle Diagnose des Gesundheitszustandes Ihres zweiten Hauses ein guter Anfang. Sehen Sie sich Ihr Vermögen und Ihr Bankkonto an. Was sagen sie über Ihr Verhältnis zu Erde aus? Als nächstes betrachten Sie Ihren Besitz. Spiegelt der Ihre Individualität wider? Besitzen Sie ihn oder besitzt er Sie? Wie steht es mit Ihren Zweithaus-Talenten? Nutzen Sie sie? Und, was am wichtigsten ist: Graben Sie diesen Boden immer wieder um, um sicherzustellen, dass Ihr zweites Haus eine Gesinnung der Kraft enthält anstatt der Niederlage?
Ich habe einmal mit einem Mann zusammengearbeitet, der ein Planetenstellium im zweiten Haus hatte, unter anderem auch Venus in der Jungfrau. Geld war nicht die treibende Kraft in Eds Leben, aber er mochte das, was er damit kaufen konnte. Tatsächlich war eine meiner Lieblingsbeschäftigungen während der Mittagspause, Ed zuzuhören, wie er von seinem letzten Kauf schwärmte. Egal ob Lebensmittel oder Möbel oder der Massivholzboden in seinem neuen Haus, den er gerade erworben hatte, er hatte eine Art, materiellen Besitz mit solcher Liebe und Wertschätzung zu beschreiben, das man schwören könnte, jedes einzelne Stück davon sei das feinste, edelste der Welt. Manchmal hatte ich die Gelegenheit, das zu sehen oder zu schmecken, wovon er erzählt hatte, und es kam mir klein und langweilig vor. Aber was für ein Geschenk war es, es zuerst durch Eds weiter entwickelte Zweithaus-Augen gesehen zu haben. Schließlich bereitet das zweite Haus den Boden für unsere körperlichen Freuden und Annehmlichkeiten. Es erinnert uns daran, Freude an irdischen Dingen zu haben!

 


Fußnoten:
  1. Carolyn Myss, Sacred Contracts (Harmony Books, 2001), p. 342.
  2. John Frawley, Die wahre Astrologie angewandt (arte poetica Verlag, 2008).
  3. Dane Rudhyar, Das astrologische Häusersystem (1993).
  4. ibid.

MOONPRINTS by Dana Gerhardt

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Zur deutschen Ausgabe von Moonprints

Übersetzt aus dem Englischen von Karin Hoffmann

 

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