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Das vierte Haus
von Dana Gerhardt

Als ich jung war, kommandierte meine Mutter meine Schwester und mich mindestens ein- oder zweimal im Sommer auf den großen Hügel im Garten ab, wo wir uns beim Jäten von Löwenzahn und Ackersenf abmühten. Unkraut muss mit den Wurzeln ausgerissen werden, sonst wächst es wieder nach. Doch wie ich da so auf dem Hügel saß mit meinem Pappkarton und dem Küchenfenster mit dem Aufseherblick meiner Mutter so klein und fern, und mit der harten und steinigen Erde unter mir, in der das Unkraut praktisch einbetoniert war, wählte ich die einfache Lösung. Ich riss die verdammten Dinger einfach am Stiel ab.

Gefühle von Unzufriedenheit oder Unglück sind dem Unkraut ziemlich ähnlich. Ziehen Sie sie nicht an den Wurzeln aus, wachsen sie einfach nach. Doch wer gräbt schon freiwillig in der Erde, in der die Gefühle wachsen? Die Wurzeln der Gefühle zu finden, kann schwer sein. Das lernen Sie vielleicht unter dem grauen Himmel eines Saturn-Mond Transits. Wenn Sie sind wie die meisten Leute, werden Sie versuchen, Ihre Depression zu ignorieren. Sie setzen für Ihre Lieben ein frohes Gesicht auf. Sie tun bei der Arbeit so, als seien Sie fürsorglich, kühl-kalkulierend oder beherrschend. Sie richten Ihre Energien auf Ihr Image des ersten Hauses, den Partner des siebten oder die Karriere des zehnten Hauses aus. Doch letztlich, unausweichlich, werden Sie fallen. Und im vierten Haus landen.

Ins vierte Haus gehen wir, wenn wir zusammenbrechen. Es herrscht über das Zuhause und die Familie, die Vorfahren und die Heimat. Es bietet uns buchstäblich einen Rückzugsort. Wenn wir uns zu viel zumuten, landen wir mit großer Wahrscheinlichkeit zuhause, krank im Bett. Erleiden wir einen schrecklichen Verlust, klopfen wir vielleicht an die Tür eines Familienmitglieds und bitten darum, aufgenommen zu werden. Aber das vierte Haus ist genauso ein Rückzugsort für die Phantasie. Es ist unser seelischer Herd. Es enthält die Erinnerungen, die uns trösten und die, die uns verfolgen. Als Fundament unseres Horoskops symbolisiert es den Grund und das Geheimnis unseres Daseins. Wenn wir uns über die Kluft unseres vierten Hauses lehnen, finden wir was der Dichter Rilke beschreibt, "Doch wie ich mich auch in mich selber neige: Mein Gott ist dunkel und wie ein Gewebe von hundert Wurzeln, welche schweigsam trinken." [1]


Das ist nicht die Definition, die ich aus Astrologiebüchern habe. Meine Sonne steht im vierten Haus. Die Bücher sagten, das bedeute, dass mir meine Familie sehr wichtig sei. Als Kind war sie das, aber das ist wohl bei den meisten Kindern so. Als Erwachsene war ich nie glücklicher als zu der Zeit, als meine Familie sechzehnhundert Kilometer von mir wegzog. Ferien wurden zu einem weiten neuen Territorium. Die Bücher sagten, dass Familienbeziehungen mir Halt geben würden. Ich habe meinen Vater zwei Mal in zwanzig Jahren gesehen. Meine Schwester hat mich schon ein Dutzend Mal aus ihrem Leben geschmissen. Und jetzt kauft meine abenteuerhungrige Widder-Mutter ein Haus in der Slowakei. Wenn ich andere höre, wie sie in rührseligen Tönen darüber sprechen, wie sehr sie ihre Familie vermissen, fühle ich mich wie eine Anthropologin, die eine fremde Kultur beobachtet. Ich kenne ihre Rituale, aber ich verstehe sie nicht.

Die Bücher sagten, ich würde meine Großfamilie schätzen oder den Familienstammbaum erforschen. Familienfeiern mit Tanten, Onkeln und Cousins hörten auf als ich fünf war. Tanten beider Seiten der Familie haben sich intensiv mit der Genealogie beschäftigt. Mich interessieren diese seitenlangen Namenslisten wenig. Noch erwecken die alten Fotos von Großtanten und Großeltern viel Verbundenheit. Als mein Sohn geboren wurde, gab ich ihm weder meinen Nachnamen noch den seines Vaters. Ich dachte mir einen aus, etwas, das sich reimte. Und das schien mir interessanter als ihm den Namen irgendwelcher Ahnen zu geben, die ich nicht kannte.

Die Bücher sagten auch, dass ich mit einer Sonne in vier Glück mit Immobilien haben sollte. Das war interessant. Jahrelang träumte ich davon. Nicht dass ich einen Chauffeur haben oder jedes Wochenende große Gesellschaften geben wollte. Ich wollte einfach wohlhabend genug sein, um mir mein eigenes Haus zu kaufen. In meinen Zwanzigern und Dreißigern konnte ich durch keine Wohngegend fahren, ohne von Neid überkommen zu werden. Wie kam es, dass all diese Leute es schafften Häuser zu besitzen? Warum nicht ich? Es schien wie ein hoffnungsloser Traum. Wenn es stimmt, dass das Haus, in dem die Sonne steht, die eigene Heldenreise beschreibt, dann war es wahrscheinlich meine, ein Haus zu kaufen.

Es war definitiv ein Meilenstein als ich mein erstes Eigentum kaufte. Ich verkaufte es während der Markt an einem Tiefpunkt war und verlor Geld. Mit dem nächsten Haus verdiente ich das Dreifache von dem, was ich vorher verloren hatte. Aber mein Glück schien mehr mit dem Markt als mit der Astrologie zu tun zu haben. Alle haben zur gleichen Zeit wie ich Geld verloren und gewonnen. Gestern abend hat mich ein Freund angerufen und mir von einer einmaligen Gelegenheit zu investieren erzählt. "Rogue Valley fängt an zu boomen!" sagte er. "Wenn wir unser Geld zusammenlegen und sofort Mieteigentum in Grants Pass kaufen, haben wir in fünf Jahren für den Rest unseres Lebens ausgesorgt. Wir sollten das wirklich machen!" Ich erinnerte mich an meine Vierthaus-Sonne. Ich war versucht. Ich suchte nach einer inneren Bestätigung für mein Schicksal als Immobilienmagnatin. Ich spürte keinen bestätigenden Funken.

Keine der Rezeptbuchdeutungen für das vierte Haus schien so richtig zu passen. Ich musste tiefer gehen -- zurück zu den Grundlagen. Die Sonne im vierten Haus beschreibt eine Geburt um Mitternacht herum. Das war tatsächlich der Ursprung der Horoskopachsen. Mit den vier Eckpunkten markierten die alten Ägypter die tägliche Runde des Sonnengottes. Der Aszendent symbolisierte den Sonnenaufgang und Anfänge; die Himmelsmitte den Mittagsstand der Sonne im Zenit und den öffentlichen Erfolg; der Deszendent repräsentierte den Sonnenuntergang, den Niedergang und die Auflösung des solaren Selbst. Die Spitze des vierten Hauses, das IC, bezog sich auf Mitternacht, eine Zeit, in der sich die Sonne zwischen dem Tod und dem neuen Leben versteckt hielt. Das IC repräsentierte einen Wandlungspunkt zwischen dem alten Tag und dem neuen.

Zu welcher Zeit Sie auch immer geboren sind, alle Planeten im vierten Haus haben diese "Mitternacht"-Qualität. Das Territorium des vierten Hauses betreten Sie, wenn Sie spät in der Nacht Ihre Augen schließen. Es ist das, was Sie treffen, wenn Sie ganz allein im Dunkeln sind. Die Planeten hier liegen unter Ihrer Oberfläche. Sie sind ebenso zutiefst privat wie diejenigen im gegenüberliegenden zehnten Haus unausweichlich öffentlich sind. Es ist schwierig mit Klienten über Planeten im vierten Haus zu sprechen. Nicht dass die Bedeutungen unklar wären. Pluto im vierten Haus legt eine Kindheit nahe, die von verdeckten Vorstellungen und Machtkämpfen geprägt ist. Neptun deutet auf ein Familiengeheimnis hin, das in der Luft lag, aber nie ausgesprochen wurde. Saturn legt ein Zuhause nahe, das von der Dynamik der Angst und Kontrolle durchdrungen ist. Sie können über solche Geschichten mit Klienten reden. Aber wirklich an sie heranzukommen ist schwierig - denn die Geschichten leben weiter.

Schließen Sie jetzt Ihre Augen. Wer oder was ist da? Das ist die Wirklichkeit Ihres vierten Hauses. Und daher schlage ich auch seit Jahren meinen Klienten vor, so in dieses Haus einzutreten. Ihre Familie wird da sein, in Ihren Erinnerungen. Ihre Ahnen werden da sein, im rhythmischen Puls Ihres Blutes. Ihr Zuhause wird da sein, als das sichere Fundament, das es Ihnen erlaubt, sich mit Ihrem innersten Selbst zu verbinden. Aber Sie werden sogar noch größere Geheimnisse entdecken. Im vierten Haus finden Sie Ihre seelische Mitte, Ihre Lebensquelle, Ihr inneres Land der Erneuerung. Es gibt Zeiten, in denen Sie sich erholen und auftanken müssen - und das tun Sie, indem Sie zuerst in das vierte Haus hinabsteigen. Mit meiner Sonne in vier habe ich Jahre gebraucht, um zu merken, dass meine Heldenreise sich nicht darum drehte, ein Haus zu kaufen. Sondern sie drehte sich darum, zu lernen wie ich mir ein Zuhause schaffen konnte und in meiner Welt eine Heimat finden konnte. Das musste ich nicht nur einmal lernen, sondern sehr oft.


Am einfachsten kann man über Transite oder Progressionen durch das vierte Haus sprechen, indem man buchstäblich beim eigenen Zuhause anfängt. Pluto oder Uranus im vierten Solarhaus könnten auf einen Umzug hinweisen. Neptun in vier könnte Rohrbrüche oder einen Wasserschaden bedeuten, die Entdeckung von giftigen Stoffen im Fundament - vielleicht ein Geister-Befall! Transit-Saturn durch das vierte Radixhaus deutet auf eine Zeit, in der sich das Haus eng und vollgestopft anfühlt oder belastet durch familiäre Verpflichtungen.

Was im äußeren Haus passiert, spiegelt oft die häusliche Situation wider. Ein Pluto-Transit über einen Vierthaus-Planeten kann sowohl Renovierungen als auch Ehekrisen bedeuten. Jupiter im Transit durch das vierte Haus kann ein Gefühl des Gesegnetseins bringen -- mit einem geräumigen Zuhause und einer Fülle an familiärer Unterstützung. Mars im vierten könnte auf einen Eindringling hinweisen, typischerweise jedoch deutet er eher auf Konflikte. In dieser Zeit wird Ärger in der Familie nicht unterdrückt.

Weniger leicht auszudrücken, aber vielleicht von universellerer Gültigkeit, ist die Art, wie Vierthaus-Transite auf einer inneren Ebene erfahren werden. Unerwünschte Erinnerungen könnten an die Oberflächen geschwemmt werden. Traumbilder könnten dann besonders schrill sein. Ihr Körper fühlt sich vielleicht ausgelaugt. Vielleicht fühlen Sie auch den unwiderstehlichen Drang zu Hause zu bleiben und sich die Bettdecke über den Kopf zu ziehen. Das sind Zeichen. Sie rufen Sie zur Aufgabe des "Nachhausekommens" -- der zyklischen Rückkehr zu sich selbst.

Dieser Prozess des Nachhausekommens wird sehr ausführlich von Clarissa Pinkola Estes in dem Buch "Die Wolfsfrau erzählt" beschrieben. [2] Als archetypisches Muster für dieses wiederkehrende Bedürfnis bietet sie "Das Robbenmädchen" an, eine Geschichte, die in unterschiedlicher Form in vielen nördlichen Kulturen anzutreffen ist. Sie lautet folgendermaßen: Eines Tages erblickt ein einsamer Jäger eine bemerkenswerte Szene -- eine Gruppe lachender, glitzernder und völlig nackter Frauen, die auf einer Klippe tanzen. Sie sind Robbenschwestern, die sich ihrer Haut entledigt haben, um kurz an der Oberfläche der Welt zu tanzen, bevor sie wieder ins Meer zurückkehren. Der Jäger kann sich nicht helfen. Er stiehlt eine der Häute und schließt einen Handel mit dem glücklosen Robbenmädchen ab. Wenn sie seine Frau wird und ihm ein Kind gebiert, wird er sie in sieben Jahren ziehen lassen.

Was kann sie anderes tun als ja zu sagen? Im siebten Sommer, als es für sie Zeit wird, ihr Fell wieder anzuziehen und nach Hause zu gehen, ändert der Jäger seine Meinung. Er weigert sich, ihr das Fell zurückzugeben. Ihre menschliche Haut beginnt auszutrocknen. Ihr Haar fällt aus. Ihre Augen werden trübe und ihr Körper verdorrt. Hinkend und fast blind ist sie wie eine der Obdachlosen, von denen wir normalerweise unseren Blick abwenden.

"Die Heimatlosigkeit verfolgt uns alle," schreibt J. Edward Chamberlin. "Einer der Gründe, warum wir so nervös um die Obdachlosen in unseren Straßen herumschleichen, ist, dass wir dem, was wir auf so teif im Inneren fürchten, nicht zu nahe kommen wollen." [4] Oder ist es etwas, das wir schon kennen? Chronische Depression und Müdigkeit sind eine Seuche. Sie deuten eine Art seelischer Enteignung an - eine innere Form der Heimatlosigkeit. Das passiert, wenn wir zu lange durchs Leben gehen, ohne mit der Lebensquelle in unserem vierten Haus verbunden zu sein.

Wir haben alle schon die Erfahrung gemacht, dass unsere Robbenhaut gestohlen wurde. Wir haben zu etwas in der oberen Welt ja gesagt. Vielleicht war es eine Beförderung, die mehr Geld einbringen würde. Oder eine Beziehung, die uns das Herz gestohlen hat. Vielleicht war es eine Schwangerschaft. Manchmal ist es Naivität oder bloße Dummheit, die uns anfällig für seelischen Diebstahl macht. Wir haben uns vielleicht auf eine übertriebene Einkaufsorgie begeben. Oder sind einer dubiosen religiösen Gruppe beigetreten. Aber nicht alle Diebstähle unserer Robbenhaut sind ein schlechter Handel. Es könnte alles sein - sogar etwas Gutes - das uns von uns selbst entfernt.

Es gibt einen unvermeidlichen Widerstreit zwischen den Bedürfnissen der Seele und den Erfordernissen des öffentlichen Lebens. Aus dem vierten werden wir herausgerufen, um der Gesellschaft in der Rolle unseres zehnten Hauses zu dienen. Unser zweites Haus verlangt, dass wir das Essen auf den Tisch bringen. Unsere Kinder rufen uns ins fünfte. Unsere Partner wollen unsere Aufmerksamkeit im siebten. In der Geschichte vom Robbenmädchen können wir den Jäger als das Ego verstehen. Es ist seine Aufgabe, uns in diese äußeren Welten mitzunehmen. Aber wenn uns der Jäger zu weit von unserer seelischen Haut wegführt, verlieren wir den Geist der Selbsterhaltung, unsere Lebensgeister. Dann spielt es keine Rolle mehr, wie gut unsere ursprüngliche Wahl war.

Transite und Progressionen durch das vierte Haus können unsere Lebengeister wieder wecken. Dazu gehören auch Transite zur Himmelsmitte. Wir vergessen oft, dass dies auch Transite zum IC sind, so sehr sind wir auf Probleme der Karriere und öffentlichen Rolle fixiert. Aber wenn wir wollen, dass unser äußeres Leben mit der Seele in Kontakt ist, dürfen wir die Fundamente unserer Psyche nicht vernachlässigen. Um ausgeglichen zu leben, müssen wir unseren Robbenhäuten nahe bleiben und in einem natürlichen Rhythmus des Hinausgehens und Heimkehrens leben.

Das Zeichen an der Spitze des vierten Hauses zeigt uns, wie wir uns am besten regenerieren. Es deutet an, wie es sich anfühlt, wenn wir unsere Robbenhaut anhaben. Stier an der Spitze von vier muss sich in einer irdischen Sinnlichkeit verankern, sich nähren von Berührung, vertrauten Gewohnheiten, oder der Sicherheit materieller Dinge. Wassermann in vier fühlt sich gestärkt, indem er Routinehandlungen aufbricht oder die Freiheit hat ohne Verstrickungen zu denken und sich zu bewegen. Widder in vier muss sich gelegentlich das "Ich, ich, ich!"-Fell anziehen.


Ich kann die wichtigsten Dinge, die ich weiß, vergessen.

Vor einigen Monaten, nach Mitternacht, wachte ich plötzlich auf. Es war dunkel, ich war alleine. Mein Partner war auf eine Lesereise gegangen. Die Stiefkinder waren bei ihrer Mutter. Mein eigener Sohn bei seinem Vater. Zum ersten Mal in den zwei Jahren, seit ich nach Oregon gezogen war, schlief ich ganz alleine. Mit einem Schrecken erinnerte ich mich daran, dass das meine Definition des vierten Hauses war. Gut, sagte ich, es ist Zeit. Innerlich tastete ich nach den Wänden meines mitternächtlichen Selbst. Es war ungewohnt, seltsam. Wie diese unangenehme Stille mit einem alten Freund, die euch beide wissen lässt, dass ihr euch eigentlich nicht mehr kennt. Mir gefiel diese Stille nicht. Ich wollte wieder einschlafen, ein Buch lesen, den Fernseher anmachen.

"Wann ist es dir unangenehm geworden in der Stille zu sein?" Das ist eine der Fragen, die Schamanen Patienten stellen, die depressiv, vertrieben oder niedergeschlagen sind. [3] Sie fragen auch "Wann hast du aufgehört zu singen?" und "Warum tanzt du nicht mehr?" Ich hatte aufgehört, zuhause zu singen und zu tanzen -- alles Zeichen, dass die Robbenfrau ihr Fell brauchte. Es gab andere Zeichen. Ich litt unter unerträglicher Erschöpfung und so vielen Lebensmittelallergien, dass ich sie kaum mehr zählen konnte. Mein Leben war voller Verstrickungen geworden, neue Ansprüche an meine Zeit, neuer Druck erfolgreich zu sein; zudem waren viele unbewusste Bindungen wiedergekehrt, alte Beziehungsmuster, innere Boschaften über den Selbstwert, eine Sucht, immer etwas zu tun zu haben. Und der Teil meines Wurzelwerks, der früher tief in Träumerei, Verwunderung und Frieden reichte, der Teil, der tief drinnen wusste, wer ich war und warum ich hier war, verdorrte gerade, war fast ausgetrocknet. Konnte ich diesen Wurzeln wieder Wasser geben?

Ich weiß nicht, ob das, was als nächstes passierte, ein Schritt vor oder zurück in meiner Heldenreise war. Aber mit Schütze an der Spitze von vier brauchte ich Freiheit. Ich zog aus. Ich kaufte mein eigenes Heim, ein paar Häuser weiter. Die ersten zwei Monate war ich in einem Zustand des Zusammenbruchs. Aber schließlich fing ich wieder an zu singen, sinnlose improvisierte Melodien. Ich begann zu tanzen, auf eine Art, die mein Sohn immer mit verdrehten Augen und einem Stöhnen "Maaa-ma" kommentierte ... Ich konnte in meinem Wohnzimmer sitzen und die äußeren Rollen abschälen, unter denen man mich kennt, Mutter, Geliebte, Astrologin, Tochter, Schriftstellerin, Schwester, Freundin. Ich konnte meine Spannungen auflösen, meine Ängste, die Erinnerungen an Erfolge und Misserfolge, den Schmerz meiner Sehnsüchte. Ich schaffte es, niemand anders zu sein, als die, die hier saß und atmete. Und die Welt um mich herum begann wieder zu wachsen und gedeihen. Meine Gesundheit und meine Liebesbeziehungen verbesserten sich. Das passiert, wenn Ihre Verbindung zum vierten Haus stimmt.


In Deborah Houldings großartigem Büchlein über die traditionelle Bedeutung der Häuser, lesen sich die Planetenherrschaften des vierten Hauses wie Poesie: "Alles, was mit den Fundamenten und Wurzeln unserer Existenz zusammenhängt. ... Es herrscht über den versteckten Schatz und über die Schätze der Erde, wie Minen und Mineralien, Edelsteine, Öl, Quellen und Wasserhaushalte. ... Es herrscht über das Land, die Qualität und Beschaffenheit des Bodens (ob er fruchtbar ist, sumpfig, holzig, steinig oder karg), und alle Gebäude und Konstruktionen, die auf ihm stehen. ... Es heißt, dass es den Anfang und das Ende aller Dinge anzeigt, Kindheitserfahrungen widerspiegelt, die zu einer unbewussten gefühlsmäßigen Erfahrung des Lebens führen, die Verletzlichkeit des Alters, den Vorgang des Sterbens sowie Begräbnisse." [5]

Im vierten Haus nur nach der Familie oder Immobilienangelegenheiten zu suchen, vermindert sein reiches Vermächtnis, ebenso wie die strittige Frage, welchen Elternteil wir dem vierten Haus zuordnen -- die Mutter oder den Vater. Die Eltern-Verwirrung geht aus einem Konflikt über die Planetenherrscher hervor. In der traditionellen Astrologie herrscht die Sonne über das vierte Haus - daher seine Assoziation mit dem Vater. Die moderne Astrologie sagt der Mond herrscht über dieses Haus - daher die Verbindung mit der Mutter. Aber ich sehe es wie Howard Sasportas, dass es unmöglich ist, das vierte Haus auf einen bestimmten Elternteil festzulegen. [6]

Die Rolle, die jeder Elternteil in der Entwicklung eines Kindes spielt - und nicht Planetenherrschaften - ist wahrscheinlich die sicherste Methode, um die Eltern im Horoskop einzuordnen. Sasportas argumentiert überzeugend, dass wir den "formenden Elternteil" in unserem zehnten Haus finden. Das ist derjenige, der den größten Einfluss auf unsere gesellschaftliche Entwicklung hatte. Das vierte Haus beschreibt eher den "versteckteren Elternteil" - denjenigen, dessen Einfluss von außen weniger sichtbar war, aber vermutlich stärker auf einer unbewussten Ebene.

In seinem Buch "Das astrologische Häusersystem" vermeidet Dane Rudhyar der Eltern-Diskussion gänzlich. Er erkennt die traditionelle Sichtweise des vierten Hauses an. Tatsächlich enthält es unsere irdischen Fundamente - von den oberflächlichen Dingen wie Immobilien und Häusern, bis hin zu allem, was "Land" bedeutet - die Erde, aus der Dinge wachsen und zu der sie zurückkehren. Aber diese Sichtweise deutet auch auf eine archaische "Flachland"-Mentalität hin. Sie vergisst, dass die Erde ein sich drehender Globus ist, kein fester Boden, der sich ins Unendliche erstreckt. Wenn wir uns stattdessen vorstellen, meint Rudhyar, dass unsere Wurzeln sich in das Innere einer Kugel erstrecken, erfahren wir eine neue und tiefere Bedeutung des vierten Hauses. Wir entdecken "die Erfahrung der Mitte". Wir finden die Substanz unseres fühlenden Wesens. Im vierten Haus zu sein, heißt, in seiner Mitte zu sein. Das vierte Haus enthält die gleiche lebensspendende rhythmische Kraft wie unser Herz.

Je mehr wir die Tiefen des vierten Hauses untersuchen, desto weniger scheint es ein Ort zu sein, den wir auf einer Landkarte zeigen können. Es scheint eher so etwas zu sein wie ein Geisteszustand. Das unterscheidet sich nicht so sehr von Clarissa Pinkola Estes Definition von Zuhause: "Zuhause ist jener nachhaltige Gemütszustand oder die Empfindung, die es uns erlaubt, Gefühle zu erleben, die nicht notwendigerweise in der materiellen Welt enthalten sind: Verwunderung, Vision, Frieden, Sorglosigkeit, Freiheit von Erwartungen, Freiheit von ständigem Klappern." [8] In diesem Zuhause der Vorstellungskraft ist Raum für die Sonne und den Mond. Dieses vierte Haus nährt uns wie eine Mond-Mutter, es stärkt uns wie Vater Sonne. Es lädt uns ein zu singen und zu tanzen -- zu seinen sich verändernden Rhythmen. Es enthält das Schloss, in dem wir König sind.


Fußnoten:
  1. Rainer Maria Rilke, Das Stunden-Buch - Vom mönchischen Leben. Ich habe viele Brüder in Soutanen.
  2. Clarissa Pinkola Estes, Die Wolfsfrau erzählt: Auf den Spuren der wilden Frau, (Heyne, 1998).
  3. Angeles Arrien, Gathering Medicine (Sounds True Audio, 1994)
  4. J. Edward Chamberlin, If This Is Your Land, Where Are Your Stories? (Alfred A. Knopf, 2003), p 78.
  5. Deborah Houlding, The Houses: Temples of the Sky (Ascella Publications, 1998)
  6. Howard Sasportas, Astrologische Häuser und Aszendenten. (Droemer-Knaur, 2000).
  7. Dane Rudhyar, Das astrologische Häusersystem (Rowohlt Taschenbuch, 1992)
  8. Estes, ibid.

MOONPRINTS by Dana Gerhardt

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Zur deutschen Ausgabe von Moonprints

Aus dem Englischen übersetzt von Karin Hoffmann

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