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Das achte Haus
von Dana Gerhardt

Über das achte Haus zu schreiben, ist nicht einfach. "Schließlich", meint meine Freundin Geraldine, "wem ist es schon ganz wohl dabei, außerhalb des geschützten Rahmens eines persönlichen Gesprächs über seine Erfahrungen mit Liebe, Tod und Sex zu reden?"

Haus Nummer 8Das achte Haus kommt in den meisten meiner astrologischen Beratungen vor. Es kommt jedoch normalerweise durch einen Seiteneingang, den ich während des Gesprächs entdeckt habe, und ich kündige nicht an, dass ich hineingehe. Genauso behutsam verlasse ich es auch wieder. Es ist ja schließlich das Haus der Geheimnisse. Es herrscht über Sex, das Geld anderer Menschen, Steuern, Schulden, Verlust und Tod. Astrologieanfänger lassen sich von diesem Haus leicht einschüchtern. Planeten im achten Haus des Solarhoroskops können einem eine Gänsehaut einjagen. Transite durch acht könnten Jahre der Unruhe und des Unheils bedeuten. Aber mit der Zeit weicht diese reflexartige Angst einem tiefen Respekt. Wenn Sie einen Transit durch das achte Haus (lebend) überstanden haben, fühlen Sie sich wie neu geboren. Sie haben wertvolle Lektionen gelernt. Schließlich betrachten Sie das achte Haus irgendwann als spirituellen Meister, der Sie nur um Ihres eigenen Besten Willen zerschmettert. Hier hat Ihr Ego nichts zu melden. In diesem Haus übernehmen höhere Kräfte die Führung.

Es ist schwierig über das achte Haus zu sprechen, aber wir alle kennen sein Terrain. Seit unserer Kindheit krabbeln wir auf unseren Knien durch diesen archetypischen Dschungel. Da lag diese mysteriöse Spannung in der Luft, wann immer die Tante zu Besuch kam. Oder vielleicht erinnern Sie sich, wie Ihre Großmutter Ihren Vater mit einem einzigen Wort ins Kleinkindalter zurück befördern konnte. Es war das seltsame Gefühl, wenn Ihr Onkel Sie einlud auf seinem Schoß zu sitzen. Das achte Haus enthält Ihr psychologisches Erbe, die machtvollen unsichtbaren Strömungen, über die niemand je sprach. Hier spannten sich Elektrozäune quer durchs Zimmer, wenn Ihre Eltern sich über Geld oder Sex stritten. Hier war auch die unwiderstehliche Anziehungskraft der Geldbörse Ihrer Mutter, voller rätselhafter Talismane und dem Geruch von Geld. Vielleicht haben Sie ein paar Zaubersprüche ausprobiert, um es zu sich zu locken. Aber hauptsächlich waren Sie hier den Zaubersprüchen der anderen ausgeliefert, wurden geformt von Ritualen und Verteidigungsmechanismen, die Sie übernommen haben, ohne sie zu verstehen -- den Selbsthass Ihres Vaters, die Wut Ihrer Mutter, die von Frau zu Frau durch die ganze Familiengeschichte weitergegeben wurde. Jahre später, vielleicht als ein Transit dieses Haus berührte, wurden solche Hinterlassenschaften vielleicht auf schmerzhaft Weise abgestreift. Vergrabene Achthaus-Geheimnisse können sehr plötzlich ans Licht kommen. Dies ist das Haus, das den Therapeuten ihr Geschäft bringt.

SchatzkisteDie Verwandlungen, die hier stattfinden, sind nicht immer schlecht. Das achte Haus beschreibt wichtige sexuelle Initiationen. Die Erbschaft eines Vermögens oder ein Versicherungsgeschäft könnten hier angedeutet sein. Auch Ihr erstes gemeinsames Bankkonto, die Hypothek auf Ihr erstes Haus. Und wenn Sie sich mit konkreten Vorhersagen beschäftigen, kann das achte Haus Ihnen bei der Beantwortung von Fragen wie "Werde ich die Millionen von Tante Melanie erben?" helfen. Aber wenn Sie beratende Astrologin oder Astrologe sind, arbeiten Sie wahrscheinlich mit dem Teil des Hauses, den Sie mehr durch Gefühle anstatt durch Worte kennen, mit den unausgesprochenen Verträgen, den irrationalen Ängste, dem Sog der Vergangenheit mit ihren Zwängen und Fixierungen.

Wie auch das siebte ist das achte ein Haus der anderen. In diesem Haus können wir durch unsere Beziehungen erschüttert und aufgerüttelt werden - hinein in Sehnsucht, Wut, Ekstase, Unsicherheit oder Gier. Wenn das siebte Haus Beziehungen beschreibt, die durch Ebenbürtigkeit geprägt sind, so leiden (oder profitieren) wir im achten Haus von Beziehungen, die auf Ungleichheit gründen. Wenn andere die intimen Gewässer dieses Hauses durchkreuzen, erhalten sie eine gewisse Macht über uns. Seien es nun die Bank, unsere Eltern, die Finanzbehörde, unsere Sexualpartner, oder sogar ein Fremder, der zufällig unsere Knöpfe drückt, und nicht zu vergessen: der Sensenmann Tod. Durch das achte Haus wird uns schmerzlich bewusst, dass es Mächte gibt, die jenseits unseres Einflusses und unserer Kontrolle liegen. Wie sollen wir mit unseren Kämpfen hier umgehen? Die meisten Reisen in dieses Haus benötigen eine Führung. Neben einem unbeirrbaren, mutigen und entschlossenen Bewusstsein, ist Ergebung das nützlichste Achthaus-Wort.

Monster im Schrank

Ich erinnere mich an eine Klientin, die mich alle zwei Monate anrief, immer mit der gleichen Frage. Ihr progressiver Mond war im achten Haus. "Ist es jetzt vorbei?" wollte sie wissen. Rebecca war sehr vorsichtig mit dem Geldausgeben; sie sagte mir, sie könne sich eine Beratung nicht leisten. Sie wollte nur wissen, an welchem Tag der Mond aus dem achten ins neunte Haus wechselte. Da ich ihr das schon mehrmals gesagt hatte, wusste ich, dass sie mich aus einem anderen Grund anrief. Sie musste reden. Es gab keine konkreten Krisen in ihrem Leben, aber seit der progressive Mond in ihr achtes Haus getreten war, litt sie unter Depressionen und Ängsten. Das achte Haus, schreibt John Frawley, kann Angst und Seelenqualen anzeigen. Besonders mit dem progressiven Mond im achten Haus kann die Psyche zum größten Feind ihrer selbst werden, besonders wenn sie sich weigert, um Hilfe zu bitten oder eine Bindung zu lösen.

dunkle geschlossene TürRebecca lebte alleine. Ihr Mann war vor Jahren gestorben. Ihre Tochter wollte, dass sie das Haus verkauft und in eine Eigentumswohnung mit betreutem Wohnen für Senioren ziehen sollte. Das bedeutete, dass sie all ihre alten Sachen durchsehen und aussortieren musste, inklusive die ihres Mannes. Sie müsste sich von ihrem Garten und den Bäumen verabschieden. Sie müsste sich mit Finanzierungsspezialisten und Immobilienmaklern auseinandersetzen. Sie müsste neue Leute kennen lernen, die sie vielleicht nicht mit offenen Armen empfangen würden. Sie hatte nicht den Mut, sich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen. Sie drückte sich um eine Entscheidung und versuchte weiter zu leben wie bisher, was bedeutete, dass sie mich alle paar Monate unter enormen Qualen anrief.

Das achte Haus kann die Leichen beschreiben, die sich in unserem Keller verstecken. Ich denke an Mercer Mayer's Kinderbuch There's a Monster in My Closet. Ein kleiner Junge hört fürchterliche Geräusche, und Nacht für Nacht, zitternd vor Angst, mit der Taschenlampe bewaffnet und von seinen Spielzeugsoldaten umringt, verbarrikadiert er die Schranktür. Seine Angst wird aber nur immer größer. Schließlich beschließt er, dass ihm nichts anderes übrig bleibt, als der Bestie ins Gesicht zu schauen. Das Monster ist groß und furchteinflößend, aber in einer überraschenden Wendung bekommt der Dämon weiche Knie und bettelt, dass er zu dem Jungen ins Bett kriechen darf. Dasselbe kann auch mit Ihren Monstern im achten Haus passieren. Unsere Ängste wollen getröstet werden, um sich dann auflösen zu können. Aber wenn wir uns weigern, sie anzusehen, wächst ihre Macht nur noch mehr. Um mit Gefühlen des achten Hauses umgehen zu können, brauchen wir gegebenenfalls einen Charon (den mythologischen Fährmann, der die Seelen über den Fluss Styx führt). Charon kann in Form eines Therapeuten, Astrologen oder Freundes, der auch früher schon für uns da war, erscheinen. Aber wenn wir, wie Rebecca, stur jede Hilfe oder Veränderung verweigern, werden wir nie an die heilende Kraft kommen, die hinter unseren Ängsten verborgen ist.

CharonDer progressive Mond ging schließlich in Rebeccas neuntes Haus. Sechs Monate später hörte ich wieder von ihr: "Ist es schon vorbei?" jammerte sie. Nichts hatte sich verändert. Sie war immer noch am überlegen, ob sie nun ihr Haus verkaufen sollte und machte sich immer noch Sorgen über all die Arbeit, die das mit sich bringen würde, voller Angst, ob sie sich in der neuen Situation wohlfühlen würde. Obwohl ihr progressiver Mond das offenere Gelände des neunten Hauses betreten hatte, war Rebecca immer noch nicht frei. Sie hatte nie die Tür geöffnet und das Monster aus dem Schrank befreit. In den ganzen zwei Jahren der Mondprogression hatte sie sich standhaft geweigert, ihr altes Leben aufzugeben. Das hieß, dass auch kein neues geboren werden konnte.

Das letzte Mal als Rebecca anrief hatte sie endlich ihr Haus auf den Markt gebracht. Ich habe nie wieder von ihr gehört. Ich würde gerne denken, dass das heißt, dass sie endlich ihr Haus verkauft, ihren Seelenschrank aufgeräumt und angefangen hat, sich auf ein neues Abenteuer im neunten Haus einzulassen. Unter Astrologen gibt es einen Spruch: es ist ein Transit, es geht vorbei. Dahinter steckt der Gedanke, dass auch wir weiterziehen, wenn die Planeten das tun. Aber wenn wir uns weigern, die nötige Arbeit zu verrichten, vor allem im achten Haus, könnten wir noch dort verweilen, lange nachdem der Transit vorüber ist.

Treibsand der Vergangenheit

Wir können uns dem achten Haus widersetzen, aber wir können auch tief darin stecken bleiben. Dieses schwere Haus kann uns hinunterziehen wie Treibsand. Meine Freundin, die Astrologin Lucy Pond, hat mir eine Geschichte von einer ihrer Klientinnen, Linda, erzählt, die im achten stecken blieb als Jupiter im Transit durchging. Sie wachte erst auf, als Saturn dorthin kam. In der traditionellen Astrologie ist Saturn der Herrscher dieses Hauses. Saturn kann auf seinem Hoheitsgebiet die Rolle eines karmischen Polizisten übernehmen. Wenn wir uns um unsere Verantwortung gedrückt haben, sei sie materiell oder metaphysisch, verhaftet er uns. Lucy beschreibt das so: Saturn im achten Haus ist der Inkassobeamte. Was versteckt ist, wird an die Oberfläche geschwemmt, selbst wenn es das eigene verlorene Selbst ist. Die folgende Geschichte ist in Lucys Worten erzählt. Sie schrieb sie für eine meiner früheren Kolumnen über das achte Haus im Mountain Astrologer Magazin. Es lohnt sich, sie hier wiederzugeben.

LUCYS GESCHICHTE

Ein paar Jahre nachdem Linda angefangen hatte mit mir zu arbeiten, erklärte sie, dass sie meinen Rat angenommen und einen guten Therapeuten gefunden hatte, der mit ihr an ihren Verdrängungen arbeiten wollte. Ihr war die Erinnerung daran zurückgekommen, dass sie von ihrem Vater und ihren zwei Brüdern vergewaltigt worden war, eine Erinnerung, die sie in Panik versetzt hatte. Transit-Jupiter war gerade in ihr achtes Haus getreten, eine gute Zeit, um in die Geheimnisse der Vergangenheit einzutauchen, besonders in tief vergrabene. Fische war an der Spitze von Lindas achtem Haus und verdrängte Erinnerungen schienen zu ihrer Art mit intensiven Gefühlen umzugehen zu passen. Ich ließ sie an meinen Erkenntnissen teilhaben und ermutigte sie, weiter mit ihrem Therapeuten zu arbeiten.

Die Jahre vergingen, Jupiter ging in ihr zehntes Haus, und die Therapie wurde zu Lindas Identität. Sie hatte sich genau an alle Einzelheiten und Umstände jede ihrer Vergewaltigungen erinnert. Obwohl es schien als ob sie von der realen Welt abgetrennt sei, schloss sie Freundschaften in der Selbsthilfegruppe für Inzest-Überlebende. Sie verbrachte immer mehr Zeit mit Beratungen und hörte fast gänzlich auf zu arbeiten, um das zu verfolgen, was aussah wie eine Therapiesucht. Sie hatte die Tür des achten Hauses hinter sich gelassen, schien aber gefühlsmäßig dort stecken geblieben zu sein.

Als Lindas Astrologin war ich oft frustriert über ihre Besessenheit mit der Verhangenheit. So sehr ich sie auch ermutigte, in der Gegenwart zu leben, übersetzte sie jegliche astrologische Information als Gelegenheit, immer weiter in die Vergangenheit zurückzugehen. Ich machte sie darauf aufmerksam, dass sie durch den Rückspiegel lebte, dass sie keine Ahnung hatte, wo sie jetzt war oder wohin sie ging, nur wo sie gewesen war. In ihrem Leben gab es keine "Gegenwart", keine "Jetzt-Zeit". Und weil ich überzeugt bin, dass Astrologie am besten als Werkzeug genutzt wird, um vollständiger und lohnender in der Gegenwart zu leben, fühlte ich mich als Helfende nutzlos.

Vor einigen Monaten, als der transitierende Saturn in Konjunktion mit ihrer Achthausspitze trat, fragte mich Linda um astrologischen Rat bezüglich der Fälschung von Unterlagen für staatliche Förderung. Um in dem öffentlichen Förderprogramm zu bleiben, das ihr ermöglichte, weiterhin in Therapie zu bleiben anstatt zu arbeiten, musste sie schwören, dass sie kein zusätzliches Geld von außerhalb bekam. Wir wussten beide, dass das nicht stimmte; in den letzten vier Jahren hatte ihr Täter-Vater ihr heimlich Geld geschickt.

Unter den vielen Themen des achten Hauses sind auch Steuern. Oft, wenn Saturn im Transit dieses Haus durchquert, kommt es zu einer Steuerprüfung durch die Finanzbehörde und Geldgeheimnisse kommen ans Licht. Mein Rat an Linda war "Nein, tu das nicht. Riskiere lieber keine Steuerprüfung, da es gut möglich ist, dass sie dir auf die Schliche kommen."

Das nächste Mal, als Linda in mein Büro kam, war sie ein sichtlich anderer Mensch. Sie war endlich und sehr klar in der Gegenwart angekommen. Statt ihres üblichen verletzten und geduckten Auftretens schien sie jetzt völlig lebendig zu sein. Ich konnte es kaum erwarten bis sie sich setzte. "Was ist mit dir los?" fragte ich. "Du siehst besser aus als seit Jahren."

Linda erzählte mir, dass sie eine Finanzprüfung durch die Bundesbehörde hatte, von der sie ihre Unterstützung bezogen hatte; dass die Behörde nicht glaubte, dass sie ausschließlich von der monatlichen Unterstützung, die sie bekam leben konnte. Die Behörde setzte sich mit ihren Nachbarn, ihrem Vermieter und sogar ihren Eltern in Verbindung, um herauszufinden, wie sie finanziell zurecht kam. Sie würde möglicherweise einer schweren Straftat angeklagt werden - damit war nicht zu spaßen.

Linda hatte Angst, und mit Recht. Und doch war ich erstaunt, wie ganz sie plötzlich schien. Keine entrückte verlorene Seele mehr. Linda hatte Angst, aber sie war voll und ganz wach. Ich fragte nach ihren diversen Therapien. Sie sagte, sie hätte sie alle hinter sich gelassen. "Das ist vorbei. Ich brauche das nicht mehr. Ich will mir eine Stelle suchen, Geld verdienen und anfangen, meine Schulden an die Regierung zurückzuzahlen." Was für eine Antwort! Sie fing an, ihr Leben zurück zu erobern und in der Gegenwart zu leben.

Dem Tod ins Gesicht sehen

Der TodDas achte ist das Haus des Todes. Es mag paradox erscheinen, dass wir in diesem Haus unser Leben erneuern können; und doch gibt es da eine Verbindung. Laut den Buddhisten hilft nichts so sehr uns über unsere spirituellen Prioritäten klar zu werden wie der Tod. Halte dir den Tod zu deiner Linken riet der Schamane Don Juan Carlos Castaneda. Den Tod anerkennen kann ein machtvolles Mittel sein, um uns in die Gegenwart zu bringen. Fast alle, die eine Nahtoderfahrung erlebt haben, berichten, dass sie mit einem tieferen Gefühl für das Leben gesegnet wurden.

Moderne und traditionelle Astrologen sind unterschiedlicher Meinung über die Bedeutung des Todes für dieses Haus. Dane Rudhyar hält sie für überbewertet [3]. John Frawley als Vertreter der traditionellen Sichtweise argumentiert anders: In jeder Astrologie, die überhaupt etwas mit konkreter und nachweisbarer Genauigkeit sagen will, ist das achte Haus das des Todes. Und das ist nicht der Tod in einem poetischen oder metaphorischen Sinn, wie manche moderne Autoren behaupten. Es ist der Tod in genau dem Sinn, dass jemand nicht mehr am Leben ist. [4]

Dass eine Person sterben wird, ist eine Vorhersage, die wir mit absoluter Genauigkeit sagen können. Die Kunst ist, den genauen Termin festzunageln. Vor Kurzem hörte ich die Geschichte einer Frau, die vom Astrologen gesagt bekam, ihr Tod stünde unmittelbar bevor. Sie war in vollem Aufruhr. Als die Zeit vorüber war und sie nicht starb, war sie zuerst erleichtert und dann mächtig wütend auf den Astrologen. Letzte Woche gestand mir eine Freundin, eine Handleserin habe ihr auf ihrer letzten Nepalreise vorausgesagt, dass sie in fünf Jahren sterben würde. Die Tränen unterdrückend fragte mich meine Freundin, ob ich das auch sähe. Ich sah mir ihr Horoskop an. Ich sah nichts Bemerkenswertes und sie war erleichtert. Und doch fragte ich mich, ob sie, wenn die Zeit käme und ich Unrecht gehabt hätte, mit einer Heidenwut auf mich durch das Jenseits rasen würde?

Frawley hält moderne Astrologen für sehr zimperlich, wenn es darum geht, ihren Klienten andere als gute Nachrichten zu vermitteln. Die traditionellen Astrologen waren da praktischer: es war sinnlos, dem Klienten seinen Mittwoch vorherzusagen, wenn er am Dienstag schon tot war. Um die Todeszeit herauszufinden, schlägt Frawley vor, die Spitze des achten Hauses und dessen Herrscher genau unter die Lupe zu nehmen, sowie den Stand des achten Hauses im Solar- und Lunarhoroskop. Es stimmt, dass die meisten modernen Astrologen diese Technik nicht kennen. "Die Todeszeit feststellen" steht selten im Programm von Kongressen. Wenn ich meine Astro-Kollegen frage, wie sie die Todeszeit herausfinden, sind ihre Antworten so vage wie meine. Die Mutter einer meiner Astrologen-Freundinnen hatte Krebs im Endstadium. Wir sahen uns Zeiten an, zu denen der unausweichliche Tod eintreten könnte. Wir nahmen an, dass es in dem Jahr passieren würde, in dem Pluto im Quadrat zum Mond meiner Freundin war, aber ihre Mutter ignorierte den Transit und lebte weiter.

Vielleicht stimmt ja, was die Buddhisten sagen, dass es reicht zu wissen, dass wir sterben, auch wenn wir den Zeitpunkt nicht wissen. Einstweilen, wenn meine Klienten eine Betonung des achten Hauses durch Transit, Progression oder Solar haben, finde ich es nützlich anzunehmen, dass etwas in ihrem Leben sterben wird. Wie poetisch und metaphorisch das meiner Ansicht nach auch sein mag, es ist auch praktisch; die Mehrzahl meiner Klienten überleben diese Transite und gewinnen einen neuen Sinn durch sie. Sie müssen selbst entscheiden, ob wir Modernen die Tradition stark vereinfachen oder die Symbole erweitern, um die Bedürfnisse der neuzeitlichen Kultur anzusprechen.

Planeten im achten Haus des Solarhoroskops können ein Jahr der Krisen und Unbeständigkeit anzeigen. Vielleicht ändern Sie Ihren Lebensstil grundlegend, vielleicht müssen Sie sich an die schwierigen Umstände einer Scheidung, eines Umzugs oder einer neuen Arbeitsstelle anpassen. Ein betontes achtes Haus im Solar oder durch Transite oder Progressionen kann auf den Tod oder eine seelische Krise bei jemanden deuten, der uns nahe steht. Oft erleidet unser eigenes Ego einen traumatischen Schlag, der uns darauf hinweist, dass es an der Zeit ist, eine Vorstellung loszulassen, die es von sich selbst hat. Vor kurzem hat meine Freundin, die Astrologin April Elliott Kent, einen Artikel auf ihrer Website veröffentlicht, in dem sie über den Saturn-Transit durch ihr achtes Haus schreibt. "Saturn", schrieb sie, "stampft durch mein achtes Haus, wie Gozilla, der ganz Tokyo erbeben ließ, und hält meinem zitternden Zweithaus-Saturn mit seinen vielen Unsicherheiten, den Spiegel vor." [5] Das achte Haus herrscht über das Geld unseres Partners; Aprils Mann hatte zu dem Zeitpunkt kein Einkommen. Zusammen schuldeten sie der Finanzbehörde einen ordentlichen Batzen Geld, und obwohl ihre Fondsanlagen nicht tot waren, waren sie als Lebensversicherung gedacht. Darüber hinaus waren sie noch Opfer eines Kreditkartenbetrugs geworden. "Wirklich," schrieb April, "Achthaus-Transite können kaum schlimmer werden. Das reicht aus, um sich unter der Decke verkriechen und sich betrinken zu wollen."

Am Tag nach der Veröffentlichung des Artikels schrieb April mir eine E-mail. "Ich habe gerade die verrückteste E-mail bekommen, die mir je ein Leser geschickt hat. Er warf mir doch tatsächlich vor, dass ich nur über (mein) Leben, (mein) Haus, (meinen) Mann schreibe. Er meinte, ich solle doch auf einen allgemeingültigeren Ansatz zurückkommen (wann hatte ich den je?!). Du kannst dir meine Reaktion und meine Antwort vorstellen ... Ich ziehe in Erwägung, einen Nachtrag zu schreiben und die gleichzeitige Saturn-Oppostion zu schildern. Saturn in zwei: Du denkst, du seist nichts wert, unwürdig, deine Ideen nicht anerkannt? Transit-Saturn in acht: "Ja, du hast RECHT!"

In solchen Situationen ist die Astrologie hilfreich: April könnte sich hinlegen und sterben wollen oder sich bewusst werden, dass etwas anderes sterben musste. "Und das ist genau das, was bei dieser Sache herauskommt," schrieb April am nächsten Tag. "Es ist als ob ein ganzes Leben vor mir aufsteigt, in dem Leute meine Kreativität heruntergemacht haben mit ihrer 'Was glaubst du eigentlich, wer du bist?'-Einstellung. Und ich stehe einfach da und sage, 'Weißt du was? Das ist totaler Schwachsinn!'" Nicht alle Achthaus-Transite sind schlecht. Aprils mutiges Bewusstsein ließ ihre Unsicherheiten unter der Axt des Sensenmannes in sich zusammenfallen.

Und was ist mit Sex?

"Die Vorstellung, dass Sex eine Angelegenheit des achten Hauses sein soll, ist ziemlich schrecklich," schreibt John Frawley. [6] Sex ist im traditionellen System eine Sache des fünften Hauses. Ich bin geneigt, ihm zuzustimmen. Aber es ist mir aufgefallen, dass mir meine Klienten in dem Monat, in dem die Sonne jedes Jahr durchs achte Haus geht, von den erstaunlichsten Sexträumen berichten. Oder sie entdecken eine außergewöhnliche Erhöhung ihres Pheromonspiegels, die sie für das andere Geschlecht noch attraktiver macht.

Fünfthaus-Sex ist genießerisch und macht Spaß. Traditionell gesehen ist das der Bereich der Venus. Das fünfte ist ein Haus des Spiels, und Sex ist eine tolles Spiel für Erwachsene. Aber der Sex des achten Hauses ist anders. Er ist komplizierter und geheimnisvoller. Es ist die Art von Sex, die Pluto mit Persephone hatte (Pluto herrscht in der modernen Astrologie über das achte Haus). Wenn das achte Haus aktiviert ist, können wir uns mit dem einen oder der anderen identifizieren. Wir sind vielleicht besitzergreifend und auf der Jagd wie Pluto. Oder wir pflücken arglos Blumen wie Persephone und bekommen eine riesen Überraschung. Egal welchen Charakter wir wählen, wir landen immer in einem Bett, das der Unterwelt entstammt.

Der Sex des achten Hauses ist von der Art, die Ehemänner vor ihren Frauen verheimlichen. Oder von der Art, über die sich Paare streiten - "Ich will Sex so oder so haben", "Ich brauche es so und so oft in der Woche." Dieser Machtkampf weitet sich über den Sex hinaus in alle anderen Bereiche aus: "Ich hasse deine Mutter", "Mir passt es nicht, wie du unser Geld ausgibst." Die Sex-Kämpfe des achten Hauses sind von der Art, wie sie in Psycho-Talkshows breitgetreten werden. Doch im Mythos bekommen wir nie ein genaues Bild davon, was genau Pluto mit Persephone macht. Wenn die Mythen den Vorhang vor bestimmte Szenen ziehen, ist das ein Hinweis darauf, dass die Erfahrungen hier sehr unterschiedlich sind und dass jeder von uns diese Überfahrt alleine schaffen muss.

Und doch können wir das achte Haus nicht verlassen, ohne wenigstens eine Geschichte über Sex gehört zu haben. Diese kommt von Bronwyn Elko, auch eine Astrologin, die etwas zu meiner Kolumne über das achte Haus beigetragen hat (als Saturn in den Fischen war). Was ich besonders daran mag ist, wie sie beweist, dass sogar der gestrenge Saturn einen Sinn für Humor haben kann. Ich überlasse Sie nun ihren Worten.

BROWNWYNS GESCHICHTE

Nachdem ich meine Jungfräulichkeit verloren hatte, schrieb ich in mein Tagebuch, "Heute haben Peter und ich Liebe gemacht. Das Nachleuchten erblühte zu Visionen. Jetzt weiß ich, dass es einen Gott gibt!" Heiliger Sex ist meine Religion, ein Tor zu mystischer Ekstase. Pfeif auf die unschönen Folgen, wenn sich spiritueller Stolz mit Intimität verstrickt, "Heilung durch Sex", Opfer als Macht, und andere Fische-Achthaus-(Selbst-)Täuschungen. Ein Teil von mir will stur daran glauben, dass das "Universum der Yoni" (Hindu für Vagina) den göttlichen Funken vom Lingham - oder dem "Lichtstab" - des Mannes empfängt. Das Gemisch dieser klebrigen Flüssigkeiten ist Nektar der Götter, der wie eine Droge wirkt.

TempelMein Leben lang habe ich während des Liebesspiels spontan halluziniert. Es ist als ob andere Welten durch die Oberfläche unserer Haut brechen. Es klingt verrückt, aber einmal umhüllte das Universum die Augen meines Geliebten und die biologische Zeit floss rückwärts in fremde Landschaften. Mit meinem Radix-Neptun im dritten Haus regen diese Visionen meine Fantasyliteratur an, was besonders im Lichte der Ereignisse der letzten Zeit interessant ist.

Mit dem Eintritt von Saturn in mein achtes Haus wurden die unterirdischen Fische ans Licht befördert, als ich mich leidenschaftlich auf einen Mann einließ, der körperlich nicht in der Lage war Geschlechtsverkehr zu haben! Am Boden zerstört, aber wild entschlossen, schwor ich, es durchzuhalten. Je mehr ich "opferte und litt" desto schlimmer wurde es. Es entwickelte sich ein Machtkampf, bei dem jeder von uns die Werte des anderen bekämpfte und ändern wollte. Ich fühlte mich bedroht von seinen nihilistischen Vorstellungen und legte schnurstracks mein Rettermäntelchen um in einem aussichtslosen Versuch ihn zu "erlösen", den versteckten Spiegel meines eigenen verleugneten Zynismus.

Mein Wassermann an Spitze sieben hatte sich hoffnungslos "verbissen": der Kerl ist der brillante Schriftsteller, der mein Saturn in drei sehnsüchtig sein möchte. Aber Transit-Saturn durch das achte Haus zwang mich, die Projektion auf schmerzhafteste Art zurückzunehmen (über Neptun im Quadrat zum Radix-Neptun im dritten Haus). Können Sie sich denken, welche Fische-Währung sein prometheischer Geist von mir "stahl"? Die Münze, die Charon forderte, bezahle ich dafür, dass ich seine Brillanz zu importieren versuche. Kurz, die ganze Geschichte hatte eine lähmende Schreibblockade zur Folge, die mir jeglichen Zugang zu meiner Vorstellungskraft verschloss. Ich fühlte mich monatelang wie tot.

Aber das war nicht alles.

Kurz nach unserer Trennung hörte ich bei einer Schriftstellerparty zufällig zwei Frauen über ihn reden. "Oh," sagte die Blondine, "er schreibt so leidenschaftlich." Die andere blies einen Rauchring und erwiderte, "Ja, er muss großartig im Bett sein!"


Fußnoten:
  1. John Frawley, Die wahre Astrologie angewandt (arte poetica Verlag, 2008).
  2. Dana Gerhardt, “The 8th House,”The Mountain Astrologer, 12/95.
  3. Dane Rudhyar, Das astrologische Häusersystem (Rowohlt, 1992).
  4. Frawley, ibid.
  5. April Elliott Kent: www.bigskyastrology.com
  6. Frawley, ibid.
  7. Dana Gerhardt, ibid.

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Aus dem Englischen von Karin Hoffmann

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