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Der Mondphasen-Zyklus (2)

Der Neumond

frogprinceIch mache schon seit Jahren Neumondrituale. Es gibt immer eine Stimme in mir, die fragt: "Wozu soll das schon gut sein?" Eine andere Stimme antwortet dann normalerweise: "Sei still, das ist Zauberei. Du willst doch zaubern, oder?" Die skeptische Stimme beharrt auf ihrem Standpunkt: "Ja, na und. Du machst ein Ritual oder du lässt es bleiben. Das ist doch nichts Weltbewegendes." Worauf die Zauberin in mir ruft: "Wenn du das Neumondritual ausfallen lässt, ziehst du den Zorn der Götter auf dich! Also mach es besser."

Wenn ich gar nicht mehr weiter weiß, siegt schließlich meist mein Schuldgefühl. Ich mache also ein Ritual. Und weil ich mich jetzt schon seit Jahren daran halte, habe ich im Laufe der Jahre vieles gelernt, das weit über das Verständnis beider Stimmen in mir hinausgeht. Dieses Wissen entspricht dem Mond zutiefst. Und es ist langsam gewachsen, im Laufe vieler Neumondrituale, und das ist genau der Punkt.

Rituale können ein Weg für uns sein, uns mit der natürlichen Ordnung zu verbinden. In den alten Traditionen legte man Wert auf eine Zusammenarbeit mit dem Kosmos und bestimmte den Zeitpunkt für Zeremonien mithilfe von Sonne, Mond und den Jahreszeiten. So gewährte man den Rhythmen der Natur Unterstützung. Man war überzeugt davon, dass die Welt krank werden würde, wenn man es nicht täte. Heute hält uns das Wissen zurück, dass die Sonne und der Mond auch ohne unsere Hilfe auf- und untergehen. Was wir jedoch nicht wissen können, ist, ob die Welt nicht vielleicht doch krank geworden ist, weil wir keine Rituale im Einklang mit der Natur mehr durchführen.

Das ist allerdings nicht der Grund, warum ich Neumond-Zeremonien mache. Es ist viel persönlicher. Mir geht es darum, den Wert der Wiederholung zu entwickeln und schätzen zu lernen, im Laufe der Zeit immer wieder zum gleichen Ausgangspunkt zurückzukehren, mit einer ähnlichen Absicht wie beim letzten Mal. Denn genau das tut der Mond: Er bringt den Vollmond bei Sonnenuntergang an den östlichen Horizont und führt dann die schmaler werdende Sichel zwei Wochen später an den westlichen Himmel zurück. Auch ich komme zurück. Manchmal flüstere ich ihm nur ein paar Worte zu oder mache eine Geste in seine Richtung, ohne viel dabei zu empfinden oder gar eine Verbindung zu spüren. Und manchmal habe ich bei Neumond ein derartiges "Aha-Erlebnis", dass sich die Schwingungen in die Vergangenheit und Zukunft ausdehnen und alle Zeremonien im Umkreis dieses Neumondrituals aufladen. Im Laufe des nächsten Neumondes baut sich dann etwas Neues auf. Die subtilen Fäden der Veränderung, Spiegelung und Rückkehr, führen letztlich zu einer Transformation.


"Die Prinzessin durchstreift eines Tages den kühlen Wald, um mit ihrer goldenen Kugel zu spielen (symbolisch gesehen also, um Ganzheit zu finden). Diese fällt ihr versehentlich in einen Brunnen. Doch zum Glück erscheint ein Frosch, der ein verzauberter Prinz ist und bringt ihr die Kugel zurück. Das eine führt zum anderen, und schließlich heiratet die Prinzessin ihn - jetzt ist sie vollständig. Wer hätte schon gedacht, dass ihr unschuldiger Streifzug durch den Wald so endet?"


Wir erfahren dann das, was die Anthropologin Mary Catherine Bateson "an einen Längengrad geknüpfte Erkenntnisse" nennt, Entdeckungen, die wir nur machen können, wenn wir den gleichen Weg wieder und wieder beschreiten.[1] Es ist ein natürlicher Lernmodus, für den sich Rituale so wunderbar eignen. Bates befürchtet, dass wir unsere Fähigkeit für diese Art des Lernens verlieren. Unser Bedürfnis nach Freiheit, Neuem, Unterhaltung und Geschwindigkeit tritt eben stärker in den Vordergrund. Wir mögen es nicht sonderlich, eingeengt zu werden. Traditionelle Worte und Formen zu wiederholen erscheint uns künstlich. Wir haben Angst, unserer ritualisierten spirituellen Erfahrung könne es an Echtheit mangeln. Uns wird schnell langweilig. Und wenn das Ritual kein sofortiges Erfolgserlebnis mit sich bringt, fühlen wir uns erst recht betrogen.

Vielleicht können wir hierzu etwas von Kindern lernen, die mit bemerkenswerter Ausdauer immer wieder das gleiche Video sehen, das gleiche Spiel spielen oder die gleiche Geschichte hören können. Wieder und wieder und wieder. Sie können es nicht nur, sie lieben es. Wenn man dies als Erwachsener beobachtet, bleibt es einem häufig verborgen, was das Kind von all diesen Wiederholungen eigentlich hat. Aber vielleicht ist es das gleiche Geheimnis, das der Mond uns jeden Monat erneut zuflüstert: "Da bist du ja wieder! Bleib einen Moment hier. Lass uns noch einen Schritt tiefer gehen. Wer bist du jetzt? Was siehst du?" Bei jedem Neumond mögen sich zwar die Einzelheiten in unserem Leben geändert haben, aber es liegt sowohl Kontinuität als auch jedes Mal eine neue Gelegenheit darin, diesen speziellen Zeitpunkt immer wieder anzusteuern.

Ein Kind, das immer wieder "In einem Land vor unserer Zeit" schaut, kommt uns wie besessen vor, als würde es vom Video gefangen genommen, und nicht umgekehrt. Aber was ist, wenn kein Ritual uns jemals gefangen nimmt? Können wir uns Riten aus fremden Traditionen leihen? Hat so ein Ritual für uns ohne das entsprechende Kulturerbe, oder mysterienritualzumindest das Wissen darum, überhaupt Bedeutung? Und wenn wir uns unser eigenes Ritual ausdenken, fehlen ihm dann die geheime Essenz und die Macht der Form, die den von spirituell weiseren Menschen erschaffenen Ritualen zugrunde liegen? Was ist, wenn wir zwar regelmäßig an den Neumond denken, aber jedes Mal nur eine Zeremonie improvisieren? Zählt das auch?

Ich wünschte, ich wüsste die Antwort. Wir leben in chaotischen Zeiten. Ich glaube, dass unser Wunsch nach stabilen Formen und Strukturen in den nächsten Jahren zunehmen wird, insbesondere, wenn Pluto durch Steinbock läuft. Ich denke in diesem Zusammenhang oft an einen meiner zweitklassigen Lieblingsfilme, "Mad Max 3 - Jenseits der Donnerkuppel". In diesem Film geht es um eine Gruppe von postapokalyptischen Kindern, die ein Flugzeugunglück überleben. Sie lernen, in dem verlassenen Landstrich zu überleben. Aber sie entwickeln auch Rituale, in denen sie ihre Vergangenheit ehren. Sie rekonstruieren sie aufgrund von Gegenständen, die sie in dem Flugzeugwrack finden - ein kaputtes Videoband, ein Girlie-Foto, eine Postkarte der New Yorker Skyline. Ihre Annahmen über die Vergangenheit sind völlig falsch, doch ihre Rituale sind kreativ und inspiriert. Indem sie einander ihre Geschichten erzählen und immer wieder zu ihren Ritualen zurückkehren, verbünden sich diese unschuldigen, gestrandeten Geschöpfe zu einer geistigen Einheit.

Vielleicht können wir aus ihrer Erfahrung lernen, auch wenn es nur Figuren aus einem Kinofilm sind. Letztlich spielt es womöglich weniger eine Rolle, für welche Rituale wir uns entscheiden, als dass wir es überhaupt tun. Und vielleicht spielt es auch gar keine Rolle, wann wir unsere Rituale durchführen. Bei Vollmond. Am 15. jeden Monats. Wenn unsere Lieblingsblume blüht. Ich mag nun mal zufällig den Neumond. Eine Zeit der Erneuerung in der Natur, die uns immer wieder zur Energie des Neubeginns hinführt. Denn wir fangen ja ständig neu an, astrologisch betrachtet oder nicht. Jede Progression oder jeder Transit, der in Konjunktion über einen Radix-Planeten läuft, jeder Umzug, jede berufliche Veränderung sind immer wieder ein Neuanfang, genau so wie der Neumond. Wenn man Neumondrituale macht, wird man immer weiser in Bezug darauf, was Neuanfang bedeutet.

Eine gute Art, ein Gefühl für die Qualität des Neumondes zu bekommen, ist, sich an die "ersten Male" in der Kindheit zu erinnern. Unsere Neuanfänge als Kinder sind reiner, weniger belastet von den Erwartungen, die sich erst mit wachsender Erfahrung einstellt. Ich erinnere mich noch an das erste Mal, als ich Enten gefüttert habe. Ich war drei Jahre alt, und niemand hatte sich die Mühe gemacht, mir zu erklären, was wir da eigentlich tun. Erst waren wir im Auto, dann auf einem Parkplatz und dann gab mir jemand eine Tüte voller Brotstückchen. Weil ich nicht verstand, was das sollte, fing ich an, sie zu essen. Die Erwachsenen lachten, man nahm mir die Tüte weg und ich weinte.


"Denn wir fangen ja ständig neu an, astrologisch betrachtet oder nicht. Jede Progression oder jeder Transit, der in Konjunktion über einen Radix-Planeten läuft, jeder Umzug, jede berufliche Veränderung sind immer wieder ein Neuanfang, genau so wie der Neumond. Wenn man Neumondrituale macht, wird man immer weiser in Bezug darauf, was Neuanfang bedeutet."


Ein wenig verheißungsvoller Anfang. Aber nicht ganz unähnlich zu vielen Neumonden. Wir kennen den Teich mit den vielen Enten hinter dem Parkplatz noch nicht. Der Himmel ist dunkel, der Mond ist mit der Sonne am Horizont untergegangen. Die visuelle Ankündigung für den Beginn eines neuen Zyklus können wir erst einige Tage später wahrnehmen, wenn nämlich eine schmale Sichel am westlichen Abendhimmel erscheint.

Anfänglich entzog sich dieses Detail meiner Aufmerksamkeit. Aus meinen frühen astrologischen Studien hatte ich es mir irgendwie in den Kopf gesetzt, dass der Neumond so etwas wie ein Paukenschlag zum Auftakt einer Parade sei, eine laute, wilde Zeit, zu der jeder energiegeladen in der Gegend herumläuft und voller Enthusiasmus neue Projekte ins Leben ruft. In der Neumondphase beobachtete ich die Menschen um mich herum sehr genau und schaute viel Nachrichten, in der Erwartung, wesentliche Ereignisse und Aktivitäten wahrzunehmen. Manchmal war das auch so, manchmal aber auch nicht. War Astrologie also falsch?

Die Sonne und der Mond stehen bei Neumond in Konjunktion zueinander. Das symbolisiert zwar eine starke Energiekonzentration, aber sie ist noch außerhalb unseres Gesichtsfeldes. Der Energielevel ist zwar hoch, aber das Bewusstsein noch sehr niedrig, etwas, das gerade am Anfang häufig der Fall ist. Wir mögen zwar denken, wir würden uns in die gewünschte neue Richtung bewegen, aber typischerweise fangen wir unsere neuen Zyklen genauso an wie der junge Mond, im Dunkeln nämlich. Das hat etwas von Empfängnis, eine weitere göttliche Konjunktion, die sich unserem Blick entzieht. Wir wissen nicht wirklich, was wir da eigentlich angefangen haben, bis die Anfangsphase tatsächlich schon eine ganze Weile vorüber ist.

Im Dunkeln zu agieren bedeutet, dass wir unseren Weg erfühlen müssen und dabei nicht wissen, wo er überhaupt hinführt. Das passt zur speziellen Energie der Konjunktion - ob es sich dabei nun um einen Neumond, einen progressiven oder transitierenden Planeten in Konjunktion zu einem Radixplaneten oder auch um eine Konjunktion im Radix selbst handelt. Es findet eine Energiefusion statt, eine Verschmelzung von Kräften, die eine neue Gelegenheit erschaffen und auch etwas Verwirrung mit sich bringen. Ein Wunsch wird geweckt, aber zu welchem Zweck? Welcher Planet übernimmt die Führung? Kämpfen die Energien gegeneinander oder verbinden sie sich miteinander, um etwas Neues zu kreieren?

Doch auch wenn der Ausgang bei Neumond unklar ist, wir müssen einen Anfang machen. Und der erste Neumond-Test kommt gewiss. Angetrieben von Energie, ohne bewusste Absicht, können wir etwas neu erschaffen oder in unsere alten Gewohnheiten zurückfallen. Meist tun wir ohnehin das, was wir schon kennen, und halten uns von Veränderung möglichst fern. Ich habe damals das Brot gegessen, weil das mit meiner dreijährigen Lebenserfahrung eben das war, was man mit Brot machte. Woher sollte ich wissen, dass es für die Enten bestimmt war? Woher sollte ich wissen, dass es überhaupt Enten gibt?

Was ich aus meinen regelmäßigen Neumondritualen gelernt habe, ist, dass man diesen Augenblick ohne einen Mondkalender ganz leicht verpasst. Eine geschäftige Arbeitswoche nach der anderen. Wir werden heutzutage wie Maschinen in einem ungeheuren Tempo vorangetrieben. Und ohne es zu merken, setzen wir unsere neuen Schritte in die alten Fußabdrücke. Trotz zwölf oder dreizehn Neumonde in jedem Jahr, jeder von ihnen eine himmlische Chance für einen Neuanfang, landen wir Monat für Monat wieder in einer ähnlichen Situation.

wassermannAstrologie kann uns helfen, aber sie kann uns auch übermütig machen. Wir wissen ja, wann Neumond ist. Und noch besser, wir haben sogar Neumondhoroskope, die uns sagen können, was passiert. Wir können neuen Zielen also Energie verleihen, indem wir sie zu dem Haus in unserem Horoskop in Beziehung setzen, in das der Neumond fällt. Das mit den Zielen gefiel mir besonders gut. Bis ich eines Tages während eines Wassermann-Zyklus ein Aha-Erlebnis hatte und sich meine Perspektive veränderte.

Der Grad des Wassermann-Neumondes fiel in mein sechstes Haus. Ich dachte an Themen des sechsten Hauses, meine Arbeit, meine Gesundheit, meine Alltagspflichten und fasste den lobenswerten Entschluss, mich in all diesen Bereich ganz neu zu organisieren. Als sich dieser Mondzyklus dann schließlich näherte, erwischte er mich kalt. Meine astrologische Praxis nahm auf einmal doppelt so viel Zeit in Anspruch wie früher, im Büro verursachten mir kapriziöse Computer Dauerstress, der Straßenverkehr wurde von Stürmen lahmgelegt und Zeitpläne verschoben sich ganz plötzlich. Anstatt mit meinen Zielen voranzukommen, war ich über alle Maßen gestresst. Dann - in einem wassermännischen Geistesblitz - fiel auf einmal der Groschen bei mir! Es ging in diesem Zyklus darum, etwas Neues zu lernen - ein wenig mehr wassermännische Erfindungsgabe zu entwickeln.

Wassermann ist natürlich schon immer in meinem sechsten Haus, und ich bin da immer so herangegangen, wie es wahrscheinlich jeder Jungfrau-Aszendent tut. Ich versuche, meine Arbeit, meine Gesundheit und meinen Alltag schön durchzuorganisieren. Das war all die Jahre mein Ziel, jedes Jahr bei Neumond in Wassermann erneut. Ich hielt das für eine kolossale Veränderung! In diesem Neumondzyklus stimmte ich mich endlich auf das feine Zusammenspiel von Chaos und Erfindungsgeist in meinem sechsten Haus ein. Ich schaffte es, ein wenig von meiner jungfräulichen Starre loszulassen und das Unerwartete willkommen zu heißen. Ich verfeinerte meine astrologische Technik, indem ich sie um größere Spontaneität und Intuition bereicherte. Und diese Geschenke waren diesmal nicht das Ergebnis bewusster Planung, sondern sie fielen mir als Dank für meine Empfänglichkeit für die Zeitqualität zu.


"Die Sonne und der Mond stehen bei Neumond in Konjunktion zueinander. Das symbolisiert zwar eine starke Energiekonzentration, aber sie ist noch außerhalb unseres Gesichtsfeldes. Der Energielevel ist zwar hoch, aber das Bewusstsein noch sehr niedrig, etwas, das gerade am Anfang häufig der Fall ist. Wir mögen zwar denken, wir würden uns in die gewünschte neue Richtung bewegen, aber typischerweise fangen wir unsere neuen Zyklen genauso an wie der junge Mond, im Dunkeln nämlich."


Jetzt ergab alles einen ganz neuen Sinn für mich. Weil der Neumond eine Konjunktion von Sonne und Mond ist, können wir zu dieser Zeit sowohl solar (bewusst) als auch lunar (aufnahmefähig) sein. Wir können uns Ziele setzen, ja. Wir können uns auch in ein neues Abenteuer stürzen. Aber wir sollten auch auf jeden Fall aufmerksam bleiben für ein Abenteuer ganz anderer Art, das die Götter vielleicht für uns vorgesehen haben. Einige werden jetzt sicherlich sagen, dass wir genau das in einem Neumondhoroskop erkennen können.

Gestern erhielt ich eine e-mail von meiner Freundin Gloria, die sich seit einiger Zeit mit Prognose und Neumondhoroskopen auseinandersetzt. In dem Text, den sie gelesen hat, steht, dass ein Neumond im sechsten Haus im Quadrat zu einem Radix-Planeten im dritten Haus entsetzliche Auswirkungen haben kann. Sie hatte ihrem Verleger gerade ihren zweiten Roman geschickt und war schrecklich beunruhigt: "Heißt das, dass mit meinem Buch etwas ganz Entsetzliches passiert?"

Obwohl es vielleicht möglich ist, die Zukunft aus einem Neumondhoroskop herauszulesen, läuft es den Anforderungen unserer Zeit so zuwider, dass ich diese Vorgehensweise immer weniger mag. Wie ein Freund und Astrologe kürzlich sagte, "Prognosen sind nicht gerade inspirierend". In diesem Fall hatte die Prognose Gloria geradezu an einen Punkt der Verzweiflung gebracht - wohl kaum die beste Geisteshaltung, um ihr Projekt zu lancieren, geschweige denn, in einen neuen Zyklus einzutreten.

Wenn sie ihr Buch zurückziehen würde, weil ihr das Horoskop sagt, es sei nicht der richtige Zeitpunkt dafür, würde sie damit nicht nur die mögliche Entwicklung des Buches einschränken, sondern auch das, was sie eventuell aus diesem Prozess lernen könnte. Und vielleicht kämen ihr auch beim nächsten Versuch Zweifel an seinem Erfolg, die sie jetzt schon gesät hätte. Jeder, der mit Prognosen umgeht, weiß, dass ein Spannungsaspekt viele Möglichkeiten der Verwirklichung bietet. Vielleicht hat er mit Glorias Buch auch gar nichts zu tun, und es würde noch etwas ganz anderes passieren.

Welche Aussicht ein Neumondhoroskop auch immer bieten mag, mir erscheint es angemessener, ihm mit einer offenen Bereitschaft zu begegnen. Ich gehe heutzutage mit Neumondhoroskopen leichtherziger um und "entdecke" seine Ausdrucksformen lieber im Laufe des Zyklus. Selbst Ziele zu setzen kommt mir mittlerweile schon zu aggressiv vor, zu einseitig, zu fortgeschritten für die Zeitqualität dieser Phase. Das mache ich lieber zur nächsten Mondphase, unter dem Sichelmond. Die Neumondphase verbringe ich derzeit so, dass ich mich ganz sacht für die Energie des betreffenden Hauses in meinem Horoskop öffne. Ich versuche, die Symbolik nicht festzunageln, sondern mich ihr vorsichtig zu nähern. Der Neumond ist für mich eine Aufforderung, diesem Lebensbereich mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Dazu gehört sowohl die Bereitschaft, Altes auszumerzen, als auch, sich etwas Neues aufzubauen. Jeder Neumond hat auch etwas leicht Apokalyptisches, etwas, das unsere alte Welt, unser altes Selbst, sterben lässt. Die Gottheit, mit der ich diese shiva dancingPhase immer verbinde, ist der Hindu-Gott Shiva, der in einem furchterregenden Feuer tanzt, das zur gleichen Zeit zerstört und wiederaufbaut. Shiva würde sagen: "Löse deinen starren, gelehrten Blick. Der Neumond verlangt eine Öffnung von Körper und Seele. Strecke deine Arme zum Himmel. Steh mit deinen Füßen fest auf der Erde. Leere! Wunder! Tanz!"

Die Neumondphase dauert immer drei bis vier Tage. Sie beginnt mit der Konjunktion von Sonne und Mond und dauert über das Halbsextil hinweg bis zum Halbquadrat an, wenn der Mond der Sonne 45° vorausgelaufen ist. Wann immer ich die Zeit dazu finde, begebe ich mich in dieser Phase auf einen kurzen Streifzug, entweder zu Fuß oder mit dem Auto. Ich habe dabei kein bestimmtes Ziel, sondern geh einfach nur irgendwo hin und schaue, was passiert. Ich mache mich in dem Geist des Märchens "Der Froschkönig" auf den Weg.

Die Prinzessin verkörpert den jungfräulichen Mond. Sie ist jung und so schön, dass selbst die Sonne, die schon vieles gesehen hat, voller Erstaunen ist, wenn sie ihr ins Gesicht scheint. Die Prinzessin durchstreift eines Tages den kühlen Wald, um mit ihrer goldenen Kugel zu spielen (symbolisch gesehen also, um Ganzheit zu finden). Diese fällt ihr versehentlich in einen Brunnen. Doch zum Glück erscheint ein Frosch, der ein verzauberter Prinz ist und bringt ihr die Kugel zurück. Das eine führt zum anderen, und schließlich heiratet die Prinzessin ihn - jetzt ist sie vollständig. Wer hätte schon gedacht, dass ihr unschuldiger Streifzug durch den Wald so endet?


"Das Bild der Prinzessin, die mit ihrer goldenen Kugel spielt, erweckt in mir das Gefühl der Neumond-Konjunktion. Erinnern Sie sich noch daran, wie es war, alleine Ball zu spielen? Mit dem Ball im Geiste in die Höhe zu fliegen, wenn man ihn in die Luft geworfen hatte? Wie man jedes Gefühl für die Zeit und die Außenwelt verlor, während man unter ihm stand und ihm zuschaute, wie er wieder herunterfiel? Wir sind voller Energie und auf eine natürliche Art und Weise von uns selbst durchdrungen."


Meine Neumondstreifzüge sind selten so dramatisch. Obwohl ich zugeben muss, dass es drei Mondzyklen gab, in denen auch ich einen Prinz gefunden habe! Meist gehe ich am Neumond einfach nur hinaus, um meine Routine zu unterbrechen. Manchmal kommt mir dabei eine Inspiration. Manchmal führt mich ein scheinbares Unglück oder ein Ärgernis zu etwas Neuem, ähnlich wie bei der Prinzessin. Wichtig ist für mich dabei nur, dass ich es nicht plane. Wie uns "Der Froschkönig" nahe legt, können während des Neumondes selbst kleine, alltägliche Begegnungen wie mit einem Frosch Glück verheißen.

Das Bild der Prinzessin, die mit ihrer goldenen Kugel spielt, erweckt in mir das Gefühl der Neumond-Konjunktion. Erinnern Sie sich noch daran, wie es war, alleine Ball zu spielen? Mit dem Ball im Geiste in die Höhe zu fliegen, wenn man ihn in die Luft geworfen hatte? Wie man jedes Gefühl für die Zeit und die Außenwelt verlor, während man unter ihm stand und ihm zuschaute, wie er wieder herunterfiel? Wir sind voller Energie und auf eine natürliche Art und Weise von uns selbst durchdrungen. Wir sind mehr in uns gekehrt und uns der Außenwelt weniger bewusst. Oppositionen und Quadrate erinnern uns daran, dass die Welt voll von anderen Wesen ist, aber bei der Konjunktion ist das anders. Da sind wir uns selbst alles.

Diese starke Subjektivität überträgt sich auf alle Menschen, die zu Neumond geboren werden, sie beschenkt sie mit Wünschen, an die viele andere von uns nicht einmal im Traum zu denken wagen würden. Sie sind mit einem fehlenden Bewusstsein für mögliche andere Sichtweisen gesegnet und wissen darum nicht, dass anderen das, wonach sie streben, so unglaublich oder gar unmöglich erscheint. Neumond-Menschen sind deswegen Pioniere, großartige Initiatoren und Einzelgänger. Sie sind auf der Welt, um zu ihren eigenen, ganz speziellen Interessen und Fähigkeiten zu stehen, und damit so weit zu kommen, wie sie nur können.

Fragen Sie doch einmal einen an Neumond-Geborenen nach seiner Lebensgeschichte. Sie werden herausfinden, dass es sehr interessante, originelle Menschen sind, wie ein erfolgreicher Geschäftsmann, den ich kenne, der Präsident eines millionenschweren Forschungsunternehmens ist und gleichzeitig Gedichte schreibt und seinen Sekretärinnen und Kunden häufig CDs mit Musik schenkt, die er selbst komponiert und gespielt hat.

Manchmal ist eine so einzigartige Mischung von Begabungen eher ein Fluch als ein Segen. Weil ihnen so viele Möglichkeiten offen stehen, haben diese Menschen häufig das Gefühl, über den Anfang nicht hinauszukommen. Es sind Gründernaturen, die erst noch entdecken müssen, was sie gründen wollen. Es gibt keine vorgefertigten Modelle für sie - sie müssen sich ihren Weg selbst freikämpfen. Aber sich für einen Weg zu entscheiden und dann auch dabei zu bleiben, fällt ihnen nicht ganz leicht. Gemäß der Qualität dieser Mondphase agieren Kinder des Neumondes instinktiv, ohne ein klares Empfinden dafür, wohin es sie führt.


"So wie es uns häufig mit unseren Lieblingsbüchern oder Lieblingsfilmen geht, geht es uns auch jetzt: Was wir am Ende entdecken, ist oft etwas ganz anderes als das, was wir am Anfang gesucht haben. Das Wichtigste ist, sich einfach nur in Bewegung zu setzen. Der nächste Zeitpunkt, dem wir dann wieder Aufmerksamkeit widmen müssen, ist, wenn unserer Prinzessin ihre goldene Kugel in den Brunnen fällt. Das ist das Semisextil, das halbe Sextil, eine halbe Gelegenheit. Ich nenne diesen Aspekt gern "Rizinusöl-Aspekt". Am Ende ist es ja immer gut für uns, aber erst einmal verziehen wir angewidert das Gesicht."


Astrologie kann ihnen dabei helfen. Andere Planeten im Horoskop können das Potential fruchtbar machen, insbesondere Stellungen in den fixen Zeichen. Wenn das Horoskopbild sehr zerrissen ist, der Betreffende viele bewegliche und kardinale Planeten hat oder Platzierungen mit einer Null-Grad-Stellung, dann ist es unter Umständen besonders schwierig, ein klares Ziel ins Auge zu fassen. In dem Fall können Saturn oder Pluto eine gute Hilfe sein, sowohl im Radix als auch im Transit. Man sollte diesen Menschen dabei behilflich sein, ihre plutonische Besessenheit in eine Kraft zur Verbindlichkeit zu verwandeln, und sie dazu ermutigen, aus ihren saturnischen Ängsten und Begrenzungen Eifer und Sorgfalt für ihre Ziele werden zu lassen.

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an das Beratungsgespräch mit einer sehr intelligenten und talentierten Frau, die sich ihrem 40. Geburtstag näherte und zu Neumond geboren worden war. Die für Neumond-Geborene so charakteristische Verwirrung hatte sich in ihrem Leben auf besonders schmerzhafte Art und Weise sichtbar gemacht: Sie hatte im Laufe ihres Lebens einige Fehlgeburten und Abtreibungen erlebt und war kinderlos geblieben. Sie hatte auch bereits fast ein Dutzend Berufswege eingeschlagen und etwa ein halbes Dutzend Partnerschaften geführt. Sie hatte schon auf einem Öltanker gearbeitet, Pferde trainiert, hatte als Tischlerin gearbeitet, Lamas gepflegt, Vitaminpräparate verkauft, in der Buchhaltung und in einer Rechtsanwaltskanzlei gearbeitet, auf einer Farm ausgeholfen und bunte Glasfenster entworfen. Vor ihr lagen folgende Transite, auf die die meisten von uns sich nicht gerade freuen: Transit-Pluto stand im Quadrat zu Radix-Pluto und Transit-Saturn lief über ihren Nordknoten. Bei ihr änderte sich jedoch alles zum Guten. Sie wurde schwanger und konnte ihr Kind bis zum Ende austragen. Jetzt ist sie eine ganz besondere und vor allem glückliche Mutter.

eiswüsteWir alle werden zum einen oder anderen Zeitpunkt zu Kindern des Neumondes. Wenn unsere progressive Sonne und unser progressiver Mond eine Konjunktion bilden, was etwa zwei oder drei Mal im Leben geschieht, gehen wir in eine Neumondphase, die drei bis vier Jahre dauert. Transite äußerer Planeten in Konjunktion zu Radixplaneten oder die Wiederkehr von inneren Planeten können auch diesen Charakter haben. Zu verstehen, was an ihnen der Neumondphase ähnelt, kann ein wichtiger Hinweis für das Verständnis dieser Lebensphasen sein. Wenn wir die neuen Chancen wahrnehmen, wird man es uns kaum übel nehmen, dass wir zu diesen Zeiten etwas selbstvergessen sind. Unser subjektives Selbst wird durch zukünftige Ereignisse verändert, und die Anfänge dafür sind jetzt spürbar.

So wie es uns häufig mit unseren Lieblingsbüchern oder Lieblingsfilmen geht, geht es uns auch jetzt: Was wir am Ende entdecken, ist oft etwas ganz anderes als das, was wir am Anfang gesucht haben. Das Wichtigste ist, sich einfach nur in Bewegung zu setzen. Der nächste Zeitpunkt, dem wir dann wieder Aufmerksamkeit widmen müssen, ist, wenn unserer Prinzessin ihre goldene Kugel in den Brunnen fällt. Das ist das Semisextil, das halbe Sextil, eine halbe Gelegenheit. Ich nenne diesen Aspekt gern "Rizinusöl-Aspekt". Am Ende ist es ja immer gut für uns, aber erst einmal verziehen wir angewidert das Gesicht.

Etwas unterbricht unsere Träume. Und das gefällt uns natürlich nicht, auch wenn es genau diese unangenehmen Augenblicke sind, die uns verändern und auf die Sprünge helfen. Wir beneiden unsere Freundin um ihren Erfolg. Unsere Partnerin ist gemein zu uns. Unser Haus ist zu klein. Was auch immer es ist, wir müssen uns mit dem Frosch auseinandersetzen, der uns verspricht, dass es uns besser gehen wird, wenn wir uns auf seine Bedingungen einlassen. Der Frosch verlangt von der Prinzessin, dass sie ihn mit ins Bett nimmt und ihre Mahlzeiten für immer mit ihm teilt, wenn er ihr ihre goldene Kugel zurückbringen soll. Sie zögert nicht und sagt ja.

Und so geben auch wir an einem bestimmten Punkt der Neumondphase unser Versprechen ab. Vielleicht haben wir einen derartigen Zusammenstoß mit unserem Chef, dass wir entschlossen sagen: "Das war's. Ich suche mir einen anderen Job." Wir fühlen uns besser, wir haben unsere Vollständigkeit wiedererlangt. Wir laufen zurück ins Schloss, glücklich und verträumt, und sehen plötzlich den glitschigen, ekligen Frosch neben uns her hüpfen. "Aber du hast es doch versprochen!" hören wir ihn rufen.

"Was?! Ach, das habe ich doch nicht so gemeint." Und wir verziehen das Gesicht. Der Frosch ist sauer. Wir stecken mitten im Halbquadrat. Was jetzt passiert? Da müssen Sie sich bis zur nächsten Ausgabe gedulden, wenn wir uns mit dem Sichelmond befassen!


  1. Mary Catherine Bateson, Peripheral Visions, (HarperCollins, 1994), S. 113

MOONPRINTS von Dana Gerhardt

Die Leser der amerikanischen Astrologiezeitschrift "The Mountain Astrologer" schätzen diese wunderbare Deutung schon seit über 20 Jahren. Moonprints beschäftigt sich tiefgehend mit den Hintergründen Ihres Gefühlslebens. Sie erhalten neue Einblicke in den Mond des Geburtshoroskops - seine Phase, das Zeichen, Aspekte und sein Haus. Entdecken Sie Ihren Lebenssinn, versteckte Talente und Gefahrenzonen durch die Mondknoten. Nutzen Sie den Mond, um sich selbst in den Rhythmen der Zeit zu verankern - durch Transite zum Mond, Ihre progressiven Mondzeichen und -häuser, Daten für zwei progressive Mondzyklen, plus einen Jahreslauf der Neu- und Vollmonde durch Ihr ganzes Horoskop. Sie werden jede Seite dieser Deutung lesen wollen, die sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Astrologielernende anspricht. Die Deutung ist auch in einer deutschen Übersetzung bei Sabine Bends erhältlich.

Zur deutschen Ausgabe von Moonprints

Übersetzt aus dem Englischen von Sabine Bends

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Neptun4Fische48'47"10s26
Pluto11Steinbock54'49"20s40
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