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Der Mond

von Dana Gerhardt

Der Mond hat mich schon immer fasziniert. Schon als Astrologieanfängerin fand ich das Mondzeichen, die Mondaspekte und die Hausstellung des Mondes viel, viel interessanter als die von allen anderen Planeten. Der Mond erzählt einfach die besten Geschichten. Unser Mond erinnert sich daran, wie wir noch in den Windeln lagen und genährt werden wollten, er erinnert sich an warme Berührung, die Mutterbrust oder eine Flasche Milch. Er weiß auch noch, was danach geschah, ob unsere Bedürfnisse befriedigt wurden und wir die Welt als einen großzügigen und fröhlichen Ort oder als karg und unduldsam kennen lernten. Aspekte zum Mond beschreiben unsere Interpretation der Bemutterung durch unsere Mutter, ob wir sie beispielsweise als tröstlich und unterstützend wahrnahmen oder als erstickend und ärgerlich. Der Mond war auch schon da, als wir mit unseren Füßen aufgestampft und unseren Kopf auf die uns eigene unnachahmliche Art zurückgeworfen haben. Unsere Eltern schauten uns überrascht an und fragten uns, ob wir uns für das Zentrum der Welt hielten. Aber natürlich, waren wir das denn etwa nicht? Die Erinnerung des Mondes reicht sogar noch weiter zurück in andere Leben, wo wir bestimmte Gesten, Gewohnheiten und Erwartungen aufgeschnappt haben, die sonst keiner in unserer Familie an den Tag legt. Der Mond steht für eine tiefe Prägung, körperlich und emotional und birgt so viele Facetten, dass nicht einmal ein Team von Psychologen alle entdecken und erklären könnte. Seine Reaktionen sind instinktiv und spontan. Seine Grenzen sind porös, sein Kern ist so sensibel, dass er selbst in unseren reiferen Jahren eine harte Bemerkung mit der ungeschützten Verletzlichkeit eines Kindes aufnehmen kann. Der Mond erinnert sich an alles und will nur unser Glück. Er ist der Erste, der zu nörgeln beginnt, wenn unsere Bedürfnisse nicht erfüllt werden.

MondAls ich anfing, Menschen astrologisch zu beraten, ging mein Blick ganz natürlich als erstes zum Mond. Ich stellte meinen Klienten Fragen zu ihrer Kindheit, holte alte Wut und frische Wunden in die Erinnerung, sammelte Gesten, Tonlagen und andere psychologischen Hinweise. »Natürlich«, so sagte meine Astrologielehrerin eines Tages einmal, »fangt ihr bei einer astrologischen Beratung nicht gleich mit dem Mond an.« Der schmerzhafte Gesichtsausdruck einiger meiner ersten Klienten fiel mir bei dieser Bemerkung ein und ergab für mich einen Sinn. Oh! Der Mond ist also kein Astro-Dartboard, auf das ich mal eben ein paar Pfeile loslassen kann.

Im Laufe der Zeit wurde mir klar, dass nicht alle Astrologen diese Lektion bereits gelernt hatten. Amy war vor ihrer ersten Sitzung bei mir sehr nervös. Ihre letzte Beratung hatte sie von einem berühmten Astrologen erhalten, der ihr sagte, dass ihre Mond-Uranus-Konjunktion bedeute, dass ihre Mutter sie nicht gewollt hatte und sie diese Zurückweisung immer wieder erleben müsse, solange sie sich ihrer Vergangenheit nicht stelle. Damals hatte Amys Freund sich gerade von ihr getrennt und sie ging am Boden zerstört und völlig verheult aus der Beratung nach Hause. Ihre Mutter hatte sicherlich Stress zur Zeit ihrer Geburt gehabt und war in dieser Zeit kein großer Pol der Zuflucht für Amy. Doch im Laufe der Jahre wurden die beiden enge Gefährtinnen, die sich in ihrer gegenseitigen Unabhängigkeit unterstützten und viele liebenswerte und verschrobene uranische Eigenschaften gemeinsam hatten.

In den meisten Astrologiebüchern steht, dass jemand mit einem Mond-Pluto-Aspekt eine schreckliche Mutter gehabt haben muss. Doch eine Reihe von Mond-Pluto-Klienten beschwerten sich darüber bei mir: »Jeder Astrologe, bei dem ich war, will mit mir über meine schreckliche Mutter sprechen. Aber ehrlich gesagt, meine Mutter war gar nicht so schlimm. Ich liebe sie und ich fühle mich in keiner Weise traumatisiert.« Was ich von diesen Klienten und anderen gelernt habe, ist, dass die Ausdrucksbandbreite des Mondes sehr komplex ist. Wenn wir den Mond auf eine simple psychologische Formel bringen, dann ist Gefahr im Verzuge. Natürlich haben einige der Mond-Pluto-Klienten im Laufe ihres Lebens eine für sie emotional aufwühlende Erfahrung der Hilflosigkeit gegenüber der mütterlichen Macht gemacht. Doch auch wenn die Erinnerung daran einen wesentlichen Teil ihrer Psyche beeinflusste, das Bedürfnis sich gegen Intimität zu schützen, schloss nicht aus, dass sie gleichzeitig eine sehr bereichernde und häufig auch unterstützende Verbindung zu ihrer Mutter erfahren haben. Manchmal ging die Einsicht zum Mond auch in eine ganz andere Richtung, wie bei einer Klienten mit einem Skorpion-Mond, die immer dachte, ihre Mutter hätte etwas gegen sie, bis sie erfuhr, wie hingebungsvoll ihre Mutter um das Leben ihrer Tochter gekämpft hatte, als diese noch ganz klein und sehr krank war.

Als Anfängerin dachte ich, bereits alles zu wissen, wenn ich nur den Mond von jemandem kenne. Doch im Laufe der Zeit verstand ich den Mond im Horoskop mehr als das zu nehmen, was er eigentlich ist, nämlich ein zyklischer Planet. Manchmal steht er ganz groß und hell im Vordergrund. Zu anderen Zeiten ist er einfach nur ein kaltes Symbol, das mich aus dem Horoskop anstarrt. Ohne Tiefe oder Poesie. Bei einigen Klienten kann der Mond eine ganze Sitzung beherrschen. Bei anderen, oder bei dem gleichen Klienten zu einer anderen Zeit, ist der Mond überhaupt kein Thema. Ich hatte viele Jahre lang den Ruf, eine Mondexpertin zu sein, doch ich muss mir selbst immer wieder die Frage stellen: Was weiß ich wirklich, wenn ich den Mond von jemandem sehe? Was weiß ich, wenn ich meinen eigenen sehe?

Der lebendige Mond

MondfrauDie vedische Astrologie spricht von den Planeten und den Lichtern als heilige lebendige Wesen – als Götter und Göttinnen. Auch wenn ich zu einem Kreis von Frauen gehöre, die den Mond gern eine »Göttin« nennen, fällt mir diese Art von Sprache nicht leicht. Ich konnte nie daran glauben, dass der Himmel über mir voller Götter hängt wie viele bunte Smarties. Ich kann jedoch an Kräfte glauben, die über mich selbst hinaus gehen. Und auch wenn die vielleicht nicht auf den Planeten zu finden sind und von dort aus unsere menschlichen Schicksale steuern wie in einem Flughafentower, so sprechen sie vielleicht doch mithilfe der Planeten zu uns. Was dort oben seine Kreise zieht oder hier unten im Horoskop steht, mag das Gleiche sein wie eine heilige Statue auf einem Altar eines hinduistischen Tempels – sichtbare Boten eines lebendigen Gottes. Das Wort »lebendig« fasziniert mich dabei total. Denn es bedeutet, dass ich nicht unbedingt ein Astrologiebuch aufzuschlagen brauche oder die Mondphase nachschlagen muss, wenn ich über den Mond nachdenke, sondern ich kann in meinem eigenen Leben nach ihm Ausschau halten, in meinem Körper, meinen Gefühlen und Stimmungen.

Während meiner Schwangerschaft verschlang ich dicke Wälzer über den Mond. Das war – da bin ich absolut sicher -  der Mond selbst, der sich meines Körpers bemächtigte, mich füllte wie eine reife Frucht und unterdessen den neuen kleinen Herzschlag in mir nährte. Ich wusste ja gar nichts übers Kinderkriegen! Ich las Bücher, ich achtete auf meine Ernährung, doch die meiste Zeit stand ich nur daneben und schaute staunend zu, wie sich dieses Mysterium durch eine größere Kraft als mich selbst entfaltete. Als mein Sohn dann auf der Welt war, war es ganz sicher auch der Mond, der mir beibrachte, wie unglaublich schön es ist, sich um einen anderen Menschen zu kümmern. Von einem auf den anderen Tag löste sich mein Kreisen um mich selbst auf, die ständige Last, »wichtige« Projekte vorantreiben zu müssen und von einer Unternehmung in die nächste zu jetten. Vom Mond erlernte ich das unvergleichliche Glücksgefühl, das Licht eines anderen Wesens zu reflektieren.

Doch es kam auch wieder eine Zeit, in der ich keine Mutter mehr sein wollte. Ich wurde der ewigen Appelle an meinen Sohn Branden müde, sich doch die Zähne oder die Nase zu putzen und den Hund nicht zu ärgern. Ich wollte nicht morgens schon die Sendung mit der Maus und abends das Sandmännchen gucken oder mit Schlepplastern und Feuerwehrautos auf dem Wohnzimmerboden spielen. Ich fuhr zusammen, wenn ich die süße Stimme meines Dreijährigen hörte, die rief: »Mami, spielst du jetzt mit mir?« Natürlich wollte ich seinen Bedürfnissen gegenüber aufmerksam sein, ihn in seinen Gefühlen bestärken, Grenzen setzen, Möglichkeiten eröffnen und alles andere tun, was uns Psychologiebücher so empfehlen. Aber zwischendurch fühlte ich mich einfach wie eine ausgequetschte Zitrone. Ich verlor die Geduld und wurde zur bösen Hexe.

Den Kampf kann ich im Horoskop meines Sohnes wiederfinden. Er hat eine Mond-Jupiter-Konjunktion in Opposition zu Venus und im Quadrat zu Mars. Voller Schuldbewusstsein denke ich daran, wie ich für ihn das Marsquadrat symbolisiert habe. Ein Morgen ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben, als ich einen langen Kampf mit ihm geführt hatte, damit er seine Zähne putzt, sich wäscht und aufs Töpfchen setzt, damit ich ihn anziehen und zu seiner Tagesmutter bringen konnte. Er schlich die Treppenstufen im Schneckentempo hinunter. »Lass uns gehen, Schatz, die Mami kommt sonst zu spät zur Arbeit.« Er stand einfach nur da und betrachtete den Tag. Ich nörgelte weiter und ein paar Schritte später hielt er an einem Blumenbeet an und fragte mich – wie so oft – ob er ein paar Blumen für seine Tagesmutter pflücken könne. Ich sagte nein, wir seien heute zu spät dran, er stampfte mit den Füßen auf und stieß einen schrillen Schrei aus wie eine Alarmanlage. Ich flippte aus. Ich schrie ihn an, ging zum Blumenbeet, riss eine Handvoll Blumen aus und warf sie ihm vor die Füße.

Ich werde oft von besorgten Müttern gefragt, was Quadrate oder Oppositionen zum Mond ihres Kindes denn bedeuten. »Machen Sie sich keine Sorgen,« möchte ich ihnen dann sagen. »Das finden Sie schon selbst heraus. Achten Sie einfach mal darauf, was Sie tun, wenn Sie hungrig, müde, gehetzt, wütend oder einsam sind.« Ein T-Quadrat aus Mond, Jupiter, Venus und Mars? Schauen Sie mich an, Brandens ungeduldige, abenteuerliche, nachsichtige und wütende Mama, in einer Szene wie ich sie schlimmer aus meiner eigenen Kindheit und meinen Therapiestunden nicht kenne.

Auftritt Mond. Mein Mond steht im zwölften Haus im Quadrat zu Saturn. Ein schuldbewusster Mond. Mit so einem Mond muss man sich schon um die Bedürfnisse anderer kümmern, insbesondere um die seines Sohnes. Anders – psychologisch korrekter – ausgedrückt: Ich sollte mich zuerst um meine eigenen Bedürfnisse kümmern, damit ich stark genug bin, mich den Bedürfnissen anderer zuzuwenden, insbesondere denen meines Sohnes. Doch im zwölften Haus verliere ich leicht den Kontakt zu meinen Gefühlen. Wie verwaiste, tollwütige kleine Hunde gehen sie auf alles los, was ihnen in die Quere kommt, knurren und beißen. Hier beginnt mein Mond-Saturn-Mantra: »Ich bin nicht gut genug, ich bin nicht gut genug.« Ein Zwölfthaus-Mond ist ein Mond, der sich kümmert; aber auch ein hungriger Mond, der sich als Opfer fühlt. Er kollidiert mit meinem Südknoten in Krebs im elften Haus und sagt: Erst bedienst du die anderen, dann dich selbst, dann brichst du wie ein Kind zusammen.

Auftritt Brandens Mondknotenachse. Sein Nordknoten im ersten Haus weist darauf hin, dass er lernen muss, unabhängig zu werden und sich auf sich selbst zu verlassen; sein Südknoten im siebten Haus holt sich zuweilen Lebensenergie von anderen Menschen, ohne die er nicht sein kann. Sich selbst mit anderen in einen Gleichklang zu bringen, lautet der Auftrag seiner Seele. Er hat ein Leben lang Zeit, daran zu arbeiten. Insofern war es nicht sein wichtigstes Projekt, als er noch ein kleiner Knirps war. Doch wie oft habe ich ihn gefragt: »Branden, kannst du heute Abend mit deinen Teddybären spielen anstatt mit mir?« und sein Südknoten rief weinerlich: »Das sind aber keine Leute!«

MondWie oft habe ich mich im Kreis gedreht, bis mir eines Morgens der Mond mit seinem reflektierenden Licht und seinen Phasen vom Dunkelmond zum Vollmond zum Dunkelmond wieder eine Nachricht überbrachte. Der Mond empfängt und hält das Licht der Sonne, so wie eine Mutter ihr Kind empfängt und einen Rahmen für seine Welt schafft. Doch der Mond durchläuft Phasen, und so ergeht es auch uns Müttern: Wir können nicht permanent empfangen! Was die Psychologen vergessen oder was sie kaum berücksichtigen, daran erinnert uns der Mond, er führt es aus. Wenn der Mond hell erleuchtet ist, dann zeigt dies den Höhepunkt unserer reflexiven Kräfte an – unsere Fähigkeit zu zu hören und die Stimmungen und Bedürfnisse eines anderen Menschen intuitiv zu erfassen. Nächte, in denen der Mond dunkel bleibt, lehren uns die Notwendigkeit, uns zurückzuziehen und abzugrenzen. Der innere Mond muss sich erneut an der Quelle auftanken und das Licht der vielen Sonnen in seinem Leben abschütteln. Wenn wir diese Zyklen vernachlässigen, dann rächt sich unser innerer Mond dafür.

So ist das Leben mit den Göttern. Sie kämpfen, sie spielen, sie pfuschen, sie lügen, sie lieben, sie hassen, kurz – sie leben. Ein Hauptunterschied zwischen Polytheismus, dem Konzept vieler lebender Götter, und dem uns im Westen mehr vertrauten Monotheismus, in dem es einen Vater gibt, der über allem steht, ist, dass die Götter im Polytheismus sowohl gute als auch schlechte Eigenschaften haben. Wenn Sie sich einmal mit der Mythologie sogenannter eingeborener Völker befassen, werden sie feststellen, dass deren Göttern nichts fremd ist. Wenn es hingegen nur einen Gott gibt, dann darf ihm nichts Dunkles oder Böses zugeschrieben werden. Alles Schlechte wird ausgeschlossen, wie der Teufel Luzifer, der aus dem Busen unseres einen Christlichen Gottes gefallen ist. Wie oben so unten. Wenn wir unseren Göttern keine Fehlbarkeit erlauben, dann erlauben auch wir uns keine.

Dieser Perfektionsanspruch geht sehr tief und prägt unser Denken ganz wesentlich. Er verleiht uns das innere Bild einer zu jeder Zeit perfekten Mond-Mutter. Mit jeder neuen Kindesentwicklungstheorie erwirbt man sich als Mutter neue perfektionistische Erwartungen, wie man dieses unterstützen und jenes lassen sollte, so als ob es sonst nichts anderes im Leben gäbe. Vielleicht ist das die wirkliche Ursache der Wut vieler Mütter und dafür, dass unsere Märchen vor bösen Stiefmüttern nur so wimmeln, während die liebevollen Mütter eindeutig unterbesetzt sind. Natürlich war auch ich davon überzeugt, dass meine Mutter für alle meine Probleme verantwortlich ist... - solange bis ich selbst Mutter wurde. Jetzt frage ich mich: Wo ist die psychologische Theorie, die Mütter dazu anleitet, ihrem inneren Mond zu lauschen? Ich hörte einmal einen Vortrag von Anne Wilson Schaef, die über einen Stamm sprach, der Mutterschaft mit einem polytheistischen Geist angeht. Jedes Kind hat dort mehrere Mütter; alle Frauen im Stamm teilen sich die nährende Rolle. Das bedeutet, dass jede Mutter die Freiheit hat und dazu ermutigt wird, auf "Wanderschaft" zu gehen und sich in die Einsamkeit zurück zu ziehen, wenn sie sich spirituell dazu aufgefordert fühlt.

Wir sind ein Sonnen-Volk. Die Vorstellung, dass wir permanent verfügbar sein sollten, ist speziell eine solare Vorstellung, denn die Sonne ist immer voll und scheint jeden Tag. Wir gehen mit dieser Erwartung auf die Arbeit und in unsere Beziehungen, insbesondere in unsere intimen Partnerschaften. Und dafür möchte sich unser verleugneter Mond möglicherweise rächen. Wenn ich zu jemandem eine Beziehung habe, dann sind meine Emotionen ein Spiegel, sie reagieren und verändern sich. Und doch kann ich es nicht oft genug sagen: Man kann nicht die ganze Zeit auf Empfang geschaltet sein. Auch wenn ich das eigentlich schon ganz tief drinnen von mir selbst weiß, so vergesse ich es doch ständig in Bezug auf andere. Und es zu vergessen heißt, dass ich in die Falle der perfekten Mutter tappse. Wenn ich mich darüber ärgere, dass mein Partner meine Bedürfnisse nicht erfüllt, dann verlange ich von ihm "die perfekte Mutter", und mein innerer Mond hat mich in ein abhängiges Kind verwandelt. Das ist eine der Lektionen, die uns John Gray in seinem Bestseller Männer sind anders. Frauen auch. Männer sind vom Mars. Frauen von der Venus. lehrt. Intime Partnerschaften unterliegen emotionalen Zyklen, so Gray. Männer ziehen sich emotional zurück, um sich zu regenerieren, Frauen unterliegen einem Zyklus aus emotionalen Höhen und Tiefen. Wenn wir dies anerkennen, können wir uns selbst annehmen und nähren – und uns vom Bild der perfekten Mutter verabschieden. Worin Gray Unrecht hat, ist, dass er diese Zyklen mit den Rhythmen von Venus und Mars verbindet. Diese Zyklen gehören zum Mond.

In einem Solar, einem Stundenhoroskop, ja selbst in einem Radix ist das Haus des Mondes eines, dem wir eine gewisse Veränderlichkeit nachsagen. Doch wie tragen wir dieser Veränderlichkeit im Radix Rechnung? Was weiß ich wirklich, wenn ich Ihren Mond sehe? Was weiß ich, wenn ich meinen eigenen sehe? Ich sollte möglicherweise wissen, dass Sie und ich fließend und veränderlich sind, reflektierend, reagierend, dass wir uns zurückziehen und einen Zyklus von totaler Dunkelheit bis zum vollen Licht vollziehen. Das ist eine zutiefst bedeutsame Information, ein tiefer Schlüssel zum Schwung und Tanz des Lebens. Es ist der Grund, warum Lord Shiva, der Hinduistische Gott der Zerstörung und Schöpfung, dem Mond die Ehre erweist, indem er die Mondsichel in seiner Krone trägt. Der Mond lehrt uns, dass wir in ständiger Beziehung zueinander stehen – zu uns selbst und zu anderen – indem wir an Bewusstsein gewinnen und es wieder verlieren, indem wir dem Zyklus des wachsenden und schwindenden Lichtes folgen. Das trifft sowohl auf Männer als auch auf Frauen zu. Denn schließlich hat jeder von uns einen Mond! Doch als Mutter eines Kleinkindes suchte ich vergeblich nach einer psychologischen Theorie, die mir dabei hätte helfen können, diesen Zyklus der Intimität mit meinem Sohn besser zu verstehen. Die mir hätte aufzeigen können, wie ich mich zurückziehe und wieder annähere, damit auch er lernen kann, dass das der natürliche Lauf der Dinge ist und damit er zwanzig Jahre später nicht den Draht zu seinen Emotionen verliert und sich abschottet oder die Frau, die er eigentlich liebt, phasenweise hasst, weil er damals von seiner Mutter so enttäuscht war.

Mond trifft Mond

Astrologen gehen davon aus, dass zwei Menschen mit kompatiblem Mondstand oder harmonischen Aspekten zwischen dem Mond des einen und Planeten des anderen eine angenehme Beziehung miteinander führen können, mit viel Sympathie und intuitivem Verständnis füreinander. Der Mond beschreibt, was wir uns von unserem Familienleben erwarten und wie wir uns gern zu Hause fühlen möchten. Venus und Mars sagen etwas über die Leidenschaft in einer Beziehung aus. Aber für die Kompatibilität im Alltag – ob wir unsere Kleider gern ordentlich aufhängen oder sie lieber auf einen Haufen auf den Boden werfen – ist der Mond zuständig. Wenn die Mondstände kompatibel sind, dann sagen Menschen Sätze wie: »Ich habe mich mit Robert von Anfang an unglaublich wohl gefühlt.« Oder: »Als ich Janina zum ersten Mal sah, war es bereits, als hätten wir einander schon immer gekannt.«

Wenn Beziehungen doch nur so bleiben würden! Je länger wir zusammen sind, desto mehr der geheimen Mondgänge und Falltüren entdecken wir, so dass das, was einst vertraut und attraktiv war, uns zunehmend irritiert und befremdet. Ich hatte drei Beziehungen mit Männern, deren Horoskope ähnliche Mondsignaturen aufweisen. Einer hatte den Mond in Jungfrau, die anderen beiden jeweils im sechsten Haus. Ich selbst bin Jungfrau-Aszendent, die Anziehung ist also verständlich. Ein Mann sucht häufig nach einer Frau, die die Eigenschaften seines inneren Mondes verkörpert. Anfangs liebten meine Männer die Art, wie ich Jungfrau lebe, geschickt und gut organisiert, gesundheitsbewusst und analytisch, vernünftig. Was für ein Wunder es war, zu sehen, dass wir in allem überein stimmten. Wir waren uns so ähnlich! Doch schon nach kurzer Zeit fand ich mich in der gleichen Beziehung wieder und wurde für mein schlechtes Benehmen kritisiert. Auf einmal war ich bewertend, penibel und nicht unterstützend - die Jungfrau-Schatteneigenschaften. In meinen Zwanzigern, als ich mit meinem ersten Mann zusammen lebte, war das sicherlich eine berechtigte Kritik. Ich lebte damals ausschließlich meinen Aszendenten. In den zehn Jahren meiner darauf folgenden Beziehung arbeitete ich mit Hilfe von Stapeln von Büchern und einigen Therapeuten ernsthaft daran, mich dieser Maske zu entledigen. Ich lernte, dass Männer es nicht sonderlich mögen kritisiert zu werden (Oh!). Ich entwickelte eine neue Toleranz und Geduld. Ich entdeckte die spaßige Seite meines Löwe-Mondes und den Abenteuergeist meiner Schütze-Sonne. Als ich die nächste Beziehung einging, war ich zutiefst überzeugt davon, eine andere Frau zu sein. Doch bereits nach vier Monaten unserer Liebe, während einer dunklen und sehr langen Nacht, hörte ich die vertrauten Worte wieder: »Ich finde, du bist bewertend, kritisch und abweisend.« Ich war am Boden zerstört.

Ein Freund von mir sagt: »Wenn zehn Männer dir sagen, dass du betrunken bist, dann leg dich hin.« Vielleicht war ich trotz all der Jahre innerer und äußerer Arbeit doch immer noch nicht mehr als mein kritischer Jungfrau-Aszendent. Doch wie seltsam, immer, wenn er seine Anschuldigungen gegen mich aussprach, hatte ich das Gefühl, dass mein kritischer, bewertender Liebster mich zurück wies! Wer also übernahm da gerade eigentlich die Jungfrau-Rolle? Und warum zog ich immer wieder Männer an, die genau dafür sensibel waren? War es mein eigener Mond im zwölften Haus, gegenüber dem sechsten, der mich dazu brachte, die vertraute Opferrolle zu übernehmen, die ihr ewiges »Warum tun mir alle das nur an? - Skript« abspulte? Wenn Mond auf Mond trifft, dann ist das wie der Gang durch ein Haus voller Spiegel!

Was geschieht nun wirklich, wenn der Mond in die dunklen emotionalen Wasser eines anderen Menschen scheint? Wenn ich Sie anschaue, sehe ich dann Ihren Mond oder meinen? Wenn eine Reflektion auf eine andere trifft, dann erhalten wir eine optische Täuschung, die sich »Projektion« nennt. Was ich in Ihnen sehe, ist in Wirklichkeit möglicherweise etwas, das ich in mir selbst nicht erkennen kann. Diese Unklarheit ist in unsere astrologische Symbolik eingewebt. Der Mond eines Mannes zum Beispiel beschreibt sowohl seine eigenen Emotionen als auch seine Mutter und seine Frau. Da ich kein Mann bin, kann ich das sicherlich nicht vollständig beurteilen,  doch auch der Mond einer Frau hat diese Doppelrolle und beschreibt sowohl ihr eigenes Gefühl als auch ihre Mutter. An den meisten Tagen fühle ich mich von meiner Mutter so verschieden wie eine Orange von einer Tomate, also wie kann mein Mond für uns beide stehen? Und warum ist mein Mond ganz anders als der meiner Schwester, wenn wir doch die gleiche Mutter haben?

Ich habe einen Löwe-Mond und neige dazu, meine Mama mit Löwe-Ausdrücken zu beschreiben. Ich sehe sie als Künstlerin, als Schauspielerin, als Narzistin, als Kind. Da mein Mond im geistig orientierten zwölften haus steht, betrachte ich meine Mutter aber auch als diejenige, die mir sowohl alles über Märchen, Magie und spirituelle Dinge beigebracht hat – als auch das Leben einer Opferrolle und verschwommene emotionale Grenzen. Meine Schwester hingegen hat einen Steinbock-Mond. Sie beschreibt meine Mutter mit Steinbock-Worten, als eine diktatorische Karrierefrau, ehrgeizig, distanziert und kalt. Der Mond meiner Schwester steht in Haus drei, dem Haus der Kommunikation. Für sie ist unsere Mutter extrem gesprächig, voller Ideen und Versprechungen, die jedoch letztlich nicht hält, was sie verspricht. Jedes unserer Horoskope spiegelt einen anderen Aspekt des Horoskops unserer Mutter wieder. Mein Mond in Haus 12 spiegelt den Mond meiner Mutter in Fische. Der Steinbock-Mond meiner Schwester findest sich im Steinbock-Aszendenten meiner Mutter wieder.

Moderne Philosophen behaupten, dass wir uns unsere Eltern aussuchen. Vielleicht gab es vor unserer Geburt tatsächlich so etwas wie einen Großausflug in ein riesiges Einkaufszentrum der Oberwelt, worüber wir uns jetzt vielleicht wundern mögen, ganz nach dem Motto: »Was habe ich mir bloß dabei gedacht?«. Eine pragmatischere Erklärung könnte folgender Ansatz sein: Wenn wir uns unsere Eltern anschauen, dann selektieren wir genau die Details, die unsere Erwartungen bestätigen, der Rest schrumpft auf ein Minimum zusammen. Das heißt, wir »wählen« unsere Eltern durch den Filter unserer Planeten, wir erschaffen sie uns im Grunde selbst, indem wir uns dafür entscheiden, was wir über sie denken möchten. Meine Mutter litt nach der Geburt meiner Schwester unter einer Wochenbettdepression, was zu der Steinbockfärbung des Mondes meiner Schwester passt. Meine Mutter hat sich immer darüber beklagt, dass meine Schwester als Baby so kühl und distanziert war, dass sie nie ein Lächeln von ihr zu sehen bekam und das sie sie als Mutter scheinbar von Anfang an ablehnte. Beide beschwören, lediglich auf den anderen reagiert zu haben. Ich hingegen, mit meinem ausdrucksstarken Löwe-Mond sei ein warmes, liebevolles Kind gewesen, so meine Mutter. Und im Gegensatz zu meiner Schwester erinnere ich mich an viele Gelegenheiten, in denen meine Mutter mir Mut zusprach und wo sie kreativ war. Spiegelt sich nun ihr Mond in meinen Gewässern oder meiner in ihren?

Der Mond ist Erinnerung, Behälter unserer Vergangenheit. Doch er ist auch durchlässig, reaktiv und veränderlich. Nach meinem letzten Jungfrau-Mann ging ich eine Beziehung mit einem Wassermann-Mond im zehnten Haus in Opposition zu meinem ein. Was für eine Erleichterung! Endlich war ich nicht mehr »überkritisch« und »pingelig«. Nachdem der Schleier der Romantik von uns abgefallen war, bewarfen wir uns statt dessen mit Beleidigungen wie »Du bist eine solche Narzisstin!« und »Immer arbeitest du, nie hast du Zeit für mich!« Es hat ein paar Jahre gedauert, bis sich unsere Monde aneinander ausgetobt und das Territorium abgesteckt hatten, doch jetzt fühlen sie sich ganz wohl miteinander und unterscheiden sich völlig von den Monden unserer früheren Partner.

Wenn der Mond unser gewohntes und sich veränderndes emotionales Leben beschreibt, sowie die Eigenheiten von Müttern und Partnerinnen, dann kann es keine astrologische Beschreibung geben, die das alles unter einen Hut bringt. Aus diesem Grund sollten praktizierende Astrologen erst einmal abwarten und den Mond in der Beratung von selbst zu Wort kommen lassen. Noch besser, studieren Sie Ihren eigenen Mond in aller Tiefe, damit Sie seine Bedürfnisse und Projektionen außen vor lassen können. Denn dann kann Ihr Mond sein Bestes geben: zuhören, reflektieren, intuitiv sein und die strahlende Sonne nähren, die Sie gerade vor sich sitzen haben.

MOONPRINTS by Dana Gerhardt

Zu Moonprints Die Leser der amerikanischen Astrologiezeitschrift "The Mountain Astrologer" schätzen diese wunderbare Deutung schon seit über 20 Jahren. Moonprints beschäftigt sich tiefgehend mit den Hintergründen Ihres Gefühlslebens. Sie erhalten neue Einblicke in den Mond des Geburtshoroskops - seine Phase, das Zeichen, Aspekte und sein Haus. Entdecken Sie Ihren Lebenssinn, versteckte Talente und Gefahrenzonen durch die Mondknoten. Nutzen Sie den Mond, um sich selbst in den Rhythmen der Zeit zu verankern - durch Transite zum Mond, Ihre progressiven Mondzeichen und -häuser, Daten für zwei progressive Mondzyklen, plus einen Jahreslauf der Neu- und Vollmonde durch Ihr ganzes Horoskop. Sie werden jede Seite dieser Deutung lesen wollen, die sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Astrologielernende anspricht. Die Deutung ist auch in einer deutschen Übersetzung bei Sabine Bends erhätlich.

Zur deutschen Ausgabe von Moonprints

Übersetzt aus dem Englischen von Sabine Bends

 

 

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Merkur2Steinbock40'17"25s17
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Pluto12Steinbock42'41"20s39
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