Generationskonfliktevon Liz Greene |
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Geschrieben für das Magazin "Appollon" Wie der Tod und die Steuern, so ist auch das schlechte Benehmen der Jugend ein Dauerthema. Klagen über die Mißachtung elterlicher und öffentlicher Autorität finden sich in der Literatur von Ovid bis Shakespeare. Und das Leben der Medizinstudenten der Universität von Montpellier im 16. Jahrhundert, artete ebenso in Krawalle aus wie heutzutage an der Harvard Medical School. "Die Jugend", sagte schon Oscar Wilde resigniert, "verschwendet sich an die jungen Leute". Das Phänomen der Generationskonflikte zeigte sich niemals so deutlich wie in den sechziger Jahren, als die Kluft zwischen dem Konservatismus dieser Zeit und der Bilderstürmerei der Jugend schier unüberwindlich schien. Bob Dylan's aussagekräftige Balladen beschreiben das sehr präzise, auch wenn deren Inhalt auf etwas weit Größeres hinweist, als daß die jüngere Generation der älteren gegenüber nur die Muskeln spielen läßt:
Doch es wäre zu einfach, nur in Begriffen eines unvermeidlichen Konflikts zwischen Autorität und Rebellion, Erfahrung und Naivität, Grenzen und Grenzüberschreitung, Verantwortung und Freiheit zu denken. Es gibt gewisse biologische Faktoren, die dafür sorgen, daß wir in der Jugend über mehr körperliche Energie verfügen; psychologisch gesehen verfügen wir allerdings vermutlich über weniger Abwehr und Rigidität, uns selbst zum Ausdruck zu bringen, weil das Ego sich noch nicht auf bestimmte Verhaltensmuster und Abwehrhaltungen festgelegt hat. Wiederholte Konfrontationen mit weltlichen Grenzen können manchmal, wenn auch sicher nicht immer, dazu beitragen, daß wir weniger risikobereit sind, wenn wir älter werden. Die archetypische Polarität zwischen Senex und dem puer aeternus spiegelt uns diesen dem Leben eigenen Prozeß wieder. Über diese grundsätzlichen Faktoren hinaus ist das Bild jedoch komplizierter als es scheinen mag. Nicht nur Einzelne brechen mit Traditionen, sondern ganze Generationen. Das Gesicht des Senex kommt in den jungen Menschen zum Ausdruck, das Gesicht des puer zeigt sich in den Älteren. Wer die Fernsehserie "Absolutely Fabulous" gesehen hat, erkennt vielleicht in der Rolle der Edina eine übertriebene Darstellung der "flower power"-Generation, die die sozialen Umwälzungen der sechziger Jahre prägte. Edina ist eine Mutter, die vollständig mit der eher wild wuchernden Form des puer aeternus identifiziert ist. Sie raucht Haschisch, trinkt bis zur Bewußtlosigkeit, lebt promiskuitive und oftmals katastrophale Sexualität, kleidet sich wie jemand aus einer schlechten Werbung für psychedelische Drogen. Sie denkt und spricht in einer Weise, die viele Leute normalerweise mit der Unverantwortlichkeit und Selbstbezogenheit der Adoleszenz assoziieren würden. Astrologen sehen hier vielleicht das ironische Porträt des revolutionären Denkens, des unheilbaren Romantizismus und der skrupellosen Selbstdarstellung der ichbezogenen Nachkriegsgeneration mit Uranus in Zwillinge, Neptun in Waage und - am allerwichtigsten - mit Pluto in Löwe. In starkem Widerspruch dazu steht Edina's Tochter Saffron: sie ist prüde, langweilig, fleißig und zutiefst beschämt über die Eskapaden ihrer ruchlosen Mutter. Saffron rührt keine Drogen an, lehnt promiskuitive Sexualität rigoros ab, kleidet sich mehr als bieder und ernährt sich vernünftig. Sie ist durch und durch eine Realistin, die keinerlei Illusionen über die menschliche Natur hegt, und sie verschwendet auch keine Zeit damit, darüber zu phantasieren, wie die Welt wohl sein könnte. Sie ist so bodenständig, daß sie abgrundtief langweilig wirkt. Astrologen erkennen hierin vielleicht ein überzogenes Bild des Pragmatismus, Zynismus und der brutalen Ehrlichkeit der Generation, die mit Neptun in Skorpion und Uranus und Pluto in Jungfrau geboren wurde. Diese Mutter-Tochter-Beziehung bietet uns einen Rollentausch an, der dieser Serie Witz und Schwung verleiht; und gleichzeitig ist sie, wenn auch auf eine zum Brüllen übertriebene Weise, ein echtes Porträt einer bestimmten Dynamik zwischen zwei Generationen in der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts. Sie sind nicht durch die zeitliche Abfolge ihrer Geburt voneinander getrennt, sondern durch ihre Einstellungen. Hier ist es die Ältere und nicht die Jüngere, die die Wertvorstellungen des Alters mit Füßen tritt. Wenn wir die manchmal unversöhnlichen Konflikte, die oft zwischen Eltern und Kindern auftauchen, wirklich verstehen wollen, müssen wir bestimmte Generationsgruppen nicht nur unter dem Aspekt des Alters, sondern auch unter dem Aspekt von Wertvorstellungen betrachten. Eine Generation läßt sich nicht ausschließlich über den Zeitfaktor definieren. Sie umfaßt auch eigene Auffassungen, Reaktionsmuster, Einstellungen und Bedürfnisse, wodurch sie erst einmalig wird. Generationen spiegeln die Qualität, nicht die Quantität der jeweiligen Zeit wieder, in der sie geboren wurden. Eine biologische Generation umfaßt einen Zeitraum, der zwischen 15 und 80 Jahren liegt. Wenn wir Generationen auf diese Weise bestimmen wollen, haben wir es mit den Wechselfällen der Fortpflanzung zu tun. Manche Menschen sind noch sehr jung, wenn sie Kinder bekommen; andere warten, bis sie eher im mittleren Alter sind; manche Männer gründen eine zweite oder gar dritte Familie, sogar noch zwischen sechzig und siebzig; mit der Entdeckung von Viagra ist das heutzutage noch mit achtzig möglich; und mit der Möglichkeit, Sperma auf unbegrenzte Zeit einfrieren zu können, wird es vermutlich keinerlei Grenzen mehr zwischen den Generationen geben, so daß ein "posthumes" Kind von einem Vater gezeugt werden könnte, der schon vor Jahrzehnten verstorben ist. Großeltern können jung oder alt sein und es ist möglich, wenn man früh genug anfängt, schon mit 45 Jahren Urgroßvater oder -mutter zu sein. Wenn wir allerdings Generationen unter dem Aspekt von Qualitäten betrachten, die sie verkörpern, müssen wir von den tieferen Einsichten der Astrologie Gebrauch machen und die äußeren Planeten und ihre Zyklen berücksichtigen. Uranus,
Neptun und Pluto als Verkörperung von Generationen Wir sollten uns daran erinnern, daß Bob Dylan während der großen Uranus-Pluto-Konjunktion in den sechziger Jahren zu einem der prominentesten Propheten seiner Generation wurde, obwohl er selbst nicht während dieser Konjunktion zur Welt kam.[2] 1941 geboren, gehörte er zur Generation mit Neptun in Jungfrau im Trigon zu Uranus in Stier. Die Stellung seiner persönlichen Planeten wie Mond, Jupiter und Saturn in Stier und Sonne in Zwillinge in Konjunktion mit Uranus und im Trigon zu Neptun, und Merkur in Zwillinge im Quadrat zu Neptun, verhalfen ihm dazu, daß er die Vision seiner Generation in zutiefst persönliche Kreativität umsetzen konnte. Dieser Zeitpunkt war nicht zufällig; Dylan erreichte die Phase größter Kreativität und Popularität, während die Uranus-Pluto-Konjunktion der sechziger Jahre über seinen Neptun lief, ein Trigon zu seinem Mond, Saturn, Jupiter, Uranus und zu seiner Sonne bildete und das Potential seiner Geburtskonstellation zum Erblühen brachte. Mit anderen Worten: die kollektiven Bedürfnisse der sechziger Jahre stimmten hervorragend mit den kollektiven Werten der Generation von Bob Dylan überein. Darum wurden seine Musik und seine Poesie zum Sprachrohr für beide Generationen. Dieses bemerkenswerte Trigon zwischen Uranus und Neptun in den frühen vierziger Jahren, unter dem auch John Lennon, Paul McCartney und Mick Jagger [3] geboren sind, spiegelt eine Vision von Fortschritt, die nicht nur politische und soziale Veränderungen, sondern auch hohe spirituelle Ziele umfaßte. Daß diese Kombination sich von einem Erd- in ein Luftzeichen bewegend, auch nahezu die gesamte Periode des 2. Weltkrieges beherrschte, mag uns im Licht der Verkündung von Frieden, Gleichheit und Spiritualität durch die Propheten dieser Generation, insbesondere durch John Lennon mit seinem Song "Imagine", eher merkwürdig erscheinen. Aber Hitler's Reich war auch eine Spiegelung einer Vision von politischer und sozialer Veränderung, kombiniert mit spirituellen Zielen, allerdings einer bösartigen und verzerrten Vision. Jagger, mit Sonne in Konjunktion zu Pluto ist vielleicht den dunkleren Elementen dieser Generation ein Stück näher, wie sich in seinem Song "Sympathy for the devil" ausdrückt. Auf der grundlegendsten Ebene teilen diese generationsbedingten Ikonen vielleicht die Stellung von Pluto in Löwe. Als Pluto von Krebs in Löwe wechselte, geschah eine bedeutende Veränderung in den Überlebensmechanismen des Kollektivs. Dieser Planetenwechsel ist vielleicht der astrologische Signifikator par excellence für den unvermeidlichen Zusammenstoß von Eltern-Kind-Generationen. Diejenigen, die mit Pluto in Krebs geboren wurden, betrachten auf instinktmäßiger Ebene Überleben in Abhängigkeit von Familie, Gemeinschaft und nationalen Bindungen, die ein Gefühl emotionaler Zugehörigkeit, Kontinuität und Sicherheit vermitteln können. Das waren die Menschen, die darauf vorbereitet waren, in den Krieg zu ziehen und für Heimatland und König zu sterben, selbst wenn ihnen persönlich der Krieg sinnlos erschien. Diejenigen mit Pluto in Löwe sehen ihr Überleben als abhängig von ausgeprägter Individualität und entschlossenem Selbstausdruck, selbst angesichts von Widerstand. Unter ihnen befinden sich die Menschen, die ihre eigenen Entscheidungen über ihr persönliches Schicksal trafen und sich weigerten, in Vietnam zu kämpfen, ob nun aufgrund überheblicher Egozentrizität oder einer intuitiven Wahrnehmung der Macht des Einzelnen, eine andere Realität erschaffen zu können. Äußere Planetenkonfigurationen zwischen Eltern und Kindern Andere schwierige Themen zwischen Eltern und Kindern können mit Aspekten zwischen Saturn und Chiron zusammenhängen. Die erste beschriebene Aspektverbindung beschreibt eine Dynamik, die in persönlichen Abwehrmechanismen wurzelt; Die zweite beschriebene Verbindung zeigt sich auch durch eine persönliche Abwehrhaltung gegen Schmerz und Verletzung, auch wenn kollektive Themen angedeutet werden. Der Mond eines Mädchens im Quadrat zum Saturn der Mutter kann deutliche Kühle anzeigen, wodurch die emotionale Beziehung gedämpft wird. Aber auch hier kann es einen Ausweg geben, wenn nämlich die Mutter ihre unbewußten Gefühle von Angst und Neid erkennt, die das Kind in ihr auslöst, und wenn das Mädchen, wenn es reifer ist, über seine Gefühle von Verweigerung hinaus, auch die tiefere Bedeutung der offenbar unerfüllbaren Erwartungen ihrer Mutter erkennen kann. Die Sonne eines Jungen in Konjunktion mit dem Chiron seines Vaters könnte gegenseitige Verletzungen und Mißverständnisse anzeigen; Auch hier ist eine Lösung denkbar, wenn der Vater seine eigenen Gefühle von Verletztsein und Unzulänglichkeit akzeptieren kann und der Junge, wenn er reifer ist, in der Lage ist, seinen Vater als einen gewöhnlichen und auch fehlerhaften Menschen zu erkennen, dessen Wunden auch durch die Welt und nicht nur durch seine Familie entstanden sind. Wie gesagt, einige Themen sind umfassender und tiefgreifender als die individuelle persönliche Interaktion, und eine Problemlösung wird hier von einer viel breiteren Perspektive abhängen. So erscheint ein Kind einem Elternteil z.B. nicht als Individuum, sondern als Vertreter einer großen kollektiven Macht, die sich zutiefst beängstigend auf die fundamentalen individuellen Überzeugungen und Glaubensmuster dieses Elternteils auswirken kann. Und wenn der Elternteil die Macht und Vision einer ganzen Generation verkörpert, kann sich das Kind beängstigt und überwältigt fühlen. Eltern und Kinder können auch durch das Medium äußerer Planetenaspekte mit anderen äußeren Planetentransiten aufeinander einwirken. In solchen Fällen stehen beide für die kollektive Macht ihrer Generationsgruppe und könnten Probleme damit haben, sich gegenseitig als Individuen wahrzunehmen, es sei denn, daß auch persönliche Planeten an der Konfiguration beteiligt sind. Jeder, der sich die Geburtshoroskope aufeinanderfolgener Generationen innerhalb einer Familie sorgfältig ansieht, wird die Häufigkeit enger Verbindungen zwischen äußeren und persönlichen Planeten in den Geburtshoroskopen feststellen, ganz besonders bei den "harten" Aspekten. Diese Übereinstimmungen befinden sich häufig innerhalb eines Orbis von 1o. Man bekommt leicht das Gefühl, daß diese kosmische Verrücktheit Methode hat, und daß bei diesen Verbindungen, die zwischen Eltern und Kindern oder Eltern und Enkeln auftauchen, ein tieferes evolutionäres Muster am Werk ist, das sowohl das Individuum als auch die Gruppe betrifft. Eine Psychologie, die auf das Individuelle reduziert bleibt, kann womöglich die Bedeutung der Reaktionen, die hier aktiviert werden, nicht ergründen, so daß wir womöglich unsere psychologischen Modelle erweitern müssen, um zu verstehen, was hier geschieht. Die
individuelle Dimension Solche Aspektverbindungen auf diese Art und Weise zu interpretieren, ist sicher nützlich und wertvoll, allerdings nicht tiefgreifend genug. Es geschieht hier mehr, als daß eine Person auf eine andere einwirkt. Eine der Personen interagiert mit einer ganzen Generation, die durch das Individuum mit dem äußeren Planeten repräsentiert wird, der bei der Aspektverbindung beteiligt ist. Die Tochter, deren Uranus in Zwillinge in Konjunktion mit der Sonne ihres Vaters steht, wird ihn aufrütteln und dafür sorgen, daß er eine andere Einstellung zum Leben gewinnt, nicht einfach, weil er sie als neugierig und rebellisch erlebt, sondern weil sie für ihn die enorme Macht einer Generationsgruppe verkörpert, für die menschliche Evolution bedeutet, die Rigidität alter und überholter intellektueller Strukturen niederzureißen. Die Mutter, deren Mars in Waage in Konjunktion mit dem Pluto ihrer Tochter steht, kann sich überwältigt fühlen und dazu neigen, zurückzuschlagen, nicht nur weil sie ihre Tochter als äußerst intensiv und inflexibel erlebt, sondern weil dieses Kind, wie eine unsichtbare Armee, seine ganze Generation hinter sich hat. Eine Generation, deren Überleben davon abhängt, zwischenmenschlichen Beziehungen ganz bestimmte Ideale von Fairneß und Gerechtigkeit aufzuerlegen. Der erbarmungslose Druck von Pluto reflektiert nicht das persönliche Machtstreben des Kindes, sondern die grundsätzlichen Notwendigkeiten eines Kollektivs, das keinerlei Abweichungen von seiner Vision dessen tolerieren kann, was notwendig ist, um ein Aussterben zu vermeiden. Wir werden im folgenden kurz ein Beispiel einer solchen Eltern-Kind Generationsdynamik demonstrieren. Obwohl die Geburtshoroskope der Britischen Königsfamilie schon bis zur Erschöpfung erklärt wurden, erweisen sie sich immer wieder als nützlich, weil die Geburtszeiten bekannt sind und die Kontinuität auf viele Generationen zurückgeht. Selbstverständlich müssen wir auch ausgiebig mit den Geburtshoroskopen unserer eigenen Familie arbeiten, um eine klarere Vorstellung der generationsbedingten Dynamik zu bekommen, weil die tieferen Muster der Generationsgruppen durch direkte persönliche Erfahrungen und familiärer Überlieferungen sichtbar werden. Generationsbedingte Muster in der Königlichen FamilieMächtige generationsbedingte Aspekte treten nicht allein zwischen einem Elternteil und einem Kind auf, sondern auch zwischen einem Elternteil und dem Menschen, den das Kind als erwachsene Person heiratet. Die Familienpsyche
neigt instinktiv dazu, sich das, was ihr fehlt, durch Heirat anzueignen,
so daß sich ihre Mythen und Komplexe entfalten können und über viele
Generationen hinweg durchgearbeitet werden können. Es ist daher
beim Erforschen von Familienhoroskopen wichtig, nicht nur die direkte
Blutsverwandtschaft einzubeziehen, sondern auch die Ehepartner.
Sowohl um der Klarheit als auch um der Kürze willen, werde ich hier
nur die relevanten Planetenstellungen einiger Mitglieder der Königlichen
Familie aufzeigen und nicht die vollständigen Geburtshoroskope.[4]
Die Königliche Familie
Hier bestehen zwangsläufig Verbindungen, welche die äußeren Planeten im Geburtshoroskop der Königin und deren Vater, König George VI betreffen; König George hatte eine Konjunktion von Uranus (22o 07') und Mond in Skorpion (24o 51'), und diese Konjunktion steht im Quadrat zum Neptun der Königin in 22o 02' Löwe. Bei ihr steht Saturn in Skorpion (24o26') am MC in Skorpion (25o 33') und beide in Konjunktion mit dem Uranus des Vaters. Wir können über die persönlichen Themen spekulieren, die in dieser Saturn-MC-Mond-Verbindung beschrieben werden und vermuten, daß die emotionale Beziehung zwischen der Königin und ihrem Vater zwar kühl, aber unzerstörbar war. Es bestand ein starkes und mächtiges, wenn auch unausgesprochenes Band von Verantwortungsgefühl und sozialem Pflichtgefühl zwischen ihnen, das spontanen Gefühlsaustausch und Zuneigung ersetzte. Aber wir haben es hier auch mit zwei äußeren Planeten zutun, die im Quadrat zueinander stehen. Das ist etwas schwieriger und kaum mit wenigen Worten zu erklären. Im Geburtshoroskop von König George steht Uranus im exakten Quadrat zum Neptun des Geburtshoroskops von Königin Elisabeth. Die Vision von Fortschritt für die Generation mit Uranus in Skorpion, findet ihren Ausdruck in zwanghaftem Zerstören und Wiederaufbauen. Sie zeigt sich auch in der Mobilisierung von Überlebensinstinkten und dem Mut, in die Schlacht zu ziehen. Wenn es keine Schlacht gibt, wird eine kreiert. Für den König gab es genügend Kriege in der Welt, um die Vision von Uranus in Skorpion, Fortschritt durch Krise, zu befriedigen. Im starken Kontrast dazu steht der Traum von Erlösung für die Menschen mit Neptun in Löwe. In deren Phantasiewelt ist alles schön und hell und das eigene Leben ist sowohl eine Opfergabe wie auch ein Symbol göttlicher Autorität für andere Neptun-bestimmte Menschen, die nach Erlösung von ihrem eintönigen Leben suchen. Die Königin teilt und verkörpert die mythischen Sehnsüchte ihrer eigenen Generationsgruppe. Es ist nicht überraschend, daß sie nicht bereit ist, sich davon zu lösen. Hier kollidieren zwei Generationen miteinander: die ältere, die zwei Weltkriege durchlebte, aus denen sie eine Ideologie machen mußte und sich mit der harten Wirklichkeit konfrontiert sah, auf den Trümmern der Zerstörung Neues aufbauen zu müssen. Auf der anderen Seite steht die jüngere Generation, die es vorzieht, der blanken Härte der Welt den Rücken zuzukehren und einer Märchen-Vision vom Prunk und dem göttlichen Recht der Könige nachzujagen. Ein solches Quadrat zwischen einem Elternteil und einem Kind muß nicht unbedingt in persönlichen Konflikten zum Tragen kommen, außer, wenn es durch die Stellung persönlicher Planeten verstärkt wird, wie es hier der Fall ist. Der Mond des Königs steht im Quadrat zum Neptun seiner Tochter, und sein Uranus steht in Konjunktion mit ihrem Saturn. Sie muß ihn als emotional unberechenbar und zwanghaft depressiv erlebt haben. Sie wiederum wird ihm als unbegreiflich erschienen sein - vielleicht aber auch ihrer Mutter, die auch den Mond in Skorpion hatte, denn die Königin trägt all die grandiosen, ritterlichen Träume einer ganzen Generation in sich. Diese Generation ist sich ihrer besonderen spirituellen Rolle sicher: ihrer Liebe zum Kodex von Ehre und Grandiosität, die zwar nobel und wunderbar erscheint, aber von der Mühsal des Alltags und den Gleichheitsbestrebungen der gegenwärtigen Uranus- und Neptun-Transite durch Wassermann allzu weit entfernt ist. Als Neptun durch Löwe transistierte, sehnte sich die Welt nach Glanz und Glamour und brauchte strahlende Vorbilder. Das war die Ära der großen Hollywood Filmstars. König George fand seine Tochter vielleicht befremdlich arrogant und weltfremd, nicht wegen eines speziellen Charakterfehlers, sondern weil etwas Durchdringendes, Mächtiges und Universelles durch ihren ihr eigenen Realismus und die Hartnäckigkeit ihrer Stier-Sonne und ihres Steinbock-Aszendenten hindurch schimmerte. Es scheint etwas außerordentlich Intelligentes in Familienmustern am Werk zu sein, bei denen äußere Planetenverbindungen beteiligt sind. Prinz Charles wurde mit Sonne in Skorpion (22o 25') in Konjunktion mit Chiron in Skorpion geboren. Seine Sonne steht in Konjunktion mit dem Mond seiner Großmutter, was ihre emotionale Nähe zueinander aufzeigt. Die Konjunktion zwischen seiner Sonne und dem Saturn seiner Mutter spiegelt den großen Druck ihrer Erwartungen wieder, die er von ihrer Seite aus spürt, und das Maß, in dem das sein Schicksal begrenzt und bestimmt. Aber Prinz Charles hat auch eine mächtige Verbindung äußerer Planeten zu seinem Großvater, den er nur während seiner Kindheit kannte. Charles' Sonne steht in exakter Konjunktion mit Uranus von König George. Charles verkörpert als Individuum jene Suche nach der verborgenen Wahrheit, die die Uranus-Generation des Königs als eine kollektive Vision von Fortschritt verfolgte. Er ist in gewisser Weise als Individuum der Kulminationspunkt der Bestrebungen der Generation seines Großvaters. Aber Charles' Sonne-Chiron-Konjunktion steht auch im Quadrat zum Neptun der Königin. Es ist daher nicht im mindesten überraschend, daß Charles bestrebt war, seine eigene Entwicklung in intellektueller, emotionaler und sexueller Hinsicht auf eine Weise zu verfolgen, die für den neptunischen Traum seiner Mutter ausgesprochen bedrohlich erscheinen mußte. Charles muß sich im Gegenzug durch seine Mutter verwirrt, im Stich gelassen und subtil manipuliert gefühlt haben. Durch ihre Hartnäckigkeit, an einem Ideal festzuhalten, das für ihn keine Gültigkeit mehr in der Welt hat, die er um sich herum wahrnimmt, muß er zutiefst irritiert gewesen sein. Die Königin gehört einer Generation an, die äußerst stark von der glanzvollen Vision von Würde und Ehre geprägt ist. Bei Charles steht auch Pluto in Löwe (16o 33'). Dies ist zwar keine exakte Konjunktion mit dem Neptun seiner Mutter, aber es ist immerhin eine Konjunktion. Charles hat etwas, das er mit seiner Pluto-Generation teilt: einen Überlebensinstinkt, der auf einem inneren Gefühl von Besonderheit und der tiefen Überzeugung beruht, das die Stimme jedes Einzelnen zählt. In dieser Hinsicht fühlt er instinktiv das, was auch seine Mutter fühlt, allerdings nicht als romantisches Ideal, sondern als Notwendigkeit - obwohl das Quadrat zwischen seinem Pluto und seiner Sonne auch nahelegt, daß er sich mit seiner eigenen Generation und auch der seiner Mutter im Konflikt befindet. Er hat mehr mit seinem Großvater gemein, als mit Menschen seines Alters. Vielleicht hatte Charles auf einer tieferen und unbewußten Ebene das Gefühl, dieser Neptun in Löwe-Vision "Adel verpflichtet", nicht gewachsen zu sein. Sein Pluto bringt ihn in Kollision mit dieser Vision. So wählte er für sich eine Partnerin, deren planetarisches Muster seinem eigenen genügend Zündstoff gab, um den generationsbedingten Traum, der durch den Neptun seiner Mutter beschrieben wird, in Frage zu stellen. Prinzessin Diana's Uranus in Löwe (23o 20') steht in Konjunktion zum Neptun der Königin. Dies zeigt, daß es in gewisser Weise unvermeidlich war, daß diese beiden Frauen als Vertreterinnen ihrer jeweiligen Generation polarisieren würden und sich gegenseitig als Feindinnen erleben mußten. Neptun in Löwe träumt von Erlösung. Seine leidenschaftliche Vision gilt einer besseren und nobleren Welt. Für Uranus in Löwe besteht menschlicher Fortschritt in der Fähigkeit des Einzelnen, bestehende autoritäre Strukturen niederzureißen, um das Potential an Kreativität für die Gemeinschaft freizusetzen. Diana's Mond in Wassermann (25o) und ihre Venus in Stier (24o23') beschreiben ihren eigenen inneren Konflikt mit dem eigenwilligen Ideal ihrer Uranus-Generation. Nimmt man jedoch die explosive Kombination von Charles' Planeten in Skorpion und Diana's T-Kreuz hinzu, die den Neptun der Königin in Frage stellen, dann verändert sich die Besetzung des Dramas. Für die Königin muß diese Heirat den Zerfall ihrer liebsten Erlösungsphantasien angekündigt haben. Diana's Generationsgruppe muß im Gegenzug wie eine Guerilla-Armee gewirkt haben, die dazu bestimmt ist, das Spiel zu verderben und die letzten Spuren königlicher Privilegien und Ehren zu zerstören. Prinz William wird dieses generationsbedingte Muster unvermeidlich fortsetzen, das auf einen langen und langsamen Entwicklungsprozeß hindeutet, der sich seinen Weg durch die Jahrhunderte bahnt. Die äußeren Planeten von William stehen in enger Verbindung mit den persönlichen Planeten seiner Eltern: seine Konjunktion von Neptun (25o32') und Aszendent (27o30') in Schütze steht in Konjunktion mit der Mars-Jupiter-Konjunktion seines Vaters und dem Aszendenten seiner Mutter. Es scheint, daß seine Eltern auf einer persönlichen Ebene jene Sehnsucht nach spiritueller Erleuchtung und den Hunger nach Bedeutsamkeit verkörpern, der für den Erlösungstraum der Generation mit Neptun in Schütze wichtig ist. Die "New Age"- Aktivitäten von Charles und Diana passen daher zweifellos sehr gut zur Generationsgruppe ihres Sohns. Aber William hat auch eine exakte Venus-Chiron-Konjunktion in Stier (25o) und seine persönlichen Werte, die sich teils aufgrund von Verletzungen und Schmerz entwickeln, stimmen weder mit der kollektiven romantischen Vision seiner Großmutter, noch mit dem starken kollektiven Bedürfnis nach dem Selbstausdruck seiner Mutter oder dem zwanghaften kollektiven Überlebensinstinkt seines Vater überein. William's Neptun in Schütze steht im Trigon zum Neptun in Löwe der Königin, daher teilen sie beide den Traum der Feuerzeichen von einer besseren und edleren Welt. Für William kann diese Welt jedoch nur durch ein moralisch ausgerichtetes und spirituelles Streben gefunden werden und nicht durch eine Bestätigung seiner persönlichen Außergewöhnlichkeit. Sich mit den äußeren Planeten anfreunden Verlust der Individualität durch Generationskonflikte Kollektive Strömungen und Schicksal Als Individuen können wir solche enormen kollektiven Bewegungen weder kontrollieren noch verdammen. Wir sind daran beteiligt, ob wir nun wollen oder nicht. Aber wir können uns entscheiden, ob wir auf kreative oder destruktive Weise mitwirken wollen. Wir könnten uns als unfreiwilliges Opfer boshafter äußerer Kräfte erleben. Wir könnten uns mit kollektiven Träumen aufplustern und damit beruhigen, daß wir die Verkörperung göttlich inspirierter Veränderungen sind. Wir können uns aber auch mit der bescheideneren und schwierigeren Aufgabe beschäftigen, unseren Charakter und unsere Begabungen zu verfeinern, um als Vermittler agieren zu können und damit auf die bestmögliche Weise zur positiven Entfaltung dessen beizutragen, was eine tiefere menschliche Notwendigkeit ist. Wir müssen uns wirklich bewußt machen, wo unsere individuelle Persönlichkeit in etwas Größeres mündet, damit wir aus unseren generationsbedingten Bedürfnissen und Zwängen heraus etwas Gültiges und Wertvolles für das Leben erschaffen. Wir müssen auch unseren Kindern genügend Weisheit und Halt anbieten, um ihre generationsbedingten Träume, die von den unsrigen sehr verschieden sind, wirklich achten zu können. Als Astrologen passen wir vielleicht am besten zu den Klienten, deren äußere Planeten mit den unsrigen eine harmonische Verbindung aufweisen. Wenn wir selbst Pluto im Löwen haben, passen wir vielleicht besser zu den jungen Leuten mit Pluto in Waage als zu denjenigen mit Pluto in Jungfrau. Es könnte uns aber sehr schwer fallen, mit der Gruppe, die Pluto im Skorpion hat, zu sympathisieren. Diese Gruppe dürften wir sogar als recht bedrohlich erleben. Neptun in Waage paßt besser zu Neptun in Schütze als zu Neptun in Skorpion, und Neptun in Skorpion paßt besser zu Neptun in Steinbock als zu Neptun in Schütze. Ob wir nun Eltern oder Astrologen sind - oder beides - es wird auch weiterhin Generationskonflikte geben, nicht weil sich Alter und Jugend in unausweichlicher Disharmonie befinden, sondern weil die großen kollektiven Zyklen zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene Visionen brauchen. Selbst wenn wir persönlich die Visionen anderer Generationsgruppen niemals teilen mögen, so können wir doch zumindest erkennen, daß sie ein wichtiger Bestandteil einer umfassenden Entfaltung des Lebens an sich sind. Übersetzung: Christine Ruf / Brigitte Talke [1] "The Times They Are A-Changin", Bob Dylan, copyright 1963, renewed 1991, Special Rider Music [2] Bob Dylan wurde am 24 Mai 1941, 21.05 in Duluth, Minnesota, USA geboren. [3] John Lenon wurde am 9. Oktober 1940, 18.30h in Liverpool geboren. Paul McCartney wurde am 18 Juni 1942 um 2.30h in Liverpool geboren. Mick Jagger am 26. Juli 1943, 6.30h in Dartford. Als die beiden Letztgenannten geboren wurden,, war Uranus von Stier in Zwillinge gewechselt, befand sich aber noch im Trigon zu Neptun. Er bildete dann aber auch ein Sextil zu Pluto in Löwe. [4] Genaue Geburtsdaten der beschriebenen Familienmitglieder: Königin Elisabeth II, 21. April 1926, 2.40h in London. König Georbe VI, 14 Dezember 1895, 3.05h, Sandrngham. Königin Elisabeht (Königin-Mutter), 4. August 1900, 11.31h, St. Pauls Walden. Prinz Charles, 14. November 1948, 21.14h , London. Prinzessin Diana, 1 Juli 1961, 19.41h, Sandringham. Prinz William, 21. Juli 1982, 21.03h, London. |
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23-Mai-2013, 06:38 Weltzeit | ||||
![]() | Sonne | 2 | 18' 9" | |
![]() | Mond | 5 | 50'54" | |
![]() | Merkur | 15 | 31'26" | |
![]() | Venus | 16 | 45'39" | |
![]() | Mars | 24 | 8' 5" | |
![]() | Jupiter | 22 | 17'53" | |
![]() | Saturn | 6 | 25' 9"r | |
![]() | Uranus | 11 | 19'59" | |
![]() | Neptun | 5 | 18'45" | |
![]() | Pluto | 11 | 11'48"r | |
![]() | Mondkn.(w) | 16 | 51'12" | |
![]() | Chiron | 13 | 33'48" | |