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Im folgenden Artikel stellt die Autorin im Detail
die Wirkungsweise des kardinalen Kreuzes vor. Sie geht dabei im Besonderen
auf die Wechselwirkungen
der einzelnen Zeichen ein, die im Quadrat und in Opposition zueinander stehen.
Die Wirkungsweisen des fixen und beweglichen Kreuzes können Sie in ihrem
Buch "Das Horoskop und seine innere Dynamik - Die Wechselwirkung von Quadranten,
Elementen und Kreuzen" nachlesen.
„Wenn wir die tieferen Schichten des Unbewussten ergründen, entsteht
eine Verbundenheit mit dem Selbst, das sowohl das Zentrum (in uns) als auch die
Peripherie (um uns herum) ist. Durch die Arbeit an der Seelenbildung finden wir
die mythische Dimension unseres persönlichen Bewusstseins und verbinden
uns mit den Reichen der transpersonalen Existenz.“
- Madeline Mc Murray -
Durch eine etwas nähere Betrachtung der drei Kreuze
kommen wir noch einmal der Polarität der Kräfte im Kosmos, auf
der Welt und in uns selbst näher, wie auch der Verschmelzung zu einem
Ganzen, was wir, zusammen genommen, „Leben“ nennen.
Das erste Kreuz:
Widder, Krebs, Waage, Steinbock
Qualität:
kardinal
Grundthemen:
Antrieb, Anstoß, Neubeginn, als Motor fungieren, Initialisierung.
Grundthemen Widder-Waage-Achse:
Direkte Beziehung mit dem Umfeld, Durchsetzung
und Nachgeben, Reiz und Reaktion, Nähe und Distanz, Ich-Du-Ebene.
Grundthemen Krebs-Steinbock-Achse:
Beziehung mit der Gesellschaft und persönlicher
Lebensweg, Selbstverwirklichung und Einbindung in der Gesellschaft; zwischen
Konventionen und persönlichen Bedürfnissen, Gefühlen und Pflicht
schwanken.
Bei dem ersten Kreuz geht es immer um den Vorgang der Initialisierung,
nennen wir ihn „Kardinalisierung“. Dieses Kreuz, das im Horoskop
die IC/MC-Achse und die AC/DC-Achse darstellt, spiegelt das wieder, was
uns im Leben antreibt, motiviert und nach vorne preschen lässt. Bei der
Widder-Waage-Achse geht es darum, was uns in unseren körperlichen und
triebhaften Bedürfnissen
(Widder) und was uns in unseren Begegnungen und im Geiste (Waage) antreibt,
bei der Krebs-Steinbock-Achse geht es um unsere seelischen, emotionalen
(Krebs) und gesellschaftlichen, transpersonalen Antriebe.
Auf allen vier
Ebenen unseres
Lebens, gespiegelt durch die vier Quadranten, leben wir unsere individuellen
Antriebe, die sich in Form von Wünschen und Glaubenssätzen in
uns zeigen. Beim Widder (1. Haus) geht es um die triebhaften und instinktiven
wie auch die körperlichen Wünsche, beim Krebs (4. Haus) um die
emotionalen, seelischen Wünsche, bei der Waage (7. Haus) geht es um
die geistigen Wünsche und die Wünsche – und Erwartungen – an
die Begegnungen, beim Steinbock (10. Haus) geht es um die gesellschaftlichen
Wünsche,
d.h. um das, was ich von der Gesellschaft erwarte, was ich in ihr sein
will und was sie von mir fordert.
Hier sehen wir schon, wie die Tierkreiszeichen
eines Kreuzes einander bedingen, ergänzen und widersprechen: In der Waage
begegnet uns z.B. ein sehr weichherziger Mensch und spricht damit unsere
instinktiven Bedürfnisse (Widder) nach Wärme an. So ergänzen
sich die Beiden. Wir können uns aber auch regen geistigen Austausch mit
jemandem wünschen,
doch mit unserem instinktiven Verhalten etwas anderes tun, weil dieses
uns beispielsweise sagt, wir sollen uns von Menschen fernhalten. Dann wären
sich die beiden Zeichen, bzw. das erste und siebte Haus uneinig und würden
ihre Opposition im negativen Sinne leben. Im Steinbock kann man zu großer
gesellschaftlicher Anerkennung kommen und dafür sein Gefühlsleben
im Krebs völlig vernachlässigen oder gar unterdrücken. Man
kann aber auch durch gesellschaftlichen Erfolg emotional stabiler und zufriedener
werden.
Immer spielen bei diesem Kreuz die unterschiedlichen Bedürfnisse
eine Rolle. Jeder steht vor der Herausforderung, die Quadratur des Kreises
zu meistern. Im tatsächlich gelebten Horoskop liegt meist die Betonung
auf einem Pol oder innerhalb des Kreuzes auch auf zwei Polen. Jemand kann
sehr stark in die Begegnung gehen (7.Haus) und seine eigenen Bedürfnisse
(1.Haus) dabei opfern. Oder er boxt nur seine Eigeninteressen heraus, weil
er Angst hat, über das 7. Haus könne ihm jemand im Wege stehen.
Schön ist es, wenn wir uns H.S. Sullivan zu Herzen zu nehmen:
„Liebe beginnt damit, dass ein Mensch das Gefühl
hat, die Bedürfnisse des anderen seien ebenso wichtig wie seine eigenen.“
So können wir die Widder-Waage-Achse nutzen, indem wir
mit dem Widder die Herausforderung suchen und sie in der Waage finden, wenn
wir sensibel für die Außenreize werden (Waage, 7.Haus) und darauf
dann direkt und ehrlich mit dem Widder (1.Haus) reagieren. Die Waage kann
vom Widder lernen, einmal hart zu sein und sich durchzusetzen und der Widder
lernt von der Waage, nicht immer nur uneinsichtig zu sein, sondern den anderen
zu sehen und Weichheit zuzulassen. Der Widder ist als Reinprinzip der Krieg.
Und ohne den gibt es keinen Frieden, für den die Waage mit ihren ausgleichenden
Waagschalen steht. Doch auch die Harmonie in der Waage muss durch Streit im
Widder herausgefordert werden, damit sie nicht falsch und unecht, eventuell
sogar scheinharmonisch wird. Der Widder lebt einfach, und zusammen mit der
Waage, die leben lässt, könnte er das Motto „leben und leben
lassen“ für sich finden.
Die Opposition stellt immer die augenscheinlichste
Angst und den offensichtlichsten Schatten des betreffenden Zeichens dar.
So lebt die Waage von Begegnung und lässt andere für sich handeln.
Sie selbst „bearbeitet“ lieber die anderen, was folglich zur klassischen Übertragung
führen kann. Durch ein Gegenüber versucht sie dann, einer Selbstauseinandersetzung
aus dem Wege zu gehen. Doch anders gelebt nutzt sie vielleicht auch die Chance,
den anderen als wirklichen Spiegel wahrzunehmen, von dem sie einiges über
ihr eigenes Verhalten lernen kann. Der Widder aber hat Angst vor Begegnung
und handelt selber. Er symbolisiert das Reinprinzip der Aggression, vor der
die Waage sich so sehr fürchtet. Doch die beiden sind für immer
aneinandergekettet, wie alle Tierkreiszeichen untereinander und mit ihren
Gegenpolen. Ohne die Begegnung der Waage hätte der Widder ja weder seine
Konkurrenz, nach der er sich ausrichtet und durch die er seine Energie erst
wirklich spüren kann, noch den Spiegel der Umwelt, der ihn zu Selbsterkenntnis
führt. Ohne das Abschätzungsvermögen der Waage wie auch ihr
Gerechtigkeitsempfinden gäbe es vielleicht nur Selbstjustiz. Ohne den
Widder wäre die Waage nicht handlungsfähig! Der Instinkt des Widders
kann manchmal der Waage, die vom Reich der Instinkte am weitesten entfernt
ist, helfen, direkte Entscheidungen zu treffen. Womit beide Schwierigkeiten haben, ist die Welt der Gefühle,
die wir im Krebs, also im Quadrat zu den beiden, finden. Der Krebs spiegelt
uns unseren tiefsten Punkt, unsere tiefste Emotion, damit auch unser tiefstes
Chaos, unseren Urquell, der Launen und Widersprüche mit sich bringt.
Der Widder sagt: „Hier bin ich“ und handelt einfach. Unüberlegt,
unreflektiert, ohne Moral, egozentrisch, aus seinen Trieben und Veranlagungen
heraus. Die Waage als Gegenzeichen aber lässt handeln, entfernt sich
vom Instinkt, reflektiert, überlegt, wägt an äußeren
und geistigen Kriterien ab. Sie ist nicht begeisterungsfähig wie der
Widder, sondern erst einmal skeptisch, denn sonst würde sie ja nicht
den Drang spüren, immer alles abzuwägen. So wird sie unspontan,
doch gewinnt an Moral – sie sieht ja den anderen und braucht diesen
vor allem. Mit der gnadenlosen Subjektivität des Widders kann sie nichts
anfangen, denn bei ihr beginnt die Objektivität im Tierkreis (wir erinnern
uns: das erste Haus des dritten Quadranten, das erste Haus über dem Horizont).
Der Krebs hingegen ist ebenfalls erst einmal skeptisch, doch dies nicht aus
Gründen des geistigen Abwägens, sondern aus einer inneren, emotionalen
Unsicherheit heraus. Der Krebs fühlt erst einmal in sich hinein und versucht,
seine eigenen Strömungen wahrzunehmen. Er ist wie der Widder subjektiv
und ohne Moral, aber seine Motivation ist nicht die des Triebs und der Konkurrenzorientierung,
sondern die seiner (unbeständigen) Gefühle.
Diese emotionale Spontaneität
und diese Subjektivität ist etwas, was der Waage sehr fremd ist, genauso
wie dem Steinbock. Der steht zu dem Gefühl an sich ja sogar in klarer
Opposition. Bei ihm geht es um das Abwägen an gesellschaftlichen Kriterien,
er symbolisiert den öffentlichsten Punkt an uns, wohingegen der Krebs
unseren intimsten Punkt darstellt. Dem „Niederen“ des Widders
und des Krebses versucht er durch einen Objektivismus entgegenzutreten, den
er durch Begegnung in der Waage zwar angegangen ist, nun jedoch absichert,
gesellschaftsfähig, maßstäblich und beizeiten auch starr macht.
Er ist die Autorität und kann, wenn er nicht aufpasst, damit auch autoritär
werden, womit er wieder das Gegenteil des antiautoritären und frei fluktuierenden
Krebs verkörpert. Für ihn sind Regeln und Konventionen bestimmend,
womit er die Regellosigkeit des Krebses bekämpfen will. Er lebt absolut
in der vermeidlichen „Realität“, vor der der Krebs lieber
flüchtet. Er reißt sich zusammen für das Höhere, für
die Gesellschaft und seine Aufgabe darin. Beim Verfolgen seiner Ziele ist
er besonders beharrlich und geduldig, Schritt für Schritt geht er seinen
Weg und lässt sich nicht von Launen, Unzufriedenheiten und plötzlich
aufkommenden Ängsten beeinträchtigen, so wie es beim Krebs der Fall
ist. Hier kann also der Krebs Einiges von dem Steinbock lernen. Der positiv
eingelöste Steinbock könnte ihm das sagen, was Edward Bach schreibt: „Keinen Augenblick wollen wir mit Bedauern über
die Fehltritte auf unserem Wege vergeuden. Kein großer Aufstieg gelang
je ohne Fehler und Rückschritte; wir müssen sie als Erfahrungen
ansehen, die uns helfen, in Zukunft weniger häufig zu stolpern.“
Beim Steinbock haben Triebe (Widder), Gefühle (Krebs)
und persönliche Begegnungen (Waage) keinen Platz mehr. Bei ihm gilt es
Maß zu halten und nicht wie der Krebs übermäßig aus
sich heraus zu sprudeln. Beim Steinbock ist Beständigkeit gefragt, Dauer
und Verlässlichkeit,
beim Krebs hingegen Unbeständigkeit, Launenhaftigkeit, Wechselhaftigkeit
und Unzuverlässigkeit, Illusionen und Träumereien. Der Steinbock
könnte das sogenannte „Über-Ich“ sein, der Krebs das
subjektive „Gefühls-Ich“ oder auch unser Selbst. Bringen
wir die beiden zusammen, können sie uns zu unserem höheren Selbst
führen, das wirklich auf die innere Stimme, auf die Intuition hört
und sich selbst gleichzeitig in den Kontext der Ganzheit und damit auch
unserer Gesellschaft eingebunden sieht. Diese Dynamik finden wir im Beispiel
des Künstlers
oder des künstlerisch Schaffenden. Er braucht seine innere Intuition
und seine sprudelnde, aus sich hervorquellende Phantasie und bettet sich
gleichzeitig in den Kontext der Gesellschaft ein, wird auch von dieser
gesehen und „bewertet“.
Madeline Mc Murray sagt Folgendes über ihn und damit für uns über
diese Achse:
„Innerhalb des schöpferischen Prozesses liegt die
Erfahrung von etwas, das über das Persönliche hinausgeht. Sobald
sich das Persönliche und das Transpersonale für die Zwecke der Mitschöpfung
miteinander verweben, verwischen sich die Grenzen zwischen Subjekt und
Objekt.“
Der Steinbock – das Transpersonale – verschmilzt
in ihm also mit dem eigentlichen schöpferischen Prozess, der im Krebs
beginnt. Weiter schreibt sie:
„Der Künstler übt eine Funktion
für die Gesellschaft aus, indem er mythische Bilder ins Bewusstsein bringt.
Was der Künstler sieht, wird für uns alle sichtbar gemacht. Kunst
ist nicht nur eine individuelle, sondern auch eine kollektive Erfahrung.“
Auch
paart der Künstler individuelle Muster und Mythen (Krebs) mit kollektiven
(Steinbock). In den beiden Zeichen finden wir auch die Reife-Achse. Während
der Krebs noch naiv und unschuldig, fast wie ein Kind, ist, finden wir im
Steinbock bereits die Reife und damit eine Art Weisheit. In jedem Kreuz geht
es um einen Reifeprozess in dem Sinne, dass die jeweiligen Zeichen voneinander
lernen und aneinander wachsen können, sprich dass sie in uns selbst als
Schatten integriert werden und wir sie uns bewusst machen. Bei dem ersten
Kreuz werden dabei vor allem unsere Ursprünge, unsere Antriebe, unsere
Begegnungsfähigkeit und unsere Bereitschaft zu lieben, angesprochen.
Es geht darum, wie wir in die Welt treten und ihr begegnen, sowohl auf der
persönlichen als auch auf der gesellschaftlichen, und zwar mit unserer
Dreiheit „Körper-Seele-Geist“.
Mit dem ersten Kreuz lernen
wir unsere instinktiven (Widder) und emotionalen (Krebs) Bedürfnisse
kennen, dann unser Gegenüber (Waage) und schließlich die Gesellschaft
(Steinbock). Damit erfahren wir auch, was es da potentiell für Konflikte
gibt, wo unsere Eigeninteressen an die Interessen der Gesellschaft stoßen,
wo unser Wille zu begegnen unserem Wunsch nach Individualität im Wege
steht. Wo unsere Gefühle keinen Platz haben und wir uns zusammenreißen
müssen.
„Liebe ist nur möglich, wenn
sich zwei Menschen aus der Mitte ihrer Existenz heraus miteinander verbinden,
wenn also jeder
sich selbst aus der Mitte seiner Existenz heraus erlebt.“
schrieb Erich Fromm in "Die Kunst des Liebens".
Damit spricht er ebenfalls das erste Kreuz an. Ist die Mitte unserer Existenz
nicht unser
Urquell, der Krebs? Und gehört dazu nicht unweigerlich auch sein Gegenpol,
der Steinbock, der uns in einen Gesamtkontext bettet? Und erfahren wir
unsere Tiefen und Höhen im Leben nicht vor allem über die Widder-Waage-Achse,
also über Begegnung und Auseinandersetzung, über Streit und Versöhnung?
Um aber dieses Kreuz wirklich kennen zu lernen und darin zu reifen, müssen
wir den Prozess der Auseinandersetzung durchlaufen. Wir erreichen erst
die Reife des Steinbocks und somit eine Ausgewogenheit in der Krebs-Steinbock-Achse,
wenn wir die Widder-Waage-Achse durchlitten haben. Die Umwelt als Herausforderung
ansehen, um seinen eigenen Platz kämpfen und zu seinen eigenen Gefühlen
stehen sind doch wichtige Aspekte, die uns zu Stabilität führen.
Schauen wir uns einen Vers von Khalil Gibran an, der uns noch einmal deutlich
macht, wie wichtig es ist, uns auf unsere Begegnungen wirklich einzulassen:
Von der Liebe (...)
Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gibt dich ihr hin. Auch wenn
das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.
Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie,
Auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann wie der Nordwind
den Garten verwüstet.
Denn so wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich.
So wie sie dich wachsen lässt, beschneidet sie dich.
So wie sie emporsteigt zu einen Höhen, und die zartesten Zweige liebkost,
die in der Sonne zittern,
Steigt sie hinab zu deinen Wurzeln und erschüttert sie in ihrer Erdgebundenheit.
Wie Korngarben sammelt sie dich um sich.
Sie drischt dich, um dich nackt zu machen.
Sie liebt dich, um dich von deiner Spreu zu befreien.
Sie mahlt dich, bis du weiß bist.
Sie knetet dich, bis du geschmeidig bist.
Wenn wir dieses Kreuz in Begriffe unterteilen wollen – und dies scheint
manchmal ein recht passabler Weg, um uns etwas zu veranschaulichen und es
unserem Verstand zugänglicher zu machen – können wir den Krebs
auch als die Seele und den Steinbock als die Persönlichkeit sehen. Persönlichkeit
in dem Sinne, dass wir mit unserer Persona in der Gesellschaft eine Rolle
spielen und uns in ihr definieren, uns also feste Strukturen in ihr geben,
um greifbar zu sein. Hier teilt uns Edward Bach wieder mit, was passieren
kann, wenn wir die Verbindung zwischen Krebs und Steinbock, zwischen IC und
MC, zwischen allen vier Eckpunkten des Horoskops verlieren:
„Solange Harmonie herrscht zwischen unserer Seele und unserer Persönlichkeit,
erleben wir Freude und Frieden, Glück und Gesundheit. Wenn aber unsere
Persönlichkeit von dem Pfad abgebracht wird, den die Seele dargelegt
hat – sei es durch ihre weltlichen Begierden oder durch Beeinflussung
von anderen -, entsteht ein Konflikt. Dieser Konflikt ist die Wurzel von
Krankheit und Unglück.“
Die weltlichen Begierden können wir als vom Steinbock angetrieben sehen,
der sich in seiner uneingelösten Form nur nach dem richtet, was man tut,
braucht und will, und wir können diese „weltlichen Begierden“ als
das Widderprinzip ansehen, das in der uneingelösten Form nur sich sieht,
seine subjektivsten Wünsche und Ängste. Die „Beeinflussung
der anderen“ finden wir dann in der Waage, eine Beeinflussung, die umgeformt
zum hilfreichen Spiegel wird oder aber – unreflektiert angenommen – uns
vom Weg abbringen kann. Weiter sagt Bach:
„Wir sehen also, dass es zwei Fehlerquellen gibt:
erstens die Trennung von Seele und Persönlichkeit und zweitens Grausamkeit
oder falsches Verhalten gegenüber anderen, denn das ist eine Sünde
gegen die Einheit.“
Und damit eine „Sünde“ gegen das erste Kreuz
und seine Einheit. Er schlägt vor, dass wir unserem höheren Selbst
folgen:
„Das Befolgen der Weisungen unserer Seele, unseres höheren
Selbst, also ist es, worauf es ankommt; wir lernen es durch die Stimme
des Gewissens, durch Instinkt und Intuition.“
Hiernach merken wir, dass
die Seele nicht einfach „nur“ der Krebs ist, sondern ein Zusammenspiel
natürlich des gesamten Tierkreises, hier aber ein Zusammenwirken des
ersten Kreuzes. Wenn wir es als Einheit in uns wahrnehmen und leben, brauchen
wir es nicht mehr in andere zu projizieren, uns von anderen oder der Gesellschaft
manipulieren zu lassen oder durch sonstige Stolpersteine vom Weg abbringen
lassen. Denn dann lernen wir, zu unterscheiden – zwischen uns selbst
und dem anderen, zwischen unseren eigenen Wünschen und denen der anderen,
zwischen „Freund“ und „Feind“, zwischen unseren diversen
inneren Stimmen.
Entnommen aus:
Katja Langer:
Das Horoskop und seine innere Dynamik.
Die Wechselwirkung von Quadranten, Elementen und Kreuzen
Astronova Verlag, Tübingen, 2005.
Sie können dieses Buch bestellen unter
www.astronova.com
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