Angst im Horoskop - erkennen und verstehen

von Christa Gallery

Uranus – Angst vor Freiheitsbeschränkung und Individuation

… und plötzlich ist sie da. Das Herz klopft bis zum Hals, die Hände sind feucht, das Atmen fällt immer schwerer, die Knie zittern, und man hat das Gefühl, dass alles irgendwie ver-rückt ist. Die körperlichen Symptome können so stark sein, dass die Betroffenen Todesangst verspüren. So oder so ähnlich hört es sich an, wenn eine Panikattacke geschildert wird. Die Betroffenen verspüren urplötzlich Angst und befürchten eine schwere körperliche Krankheit oder durchzudrehen. Die ersten Panikattacken treten meist ohne erkennbaren Anlass auf – wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Wenn möglich, flüchten die Betroffenen sofort aus der Angst auslösenden Situation, und die Panikattacke lässt nach. Der Wunsch, nie mehr in eine solche Lage zu kommen, ist dann so mächtig, dass zukünftig solche oder ähnliche Situationen vermieden werden. Der Teufelskreis der Vermeidung aus Angst vor der Angst setzt ein.

Angst im Horoskop
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Uranus symbolisiert in der Astrologie eine Kraft, die sich als plötzlicher Wechsel der Lebensstruktur und als schnelles Hervorbrechen von unerwarteter Energie manifestiert. Durch ihn ist es möglich, dass starke, ungewöhnlich schnelle Kräfte in das Bewusstsein strömen. Sein Einfluss macht einen Menschen nicht unbedingt stabil, da Uranus aufgrund von plötzlichen, unkontrollierbaren Impulsen handelt. Diese Kraft steht für überraschende Erkenntnisse und Einsichten, sie kann aber ebenso in falschen Ahnungen und wirren Eindrücken auftreten. Horoskopfaktoren im Aspekt zu Uranus sind meist stark angeregt, erregt, «elektrisiert» und beschleunigt. Er ist der Planet der sprunghaften Veränderungen, und seine Wege können in unbekannte Dimensionen führen. Was heute noch tragfähig zu sein scheint, was uns befriedigt und Geborgenheit gibt, könnte morgen schon nicht mehr gelten. Die Energie dieses Planeten ist auf Veränderung ausgerichtet. Durch einen starken Uranus-Einfluss im Horoskop oder durch Auslösungen des transitierenden Uranus haben betroffene Menschen das Gefühl, dauernd unter Spannung zu stehen. Durch die ständige innere Unruhe fällt es sehr schwer, sich zu entspannen. Ein länger andauerndes erhöhtes Anspannungsniveau kann schon in ganz gewöhnlichen Stress-Situationen Angstanfälle und Panikattacken auslösen.

Uranus - Individualität leben

Uranus verlangt von uns, dass wir unsere Individualität leben. In Zeiten von Stagnation und übertriebenem Sicherheitsdenken kann er auf sehr rüde Art und Weise auf dieses Verhalten hinweisen. Es entsteht ein Konflikt zwischen dem Bedürfnis nach absoluter Freiheit und den konkreten Lebensbedingungen. Je mehr wir uns an traditionelle Lebensmuster klammern und uns in emotionale Abhängigkeiten begeben, umso mehr wird Uranus uns aufrütteln. Uranische Energie ist mit viel Angst besetzt, denn sie bringt unser Verlangen nach Sicherheit ins Schwanken. Das Leben jedoch konfrontiert uns ständig mit Gegensätzen: Selbstbehauptung und Abhängigkeit, Individuation und Beziehung, Selbstbestimmung und Fremdbestimmung. In unserer heutigen Gesellschaft nimmt die menschliche Autonomie einen immer größeren Stellenwert ein. Autonomie und Freiheit stehen in einer Wechselbeziehung. Freiheit beinhaltet die Möglichkeit der Selbstbestimmung, der freien Entscheidung und der Wahl. Der freie Mensch möchte selbstbestimmt und nach eigenen Fähigkeiten handeln. Die eigentliche Angst steckt hier in der Angst vor der Freiheitsbeschränkung. Dies kann sich dann leicht in einer Platzangst (Agoraphobie), Angst vor geschlossenen Räumen, Fahrstühlen etc. auswirken. Der innere Konflikt wird auf äußere Objekte verschoben.

Uranus ist ein unpersönlicher Planet. Seine kosmische Kraft ist darauf gerichtet, den einzelnen Menschen zur größtmöglichen Unabhängigkeit und Autarkie zu befähigen. Er löst symbiotisches Verhalten auf. Die menschlichen Bedürfnisse nach emotionaler Bindung und Geborgenheit innerhalb einer Familie oder Gemeinschaft entsprechen nicht diesem astrologischen Prinzip. Eine starke Uranus-Stellung oder der Transit zu wichtigen Horoskopfaktoren geht mit dem großen Bedürfnis einher, auf niemanden angewiesen zu sein, niemanden zu brauchen oder niemandem gegenüber verpflichtet zu sein. Deshalb besteht hier die Tendenz, sich von anderen zu distanzieren. Uranus bedeutet Angst vor Nähe, Angst vor emotionalen Verstrickungen und Angst um die Entwicklung der eigenen Autonomie. Dabei geht es um das Thema des Selbstverlusts: die Angst, sich selbst zu verlieren und das eigene Leben aufzugeben.

Angst vor Nähe

In ihrer Umwelt hinterlassen Menschen unter starkem Uranus-Einfluss den Eindruck von Kälte und Unpersönlichkeit. Der gefühlsmäßige Umgang mit anderen Menschen und das Wahrnehmen ihrer emotionalen Bedürfnisse, wie Zuneigung und Zärtlichkeit, löst zum Beispiel Unbehagen und Verunsicherung aus. Die zwischenmenschlichen Kontakte finden meist auf einer lockeren, unverbindlichen Ebene statt. Sich anderen zu öffnen, fällt außerordentlich schwer. Daher ist es kaum möglich, über die eigenen Ängste und Befürchtungen zu sprechen, denn dies setzt ja eine bestimmte Vertrauensbasis voraus. Aus Angst vor tiefen Gefühlen und vertrauter Nähe zu anderen ziehen sich diese Menschen immer mehr zurück, bis sie sich letztendlich isolieren und einsam werden.

Jede Zuneigung und Liebe kann uns gefährlich werden, weil sie uns verwundbar macht. Liebesgefühle machen uns verletzlicher und empfindlicher, weil wir etwas von uns selbst aufgeben müssen und uns an andere Menschen ausliefern. Die Angst vor der Hingabe ist mit der Angst vor einem möglichen Selbstverlust verbunden.

Uranusbetonte Menschen werden in der gängigen astrologischen Literatur gern mit Eigenbrötlern, Sonderlingen oder Außenseitern in Verbindung gebracht. Die Andersartigkeit, die Uranus repräsentiert, geht oft einher mit einem Gefühl der Entwurzelung und dem Verlust des Zugehörigkeitsgefühls. Durch diese Distanz zu anderen Menschen bis hin zur Vereinsamung kann man schnell zum schwarzen Schaf oder zum Sündenbock einer Gemeinschaft werden. Aber Einsamkeit und Isolierung von anderen wirken Angst verstärkend. Oft ver-rücken diese Menschen dann die realen Maßstäbe und flüchten in eine irreale Welt, und die innere Angst wird auf äußere Objekte projiziert. Das Gefühl, anders als die anderen zu sein, bewirkt ein Gefühl der Ungeborgenheit in der Welt.

Mond / Uranus

In auffallend vielen Horoskopen von Menschen mit starken Ängsten oder Angststörungen finden sich Uranus/Mond-Aspekte, oder Uranus steht im 4. Haus.

Ein Kind braucht eine geborgene Atmosphäre, in der seine Bedürfnisse erfüllt werden. Neben seinen körperlichen Bedürfnissen benötigt es emotionale Wärme und Stabilität. Durch Unruhe oder Spannungen in der Kindheit kann bei ihm der Eindruck entstanden sein, dass nichts im Leben Bestand hat und dass es jederzeit plötzlich aus seiner emotionalen Geborgenheit gerissen werden kann. Das Kind zieht sich ängstlich zurück, findet keinen Halt und kann nur schwer eine Sicherheit in sich selbst entwickeln. Auch Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen, fällt diesem Kind und später dem Erwachsenen schwer. Schwierig kann es auch werden, wenn das Geborgenheitsbedürfnis des Kindes durch technische Erfindungen befriedigt wird. Es können sich dann dem Alter des Kindes unangemessene Ängste entwickeln.

Liz Greene beschreibt die schreckliche Angst, die Uranus verursachen kann. Sie stellt Mond/Uranus-Ängste als erlebte Angst dar, die bereits in frühester Kindheit erfahren wurde. Diese frühkindlichen bzw. sogar vorgeburtlichen Erfahrungen in Bezug auf Änderungen des Stabilitätsgefüges können sich auf zukünftige, ängstliche Erwartungen auswirken. Tatsächlich sind dies verdrängte, instinktive Erlebnisse aus der Vergangenheit. Dabei muss es sich nicht unbedingt um die gern mit Uranus in Verbindung gebrachten Erlebnisse wie Scheidung der Eltern, Verlust eines Elternteils oder Heimat handeln. Das Grundgefühl kann allein durch die zuvor erwähnte angespannte Atmosphäre, Gefühle der Unsicherheit, die Erwartung irgendeiner Katastrophe ausgelöst werden. Der Mond, der unsere Lebenserfahrungen aufnimmt, speichert körperliche und emotionale Erinnerungen. Bestimmte Situationen oder vermeintliche Bedrohungen der Sicherheit können diese Erinnerungen auslösen und uns in Furcht und Schrecken versetzen. Diese Gefühle, die stets auf eine bevorstehende Katastrophe ausgerichtet sind, sind stark auf vergleichbare äußere oder innere Situationen sensibilisiert und können bis ins Erwachsenenalter anhalten und chronische Ängstlichkeit mit verursachen.

Situationen, die andere Menschen gar nicht beunruhigend finden, können in diesem Menschen Angst hervorrufen, besonders dann, wenn aus heiterem Himmel etwas geschieht, was ihr Gefühl der Verwurzelung zerstört.

Uranus/Mond-Verbindungen geben immer einen Hinweis auf die Unsicherheit des Gefühls, «im Leben geborgen» zu sein. Sie zeigen eine geringe Toleranz gegenüber Ängsten und können zwiespältige Emotionen nur schwer ertragen.

Uranus im Transit kann alte, unverarbeitete Ängste aus früherer Zeit aktivieren. Diese mit professioneller Hilfe aufzuarbeiten, ist wichtig. Zu erkennen, dass es sich bei den aktuellen Ängsten um ein Wiederaufleben von Kindheitsängsten handelt, hilft, als Erwachsener diesen Gefühlen weniger ausgeliefert zu sein.

Fortschritt, Technik, Individuation - und wo bleibt die Geborgenheit?

Uranus ist auf die Zukunft ausgerichtet. Er sieht neue Möglichkeiten, möchte Unbekanntes kennen lernen und bejaht alles Neue. Vor allem braucht er das Gefühl der Freiheit. Uranusbetonte Menschen haben Angst vor Ordnungen und Gesetzmäßigkeiten, denn dadurch werden sie festgelegt und können nicht ausweichen. Sie möchten die Mauern der Begrenzungen des Lebens, des Alltags und der Realität sprengen und übersehen leicht, dass wir von ihnen in einem gewissen Maß abhängig sind. Indem man sich der Realität entzieht, besteht die Gefahr, eine Scheinwelt und eine Scheinfreiheit aufzubauen, mit der Konsequenz, im realen Leben nicht mehr zurechtzukommen.

Uranus steht auch in einem engen Zusammenhang zur Technik und Wissenschaft und damit für unsere heutige moderne Welt. Wir können heute mit Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt treten, uns mit ihnen austauschen, über Probleme reden und Beziehungen aufbauen. Zugleich sind wir einsam wie nie zuvor. Der Geldautomat und das Online-Banking ersetzen das Gespräch mit den Bankangestellten. Wir können im Internet einkaufen, ohne mit anderen Menschen persönlich in Kontakt zu kommen. Bei Kindern und Jugendlichen werden soziale und körperliche Aktivitäten zunehmend durch isolierte Computertätigkeiten ersetzt. Die Arbeitskraft vieler Menschen wird überflüssig, weil technische Errungenschaften effizienter sind. Das heutige Leben in der westlichen Zivilisation, trotz oder wegen des technischen Fortschritts, gibt uns immer weniger Geborgenheit. Der zwischenmenschliche Austausch reduziert zunehmend. Der rationalisierte Mensch zieht den Umgang mit Maschinen dem sozialen Zusammensein vor, weil menschliche Beziehungen als zu unkontrollierbar, vieldeutig, komplex und zwiespältig erscheinen.

Wir sind einer Flut von Reizen ausgesetzt, gegen die wir uns nur schwer abschirmen können. Allein unser Wissen, dass wir Menschen aufgrund des modernen, hoch gepriesenen technischen Fortschritts nun in der Lage sind, uns selbst zu vernichten, lässt in uns das Gefühl der existenziellen Bedrohung entstehen. Die Beherrschung der Natur, teilweise unkontrolliert, und die daraus resultierenden Lebensbedingungen lassen unsere emotionale Seite immer mehr verkümmern.

Die meisten Menschen haben mehr oder weniger Angst vor der Individuation. Sich selbst werden, den eigenen Weg gehen ist immer mit Einsamkeit verbunden, da wir uns von Geborgenheit gebenden Gemeinsamkeiten entfernen. Mit Uranus ist aber gleichzeitig eine große Freiheit verbunden. Wir haben plötzlich mehr Möglichkeiten unser Leben zu gestalten.

Die Herausforderung der Uranus-Transite

Uranus ist der Planet der unerwarteten Veränderungen und plötzlichen Umbrüche. Seine Transite zu bestimmten Horoskopfaktoren können die Fundamente unseres Lebens und unserer Persönlichkeit erschüttern. Gewohnte Strukturen, die aber unser Wachstum hemmen, sollen aufgelöst werden, um neuen Entwicklungen Raum zu geben. Vielen, abhängig von den einzelnen Konstellationen im Horoskop – zum Beispiel mit starker Erdbetonung –, fällt es schwer, diese uranische Erneuerungskraft anzunehmen. Sie erfordert Risikobereitschaft und den Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen und sich gegen althergebrachte Normen zu stellen. Je mehr wir uns aus Furcht und Angst uranischen Erfordernissen verweigern, umso größer wird die innere Unruhe. Der unterdrückte Drang nach Erneuerung kann sich in vielfältigen körperlichen und seelischen Störungen zeigen.

Howard Sasportas verweist auf einen von ihm gehörten Vortrag von Beata Bishop, in dem Zusammenhänge zwischen nicht gelebten und unterdrückten Anteilen im Horoskop und den daraus resultierenden möglichen Panikattacken durch einen Uranus-Transit aufgezeigt werden. Eine Frau mit ausgeprägter Feuerbetonung im Horoskop (Sonne im Löwen, Mond im Widder, MC im Schützen) lebte nur die introvertierte, hingebungsvolle Seite ihres Fische-Aszendenten, indem sie ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse zugunsten ihrer Familie vernachlässigte. Der Transit von Uranus über ihren MC löste schreckliche Panikattacken und Angstzustände aus. Diese Symptome wiesen rüde auf ihr inneres Ungleichgewicht hin und beinhalteten die Aufforderung, die bisher nicht gelebten Persönlichkeitsanteile zu erkennen und zu integrieren. «Ihr inneres Selbst musste zu dieser List greifen, um ihr zu zeigen, dass sie in Bezug auf ihre Lebenshaltung etwas unternehmen müsste. Zweifellos war ihr Unbehagen groß. Das war jedoch notwendig, um einen Selbstheilungsprozess einzuleiten.»

Selbständigkeit und Authentizität

Je mehr wir uns gegen Uranus wehren, umso schmerzlicher gestalten sich seine Eingriffe, und die nun vorhandene Dynamik wendet sich gegen uns selbst. Viele körperliche und vor allem psychische Krankheiten sind ein Hilferuf der Seele. Sie fordern uns auf, bestehende Ordnungen, die nicht zu unserer Persönlichkeit und unserem heutigen Leben gehören, zu ändern. Dies ist immer ein schmerzhafter Prozess, aber am Ende können wir selbstständiger und authentischer sein.

Der transitierende Uranus bringt unsere unterdrückten uranischen Anteile zum Vorschein und weist uns auf eine zu große Angepasstheit, zu viele Abhängigkeiten, resignierte Passivität oder unbewusst übernommene Einstellungen hin. Uranus ermöglicht uns, alles und besonders uns selbst aus der Distanz zu betrachten. Dadurch haben wir einen anderen Blickwinkel, der zu plötzlichen Erkenntnissen führen kann.

Entnommen aus:
Christa Gallery:
Angst im Horoskop
erkennen und verstehen.

Chiron Verlag, Tübingen, 2006.

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