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Astrologie

Ein methodisch aufgebautes Lehrwerk, von Gertrud I. Hürlimann

©Astrodienst AG 2016

Lilith

Symbol der Lilith ist die schwarze Mondsichel. Sie wird denn auch in der Regel als Schwarzer Mond bezeichnet. Der Name Lilith soll sich von Leila, Layil oder Lavlah = Dunkelheit, Nacht, ableiten. Nach anderer Quelle stammt der Name Lilith aus dem Assyrisch-Babylonischen und bedeutet Teufelin, Dämonin oder Windgeist. Im Gilgamesch-Epos (ca. 2000 v. Chr.) erscheint sie unter dem Namen Lillake. – Lilith wird als geflügelte Göttin mit Vogelfüßen dargestellt.

Prinzip: Die androgyne Urseele, die seit der geschlechtsspezifischen Spaltung in männlich und weiblich, die Gleichberechtigung/Ebenbürtigkeit der Geschlechter verlangt. – Personifziert Unbewußtes.

Astronomische Kurzinformation

Mit LILITH beziehungsweise dem SCHWARZEN MOND ist nicht der am 11.2.1927 in Algier entdeckte Asteroid Lilith gemeint, der unter der Nummer 1181 als Kleinplanet im offiziellen Asteroidenkatalog IAU (International Astronomic Union) eingetragen ist. Der Schwarze Mond Lilith hat mit dem Asteroiden Lilith Nr. 1181 außer dem Namen nichts Gemeinsames.

Der SCHWARZE MOND ist kein Planet, sondern ein sensitiver Punkt. Don Néroman hat anfangs der dreißiger Jahre den Schwarzen Mond als zweiten Brennpunkt der «elliptischen» Mondbahn definiert. Das ist jener Punkt, wo der Mond (zur Zeit der Geburt) von der Erde am weitesten entfernt ist. Da diese Begriffsbestimmung ungenau ist, wird Lilith neuerlich besser als Mondbahn bezeichnet. Wer sich wissenschaftlicher über die astronomische Position des Schwarzen Mondes informieren will und auch erfahren möchte, ob bei Berechnungen die «mittlere» oder die «wahre» Lilith benutzt werden soll, dem sei der Artikel von Dieter Koch im MERIDIAN 1/95 empfohlen.

Die Umlaufszeit des Schwarzen Mondes beträgt 3232 Tage. Das sind etwas weniger als neun Jahre (genau 8,85 Jahre). Die tägliche Bewegung beträgt 6–7 Bogenminuten (genau 6’41’’) oder neun Monate für den Durchlauf eines Tierkreiszeichens. Der Schwarze Mond war schon in der chaldäischen Astrologie als zweiter unsichtbarer Erdmond bekannt. Als sensitiver Punkt ist der Schwarze Mond vergleichbar mit der Mondknotenachse. Alle sechs Jahre steht Lilith fast exakt am auf- oder absteigenden Mondknoten. Der Erdmond, der Schwarze Mond und die Mondknotenachse sind als Dreiheit eine Einheit.

In der Literatur bestehen vereinzelt Verwechslungen zwischen den astronomischen Positionen des Asteroiden Lilith Nr. 1181 (IAU) und Lilith, dem Schwarzen Mond. So wird im Buch «Mensch und Gestirn» von Nikolaus Sementowsky-Kurlio wohl der Schwarze Mond interpretiert, die Ephemeriden von 1900–1930 aber betreffen jene des Kleinplaneten Lilith Nr. 1181 (IAU). Auch Demetra George bespricht in Das Buch der Asteroiden auf den Seiten 255/56 den Schwarzen Mond, führt aber ebenfalls in den Ephemeriden den Asteroiden Lilith Nr. 1181 (IAU) auf.

Mythologisches

Das Drama vom Urkampf der Geschlechter: Nach hebräischer Tradition wandelte Lilith vor Adam im Garten Eden. Sie war seine Mutter und seine Frau zugleich. Nach anderer Version wurden Adam und seine erste Frau Lilith von Elohim, der androgynen Gottheit, gleichzeitig erschaffen. Sie sind somit einander ebenbürtig/gleichrangig. Später löste der männliche Vater-Gott Jahwe die androgyne Gottheit Elohim (männlicher und weiblicher Wortstamm) ab. Lilith fordert die Gleichheit der Geschlechter. Sie weigert sich, beim Liebesakt unter Adam zu liegen; hat aber nicht gesagt, sie beanspruche die Position oben (Sinnbild für Dominanz). Sie verlangte lediglich Ebenbürtigkeit. Da sich für ihr Problem keine Lösung fand, sprach Lilith den verbotenen Namen Jahwe aus, und entfloh unter Protest dem Paradies der Illusionen. Adam bittet Gott, ihm Lilith zurückzubringen. Daraufhin sandte der Allmächtige drei Engel aus, die Lilith auf dem Grund des Roten Meeres einholten, wo sie inzwischen die Frau eines Auch-Ungehorsamen, Samael/Luzifers, des Höllenfürsten, geworden war. Und damit Herrin über das Dunkle, mit dem Ruf einer Dämonin. Trotz der Drohung der Engel, daß, sollte Lilith sich weigern, in den Garten Eden zurückzukehren, täglich hundert ihrer dämonischen Kinder (Lilim) sterben würden, hielt sie an ihrem Entschluß fest (darum wird Lilith als freiheitsdurstige, widerspenstige, aufständische, ausreisserische Urfrau beschrieben).

Gottvater tröstete Adam, indem er aus einer von Adams Rippen die Eva schuf. Lilith soll später mit Eva in Kontakt getreten sein, und zwar in Gestalt der Schlange am «Baum der Erkenntnis». Doch soll der Name Eva selber Schlange bedeuten und in den semitischen Sprachen mit dem Wort Leben identisch sein.

Psychologisches

Der Mond als Gefühls-ICH scheint in Lilith, dem Schwarzen Mond, ein Gefühls-ES zu haben. Der Mond entspricht der Entwicklung des Emotionalen. Lilith als androgyne Urseele ist Sammelbecken der im Astralkörper (Gefühlsleib) registrierten Emotionen sämtlicher seit Urzeiten durchlaufenen Inkarnationen. Sie hat Zugang zum Unbewußten beziehungsweise ist Teil davon, wo alle Mythen, Legenden und Symbole gespeichert sind. Seit eh und je schleppt Lilith unverarbeitete Seeleninhalte mit sich. So zeigt denn Lilith als Faktor für Ausdrucksformen des Unbewußten, die bei bestimmten Transiten ins Bewußtsein treten, verschiedene Gesichter.

Und Lilith ist Psychopompos, Seelenführerin zwischen Unterbewußtem und Bewußtem, wie der Androgyn Hermes/Merkur. Ohne das der Mondsphäre verbundene lunare Wesen Lilith hätten die wartenden Seelen hinter der Nebelwand keine Chance der Wiederverkörperung. Lilith, der Schwarze Mond, weiß um den Zeitpunkt, wann die zur Inkarnation drängenden Seelen individuell zugelassen oder abgewiesen werden sollen. So sind denn Liliths Hauptthemen Partnerschaft (Beziehungsprobleme) Eros, Leidenschaft, Sexualität*, Triebabnormitäten, Eifersucht, gestaute Wut, karmisch unerfüllbare Wünsche, verdrängt Weibliches und Männliches, Menses, Schwangerschaft, Geburt, Verlustsituationen, Tragik, Sippendramen, Mord und Totschlag, Abgründiges schlechthin. Ebenso beinhaltet das Bilderbuch Liliths die Zeit der Hexenverfolgungen und die Blutopfer des Matriarchats. Doch Lilith ist nicht nur Mülleimer. In ihr staut sich auch wertvolles Material.

Lilith-Themen können genausogut kreativ aufgearbeitet werden. So stellt Lianella Livaldi-Laun fest, daß Lilith nicht in allen Horoskopen auf bewußter Ebene in Erscheinung tritt. Beispielsweise würden bei Künstlern die Schattenthemen der Lilith aktiv in der Fantasie ausgelebt und in ihren Werken zum Ausdruck gebracht, so daß die Konstellation des Schwarzen Mondes in Künstlerhoroskopen keinen oder nur sehr wenig Einfluß auf deren reales Leben ausübe.

Da im Laufe der Inkarnationen Geschlechterwechsel stattfinden, ist Lilith im männlichen Horoskop genauso Beziehungsschicksal wie im weiblichen Geburtsbild.

Die Ausführungen der gegenwärtigen Lilith-Autoren bezüglich der Wirkungen der Lilith decken sich mehr oder weniger. Die Schwerpunkte der Verfasser liegen jeweils auf ganz bestimmten Themen. Das hängt zum Teil mit der Sicht-weise der einzelnen Autoren zusammen sowie jenem Umstand, daß jeder Berater bevorzugt nur eine bestimmte Gruppe von Menschen anzieht.

* Neue Forschungen haben ergeben, daß die sexuellen Elemente, die bisher Lilith zugeschrieben wurden, nicht zu ihr gehören, sondern zu Priapus. Siehe Meridian 5/2005, Seite 18 ff.

Astrologisches

Mit Lilith als Prinzip der Urseele hat das Horoskop nebst Mond, Venus und Neptun scheinbar einen vierten weiblichen Energiefaktor erhalten. Doch Lilith müßte gemäß jüdischer Tradition androgyn sein, denn sie wurde von der androgynen Gottheit Elohim nach deren Bilde geschaffen. Weiblich ist daher nur der hälftige Yin-Anteil der Psyche. Bezüglich der Domizilzugehörigkeit der Lilith sind sich die gegenwärtigen Autoren nicht einig. Siegfried Schmid ordnet Lilith dem Krebs zu, dem gleichen Zeichen, in dem der Erdmond sein Domizil hat, und bezeichnet Lilith als Urmutter des Tierkreiszeichens Krebs. Lilith hat als Grundmuster etwas Mondisches, Plutonisches (Magisch-Erotisches) und Neptunisches zugleich, den Triplizitäten des Mondzeichens Krebs analog.

Jean Carteret und Joëlle de Gravelaine möchten den Schwarzen Mond als Tagesgebieter im Steinbock und als Nachtherrscher im Löwen sehen, das Exil im Krebs und den Fall im Wassermann. Auch Lianella Livaldi-Laun plädiert für ein Domizil im Steinbock. Nach Claude Weiss ist Lilith dem fixen Prinzip zugehörig, ohne aber über eines dieser Tierkreiszeichen zu herrschen. Stier, Löwe, Skorpion (Adler) und Wassermann waren in der Stierzeit keine fixen, sondern kardinale Zeichen.

Auch die Autorin ist der Ansicht, daß Lilith sehr gut zum fixen Kreuz paßt, wo bevorzugt das anstehende Karma konstelliert ist und praktisch unausweichlich zur Auswirkung kommt. Energien des fixen Kreuzes sind kaum zu unterbinden. Lilith könnte man aber auch dem II. Quadranten, dem seelischen Quadranten, zuweisen.

Nach Bruno Mohl (Meridian 3/91) wirkt Lilith im Geburtshoroskop als Energieachse (auch als Energie-Sexualitäts-Achse bekannt) und gewinnt an Durchschlagskraft bzw. verstärkt die Dominanz eines Radixfaktors wie MC, AC, Sonne, Mond usw., wenn dieser in Konjunktion dazu steht. Angestaute Haus-oder Zeichenthemen können durch Lilith-Transite plötzliche Auslösungen erfahren. «Geburtshelfer» Merkur schickt Signale via Umschaltstation/Integrationsund Koordinationszentrum Thalamus ins Stirnhirn. Insbesondere zusammen mit dem Mondknoten und Pluto offenbaren sich schicksalhafte Komponenten. Damit ergänzt der Schwarze Mond die Horoskopdeutung in geradezu erstaunlicher Weise.

In den unter Literaturhinweis erwähnten Büchern ist Lilith in Zeichen, Haus, Aspekten sowie in den zeitlichen Auslösungen (Transite) beschrieben, wobei die jeweilige Facette Liliths durch die Thematik der Zeichen und Häuser vorgegeben ist. Siegfried Schmid interpretiert Lilith zusätzlich in Zeichen, Haus und Aspekten im Partnervergleich. Auch Lianella Livaldi-Laun erläutert Partnervergleiche.

Historische Deutung

Das Symbol Lilith, und Lilith als Schutzgöttin der Tempeldirnen, stammt aus der Zeit der matriarchalen Gottheiten magischen Bewußtseins, mit Höhepunkt im Stier-Zeitalter (ca. 4400–2200 v. Chr.). In den Urreligionen war die Sexualität etwas Heiliges. Nach 2200 v. Chr. mit dem Übergang von der magischen Struktur in die mystische – je nach Kultur früher oder später – wurden die weiblichen Göttinnen durch maskuline Götter ersetzt. Eva, Symbol des Nur-Weiblichen (mit kulturbedingt verdrängt Männlichem, dem Yangfaktor der Psyche) betritt die Bühne. Mit dem Verschwinden der Kultfiguren der großen Mutter wird aus der ägyptischen Königin der Nacht, Nut, im deutschen Sprachgebrauch eine Nutte. Daß Lilith heute wieder im Gespräch ist, ist Zeichen der Zeit der Frauenbewegungen. Die patriarchalen Werte sind im Wanken. Doch ist kein Matriarchat erwünscht, sondern die Gleichberechtigung der Geschlechter.

Literaturhinweise:
Demetra George: Das Buch der Asteroiden, Chiron Verlag.
Joëlle de Gravelaine: LILITH, Der Schwarze Mond, Edition Astrodata.
Lianella Livaldi-Laun: LILITH, Die Begegnung mit dem Schmerz, Chiron Verlag.
Siegfried Schmid: LILITH, Die Urmutter aller Instinkte, Astro-Sesam Verlag, Zürich.
Nikolaus Sementewsky-Kurlio: MENSCH UND GESTIRN, S. 395– 400 und S. 551
Ephemeriden 1900–1930, Artemis-Verlag, Zürich, 1946.
Roberto Sicuteri: Astrologie und Mythos, S. 160ff., Aurum Verlag, 1983.
Hannelore Traugott: LILITH, Eros des Schwarzen Mondes, Edition Astrodata.
ASTROLOGIE HEUTE: Hefte 39, 41, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 58.
MERIDIAN 2/91, 3/91, 1/95, 5/95
sowie Intuitionen der Autorin.

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Über dieses Lehrwerk

Gertrud I. Hürlimann's Standardwerk ist ein praktisches Arbeitsinstrument und umfassendes Basiswerk für alle, die diese alte Grenzwissenschaft fundiert erlernen wollen. Seit der Ersterscheinung im Jahr 1982 wurde es in 11 Auflagen gedruckt und ist eines der erfolgreichsten astrologischen Lehrbücher im deutschprachigen Raum.
Astrodienst hat die Rechte an diesem Werk erworben, den Inhalt redigiert und für die Web-Ansicht optimiert. Wir publizieren hier diese 12. Auflage kostenlos und hoffen, dass damit noch viele Astrologie-Studentinnen und -Studenten die Grundlagen dieser vielschichtigen Materie erlernen können.

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