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Wenn Chiron spricht -
Bilder einer Aufstellung

von Christopher A. Weidner

Dieser Artikel ist dem Sammelband "Rätsel Chiron - Was bedeutet er für die Astrologie?" entnommen. Das Buch ist eine Bestandsaufnahme der verschiedenen Facetten Chirons in der Astrologie. 18 renommierte Autoren wurden eingeladen, ihre heutige Sicht auf Chiron vorzustellen. Dabei zeigt sich, dass er uns durchaus noch Rätsel aufgibt. Aber vielleicht ist genau dies seine Aufgabe - zu hinterfragen und Sie zum Nachdenken anzuregen, damit Sie die richtigen Lösungen finden können.

Die Aufstellung

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Niemand will Chiron. Er nähert sich Uranus mit freundlicher Miene, doch der reagiert ablehnend: „Ich bekomme noch mehr Herzklopfen, wenn sich Chiron mir nähert. Der soll wieder gehen, er bedroht mich.“ Chiron ist sichtlich überrascht und entgegnet: „Aber du brauchst keine Angst vor mir zu haben. Ich will mich um dich kümmern.“ Uranus ging es schon seit Beginn der Aufstellung nicht besonders gut. Er beschreibt seinen Zustand, als ob sein Herz versteinert sei. Er kann sich kaum bewegen, sieht irgendwie verkrampft aus – auf alle Fälle gar nicht so, wie wir uns einen lebendigen Uranus vorstellen. Doch keiner der Repräsentantinnen nimmt davon Notiz, sind alle mit sich selbst beschäftigt: Venus, der einzige weitere Horoskopfaktor, den wir gestellt haben, blickt gelassen in die Runde, der „Ehemann“ (1) der Klientin fixiert den Fokus der Klientin mit vorwurfsvollem Blick, nimmt das, was links und rechts von ihm geschieht, gar nicht mehr wirklich wahr, und das „Haus“ hat die Augen geschlossen und schwankt vor sich hin. Da ist auch noch die „Mutter“ der Klientin, doch die sieht nur traurig zwischen dem „Haus“ und dem „Partner“ hin und her. Keiner bemerkt, dass Uranus sich unwohl fühlt, und wenn er es bemerkt hat, dann interessiert es ihn nicht – nicht einmal den Fokus selbst. Nur Chiron ist da. Doch Uranus will ihn nicht. Ich frage Chiron, welchen Unterschied es für ihn macht, wenn Uranus jetzt so auf ihn reagiert. Chiron antwortet: „Ich sehe deutlich, dass er Hilfe benötigt. So wie er sich verhält, verhält sich Uranus einfach nicht. Da stimmt etwas nicht. Ich muss hier irgendetwas tun – aber er lässt mich nicht und weicht vor mir zurück. Dabei möchte ich nur für ihn da sein.“ Doch Chirons Worte lösen bei Uranus kein Verständnis oder gar Erleichterung aus – im Gegenteil: er verspannt sich nur noch mehr.

Bei mir als Aufstellungsleiter hingegen bestätigen Chirons Worte einen Verdacht: dieser Uranus ist überlagert, hier gibt es etwas zu tun. Ich bitte den Fokus, Blickkontakt mit Uranus aufzunehmen. Dann simuliere ich mit einer Hand, dass etwas hinter diesem Uranus auftaucht und begleite diese Geste mit den Worten: „Angenommen, das, was du hier siehst, ist etwas, das du bisher für Uranus gehalten hast, und dieses würde nun zur Seite gehen“ - ich bedeute dem bisherigen Uranus einen Schritt zur Seite zu gehen - „und dahinter könnte nun der eigentliche Uranus auftauchen“ - ich deute auf meine Hand, die nun sichtbar wird - „was für einen Unterschied macht das für dich?“ (2) Das Gesicht des Fokus hatte den bisherigen Uranus verwirrt betrachtet, als dieser aber zur Seite ging und in Gestalt meiner erhobenen Hand der neue Uranus auftaucht, entspannen sich seine Züge, er lächelt sogar. „Ja“, sagt er, „das ist viel besser. Jetzt kann ich endlich dort hinsehen.“ Der alte Uranus wirkt ebenfalls erleichtert. „Jetzt bin ich einfach nur noch ich selbst. Das tut gut. Ich bin wie befreit.“, sagt er. Ich bitte eine Teilnehmerin aus der beobachtenden Runde, den Platz des neuen Uranus einzunehmen und frage sie dann, welche Unterschied es nun für sie ausmacht, als eigentlicher Uranus zu stehen. „Ich fühle mich klar. Es geht mir gut. In mir ist etwas Kompromissloses. Ich gehöre auf alle Fälle hierhin.“ Das klingt schon eher nach Uranus!

Gefragt, für wen es einen Unterschied macht, wenn nun der neue Uranus den Platz des alten einnimmt, nicken alle übrigen Repräsentantinnen positiv gestimmt. Und Chiron? Hat sich entfernt. Niemand nimmt mehr Notiz von ihm. Dabei war er es, der zu dieser Intervention den entscheidenden Impuls gegeben hat.

Noch eine Szene: Der „Ehemann“ und der Fokus (3) – die Spannung zwischen beiden wächst ins Unerträgliche. „Ich fühle mich so schuldig, ich kann ihn gar nicht richtig anblicken, aber ich kann mich auch auf sonst nichts anderes konzentrieren.“, gesteht er kleinlaut. Überhaupt bekommt er immer kindlichere Züge, nimmt eine Körperhaltung ein wie ein Kind, dass von den Eltern ins Gebet genommen wird, ohne genau zu wissen, was es eigentlich getan hat. Das schlechte Gewissen pur. Der Ehemann zeigt sich unbeeindruckt, seine harten Gesichtszüge, sein stechender Blick sprechen Bände, kennen kein Pardon. „Ich kann sie nicht mehr ansehen,“ bricht es aus ihm heraus. „sie ist mir nur noch lästig. Ich habe keine Lust mehr, hier zu sein. Am liebsten würde ich mich umdrehen und gehen.“ Aus meiner langjährigen Erfahrung als Aufstellungsleiter weiß ich: Solche Situationen kommen immer wieder vor, wenn ein Teil des Systems besonders verletzt ist und sich in seinem Schmerz nicht verstanden fühlt. Wie so oft im Leben wählen wir dann die Selbstverbannung, ziehen uns zurück, wollen die Situation für uns lösen, indem wir uns aus der Affäre ziehen. Doch dies kann nur vermeintlich gelingen, denn: Wir bleiben Teil des Systems, ob wir das wollen oder nicht. Und weil wir Teil des Systems sind, können wir es nicht wirklich verlassen. Sich umzudrehen und zu gehen ist ein verständlicher Wunsch, aber er ist eine Illusion. Ich äußere mein Verständnis und bitte den „Ehemann“ erst einmal ein paar Schritte zurückzugehen. Oft entspannt das Lage, wenn Distanz hergestellt wird. Doch er schüttelt den Kopf: „Es wird nicht besser. Ich will mich umdrehen.“

Jede Aufstellung stellt mich als ihren Gastgeber immer wieder vor neue Herausforderungen. Es gibt in ihnen Augenblicke, da spüre ich nur noch Verwirrung in mir und ich weiß nicht wirklich wie es weiter geht. Ich kenne diesen Zustand zu gut und mittlerweile freue ich ich darauf, wenn er eintritt. Mathias Varga von Kibéd hat immer wieder betont, dass dies kostbare Augenblicke sind in der Aufstellung, weil alle unsere Vorannahmen und Hypothesen versagen – und die Aufstellung uns etwas zeigt. 'Aus der Knospe der Verwirrung erhebt sich die Blüte der Verwunderung', zitierte er immer gerne aus dem Tassawuf. Was also tun? Da meldet sich eine Stimme: „Auch ich würde es begrüßen, wenn er sich umdreht.“ Chiron spricht. Seine Stimme ist klar und fest und flößt mir Vertrauen ein. Ich merke, dass er die Lage die ganze Zeit überblickt, auch wenn er sich nach einer Reihe von Ablehnungen seitens der übrigen Teile des Systems etwas zurückgezogen hat. Aber er war immer präsent an den wichtigen Augenblicken der Prozesse. Die anderen Repräsentantinnen werden wie aus ihrer Starre erweckt und stimmen zu: „Ja, er soll sich umdrehen.“

Ich habe gelernt, der Weisheit des Systems zu vertrauen. Das System weiß, was gut für es ist. Steve de Shazer sagte einmal: „Wenn du eine Hypothese hast, dann setze dich in die Ecke, nimm eine Aspirin und warte bis der Anfall vorüber ist.“ Er meinte damit, dass wir im Umgang mit den Klienten nicht einem bestimmten Modell folgen sollten, sondern uns dem Prozess anvertrauen können. Anders als in anderen Aufstellungsformen, gibt es in der astrosystemischen Aufstellungsarbeit kein festes Ziel, keine ideale Ordnung, auf die wir anstreben. Die Ordnung geschieht aus den Bedürfnissen des Systems selbst heraus, sie entwickelt sich beim Aufstellen selbst. Wenn auch mit einem etwas mulmigen Gefühl, lasse ich den „Ehemann“ sich umdrehen. Da geschieht es: Als er sich gewendet hat, blickt er in die Augen der Klientin, die sich – entgegen meiner Anweisung, sich sitzend zu halten – aufgestellt hat und genau hinter dem „Ehemann“ steht. Erleichterung durchströmt ihn spürbar. „Endlich sehe ich meine Frau“, ruft er. „Es tut so gut zu sehen, dass sie da ist.“

Da ist sie – die Verwunderung. Und wieder war es Chiron, der den entscheidenden Impuls gegeben hat. Er hat das System darin bestärkt, etwas zu wagen, was eigentlich gegen die Konvention ist, etwas, das meinen bisherigen Vorannahmen nach die Situation eher verschlechtern müsste. Doch das Gegenteil ist eingetreten: Indem der „Ehemann“ sich umdreht, erlöst er den Fokus, der nun einfach in seinem kindlichen Zustand sein darf. Das „Original“, die Klientin selbst, wird in das Bild eingeladen. Die erwachsene Frau kann sich nun mit einer jüngeren Version ihrer Selbst auseinandersetzen, die als innerer Anteil in ihr weitergelebt hat, mit all den nicht verarbeiteten Verletzungen, die ihr damals widerfahren sind – und die sich offensichtlich jetzt wieder gemeldet haben. Jetzt, wo sie endlich sein dürfen, was sie sind, können sie angenommen und integriert werden. Die Aufstellung nimmt eine positive Wende.

Etwas später. Der kindliche Anteil steht der Klientin, der erwachsenen Frau, gegenüber. Der Abstand zwischen beiden ist eine spürbare Distanz, beide sind sichtlich angespannt, machen kaum Anstalten, sich anzunähern. Die Klientin folgt einem Impuls und spricht, fast flehentlich: „Du kannst vertrauen – trotz allem.“ Der jüngere Anteil regt sich nicht. Nach einer Weile erwidert er: „Ich glaube dir nicht.“ Die Klientin ist ratlos – ich bin es auch. Ich bitte die Klientin ihrem jüngeren Anteil gegenüber so etwas zu formulieren wie: „Die 12jährige konnte nicht wissen, dass es die 36jährige einmal geben würde.“ Die Klientin wiederholt diesen Satz. Sie soll damit zum Ausdruck bringen, dass die erwachsene Frau mittlerweile die Kompetenzen erworben hat, um Schwierigkeiten, die damals noch unlösbar schienen, zu bewältigen. Es geht darum, die Ängste der jüngeren Version zu respektieren, aber auch zu integrieren. Doch der jüngere Anteil schüttelt nur den Kopf. Da nähert sich Chiron der „12jährigen“ von hinten, legt behutsam seine Hand auf ihren Rücken, stützt sie ein wenig. Die „12jährige“ stutzt. Ich frage sie, welchen Unterschied es für sie macht, so gestützt zu werden. „Es ist schon in Ordnung, von hinten gestützt zu werden - aber muss es dieser Chiron sein? Ich habe den Eindruck, er will mich schieben. Aber das will ich nicht.“ Chiron behält seine Hand auf dem Rücken der jüngeren Version der Klientin und sagt: „Ich will doch nicht schieben, ich will nur da sein und den Prozess stützen.“ Doch auch die anderen Repräsentantinnen lehnen Chiron ab. Selbst die Klientin sagt: „Nein, er passt dort überhaupt nicht. Ich will ihn dort nicht haben.“ Der alte Uranus, der sich in etwas wie eine weise Instanz verwandelt hat, kommentiert die Lage: „Ich bin mit allem einverstanden, nur Chiron gehört da nicht hin, das ist mein Platz.“ Da nickt Chiron und löst seine Hand bereitwillig. Die Weisheit nimmt seinen Platz ein und stützt nun die „12jährige“. „Viel besser,“ gibt die Klientin erleichtert von sich. Der neue Uranus, der bislang etwas unbeteiligt die Szene beobachtet hat, wird auf einmal lebendig und sagt: „Ich spüre den Impuls, mich zwischen die beiden zu stellen.“ Er deutet auf den Raum zwischen Klientin und ihrem jüngeren Anteil. Ich bitte ihn, diesem Impuls zu folgen. Nachdem er diesen Platz eingenommen hat, atmen Klientin und „12jährige“ erleichtert auf. „Jetzt wird mit alles klar“, bekennt die Klientin. „Das ist mein Thema. Die Flexibilität schützt mich vor der Begegnung mit meinem Schmerz.“

Chiron, von dem keiner außer mir Notiz nimmt, nickt nur, so als habe er diese Entwicklung vorausgesehen. Etwas später sagt er: „Ich weiß, dass ich den Platz nur freigemacht habe, aber dass es nicht mein Platz ist. Ich öffne nur die Türe, damit andere hindurchgehen können – auch wenn ich selbst zurückbleiben muss.“ Dann fügt er hinzu, nachdem alle anderen mittlerweile gute Positionen im Bild gefunden haben: „Alle glauben, dass die Lösung gefunden ist – aber ich weiß, dass es erst der Beginn ist einer neuen Phase der Entwicklung. Es löst sich langsam – und das braucht noch mehr Zeit. Dazu bin ich ja dann da. Und es ist in Ordnung so. Ich werde zur rechten Zeit wieder eine weitere Türe öffnen. Ich werde da sein.“ Seine Worte klingen gefasst, aber ein leichtes Zittern in der Stimme verrät mir, wie sehr ihn das berührt. Während der ganzen Aufstellung war er es, der die entscheidenden Hinweise gegeben hat, damit sich nach und nach ein Lösungsbild vor unseren Augen entfalten kann. Jetzt, wo sich etwas gelöst hat, sich eine innere Ordnung eingestellt hat, steht er etwas abseits, blickt fast wehmütig auf die anderen, ein Ausgeschlossener, dessen Werk, nachdem es einmal getan ist, nicht weiter gewürdigt wird. Er gehört nicht dazu – und doch ist er es gewesen, der den Zusammenhang erst möglich gemacht, den Weg geebnet hat.

Der Schlüssel Chiron

Ich erlebe es immer wieder: Diese Szenen einer Aufstellung sind typisch, wenn wir Chiron ins Spiel bringen. In diesem Fall wurde er ausgewählt, weil das Gespräch im Vorfeld dieser astrosystemischen Arbeit auf die Opposition von Uranus in Haus 2 zu Venus mit Chiron in Haus 8 hingeführt hatte. Das Thema: Wie kann ich mehr Stabilität in mein Leben bringen? Der Anlass: der Ausbau eines Hauses, bei dem die – wenig rationale – Befürchtung im Raume stand, dass einem das Dach über dem Kopf zusammenbrechen könnte. Dieses Projekt legte bei der Klientin alte Ängste frei, die sich in der Aufstellung zeigen, wahrgenommen und bearbeitet werden konnten. Mittlerweile verwandle ich Chiron gerne in ein so genanntes freies Element. So nennen wir in der Systemischen Strukturaufstellung Repräsentantinnen, die sich während der Aufstellung ihren Platz immer wieder selbst suchen dürfen. Sie werden so etwas wie Gradmesser für den Prozess und können so selbst entscheiden, an welcher Stelle sie wirken wollen und an welcher Stelle nicht. Chiron wird dann oft zu so etwas wie einem Co-Aufstellungsleiter. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht.

Insbesondere Chirons letzte Worte in dieser Aufstellung haben mich beeindruckt, zumal der Mann, der in dieser Aufstellung für Chiron stand, keine astrologische Vorbildung besitzt. Es war sein erste Begegnung mit der Rolle des Kentauren. Umso erstaunlicher, was er durch sein Auftreten über Chiron sichtbar machen konnte. Ich habe mich an das Symbol Chirons erinnert, das für mich wie ein Schlüssel aussieht. Chiron öffnet die Türen der Erkenntnis, durch die andere hindurch schreiten - während er zurückbleibt. Immerzu ist er bemüht, dem großen Ganzen zu dienen - doch niemand würdigt seine Bemühungen, lädt ihn gar ein, Teil des Ganzen zu sein. Er steht für innere Anteile in uns, die wir nicht integrieren möchten, die uns aber auf unserem Lebensweg weiterhelfen. Sie anzublicken fällt uns schwer, es löst in uns Ablehnung aus. Hier sind wir so ganz anders, als wir sein wollen, weichen wir von der Norm ab, aber nicht auf diese stolze Art und Weise, wie es Uranus kann, der sagt, dass wir dort, wo wir anders sind als die anderen auch besonders sind und an Profil gewinnen. Nein, das Anderssein des Chiron ist schmerzhaft, denn es betrifft Aspekte in uns, an denen wir uns vom Rest der Welt ausgeschlossen fühlen, wo wir doch so gerne dazu gehören möchten. Es ist nichts, worauf wir stolz sein wollen, es ist eher etwas, das wir verstecken.

Ich fühle mich immer wieder an das erinnert, was Stephen Gilligan als sechstes Merkmal seiner Self-Relations Therapy benannt hat: „Du gehst deinen Weg allein: du bist ein unheilbarer Abweichler.“ Chiron scheint in Aufstellungen und im Horoskop oftmals den Teil in uns zu verkörpern, der dafür sorgt, dass wir auf eine Weise anders sind als unsere Mitmenschen, die uns unheimlich ist und für die wir uns oft als „schräg“ oder seltsam einstufen. So wollen wir nicht sein, weil wir nicht möchten, dass andere uns für einen „Freak“ halten mit den Problemen, die uns beschäftigen. Chiron kann uns zeigen, dass wenn wir diese Abweichung von der Norm annehmen können, wir uns einen großen Gefallen tun: Wir hören auf, uns für andere verändern zu wollen. „Wenn ich nur nicht so wäre, wie ich bin, dann würden mich alle endlich lieben!“ Chiron demonstriert uns, dass wir diesem Wunsch besser nicht nachgeben, denn er führt uns zu Selbstverleugnung und Selbsthass. Er zeigt uns, dass unsere Symptome Zeichen sind, die uns darauf aufmerksam machen, dass wir nicht unser Leben leben, sondern möglicherweise das Leben, wie andere es sich von uns wünschen. Joseph Campbell sagte einmal, dass wir manchmal Leitern hinaufsteigen, um dann ganz oben zu entdecken, dass wir sie an die falsche Mauer gelehnt haben. Diese Erkenntnis tut weh. Um uns aber in unserem Leben weiter in Richtung Glück und Zufriedenheit bewegen können, müssen wir ungeachtet des Schmerzes wieder hinabsteigen. Das ist die Türe, die uns Chiron mit seinem Schlüssel öffnet.


Fußnoten:
  1. Die Anführungszeichen bedeuten, dass hier nicht der Ehemann selbst steht, sondern der Repräsentant des Ehemanns. Ein Repräsentant (in anderen Systemen der Aufstellungsarbeit auch Stellvertreter genannt) ist eine Person, die von demjenigen, der sein Anliegen mit Hilfe einer Aufstellung darstellen möchte, ausgewählt wurde, um bestimmte für das Anliegen relevante Aspekte des Anliegens zu verkörpern. Repräsentanten können für bestimmte Personen stehen, wie in diesem Fall, für Gegenstände, wie in diesem Fall das „Haus“, oder aber für abstrakte Themen, wie später die „Weisheit“. In astrosystemischen Aufstellungen kommen Repräsentanten für Horoskopfaktoren dazu, wie in hier für Venus, Uranus und eben Chiron. Im Gegensatz zu Horoskopaufstellungen werden nur die Faktoren gestellt, die als für das Anliegen notwendig betrachtet werden. Dies wird in einem Vorgespräch mit der Klientin geklärt. (zurück)
  2. Die astrosystemische Aufstellungsarbeit basiert auf den Systemischen Strukturaufstellungen (SySt®), wie sie von Mathias Varga von Kibéd und Insa Sparrer entwickelt und unterrichtet werden, und die fest in der Tradition der Lösungsfokussierten Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer und Insoo Kim Berg verwurzelt ist. Ein typisches Merkmal dieser Art der Aufstellungsarbeit ist das Fragen nach Unterschieden anstelle von Befindlichkeiten. Wir fragen also nicht: „Wie geht es dir?“, sondern „Welchen Unterschied macht es für dich (im Vergleich zu deinem vorherigen Zustand)?“ (zurück)
  3. Als Fokus bezeichnen wir in der Systemischen Strukturaufstellung den Repräsentanten der Klientin selbst. Er bildet sozusagen den Blickwinkel ab, aus dem das System gerade betrachtet wird. (zurück)

Text entnommen aus

Reinhardt Stiehle (Hrsg.):
Rätsel Chiron - Was bedeutet er für die Astrologie?
Chiron Verlag, Tübingen, 2009

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