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Jung veröffentlichte
1952 den Artikel "Synchronizität als Prinzip akausaler Zusammenhänge".
Mit dem Konzept der Synchronizität geht er über die rein kausalen
Erklärungsversuche weltlicher Zusammenhänge durch die Wissenschaft
hinaus. Er behauptet, dass Ereignisse, die synchron (also
gleichzeitig) auftreten, nicht notwendigerweise einen kausalen
(also ursächlichen) Zusammenhang haben müssen. Dennoch kann ein
Sinnzusammenhang zwischen ihnen bestehen.
Anthony Stevens
schildert ein Erlebnis, das Jung selbst hatte: In einem Traum begegnete
ihm eine Gestalt, die die Flügel eines Eisvogels hatte. Später
malte er die Figur, um das Bild nicht zu verlieren. Während
des Malens fand er in seinem Garten einen toten Eisvogel. Eisvögel
sind aber in der Gegend um Zürich extrem selten. Für Jung
fiel dieses außergewöhnliche Ereignis mit einer starken
inneren Bewegtheit zusammen.
Sicher kennen Sie
auch die Situationen, in denen Sie ausrufen könnten: "Das kann
doch kein Zufall sein!" Etwa wenn Sie ein Buch voller ungewöhnlicher
Ideen gelesen haben, und plötzlich sprechen alle Leute Sie auf dieses
Thema an, im Fernsehen kommt ein Bericht darüber und beim Surfen
im Internet stoßen Sie auch immer wieder auf solche Konzepte. Diese
Ereignisse passieren gleichzeitig, aber offensichtlich nicht wird
das eine nicht durch das andere verursacht. Hier scheint also ein
anderer Zusammenhang am Werk sein.
Brigitte Hamann
fasst dieses Phänomen in ihrem Artikel "Gedanken
über Astrologie, Synchronizität und Prognose" treffend zusammen:
Ein bestimmtes
Ereignis tritt für einen bestimmen Menschen vom zeitlichen Zusammenhang
her so auf, daß es für ihn eine spezielle Bedeutung gewinnt, die
ihm einen wichtigen Sinnzusammenhang seines Lebens offenbart. Für
jeden anderen Beobachter des gleichen Ereignisses wäre es nur ein
zufälliges Ereignis, dem er keine besondere Bedeutung beimessen
würde, da für ihn keine synchronistische Verbindung zu diesem Ereignis
besteht, es sagt ihm nichts Besonderes.
Die Astrologie
basiert auf dem Prinzip der Synchronizität. Der "Einfluss der Sterne"
ist keiner im kausalen Sinn. Es ist überhaupt kein Einfluss, um
genau zu sein. Vielmehr "funktioniert" die Astrologie so, wie es
die Inschrift einer Smaragdtafel beschreibt:
Was unten ist,
gleicht dem, was oben ist.
Und was oben ist, gleicht dem, was unten ist,
damit das Wunder des Einen vollendet werden kann.
Das heißt, das,
was im Kosmos ist, spiegelt das, was auf der Erde ist, wider. Umgekehrt
ist es daher möglich, aus den Planetenkonstellationen Schlüsse zu
ziehen, wie diese sich auf der Erde oder im Leben eines Menschen
widerspiegeln.
Liz Greene: Die
Himmelspositionen reflektieren die Eigenschaften eines Moments und
dadurch auch alles, was in ihm entstanden ist. [...] Das eine ist
nicht die Ursache des anderen; sie treten zeitlich zugleich auf,
sind synchron, spiegeln einander wider.
Zweifellos ist
dies ein erweiterter Begriff der Synchronizität, denn er bezieht
sich nicht nur auf eine Person und ihre Beziehung zur direkten Umwelt.
Vielmehr bezieht er alles als Teil der Ganzheit Universum mit ein.
Die Grundhaltung, dass es einen Sinnzusammenhang zwischen Phänomenen
gibt, die gleichzeitig auftreten, ist der Astrologie und Jungs Prinzip
der Synchronitzität gemein.
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