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Jungs Empfindungstypus
verkörpert eine der beiden irrationalen Wahrnehmungsfunktionen.
"Irrational" ist hier nicht abwertend gemeint - wie es in unserer
vom Denken beherrschten Zeit gern gesehen wird. Es bedeutet lediglich,
dass diese Funktion nicht wertet. Sie stellt fest. Der empfindende
Mensch tut dies vor allem mit seinen fünf Sinnen. Er verlässt
sich auf das, was er sehen, hören, greifen, schmecken und riechen
kann. Er ist der Realist unter den Typen, der auf dem Boden der
Tatsachen steht.
In der Astrologie
findet sich der Empfindungstyp in einer Betonung der Erdzeichen
wieder. Stier, Jungfrau und Steinbock orientieren sich an dem, was
real ist. Sie be-greifen die Dinge im wahrsten Sinn des Wortes.
Der erdbetonte Mensch nimmt die Reize seiner Umgebung auf und sortiert
sie - praktisch und nüchtern. Das Materielle und Körperliche
ist seine Domäne. Hier ist er stark und hat ein gutes Gespür
für das, was machbar und angemessen ist.
Der empfindende
Erdmensch verlässt sich auf seine Sinne, manchmal allerdings
ohne nach dem Sinn zu fragen. Die Dimension der Bedeutung erschließt
sich ihm wesentlich weniger als seinem Gegenüber, dem Intuitionstypus.
Ein Beispiel: Die beiden gehen zusammen durch einen Wald. Während
der intuitive Mensch die Symbolkraft von Mutter Natur zu schätzen
weiß, misst das Auge des Erdbetonte die Baumstämme danach
ab, wie viele Möbel sich damit bauen ließen.
Ein Mensch, der
nur das Materielle wahrnimmt, verliert leicht den Bezug zum großen
Ganzen. Auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zuckt er nur verständnislos
die Schultern. Umgeben von Dingen, fehlt ihm deren Bedeutung. Eine
besondere Faszination, positiv wie negativ, üben daher für
ihn intuitive Typen aus. Und um geistig nicht zu verkümmern,
tut er gut daran, seine Sicht der Realität durch die Dimension
des Bedeutsamen zu erweitern.
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